Expertenrat erbeten: einseitiger, blutiger Nasenausfluss / Blutbild / Diagnostik und Hilfe

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Grattastinchi

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Liebe Katzenfreunde,

ich bin schon sehr lange stiller Mitleser in diesem tollen Forum, habe mir hier über die Jahre viel Wissen angelesen und bisher nie das Bedürfnis gehabt, selbst zu schreiben oder um Hilfe zu bitten. Das hat sich nun geändert.

Der Titel sagt eigentlich schon das Wichtigste, hier eine Zusammenfassung der Lage:
Eine meiner beiden Katzen, Polly (ca. 13 Jahre alt, habe sie vor 10 Jahren im Tierheim adoptiert, Alter konnte damals nur geschätzt werden, da Fundkatze), hatte im November 2020 plötzlich einseitigen, blutigen Nasenausfluss über mehrere Tage hinweg, der nicht aufhören wollte. Polly hatte in den letzten Jahren zwar immer mal wieder "kurz" Nasenbluten, aber das waren echt nur kleine Momente, einmal niesen, etwas Blut trat aus (sah aus wie reines Blut), weggeleckt, es war vorbei und kam dann in der Regel wochen- und monatelang nicht wieder. Ich dachte in solchen Momenten, das ist wie bei uns Menschen, da platzt ein kleines Äderchen durch den Druck beim Niesen und dann ist es vorbei. Aber dieser einseitige, andauernde Ausfluss kam dann wie gesagt im November 2020. Es war kein reines Blut, sondern durchsichtiger bis leicht gelblicher Ausfluss mit Blut darin. Es kam ausschließlich linksseitig, aus ihrem rechten Nasenloch kam nix. Da es auch nach Tagen nicht aufhörte, ging ich zu einer Tierärztin, die mir sofort einen Termin anbieten konnte. Die schaute sich Polly von allen Seiten an, guckte ins Maul und in die Nase, so weit man eben ohne Endoskopie gucken kann und gab mir ein Antibiotikum (Clavaseptin) für Polly mit, 10-tägige Gabe. Ich hatte gelesen, dass gerade einseitiger blutiger Ausfluss bei älteren Katzen oft auf einen Tumor in der Nasennebenhöhle hindeuten kann und sprach das auch an - die TÄ sagte daraufhin, das könne schon sein, aber sie könne es durch Draufgucken nicht diagnostizieren und würde ohnehin dafür plädieren, es erst mal mit AB zu versuchen, da so etwas immer auch ein Infekt sein könne und die Diagnostik für Tumore in der Nase sehr aufwändig und teuer sei, und man es vorher doch erst mal anders probieren könne. Schlägt das AB an, wäre vermutlich alles ok und es war nur ein lokaler Infekt. Das AB schlug tatsächlich an. Sehr schnell sogar. Schon Stunden nach der ersten Gabe wurde der Ausfluss weniger und war 1-2 Tage später komplett verschwunden. Ich gab das AB natürlich trotzdem 10 Tage zu Ende.

Ich dachte natürlich: Puh, Glück gehabt, es war wohl wirklich nur ein Infekt, und war erleichtert. Bis Mitte/Ende März war dann auch Ruhe. Aber dann kam der einseitige, blutige Ausfluss wieder, selbe Seite. Erst kam nur vereinzelt beim Niesen was mit, dann floss es auch wieder langsam und kontinuierlich. Ich habe auf Empfehlung derselben TÄ diesmal Angocin gegeben, eine Art pflanzliches AB, auch über 10 Tage. Ich nehme Angocin selbst bei Infekten, es ist sehr wirksam sowohl gegen Bakterien, als auch gegen Viren. Aber es trat kaum Besserung ein. Zwar läuft es jetzt nicht kontinuierlich, teilweise ist die Nase auch stundenlang trocken, aber dann kommt plötzlich ein "Blut-Blubb" raus.

Was mich beunruhigt ist, dass Polly jetzt auch vermehrt solche "Röchelattacken" bekommt. Das ist schwer zu beschreiben: Sie hockt dann kauernd da und fängt auf einmal an, stoßweise, mit Druck, sehr schnell nacheinander Luft auszustoßen, wobei ihr Kopf immer nach vorne ruckt. Es hat ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Verhalten, das manche Katzen zeigen, wenn sie kurz vorm Kotzen sind, ist aber doch anders.

Ich habe natürlich zum Problem "einseitiger blutiger Nasenausfluss" bereits in diesem Forum und auch allgemein im Netz recherchiert und alles gelesen, was ich finden konnte. Anhand der Symptomatik, die Polly zeigt, ist mir dabei eines sofort klar geworden: Die Wahrscheinlichkeit, dass Polly einen Tumor in der Nase / Nebenhöhle / Augenhöhle hat, ist sehr hoch. Andere, weniger wahrscheinliche Möglichkeiten, die ich sehe, wären ein Fremdkörper in der Nase, der eine einseitige Entzündung verursacht, oder eine massive einseitige Zahnentzündung mit einer oronasalen Fistel. Halte ich jedoch beides für unwahrscheinlicher, zumal ihre Zähne erst letzten Herbst gemacht wurden.

Als mir der Ernst der Lage klar wurde, habe ich sofort bei einer anderen, sehr gut ausgestatteten TA-Praxis angerufen, dort haben wir in knapp zwei Wochen einen Termin für Endoskopie + CT (plus Voruntersuchung in einer Woche).

Meine Fragen an euch wären nun folgende:

- Gibt es etwas, das ich den TA bei der Voruntersuchung vor CT+Endoskopie unbedingt fragen sollte? Etwas, das ich beachten sollte?

- Angenommen, es kommt das raus, was ich für wahrscheinlich halte, und Polly hat tatsächlich einen Tumor im linken Nasenraum. Wie würde dann eine Therapie aussehen? Wie die weitere Lebenserwartung? Mit diesen Fragen richte ich mich v. a. an Forumsmitglieder, die einen solchen oder einen ähnlichen Fall selbst erlebt haben. Und ja, ich weiß, dass "Waswärewenn" müßig ist, aber ich bin einfach so ein Mensch, der lieber mit dem Schlimmsten rechnet, um sich vorzubereiten - wenn es dann doch etwas "Harmloseres" ist, ist die Freude umso größer ...

Ich danke allen, die bis hierhin gelesen haben und hoffe auf die eine oder andere Antwort.
 
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rassekatze

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Ich würde auf jeden Fall ein neues Blutbild machen lassen.
Drücke die Daumen für die Untersuchung.
 
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ferufe

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Hallo,


deine Beschreibung des Langzeitvorgangs erinnert mich an einen Katerr mit einem Ohrenpolypen. Dieser wurde damals als inoperabel gesehen und er ist sehr groß. Dabei kommt es immer wieder zu Superinfektionen weil inzwischen resistenter Keim. Zwischen Ohr und Mäulchen gibt es die eustachische Röhre, damit verteilt sich die Infektion dann auch immer wieder und wird behandelt. Dazu wird immer mal wieder ein tiefer Nasenabstrich gemacht um das dazugehörige Antibiogramm zu haben. Augenausfluss, Nasenausfluss - auch eitrig - ist also nicht ganz so selten hier bei uns. Niesen und auch mal röcheln kennen wir auch.
CT ist eigentlich die einzige Möglichkeit um genau zu schauen und auch zu beurteilen ob operabel. Im meinem Bekanntenkreis ist vor wenigen Wochen eine Katze mit Ohrpolypen operiert worden, hier auch die Symptomatik wie bei uns - jedoch nachdem endlich der TA im Notdienst gewechselt wurde weil der andere immer nur etwas von Milben erzählte und behandelte - als operabel nach CT diagnostizert.
Hier war und ist also nichts mit Nasentumor sondern Ohrenpolypen. Empfehlenswert könnte sein vor dem T einen Nasenabstrich zu machen um einen Erreger evtl. zu diagnostizieren und diesen zu behandeln. So evtl. auch bei einer evtl. OP dann als gezielte Spülung.
VG
 
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ferufe

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Ich würde auf jeden Fall ein neues Blutbild machen lassen.
Drücke die Daumen für die Untersuchung.
Da kann ich nur zustimmen, das andere ist viel zu alt. Und kurz vorher in der Klinik sind nochmal mehr Kosten, jetzt nochmal ein geriatisches gibt Auskunft für dann auch eine evtl. anschliessende OP.
VG
 
Poldi

Poldi

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Hallo und herzlich Willkommen.
Deine geschilderten Symptome erinnern mich an mein Sternchen Rusty.
Er hatte auch einseitiges Nasenbluten. Da er aber gleichzeitig auch Caliciviren hatte, wurde direkt bei der Haustierärztin einen Abstrich genommen. Es stellte sich heraus das Rusty ein Bakterium in der Nase hatte, welches sich auch gerne auf Tumore setzt, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, waren es Pasteurellen.
Wir haben eine Rhinoskopie und ein CT machen lassen. Rusty hatte einen Tumor in der Nasennebenhöhle, mit Beteiligung der Augenhöhle.
 
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Grattastinchi

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Vielen Dank für eure Antworten und die hilfreichen Hinweise! Dass das Blutbild von September 2020 schon zu alt ist, war mir gar nicht klar - ich werde dann bei der Voruntersuchung auf jeden Fall darum bitten, dass ein neues gemacht wird. Vielleicht schlägt der TA das ja auch selbst vor.

Hier war und ist also nichts mit Nasentumor sondern Ohrenpolypen.
Danke auch für diese Schilderung, ferufe! Ein Polyp käme also auch infrage. Ich hatte davon auch schon mal gelesen, aber habe das unter "Tumor" verbucht, weil ich dachte, jedes Geschwür, das irgendwo wächst, wo es nicht soll, ist ein Tumor. Aber im Gegensatz zu Krebs streut / metastasiert ein Polyp vermutlich nicht, oder? Da bei der Endoskopie / Rhinoskopie mit Sicherheit eine Gewebeprobe genommen wird (wenn denn tatsächlich irgendein Geschwulst/Tumor zu finden ist), wird der TA hoffentlich auch feststellen können, um was es sich nun genau handelt.

Hallo und herzlich Willkommen.
Deine geschilderten Symptome erinnern mich an mein Sternchen Rusty.
Er hatte auch einseitiges Nasenbluten. Da er aber gleichzeitig auch Caliciviren hatte, wurde direkt bei der Haustierärztin einen Abstrich genommen. Es stellte sich heraus das Rusty ein Bakterium in der Nase hatte, welches sich auch gerne auf Tumore setzt, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, waren es Pasteurellen.
Wir haben eine Rhinoskopie und ein CT machen lassen. Rusty hatte einen Tumor in der Nasennebenhöhle, mit Beteiligung der Augenhöhle.
Poldi, danke für deinen traurigen, aber aufschlussreichen Erfahrungsbericht. Meine Befürchtung ist eben genau das: dass irgendwas Unerwünschtes in Pollys Nase wuchert und sich da ein Bakterium draufgesetzt hat. Das würde nämlich erklären, warum das AB im November zunächst geholfen hat, aber eben nicht dauerhaft, da solche Erreger vermutlich immer wiederkommen, solange der Tumor zum "Besiedeln" vorhanden ist, und wohl auch schnell resistent werden.
Mich würde sehr interessieren, wie Rustys Geschichte nach der Diagnose weiterging (natürlich nur, wenn du es erzählen möchtest). Wie alt war Rusty bei der Diagnose? Wie sah die Therapie aus? Wie lange hat er noch gelebt?

Heute bin ich etwas gefasster und ruhiger als gestern und vorgestern - da hat mich die Erkenntnis, dass es kein "normaler" Infekt ist und dass Polly höchstwahrscheinlich irgendwas in der Nase hat, was da nicht sein soll, irgendwie plötzlich überrollt, und der Gedanke, dass sie Krebs haben könnte und ihre weitere Lebensdauer damit vermutlich begrenzt wird... Der Gedanke macht mich immer noch sehr traurig, aber es gelingt mir jetzt besser, das beiseite zu schieben, und meine Zeit mit meiner süßen Maus (wie lange auch immer sie noch sein mag) zu genießen. Ich habe tierärztlich ja nun alles in die Wege geleitet, dass sie schnellstmöglich eine korrekte Diagnose und Behandlung erhält und bin da zum Glück in sehr guten Händen gelandet. Ich mache mich auf das Schlimmste gefasst (dass es ein Tumor oder ein sonstiges wucherndes Geschwür ist), denn es ist anhand der Symptomatik sehr wahrscheinlich - wenn es dann doch nicht so ist, wird es eine sehr schöne Überraschung, und so oder so haben wir dann endlich Gewissheit. Was auch immer kommt, ich werde alles Erdenkliche für Polly in die Wege leiten, Kosten und Entfernungen werden bei einer eventuellen Behandlung keine Rolle spielen und ich hoffe sehr, dass sie mir noch ein Weilchen erhalten bleibt...
 
minna e

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hallo,

ich kenne solche symptome bei einer katze mit einer großen entzündung am reißzahn bzw an der wurzel dieses zahns. auch das äuglein auf der zeite tränte damals. war dann (vorübergehend) auch mit einer AB- gabe erst wieder etwas besser.

ich drücke auf jeden fall die daumen für die untersuchung!
 
Poldi

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Rusty war bei der Diagnose 10,5 Jahre alt. Wir haben keine Biopsie machen lassen, es ging da nur um die Art des Tumors, ob Lymphom (was er wohl auch war), oder PEK. Ich habe auch keine Chemo machen lassen, da Rusty sehr gestresst beim TA war, zumal damals die Prognose trotz Chemotherapie auch nicht so hoch war.
Rusty hat eine Cortisontherapie bekommen, der Tumor ist auch deutlich geschrumpft. Leider aber Richtung Gehirn gewachsen, was Rusty mir damals gezeigt hat, er hatte immer wieder seinen Kopf gegen die Schlafkörbchenkante gedrückt. Damals habe ich mir nichts dabei gedacht, heute weiß ich das Rusty Kopfschmerzen hatte. 9 Monate nach der Diagnose musste mein Herzenskater über die Regenbogenbrücke gehen, er hatte, vermutlich ausgelöst durch den Tumor, eine Aortenthrombose bekommen, und uns damit die Entscheidung abgenommen. 😢
Das muss aber alles nicht bei euch sein, es gibt ja noch andere Gründe fürs Nasenbluten. Und dafür drücke ich von ganzem Herzen meine Daumen.
 
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Grattastinchi

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ich kenne solche symptome bei einer katze mit einer großen entzündung am reißzahn bzw an der wurzel dieses zahns. auch das äuglein auf der zeite tränte damals. war dann (vorübergehend) auch mit einer AB- gabe erst wieder etwas besser.
Danke auch für diesen Bericht. Wäre es dann vielleicht sinnvoll, gleich ein Dentalröntgen mit machen zu lassen, wenn die Katze eh schon in Narkose liegt? So könnte man dann wirklich gleich alles abchecken. Ein CT zeigt ja keine Zahnprobleme, oder?

Rusty war bei der Diagnose 10,5 Jahre alt. Wir haben keine Biopsie machen lassen, es ging da nur um die Art des Tumors, ob Lymphom (was er wohl auch war), oder PEK. Ich habe auch keine Chemo machen lassen, da Rusty sehr gestresst beim TA war, zumal damals die Prognose trotz Chemotherapie auch nicht so hoch war.
Rusty hat eine Cortisontherapie bekommen, der Tumor ist auch deutlich geschrumpft. Leider aber Richtung Gehirn gewachsen, was Rusty mir damals gezeigt hat, er hatte immer wieder seinen Kopf gegen die Schlafkörbchenkante gedrückt. Damals habe ich mir nichts dabei gedacht, heute weiß ich das Rusty Kopfschmerzen hatte. 9 Monate nach der Diagnose musste mein Herzenskater über die Regenbogenbrücke gehen, er hatte, vermutlich ausgelöst durch den Tumor, eine Aortenthrombose bekommen, und uns damit die Entscheidung abgenommen. 😢
Das muss aber alles nicht bei euch sein, es gibt ja noch andere Gründe fürs Nasenbluten. Und dafür drücke ich von ganzem Herzen meine Daumen.
Es tut mir leid, dass du deinen Herzenskater Rusty auf diese Weise verloren hast ... Danke, dass du die Geschichte hier geteilt hast. Ich hoffe sehr, dass es bei Polly anders läuft und danke allen, die mir hier die Daumen drücken. Ich werde auf jeden Fall berichten. Am Dienstagabend ist erst mal die Voruntersuchung.
 
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Grattastinchi

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  • #10
Liebe Katzenfreunde,

hier kommt das versprochene Update. Heute wurden bei Polly ein CT und eine Rhinoskopie durchgeführt. Leider lag ich mit meinem Bauchgefühl und dem im Netz angelesenen Wissen absolut richtig ... :-( Im Grunde hatte ich schon in meinem Eingangspost die richtige "Diagnose" gestellt. Polly hat einen (höchstwahrscheinlich bösartigen) Tumor in der Nasenhöhle, er ist schon recht groß und fängt auch schon an, in die linke Orbita (Augenhöhle) zu wuchern. Am Hirn ist aber nichts, soweit der TA es sehen konnte, und er sagte auch, dass diese Tumore eigentlich nicht dazu neigen, ins Hirn zu wuchern.

Es wurde bei der Rhinoskopie eine recht große Probe des Tumors entnommen, dadurch blutet Polly nun recht doll aus der Nase, das dauert vermutlich noch ein Weilchen an, sagte der TA. Die Probe wird natürlich noch pathologisch untersucht, Ende der Woche oder Anfang der nächsten Woche kommt das Ergebnis. Der TA tippt aber auf ein Lymphom.

Ich würde jetzt sagen, ich bin geschockt, aber ich bin nicht geschockt. Ich wusste es irgendwie...
Ich bin einfach nur traurig und muss das jetzt erst mal verdauen.

Der TA sagte, man könne es mit einer Chemo versuchen, aber das wird er dann in Ruhe mit mir besprechen, wenn das Ergebnis der Pathologie da ist.

Ich werde die nächsten Tage mal wieder viel googeln und recherchieren und hier im Forum alles lesen, was ich zu Chemo bei Katzen finden kann, um eine überlegte Entscheidung in Pollys Sinne treffen zu können. Aber nicht mehr heute. Ich bin jetzt einfach nur fertig und verbringe den restlichen Tag an Pollys Seite...
 
Professor

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  • #11
Das tut mir sehr leid, aber ich habe es auch befürchtet. Mein Professor hatte auch einen bösartigen Nasentumor, er ist im letzten Dezember über die Regenbogenbrücke gegangen:cry:. Ich hoffe, dass Polly und du noch eine schöne gemeinsame Zeit habt.
 
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Froschn

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  • #12
Solche Symptome hatte mein Pony, der hatte einen Fremdkörper gaaanz tief rein geschafft in die Nase, der wurde dann vom Körper umwachsen und es kam immer wieder zu Entzündungen.

Endoskopie war da das Mittel der Diagnose ...
 
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Grattastinchi

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  • #13
Hier noch mal ein kleines Update.
Gestern rief der TA an, das Ergebnis aus der Pathologie (Untersuchung der Tumorprobe) war da. Es ist leider kein Lymphom, obwohl der TA dies zunächst vermutet hatte. "Leider" deshalb, weil ein Lymphom mit einer Chemo gut palliativ behandelbar gewesen wäre.

Der Tumor ist ein Karzinom, also ein bösartig wuchender, metastasierender Tumor der übelsten Sorte. Bei dieser Tumorart ist keine Chemotherapie möglich. Das einzige was möglich wäre, ist eine Bestrahlung. Doch der einzige Spezialist, der Bestrahlungen bei Haustieren hier in Berlin an der Uniklinik vornimmt, ist derzeit schwer an Corona erkrankt - eine Bestrahlung wird auf absehbare Zeit in Berlin deshalb nicht angeboten. Der TA nannte mir als nächstgelegene Möglichkeit, eine Bestrahlungstherapie derzeit durchzuführen, eine Tierklinik in der Nähe von Frankfurt am Main. Das würde für uns 5-6 Stunden Autofahrt bedeuten, außerdem müsste Polly dort dann für ca. 1 Woche stationär aufgenommen werden. Der TA sagte mir, er müsse mir diese Option der Vollständigkeit halber nennen, weil er verpflichtet ist, alle Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen. Aber er fügte auch hinzu, dass er es für Wahnsinn halten würde, der Katze dies anzutun. Es ist unklar, ob und wie viel Pollys Leben durch eine Bestrahlung verlängert werden könnte. Denn auch die Bestrahlung könnte das Karzinom nicht heilen, sondern wäre rein palliativ. Der TA ist der Ansicht, dass die Katze durch die lange Fahrerei, den Stress und das Eingesperrtsein in der Klinik keine Lebensqualität gewinnt, eher im Gegenteil. Ich teile diese Ansicht und werde Polly das nicht antun.

Pollys Karzinom ist also nicht therapierbar. Es gibt jedoch Optionen, die die mit dem Tumor einhergehenden Symptome lindern können: Z. B. kann man noch mal ein Antibiotikum geben, wenn die Sekundärinfektion (die Bakterien auf dem Tumor und der damit einhergehende Nasenausfluss) zu stark wird. Wenn der Tumor wächst und Polly Atemnot bekommt, kann man Kortison (Prednisolon) geben, das eine abschwellende Wirkung hat und kurzzeitig Erleichterung beim Atmen verschaffen kann. Außerdem erhält sie jetzt CBD-Tropfen (natürlich spezielle für Katzen, ohne Terpene). CDB wirkt leicht entspannend, schmerzlindernd und appetitanregend. Es gibt sogar Studien, in denen CBD Tumorwachstum hemmen konnte. Ich mache mir da natürlich nichts vor. CBD ist kein Wundermittel und Polly wird an diesem Karzinom sterben. Aber dennoch kann es gut palliativ eingesetzt werden und ihr helfen.

Letztlich verblieb der TA mit den Worten: "Machen Sie ihr noch eine schöne Zeit." Und genau das werde ich tun. Ich werde meine Herzenskatze nach Strich und Faden verwöhnen und wie eine Königin behandeln. Nicht, dass ich das bisher nicht auch schon getan hätte, aber natürlich liegt mein Fokus jetzt noch mehr auf ihr ... Solange es ihr gut geht, versuche ich, ihr hier den Katzenhimmel auf Erden zu bereiten. Und wenn es ihr irgendwann nicht mehr gut geht, werde ich eine sehr schwere Entscheidung in Pollys Sinne treffen müssen.

Das Verrückte ist, dass ich ihr immer noch nichts anmerke. Okay, sie kriegt zwei- oder dreimal am Tag so eine kleine Röchelattacke. Das sind wenige Sekunden, wo sie zu versuchen scheint, etwas aus ihrer Nase loszuwerden. Ansonsten ist sie wie immer... Sie spielt wie eine Jungkatze und fordert das auch mehrmals täglich ein. Sie rennt wie eine Rakete. Sie frisst gut. Sie ist eine absolute Kampfschmuserin. Das Nasenbluten hat auch wieder aufgehört... Ihr Blutbild, das letzte Woche neu gemacht wurde, war top. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, das ist aber eine gesunde, glückliche Katze. Aber sie ist schwer krank, und ihr bleibt wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit.

Ich genieße jetzt einfach jeden Tag, jeden Moment, der mir mit Polly noch vergönnt ist. Ich finde es tröstlich, dass Katzen nicht wissen, dass sie Krebs haben und sich nicht darum scheren, wie lang sie leben. Sie planen ihr Leben nicht, sondern leben im Augenblick. Und ich wünsche Polly noch viele solche Augenblicke, in denen sie glücklich und unbeschwert ist und einfach Katze sein darf.
 
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Max Hase

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  • #14
Willkommen im Club der Liebenden. Wer liebt, muss auch loslassen können - oft viel zu früh.

Alles Gute für Euch
 
Poldi

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  • #15
Ich wünsche euch alles Gute, und noch eine schöne Zeit.
Bei meiner Katze Pünktchen wurde vor kurzem ein Plattenepithelkarzinom diagnostiziert. Wir haben uns auch gegen eine Bestrahlung entschieden, zum einen ist sie ein nicht händelbarer Wildling, zum anderen gibt es nur ein paar ausgewiesene Kliniken die das machen.
Alles Liebe euch Zweien. ♥️
 
Leynael

Leynael

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  • #16
Es tut mir so leid, dass du das durchmachen mußt. Ich umarme dich mal ganz lieb, den ich kann vollkommen nachfühlen, wie es dir jetzt geht.

Meine Miez hat auch blutigen Nasenausfluß und eine große Beule auf der Stirn. Biopsie wurde gemacht. Es ist ein gutartiger Tumor, der allerdings schon am Schädelknochen herumknabbert. Mir wurde gesagt, dass das nicht operabel ist und mit der Aussage stehe ich nun da.
Sie hat zusätzlich CNI im Stadium 3 und Forl (es sind noch ein paar Zähne drin. Die OP/Narkose hätte zu lang gedauert)

ALLES MIST!

Ich halte es genau wie du: Die Prinzessin verwöhnen...ihr jeden Wunsch vom Auge ablesen....und wenns ihr sichtbar nicht mehr gut geht... lieber gehen lassen.
 
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