Frage zur Vergesellschaftung einer älteren Katze

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Lenamia

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Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, es ist in Ordnung, ein neues Thema für meine Frage zu erstellen.

Bei uns lebt seit 8 Jahren eine 9-jährige Katzendame, die aus dem Tierschutz zu uns kam. Deshalb weiß ich leider nicht, wie früh sie von ihrer Mutter getrennt wurde und ob sie mit Spielgefährten aufwachsen konnte. Sie ist Freigängerin, verbringt auch sehr viel Zeit draußen und hat hier durchaus Kontakt mit Artgenossen - soweit ich das beurteilen kann teils freundschaftlich, teils eher feindselig. Die Nachbarskatze mag sie überhaupt nicht. Sie geht ihr aber nicht ängstlich aus dem Weg, sondern ist eher auf Konfrontation aus. Sie ist ein sehr offener Typ im Bezug auf Menschen, immer kuschelfreudig und nicht schüchtern, für meinen Geschmack teils schon zu zutraulich. Davon abgesehen eher ruhig und nicht die Verspielteste.

Nun ist Bekannten ein Kater zugelaufen, dessen Besitzer trotz Kontakt zum Tierarzt, Tierheimen und Tasso nicht ausfindig gemacht werden kann. (Er hat nur ein Ohr tätowiert, der Tierarzt sagte, dass sei verwunderlich - stimmt das?). Laut Tierarzt ist er kastriert, zum Alter hat er den Bekannten aber keine Info gegeben. Ich würde ihn allerdings als nicht all zu jung einschätzen und bisher zeigt er sich auch eher ruhig. Leider können ihn die Bekannten nicht bei sich aufnehmen und wollen ihn nun ins Tierheim geben. Das würde ich dem Kater lieber ersparen und ihn mit unserer Dame vergesellschaften. Dieser möchte ich aber natürlich unter keinen Umständen zu viel zumuten und natürlich soll sie sich auch nicht "vernachlässigt" fühlen.

Ich habe mich grundsätzlich schon informiert, hätte aber trotzdem gerne eine Einschätzung von euch - so fern man das aus der Ferne beurteilen kann. Alle Voraussetzungen, wie ein abgetrenntes Zimmer mit "voller Katzenausstattung" für den Anfang, sind bei uns gegeben. Der "Neue" könnte sich die Wohnung auch schon mal in Ruhe anschauen, wenn die "Alte" draußen auf der Pirsch ist.

Uns würde ich übrigens nicht als die größten Katzenexperten beschreiben, allerdings lebe ich schon seit ich denken kann mit Katzen zusammen. Eine Vergesellschaftung habe ich bisher nur bei den Katzen meiner Eltern erlebt. Unsere Wohnung ist etwa 90 qm groß.

Nun meine Fragen:

Ratet ihr grundsätzlich von einer Vergesellschaftung älterer Katzen ab?

Meint ihr, unsere Katze wird sich mit dem "Neuen" in ihrem Revier anfreunden oder ihn zumindest akzeptieren? Oder ist das in ihrem Alter eine zu hohe Belastung für sie?

Wie dominant verhält sich für gewöhnlich ein kastrierter Kater, der in das Revier einer kastrierten Katze kommt?

Gibt es über den Info-Thread zur langsamen Vergesellschaftung hinaus Aspekte, die wir beachten sollten (vor allem mit Blick auf die unterschiedlichen Geschlechter und unbekannte Vergangenheit)?

Ab wann sollte man den Versuch als gescheitert / erfolgreich ansehen?

Empfehlt ihr, für die Zeit der Zusammenführung Urlaub zu nehmen? Oder sollte man bewusst keinen nehmen, um die Katzen nicht unter Druck zu setzen? Hier finde ich leider verschiedenste Infos.

Und dann noch eine grundsätzliche Frage: Auf was sollte ich den Kater untersuchen lassen? Zu den Bekannten kam er ja als Streuner. Impfungen und Entwurmung ist klar, aber was ist darüber hinaus zu beachten?

Ohje, das sind eine Menge Fragen. Ich würde mich trotzdem freuen, wenn ihr mir eure Einschätzung mitteilen könntet. Der kleine Kerl lässt mich momentan nicht los und ich würde ihn wirklich gerne bei uns aufnehmen.

Lieben Dank schon einmal :)
 
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Jubo

Jubo

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Ratet ihr grundsätzlich von einer Vergesellschaftung älterer Katzen ab?

Nein, auf gar keinen Fall. Ich persönlich würde allerdings in diesem speziellen Fall trotzdem davon abraten.

Eins vorweg: ich finde es wirklich bemerkenswert, daß du dir Rat und Infos einholst, BEVOR du eine Katze anschaffen möchtest. Das ist leider nicht selbstverständlich.

Ich rate ab, weil eure Katzen ihr ganzes bisheriges Leben als Einzelkatze im Freigang verbracht hat. Sie hat ihr Zuhause für sich allein und kann sich draußen Kontakte suchen, wenn sie möchte.

Ich befürchte, daß ihr Sozialverhalten inzwischen dermaßen verschüttet ist, daß sie nicht mehr zu vergesellschaften ist. Auf jeden Fall würde ich persönlich das Risiko eines Scheiterns nicht eingehen wollen, auch wenn ihr mit der Aufnahme des Katers nur die besten Absichten verfolgt. Ich würde lieber versuchen, ihn anderweitig gut unterzubringen.

Es liegt aber in der Natur der Sache, daß sicher noch andere Meinungen zu diesem Thema kommen ;).
 
JeLiGo

JeLiGo

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Ich schließe mich Jubo an. In diesem Fall (Freigängerin und seit 8 Jahren ohne direkten Kumpel) würde ich nicht mehr vergesellschaften. Schon gar nicht mit einem Kater, über dessen Vorleben man so leider gar nichts weiß.

Um Deine Fragen trotzdem zu beantworten (falls Du Dich doch entscheiden solltest, den Kater aufzunehmen):

Urlaub würde ich nicht extra für die Eingewöhnung nehmen (vielleicht ein verlängertes Wochenende), aber natürlich unbedingt eine Separierung, bis feststeht, dass der Kater gesund ist und anschl. langsame Zusammenführung mit Gittertür.

Zusätzlich zur Entwurmung (auch auf Flöhe achten!) und Impfungen würde ich auch auf FIV/FeLV testen lassen.
 
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Lenamia

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Vielen lieben Dank für eure Einschätzungen. Ich hab´s befürchtet :-( Gibt es niemanden, der eine solche Kombination schon mal erfolgreich zusammen gebracht hat?

Kann der Versuch einer Vergesellschaftung denn bleibenden Schaden bei unserer alten Dame oder bei ihrem Verhältnis zu uns hinterlassen? Wenn die Bekannten gar keine andere Möglichkeit sehen, würde ich dem Kater wirklich gerne das Tierheim ersparen. Ich werde sie aber dennoch bitten, noch einmal nach einer anderen Lösung zu suchen.
 
ottilie

ottilie

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Freigänger kommen halt dann nicht mehr viel rein, wenn sie ungeliebte Gesellschaft haben

Aber du kannst trotzdem mal versuchen, eine Decke oder ein Handtuch von dem fremden Kater zu bekommen, so als Geruchsprobe, was deine Katze davon hält
 
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cyber-cat

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Hallo ihr Lieben,
Der "Neue" könnte sich die Wohnung auch schon mal in Ruhe anschauen, wenn die "Alte" draußen auf der Pirsch ist.

Wenn ich das richtig verstehe, willst Du separieren, solange Deine Katze im Haus ist, sobald sie draußen ist, darf der Neue die gesamte Wohnung nutzen? Das könnte mMn zu einigem Stress bei dem Neuen führen, wenn ihm dann plötzlich nicht mehr die gesamte Wohnung zur Verfügung steht.

Ansonsten ist es natürlich wirklich kaum vorherzusagen, wie Deine Lady reagiert, wie die Zusammenführung verläuft und wie lange sie dauert. Geduld und gute Nerven brauchst Du dafür auf jeden Fall.

Ich bin zweimal das Risiko eingegangen, ältere Tiere (zwischen 8 und 10 Jahren) aus dem TH mit unbekannter Vergangenheit zu vergesellschaften (ohne große Katzenerfahrung) und es lief beide Male besser als erwartet. Ist aber natürlich nicht repräsentativ; es gibt genug Geschichten, wo es länger gedauert hat oder auch ganz schief gegangen ist.

Von daher ist Deine eigene Einstellung wichtig, was Dir Dein Bauchgefühl sagt und wieviel Energie Du bereit bist zu investieren.
 
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Lenamia

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Da hast du natürlich auch wieder recht, vielen Dank für den Hinweis!

Wir sind immer noch am abwägen und informieren, werden letztendlich aber wohl aus dem Bauch heraus entscheiden. Hier im Forum habe ich jetzt auch einige Beiträge zu geglückten Fällen gelesen, das gibt mir Hoffnung :)

Ich finde es großartig, dass ihr so fleißig unterstützt und werde hier ab jetzt öfter vorbeischauen!
 
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Lenamia

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Liebe Katzenprofis,

heute muss ich meinen Thread noch einmal hervorkramen. Wir haben es tatsächlich gewagt und das Katerchen bei uns aufgenommen. Die langsame Zusammenführung hat prima funktioniert und wir können Mia und Malus nach einer Woche Separierung sogar schon zusammen lassen. Beste Freunde sind sie nicht, aber sie scheinen sich zu akzeptieren, sieht man von einem seltenen Fauchen hier und da ab. Mia hat sich auch nicht von uns abgewendet und ist genauso verschmust wie eh und je. Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen!

Jetzt habe ich aber doch noch eine andere Frage. Mia geht natürlich weiterhin regelmäßig raus (wenn auch selten, seit dem Kälteeinbruch) und da Malus ja als Streuner zu uns kam, zieht es auch ihn langsam nach draußen. Und auch wenn er sich sowohl uns als auch Mia gegenüber sehr offen und freundlich verhält, kann er sich ja noch gar nicht komplett vertraut mit seiner Umgebung gemacht haben, denke ich. Ab wann würdet ihr denn eine "neue" erwachsene Katze rauslassen? Noch hält er es drin gut aus, aber je früher wir bescheid wissen, desto besser :)

Ich danke euch schon mal und freue mich sehr auf eure Meinungen!
 
JeLiGo

JeLiGo

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Manchmal bestätigen Ausnahmen die Regel. Schön, dass es so gut geklappt hat :) Da ist Deine Lady aber trotz allem sehr sozial eingestellt.

Ich habe zwar keinen Freigänger, aber man sagt glaube ich sowas zwischen 6 und 8 Wochen Eingewöhnungszeit vor dem ersten Ausflug. Aber ich hoffe, dass sich noch Freigängerdosis dazu melden.

Alles Gute weiterhin und berichte ruhig mal (gern auch mit Fotos von den beiden) :grin:
 
Margitsina

Margitsina

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  • #10
Das ist ja super. :D
Eine neue Katze sollte zwischen 2 Wochen und drei Monaten drin bleiben.
Das hängt ganz von der Katze und eurer Chemie ab.
 
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Lenamia

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  • #11
Ohjeee, so lang :verstummt: Ich hoffe er hat diese Geduld!!

Danke für euren Rat, Bilder poste ich gerne mal :)
 
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ottilie

ottilie

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  • #12
Schön dass es mit den Kater geklappt hat, ich freue mich für euch
Solange er noch drin ist, könnt ihr schon mal mit ihm ein Abrufsignal trainieren, so dass er dann, wenn er draußen ist, sicher rein kommt
Mit der Leckerchen Dose klappern oder oder oder
Das ist für euch leichter, wenn er dann Freigang bekommt ihr ihn mal rufen wollt
 

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