Frage zur Diagnostik von Tumoren

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
abraka

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Hallo zusammen,

Gott sei Dank betrifft es keine meiner Katzen. Aber der Kater einer guten Freundin musste gestern erlöst werden, wegen einem großen Tumor im Bauchraum und mehrere kleinere - einer davon drückte aufs Rückenmark, so dass der Kater nicht mehr laufen konnte.
Diese Diagnose stellte nach einer langen Odyssee eine gute Tierklinik

Ich verstehe nicht, dass die anderen Tierärzte vorher nichts gefunden haben. Sie war wochenlang in einer größeren Gemeinschaftspraxis von Kleintierärzten. Mit mehrmals Blutbild, da der Kater 4 Wochen kaum was gefressen hat, und röntgen, als der Kater an den Hinterläufen wegsackte.
Und ich frage mich jetzt, ob ich mit meiner Freundin dorthinfahren soll und eine Erklärung verlangen soll, warum sie das nicht gefunden haben.

Ich konnte das Elend nach 4 Wochen nicht mehr mit ansehen, meine Freundin fuhr dann gestern deutlich über 100km in die Tierklinik meines Vertrauens, wo ich dann mit ihr dort war.
Dort wurde er abgetastet und dann geröngt. Dort stellte man Wasser im Brustraum fest. Dann kam ein Ultraschall, das Wasser wurde punktiert und dann wurde der Kater stationär aufgenommen für weitere Untersuchungen.
Am frühen Abend kam dann der Anruf, dass der Kater mehrere Tumore hat - wie oben schon berichtet - und am Abend wurde er dann erlöst.

Meine Frage:
Kann das wirklich sein, dass die TÄ das so völlig übersehen haben? Tumore sind doch keine exotische Krankheit.
Bevor ich mit ihr die TÄ zur Rede stelle und eine Erklärung fordere, würde ich gerne Eure Erfahrungen hören. Das macht den Kater nicht mehr lebendig, aber ich kann das einfach nicht so hinnehmen. Die haben ja auch nicht wenig Geld verlangt. Und ich frage mich halt: wofür?

Es waren Kleintierärzte einer 100.000-Einwohnerstadt - kein Dorftierarzt, der sich mehr mit Rindern und Schweinen auskennt.
 
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A (nett)

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Für den Verlust des Katermannes deiner Freunding von Herzen mein Beileid:sad:. Wart ihr in der TK Haar zum Schluss?

Hmmm, schwierig so ganz ohne Blutbilder und Befunde:confused:.

Einen Tumormarker im Blut gibt es bei Katzen grundsätzlich nicht; soweit mir bekannt.

Wenn aber der arme Kerl schon mehrere Tumore hatte, hätte man die schon auf dem Röntgen sehen sollen.

Wie sahen denn die Blutbilder, speziell die Hämatologie aus?
Da Tumore oft eine eigene Blutversorgung bilden, sinken die roten Blutwerte meines Wissen nach.

Anhand welcher Diagnostik hat denn die TK letztlich die Tumore diagnostiziert?
 
Maiglöckchen

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Wie sahen denn die Blutbilder, speziell die Hämatologie aus?
Da Tumore oft eine eigene Blutversorgung bilden, sinken die roten Blutwerte meines Wissen nach.

Oft, aber auch nicht immer. Bei Dickie waren z.B. die roten Blutwerte bis zum Schluss absolut okay. Dafür waren bei ihm die Leukos deutlich erniedrigt, was wohl auch ein Indiz für einen Tumor sein kann.

@Abraka: Hat denn die Gemeinschaftspraxis das Katerchen jemals geschallt oder geröntgt? Mein Dicker hatte damals auch innerhalb kurzer Zeit 800 Gramm abgenommen, mochte immer weniger fressen und unsere Haus-TÄ hat daraufhin sehr schnell einen US gemacht, wo man dann sehen konnte, dass da einiges nicht in Ordnung war. Sollte die Haustierarztpraxis Deiner Freundin das nicht gemacht haben, wäre da diagnostisch in der Tat einiges versäumt worden.
 
abraka

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Vielen Dank für Eure Antworten.

Ich kenne kein Blutbilder. Es hieß nur immer "da ist nichts". Ultraschall glaub ich gabs nicht.
Denn das hat mich auch verwundert. Als meine Minka jetzt nichts gefressen hat, hieß es gleich: wir glauben es nicht, würden aber gerne einen Ultraschall machen, um eine Tumorerkrankung auszuschließen.
BTW: meine Freundin ist die letzte die wegen Kosten eine Untersuchung ablehnt. Also daran kann es definitiv nicht gelegen haben.

Ich habe den Text oben gekürzt. Denn es geht mir jetzt gar nicht so ums Detail (weiß nicht, warum ich so detailliert geschrieben habe).
Ich will einfach verstehen, wie man es erkennt, wie es diagnostiziert wird und warum es vielleicht schwer ist zu diagnostizieren.

Wenn ich mit dem TÄ spreche, muss ich das ganze selbst besser verstehen.

Gott sei Dank habe ich keine Erfahrung mit Tumorkatzen und ich hoffe das bleibt auch ganz lange so.
 
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A (nett)

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Oft, aber auch nicht immer. Bei Dickie waren z.B. die roten Blutwerte bis zum Schluss absolut okay. Dafür waren bei ihm die Leukos deutlich erniedrigt, was wohl auch ein Indiz für einen Tumor sein kann.

Ah OK, das ist mir auch neu. Danke für den Hiweis.

Wobei aber eine Verdachtsdiagnose in Richtung tumoröses Geschehen allein auf Basis von Blut vermutlich Glaskugel lesen ist.

@Abraka: Hat denn die Gemeinschaftspraxis das Katerchen jemals geschallt oder geröntgt?
Ich hatte den Eingangspost schon so gelesen, dass in der 1. Gemeinschaftspraxis geröntgt wurde...find s aber nicht mehr:confused: (ok, gerade gesehen: Beitrag gekürzt;)).

Aber wie hat denn jetzt der zum Schluss behandelnde Arzt die Diagnose Tumor(e) gestellt?

Wenn der Tumor erst auf Basis CT festgestellt wurde, ist es natürlich schwierig für eine Praxis die kein CT hat.
 
Maiglöckchen

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Denn das hat mich auch verwundert. Als meine Minka jetzt nichts gefressen hat, hieß es gleich: wir glauben es nicht, würden aber gerne einen Ultraschall machen, um eine Tumorerkrankung auszuschließen.

So ist das in unserer Praxis auch, im Sommer hatte Merlin mal ganz übel die Kotzerei und mochte nichts mehr fressen. Unsere TÄ hat sofort einen US des Bauchraumes gemacht, zum Glück war es nur ein harmloser Infekt.

@Anett: Das wäre in der Tat Kristallkugel, weil erniedrigte und erhöhte weiße und rote Blutwerte ja auch tausend andere Ursachen haben können.
 
abraka

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Ah OK, das ist mir auch neu. Danke für den Hiweis.

Wobei aber eine Verdachtsdiagnose in Richtung tumoröses Geschehen allein auf Basis von Blut vermutlich Glaskugel lesen ist.

Ich hatte den Eingangspost schon so gelesen, dass in der 1. Gemeinschaftspraxis geröntgt wurde...find s aber nicht mehr:confused: (ok, gerade gesehen: Beitrag gekürzt;)).

Aber wie hat denn jetzt der zum Schluss behandelnde Arzt die Diagnose Tumor(e) gestellt?

Wenn der Tumor erst auf Basis CT festgestellt wurde, ist es natürlich schwierig für eine Praxis die kein CT hat.


Es wurde durch Röntgen Wasser im Brustraum festgestellt und da war die Ärztin schon etwas verändert in ihrem Verhalten. Kann es nicht erklären, aber das fiel mir auf. Dann wurde von einer Kardiologin das Herz geschallt, ob das in Ordnung ist. Ja ist in Ordnung. Dann gings ganz schnell, das Wasser muss punktiert werden usw. So im Nachhinein denke ich, dass da die Ärztin schon den ganz starken Verdacht hatte. Das Gewebewasser ging dann in die Pathologie (Zytologie?).
Dann wurde der Kater stationär aufgenommen für weitere Untersuchungen. Im Gespräch waren u.a. CT (und MRT wegen den Lähmungen - aber ich denke das wurde nicht mehr gemacht).

Was tatsächlich noch gemacht wurde, weiß ich nicht. Denn abends war meine Freundin nur mit ihrem Mann dort und ich nicht mehr. Deshalb weiß ich jetzt nur die Diagnose. Was genau gemacht wurde hab ich noch nicht gefragt.
 
A (nett)

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Ich denke, die Tumordiagnostik ist - auch wenn Tumore mittlerweile LEIDER keine Exoten mehr unter den Erkrankungen sind - trotz allem nicht so einfach; gerade bei Tieren.

Es kommt vermutlich -wie immer- drauf an.
Als ich am Dienstag mit Hummel im Wartezimmer der TK saß kam eine Frau mit Hund und wir redeten ein bisschen.
Ihr Wuffl hatte einen Nierentumor IN! der Niere.
Man hat die Niere entfernt und erst beim aufschneiden der Niere das tumoröse Geschehen diagnostizieren können.

Bei einem Kolonkarzinom müsste man bsp.weise Schlinge für Schlinge mit dem Sono abfahren...machen in der Regel die allerwenigsten.

Eine Knochenmarkspunktion kann Aufschluss auf tumoröses Geschehen geben.
 
abraka

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Ok, danke, das hilft mir schon ein wenig weiter.
Ich will ja auch die anderen verstehen, wenn wir wirklich hinfahren und mit ihnen sprechen.

Danke!
 
Maiglöckchen

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  • #10
Ich denke, die Tumordiagnostik ist - auch wenn Tumore mittlerweile LEIDER keine Exoten mehr unter den Erkrankungen sind - trotz allem nicht so einfach; gerade bei Tieren.

Die Erfahrung habe ich damals bei Dickie auch gemacht. TÄ 1 riet zur Feinnadelbiopsie, TÄ 2 sagte "bringt in dem Fall nichts", Gießen riet gar nichts, sondern wollte, dass ich den schwer kranken Dickie die 240 Kilometer dorthin kutschiere. Und dann war es auch schon zu spät:(
 

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