FiV KAtzen dürfen glücklich sein

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.

Sita52

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Katzenaids und Co



Vor 15 Jahren begann meine Arbeit im Tierschutz, gerüstet mit nichts weiter als dem ganz normalen Wissen eines ganz normalen Tierhalters. Nach einem Jahr wusste ich eines mit Sicherheit, nämlich dass ich zu diesem Zeitpunkt nichts wusste über Tierhaltung und dessen Konsequenzen. In diesem Jahr musste ich erkennen wie komplex das Thema ist und dass es nicht nur aus Liebe, Impfungen und Kastration bestand. Und, dass man im Tierschutz nie auslernen wird, das jedes Jahr und mit jedem neuen Tier etwas Unbekanntes auf einen zukommen kann.
So dauerte es auch nicht lange, bis ich mit dem Schreckensbild der Virusinfektionen konfrontiert wurde. Damals war es noch nicht die Regel, Informationen über Katzenaids, Leukose oder die Bauchwassersucht zu bekommen, vor allem keine gute Info.
Mein erster Fall von FiV war ein wunderschöner Fundkater, Persermix, in den ich mich prompt verliebte. Leider hatte die Untersuchung FiV ergeben, was zu der damaligen Zeit allerdings eine fragliche Diagnose war. Heute würden wir das nicht einfach so hinnehmen. Was sich bei mir aber auch noch herausstellte, der Arme Kater hatte auch noch eine Darmlähmung, er konnte seinen Urin und den Kot nicht bewusst absetzen. Dem damaligen Tierarzt war das nicht aufgefallen, obwohl das arme Tier bei ihm 4 Wochen in einer kleinen box saß. Mit meinem Tierarzt wurde alles durchgesprochen und da der Kater schon einen ausgeprägten und stark vergrößerten Dickdarm besaß inclusive einer immer vollen und harten Blase und Lähmungerscheinungen an den Hinterbeinen so wie Gleichgewichtsstörungen und schlechten Nierenwerten, entschlossen wir uns zu einem humanen Ende.
Mein zweiter Aidskandidat war spektakulär. Aus dem Nachbarort kam ein Hilferuf, eine Frau hatte beim Gassi gehen einen zugeklebten Karton am Flussufer gefunden. Inhalt: ein etwa zwei Jahre alter schwarz weißer kastrierter Kater. Ich nahm ihn auf und mit zum Arzt. Da stellte sich dann heraus dass er FiV positiv war aber sonst völlig gesund. Da er nicht nur hübsch anzusehen war, sondern auch besonders schmusig und intelligent, ging er in die Vermittlung. Und oh Wunder, es dauerte nicht lange, kam eine junge Frau zu uns um sich den Kater anzusehen. Sie war völlig hin und weg, als ich ihr vorführte das der Kater ohne unterlass schnurrte und schmuste und sogar wie ein dressierter Hund auf Kommando auf den Stuhl sprang. Das ist jetzt viele Jahre her und der Kater macht seinem Frauchen immer noc große Freude. Sie war es auch, die mich später einmal mit einer Freundin besuchte, die ebenfalls zwei Katzen besitz und eine davon ist positiv auf Katzenaids getestet. Die Katzen leben mittlerweile schon 12 Jahre zusammen und doch ist die zweite Katze immer noch negativ. Die Freundin berichtete mir, dass es auch zwischen ihren zweien immer wieder freundliche aber wilde Spiele gegeben habe.
Danach kamen selten aber immer wieder positive Katzen zu mir und einmal sprach ich mit meinem Tierarzt offen über diese Krankheit und er bestärkte mich in meiner Auffassung, diese nicht als Todesurteil zu sehen und auch nicht als Seuche. Er war wie ich der Meinung, dass selbst FiV Katzen Freilauf haben könnten, wenn sie friedlich waren und in der Nachbarschaft keine Kämpfer wohnten, das positive und negative Katzen durchaus zusammenleben konnten und so hatte ich immer mal wieder auch welche in meiner Truppe mitlaufen oder als Gäste hier.
Ein schöner eigener Fall liegt schon zwei Jahre zurück. Da wir auf dem Grundstück noch einen zurückgelassenen Kater pflegen und Füttern, kommen immer wieder Kostgäste zu uns. Im Februar vor zwei Jahren war plötzlich ein Tiger am Futternapf, total scheu, abgemagert, mit entzündeten Augen und Rotznase. Da wir nicht an ihn rankamen und nicht wussten ob es Besitzer gab, musste ich mich damit begnügen die offensichtliche Krankheit zu behandeln und holte bei meinem Tierarzt Antibiotika. Das Zeug frass das „Katerle“ auch ohne Murren in Kalbsleberwurst versteckt und mit den Wochen wurde aus dem Rippengestell ein prächtiger Kater. In der Zeit versuchte ich ihn vertraut zu machen und nach 3 Wochen konnte ich ihn schon gelegentlich am Futternapf streicheln. Nach 5 Wochen nahm ich eine Box mit nach draußen und griff einfach zu. Am gleichen Tag war der Kater unter Narkose kastriert, gechipt, mit sanierten Zähnen und einem großen Bluttest wieder zurück bei mir.
Nun ja, die Diagnose FiV positiv war zu dem Zeitpunkt für mich kein Schreckgespenst mehr und auch kein Grund den Kater einzusperren. Den Schaden den er im Laufe seiner Katerzeit angerichtet hatte konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden, aber mehr Schaden konnte er jetzt auch nicht anrichten. Also durfte er nach einem Tag wieder in sein Revier. Es hätte alles so schön sein können, wenn Katerle sich nicht mit zurückkehrenden Kräften zu einem Platzhirsch gemausert hätte. Er fing nach 3 Monaten an den Außenkater Max zu vertreiben und wollte sogar in die Wohnung. Schmusen konnte er inzwischen wie verrückt und auch die Hunde waren kein Problem. Den ganzen Sommer über teilten sich Max und Katerle das Revier, gefüttert wurde an verschiedenen Plätzen und geschlafen ebenfalls. Ein Vermittlungsversuch ging schief, weil der Kater nur eine Strasse weiter ziehen sollte und er in seinem Eifer uns wieder zu finden sogar die Verrammelte Katzentür ausgebaut hat. Also begann die Suche erneut, der Winter stand vor der Tür. Da kam das sprichwörtliche Glück an die Tür in Form eines Vereinsmitglieds. Als ich ihr von dem Kater berichtete, da sagte sie, ein Onkel der auf einem Bauernhof lebt, hätte keine Katzen mehr und wolle auch keine. Aber sie würde mal mit ihm sprechen und um Asyl für den Kater bitten.
Was soll ich sagen, im November, 10 Monate nach seinem Einzug, ging Katerle auf die Reise zu diesem Onkel und die letzte Nachricht war: Wir sind so glücklich miteinander.
Und ein Bluttest bei unserem Max war negativ, trotz diverser Keilereien die Max und Katerle miteinander hatten.
In diesem Jahr hatte ich dann eine richtige Fivischwemme, da ich für diverse Katzen hier vorübergehend Pflegemutter gespielt habe. Teilweise kamen sie direkt aus dem Süden und gingen zu einer Bekannten, teilweise zu Cory und zwei waren länger da. Ein Kater sah aus wie mein Katerle dem ich lange nachgetrauert habe. Dieser durfte in die Wohnung und er war auch recht friedlich am Anfang und ich überlegte schon ob er bleiben dürfe. Leider war er zu den Hunden nicht so freundlich, die alten Mädels mussten einige Ohrfeigen einstecken, und zwei meiner eigenen Katzen hatten ihn auch nicht ins Herz schließen können. Cory übernahm auch ihn.
Der letzte Kandidat kam aus Dallau, wo er nach einem Schnelltest eingeschläfert werden sollte. Zum Glück konnte das verhindert werden, denn der Kater war sonst völlig gesund. Jetzt bringt er einem älteren Menschen viel Liebe entgegen und vertreibt seine Einsamkeit.
 
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Aki

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das war eine wunderschöne geschichte, schön dass du sie geschrieben hast und dich so für die miezen einsetzt :smile:
 

Pupsi

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Sita, es ist schön diese Geschichten zu lesen. Ich kann alles von dir geschriebene nur bestätigen, hatte selbst eine FIV positive Katze (Rosi) bei FIV negativen Katzen und keine wurde durch Rosi angesteckt. Rosi war begeisterte Freigängerin, ja es war unmöglich sie im Haus zu halten. Sie war bisher meine einzige Freigängerin, da wir an einer Hauptverkehrstrasse wohnen. Oft haben wir versucht sie im Hause zu halten, aber immer wieder entwischte sie, sie war nur glücklich wenn sie raus konnte. In der Umgebung gibt es kaum Katzen, nur noch eine Familie mit ebenfalls 5 Katzen. Oft ging Rosi zu ihnen und schlief sogar in deren Haus mit deren Katzen auf den Betten. Rosi war sehr sozial und vertrug sich mit allem was 2 oder 4 Beine hatte.
 

Jasmin

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Wie Sita bin ich zu meinem ersten FIV-Kater gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde.
1993 sind wir hier in dieses kleine Dorf gezogen, mitgebracht haben wir drei grosse Hunde und zwei Papageien aus dem Tierschutz.
Katzen hatten wir immer nur mal eine zur Pflege, unsere Hunde mochten keine Katzen und wir wollten eigentlich auch keine, zumal unsere diversen Pflegehunde oft schon uralt waren und wir meinten eine Zusammengewöhnung mit Katzen wäre zu stressig.

Hier in unserem 200 Seelen-Dörflein sind drei Bauernhöfe und schon im ersten Jahr fingen die Kinder an mir halbtote Kätzchen zu bringen.
Das Elend machte mich betroffen, ich habe die Kleinen hochgepäppelt und gut vermittelt, gleichzeitig habe ich mich um Gespräche und Aufklärung bemüht, was mir ein zerkratztes Auto mit abgeknickter Antenne, viele böse Blicke und wenig Grussbekanntschaften einbrachte.

Irgendwann hat auch der Geduldigste die Nase voll, also bin ich mit einem genervten Veterinäramt dort aufgeschlagen, alle Katzen die gefangen werden konnten wurden kastriert.

Die Katzen waren aber auch in sehr schlechtem Zustand, Schnupfen, klapperdünn, verwurmt und voller Parasiten.
Ich habe dann eine Futterstelle eingerichtet, unser Gartenhäuschen mit Katzenklappe und Schlafplätzen ausgestattet und schon waren sie alle da, so konnte ich füttern, entwurmen und impfen.

Eines schönen Tages (mittlerweile waren Fundkater Chef ; seine Gefährtin Jasmin und Minipflegekind Charlotte schon fest bei uns eingezogen, eigentlich wollten wir ja keine Katzen:D) habe ich an der Futterstelle ein seltsames Tier beobachtet, auf den ersten Blick war es nicht als Katze zu identifizieren, es hatte kein Fell mehr und war auf 15m-Entfernung schon verschwunden.

Dieser Kater kam jetzt ständig, also habe ich die Katzenfalle aufgebaut und am nächsten Tag hatte ich ihn schon und habe ihn mit Falle ins Haus gebracht um beim Tierarzt anzurufen.
Mein Sohn hat clevererweise die Falle in seinem Zimmer geöffnet, weil ihm die Katze so leid tat und schwups war er unterm Bett verschwunden:eek:.
Während ich noch überlegte wie das Tier jetzt in einen Kennel stopfen, kam er wieder unter dem Bett hervor und fing an zu schmusen.

Er sah unbeschreiblich aus, riesige Wunden mit Substanzverlust, eiternd, Stroh, Holzspäne und Tannennadeln waren mit dem Eiter und den Krusten verwachsen, ausserdem hatte er nur auf dem Kopf und am Schwanz ein paar Haare.

Ich habe ihn gleich zum Tierarzt gebracht, er sollte kastriert werden und seine Wunden sollten versorgt werden.
Eine halbe Stunde später riefen sie an, sie wollten ihn einschläfern, da der FIV-Test positiv war und sie meinten, daß die Wunden so infiziert sind das seine Überlebenschancen schlecht wären; ich habe einen mittelprächtigen Anfall bekommen und verlangt, daß das Katerchen nach allen Regeln der Kunst behandelt wird und wehe wenn nicht.

Er hat sich schnell von der Kastration erholt, seine Wunden habe ich jeden Tag gespült und gesalbt, er war ein wunderbarer und dankbarer Patient, der sich alles gefallen liess, man konnte ihn spritzen, er hat jede Tablette willig genommen, dann bekam er Katzenschnupfen und hörte auf zu fressen.

Ich habe um ihn und mit ihm gekämpft, wie ich noch nie gekämpft habe, er sollte ein Leben bekommen und nachdem ich schon dachte, daß ich ihn gehen lassen muss, hat er sich tatsächlich erholt.

Sogar sein Fell ist komplett wieder nachgewachsen, er war ein gedrungener, relativ kleiner lackschwarzer Kater mit einem breitbeinigen Gang wie John Wayne.

Die Kinder hatten ihm den Namen Özek Gözek gegeben, kein Mensch weiss warum:D und so wurde er unser Ötz, unser Ötzelmännchen, der witzigste, lustigste und übermütigste aller Kater.
Und auch ein freundlicher und sozialer Kater, der Ötz konnte mit jeder anderen Katze und hat vier Jahre in meiner Truppe ohne Probleme gelebt, bis er auf einem seiner Gartenspaziergänge von einem Spinner in unserer eigenen Einfahrt überfahren wurde, er hatte gerade ein Sonnenbad genommen.

Keine der anderen Katzen hat sich angesteckt und seitdem spielt es eigentlich eher eine Rolle, ob eine Katze sich in meiner Gruppe arrangieren kann, aber gewiss nicht ob sie FIV hat oder nicht.

Liebe Grüsse
Anja
 

Janosch

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Irgendwo im südlichen Kohlenpott
Klinke mich jetzt auch mal ein!!
Ich finde das gut, über FIVs mal einen eigenen Fred aufzumachen, um den Leuten zu zeigen, das die Tierchen nicht "gefährlich" sind!!
Ich habe auch FIVs und die erste Frage, die man mir stellt ist: Hast du keine Angst dich anzustecken???
Tja, was soll man dazu sagen?
Ich denke, da müßte viel mehr Aufklärungsarbeit getrieben werden, was diese 'Krankheit' angeht!
Vor allem müßten die Leute erst mal erfahren, das 'Katzenaids' nicht auf Menschen übertragbar ist!
Denn da haben die meisten wohl die größte Angst vor! Leider!!
Es ist in Laboren versucht worden, menschliche Zellen mit dem FIV Virus zu infizieren.....und es geht nicht!!!!
Das müßte man den Menschen erst einmal klar machen.
Leider gibt es auch immmer noch Tierärzte, die FIVs einschläfern......
Eine Praxis, die ich nun überhaupt nicht verstehe.
Gott sei Dank hat sich mein Tierdoc, nachdem ich mit der ersten Fiv Nase bei ihm in Dauerbehandlung war, sehr mit der Krankheit auseinander gesetzt und sich richtig schlau gemacht!
Also, bei ihm fühle ich mich mit meinen Nasen sehr gut aufgehoben.
Ach ja, falls es jemanden interessiert, ich habe die Geschichte von meiner ersten FIV Katze aufgeschrieben:
http://www.tierhilfe-pfotenhoffnung.de/html/zu_den_sternen.html
Runterscrollen und das Bild von 'Mohrle' anklicken, dann kommt die Geschichte!

LG
 

Sita52

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Die Unwissenheit ist ja das ganze Übel, aber wer von den "normalen" Tierhaltern lernt mal etwas über Zellaufbau und Viren, das tun sogar Züchter oft nicht. Wenn ich die Krankheiten in ihrer Gefährlichkeit aufzählen müsste, dann kämen an erster Stelle Katzenseuche, dann FIP, Leukose und ganz zum Schluss, sogar noch hinter DF und Katzenschnupfen Erregern, erst FiV. Weil die Viren des Katzenseucherregers eine sehr feste und mit kaum einem Mittel zu knackende Zellhaut haben´. Damit können die Erreger noch Jahre überleben ohne einen Wirt zu haben. Dagegen haben die Erreger von FiP, Fiv u.a. eine sehr empfindliche Zellmenbran, was ein schnelles Absterben/Austrocknen bedeutet und auch die Desinfektion Sinn macht. Das hat zur Folge, dass sogar Blut von positiven FiV Tieren, wenn es eine Zeitlang der Luft und Temperatur ausgeliefert war, nicht mehr infektiös ist.
Was soll man aber Tierhalter schon sagen von wegen nicht ansteckend für Menschen und andere Tiere, wenn sogar Mensch immer noch vor Menschen mit Aids Angst hat, wo ja auch schon Jahrzehnte bewiesen ist, dass normaler Kontakt nicht ansteckt und Händeschütteln völlig ungefährlich ist.
 

romulus

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Ganz lieben Dank für diesen wunderbaren und längst überfälligen thread - ich wusste auch vieles davon nicht. Es ist so unglaublich wichtig, solche Sachen zu lesen, damit man sich nicht vom TA zum einschläfern überreden lässt in dem Glauben, er wüsste es ja wohl am besten....
Danke, dieser thread hier wird vielen Foris Informationen geben und bei Entscheidungen helfen - und möglicherweise einigen FIV-Katzen das Leben retten!
 

Sita52

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Damit der Thread nicht in Vergessenheit gerät und Cory ihn leichter findet:D
 

Cory

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Vorstellung der FIVis

Danke Sita .... ;) das hast Du ganz toll geschrieben und Du sprichst mir aus der Seele!

Ich habe mit Sita ausgemacht, »meine« FIVis hier vorzustellen, weil es einfach prima hierher passt.

Nun, anfangen möchte ich mit meinen »eigenen« Katzen.
Angefangen hat alles mit meinem nun 13-jährigen »Pusho«, der vor 3 Jahren über die Orga SOS Perrera aus Bilbao zu mir kam. Pusho hat kein FIV.




Dann kam relativ schnell meine kleine Zicke »Frontier« heute Mietzi aus Malaga dazu:



Sie wurde in Spanien aus dem 2. Stock geworfen und hatte einen komplizierten Beinbruch, von dem man heute aber nichts mehr merkt.

Pusho und Mietzi lieben sich zwar nicht heiß und innig - wie ich es mir immer wünschen würde - aber sie respektieren sich immerhin ... :)



Vor zwei Jahren fing ich an ab und zu FIV-positive Katzen aufzunehmen und weiterzuvermitteln. Es kamen außer deutsche Katzen aus deutschen Tierheimen auch Katzen aus Spanien und Frankreich zu mir.
Als ich eines Tages »Sindy« aufnahm, ein total zerzaustes Langhaar-Mix-Mädel, war mir recht schnell klar, daß ich sie trotz FIV bei mir behalten möchte. Sindy war völlig friedlich und angstfrei mit meinen Katzen und Hunden und lebte sich blitzschnell ein. Heute ist sie in meinen Augen eine kleine Schönheit ... und ich möchte sie nicht mehr missen ...





Im Jahr 2008 hatte ich sehr viele FIVis, darunter auch Cabezon von der KHS.
Cabezon hat sich ganz heimlich, still und leise in mein Herz geschlichen und ich muß zugeben, er ist mein »Herztier« :pink-heart: Im Dezember habe ich ihn zu uns in die Wohnung gelassen und seitdem ist er mein Schatten und macht sich in meinem Bett breit :D





... und er mag Momo ...


Den letzten »eigenen« FIVi den ich Euch vorstellen möchte ist »Dschingis«.

Dschingis übernahm ich durch eine Freundin von einem Tierschutz bei mir in der Gegend (nenne lieber keinen Namen :mad:) Er kam in einem erbärmlichen Zustand zu mir und ich ließ ihn tierärztlich versorgen, d.h. Zahnsanierungen, Klinikaufenthalte usw. Der Tierschutzverein sagte mir eine Kostenübernahme zu - man sollte sich alles schriftlich geben lassen - wollte dann aber nach Präsentierung der Rechnung nix mehr davon wissen. Also blieb ich auf den 800,- Euros sitzen.
Heute ist Dschingis ein kleiner Handtaschenpanther mit 7,5 Kilo und wunderschön. Da er mit Cabezon eine Freundschaft geschlossen hat, durfte er mit ihm zusammen bei mir einziehen ....





So, das waren meine eigenen Katzen und ich möchte aus gegebenen Anlass nochmal betonen, daß ich für diese Katzen KEINE Patenschaft anbiete!!!! ;)


Nun komme ich zu meinen momentanen FIV-Gästen. Das sind im Augenblick nicht viele, nur sechs Kater. Im vergangenen Sommer hatte ich bis zu 12 Fivis da und ich war froh unser frisch gebautes Freigehege zu haben, da ich sonst nicht so viele Katzen hätte aufnehmen können.

Anfangen möchte ich mit dem vermutlich ältesten Kater, dem Franzosen »Romeo1«. Er kommt aus einem französischen Tierheim die für FIV-Katzen nichts übrig haben. FIVis werden nicht auf die Homepage gesetzt und haben natürlich 0-Chance auf ein Zuhause. Ich habe damals 4 FIVis mitgenommen, bis auf Romeo haben alle ein Zuhause.

Romeo ist geschätzte 14 Jahre und hat chronischen Schnupfen und natürlich Zahnfleischentzündung wie die meisten FIVis. Er hat auch schon zwei Zahn-OPs hinter sich - momentan behandle ich ihn homöopatisch. Er ist ein ruhiger, ausgeglichener, recht großer Kater und wie alle, sehr sozial.





Dann haben wir den Kölner-Jung »Bob«.
Bob kam vor einem 1/2 Jahr zu mir - stockwild und auf alles losgehend was Mensch heißt :eek:
Ich hab ihn vollkommen in Ruhe gelassen, denn schon wenn ich ihn angeschaut habe, fauchte und spuckte er nach mir.
Nach vielen Globuli und Bachblüten, hab ich mich eines Tages getraut, ihn während er fraß über den Rücken zu streicheln und siehe da, er drückte den Rücken hoch und genoß es. Seit diesem Tag habe ich immer wieder ganz vorsichtig versucht, mich ihm zu nähern. Heute ist es so, daß er mir um die Beine streicht und ich ihn auch streicheln darf. Nur bei schnellen Bewegungen wird er hektisch. Bob ist meiner Meinung nach nicht vermittelbar, da er in einer neuen Umgebung in das alte Verhaltensschema zurückfallen würde.





und hier der Beweis ...

:D

Bleiben wir bei den Tigern :oops:

Von Sita habe ich noch das Paulchen da. Auch er hat schon eine Zahnsanierung bei mir hinter sich. er ist ein zurückhaltender, ruhiger Kater, der von sich nicht unbedingt auf den Mensch zugeht.





Der nächste Tiger ist »Findus«.
Findus kam im Sommer zusammen mit seinem Kumpel Bruno zu mir auch aus Köln.
Leider ist Bruno im Dezember gestorben. Bei Findus wurde FIV nicht getestet und ich glaube auch nicht, daß er es hat. Findus ist ein unkastrierter, zahnloser alter, unheimlich lieber Kater. Da er in keinster Weise markiert, habe ich ihm die Kastration bis jetzt erspart ;) er war sein Leben lang Freigänger und ist momentan der Einzigste, der bei diesen Temperaturen jeden Tag seine Runde im Freigehege dreht und sich auch mal für ’ne Stunde in die Sonne legt und diese genießt. Wenn ich für diesen lieben Kerl noch einen Altersruhesitz mit Freigang finden würde, wäre es ein Traum.





Und last but not least unser Kuhkater »Romeo2« (jaja, ich habe zwei Romeos ...)
Romeo ist ein liebenswerter und schmusiger Geselle. Ihn hat es gleich 2x getroffen - außer FIV hat er auch noch Leishmaniose, was eigentlich nur Hunde bekommen können. Die Leishmaniose macht ihm momentan noch keine Probleme, allerdings hat auch er nächste Woche eine OP vor sich: die Zähne müssen dringend gemacht werden und die Tierärztin vermutet was im Ohr, da er manchmal urplötzlich aufschreit und dann die Ohren flach legt und sich daran kratzt, obwohl er milbenfrei ist. Ich hoffe, daß es nix Schlimmes ist.







Wenn Ihr nun mitgezählt habt, wißt Ihr daß noch einer fehlt .... :D
Klar, Euer Rasputin ist seit einer Woche bei mir! ;)
Ein ganz toller Geselle - heute habe ich ihm den Kragen weg gemacht und er ist total anständig, macht nicht an der Wunde rum. Jetzt noch maximal 2 Wochen, dann darf er mit den anderen Jungs zusammen laufen ... Bilder mache ich noch von ihm.

So, das war’s für’s erste .... liebe Grüße von Cory und den Fellnasen
 

romulus

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Danke für Deine Geschichte, Cory - das ist ein wunderbarer Bericht und ich habe in diesem thread schon eine ganze Menge über FIV gelernt.
Stellst Du bitte auch mal ein paar Bilder von Deinem Außengehege ein, wenn es wettertechnisch wieder besucht werden kann?
Bin doch neugierig, wie die Süßen da wohnen :D
 

Blackfire

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Weil es gut passt, klinke ich mich hier mal mit Miro ein.

Im Juli 2007 suchte ich einen Kumpel für Kieran, weil Shari mit anderen Katzen nicht viel anfangen kann. Dieses Bild hier verfolgte mich seit April:



Ende Juli fragte ich ihn dann an. Zwei Tage später erhielt ich die Auskunft, dass er inzwischen FIV-positiv getestet wurde. Nach gründlicher Recherche zu FIV und Rücksprache mit den Vermittlern, entschied ich mich, ihn trotzdem zu nehmen.

Das sind Bilder, die aus dem Tierheim nachgeliefert wurden:







Er war bei seiner Ankunft klapperdürr und hatte eine böse Zahnfleischentzündung, die sich letztendlich als FORL herausstellte. Letztes Jahr wurden ihm die Zähne gezogen, seitdem ist die Entzündung komplett weg.

Miro verstand sich von Anfang an super mit Kieran. Zwischen Shari und ihm wird es wohl nie die große Liebe, es herrscht aber Waffenstillstand, so dass es da keine Probleme gibt.

Er ist unheimlich anhänglich und liebebedürftig. Inzwischen geht es ihm prima und man merkt ihm die Krankheit absolut nicht an.

So sieht Miro heute aus:







Fazit: Meine Entscheidung, ihn zu meinen beiden gesunden Katzen zu adoptieren, habe ich nie bereut. Ich würde jederzeit wieder eine FIV-positive Katze nehmen.
 

romulus

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Wow, ist das ein schöner stattlicher Kerl geworden!
Ja, genau diese Unsicherheit haben ja viele Katzenhalter: kann ich eine FIV-positive zu meinen negativen nehmen?
Man lernt hier wirklich sehr viel von Euch, großes Dankeschön! :D
 

Cory

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Miro ist ein Traum in rot ... :pink-heart:

Ich stelle gerne hier nochmal die Bilder vom Außengehege ein - Corina (Fellpopo) hat es glaube ich schon in Rasputins Tread gemacht, aber doppelt gemoppelt hält besser ... :D

Die Bilder sind vom letzten Sommer, wo deutlich mehr Katzen da waren:



















im Schnee :D



 

romulus

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Oh wie schön haben sie es da :pink-heart:
Ja, stimmt, ein paar von den oberen Bildern habe ich schon gesehen, aber nicht alle - das ist ja herrlich für die Katzen, Freigehege mit so viel Höhlen und Stämmen :D:D:D
 

Sita52

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Wunderbar Cory, eine tolle Meute hast Du da und so viele hübsche Tiger:pink-heart:
Da werden sich ein paar Herzen darum reißen Pate zu werden oder für eine anstehende OP zu spenden;)

Hast Du also auch eine Rechnung ausstehen??? Bei mir haben sich im letzten Jahr auch einige E angesammelt die nicht erstattet wurden,seufz
 

SiBe72

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Cory Du bist einfach ein Katzenengel !!!! Ich finde es so Klasse, was Du machst !!

Mach weiter so !

Lieben Gruß

Silke & Co
 

Rayanne

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einfach nur ....

D a n k e !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
@ Cory.....
 

tigerlili

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Danke Sita und Cory für diesen Thread, das ist bestimmt für viele eine Hilfe und erhöht die Chancen für die FIVies sicher! Einiges wusste ich auch nicht, bin froh, diesen Thread gefunden zu haben! :)

Lasst Ihr eure Negativies ;) eigentlich noch impfen, vor allem die Freigänger? Das würde mich interessieren. Und gibt es solch einen Thread (oder eure Erfahrungen) auch im Bezug auf Leukose?!
 

Sita52

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Lassen wir impfen??? Nun, ich schon seit langem nicht mehr,zumindest die kranken, chronisch kranken Katzen und Alten . Meine Katzen bekommen so möglichst die Grundimmunisierung der gewöhnlichen Krankheiten wie Katzenschnupfen (nicht die chronisch Katzenschnupfis), Seuche und die Freigänger auch Tollwut soweit sie gesund sind.
Ich bin der Meinung dass genau wie beim Menschen eine jährliche Auffrischung nicht notwendig ist.
Es gibt im Net eine gute Abhandlung über diese Sache von Monika Peischl """der jährliche shot-mehr Gewohnheit als Wissenschaft""" die auf vielen HPs mehr oder weniger wörtlich zu finden ist. Ein sehr gut geschriebener Appell an den vernünftigen Umgang mit Impfungen.

Im Sommer hatte ich hier in der Gruppe einen positiven Kater, super lieb, aber leider nicht zu den Hunden. Dieses Kerlchen entsprach meinem Beutechema, älteren Datums und getigert. Ich hätte ihn ohne Gewissensbisse behalten und bei meinen negativen belassen, wenn er sich mit den Waufzis vertragen hätte. Nach 6 Wochen??? Cory, mir ist das Datum entfallen, musste er zurück zu Cory, denn die Hunde sind Rentner und teilweise blind und sowas von treudoof.

Wichtig ist bei einer guten Truppe aus positiven und negativen Tieren nicht die Impfung, sondern das Temperament und die Gruppentauglichkeit. Da gibt es bei den positiven genau die gleichen Unterschiede wie bei allen Katzen. Manche sind eher Einzelgänger, andere lieben es lebhaft und turbulent. Es gibt welche die kann man in einen Verband setzen und es klappt, andere brauchen mehr oder weniger Zeit sich einzugewöhnen. Jede Katze ist da unterschiedlich zu bewerten, ganz gleich ob negativ oder positiv.

In einer gesunden Truppe kann ein gesunder Neuling ebenso attakiert werden wie in einer Gruppe positiver. IMMER ist es wichtig die Zusammenführung langsam und sanft zu machen. Und----- eine Katze aus einer großen Truppe kann sich zu einem Tyrannen entwickeln und eine Einzelkatze kann sich in eine Truppe einfügen. Vor Überraschungen ist man bei Katzen NIE sicher.
Es gibt zwei Sprüche die bei mir zum Standart bei Beratungsgesprächen immer wieder gebraucht werde. Der erste ist """ Sag niemals NIE wenn es eine KAtze betrifft""" und der zweite """ Eine Katze ist ein Lebewesen wie der Mann oder Freund oder das heißgeliebte Kind, keins davon bekommt man mit einem Garantieschein der Gesundheit und langes Leben garantiert"""
 

Cory

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Besser hätte ich es nicht schreiben können .... Danke Sita! :)
 
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