Examensrede eines Tierarztes zu seinen neuen Kollegen/-innen

Siegfried

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Gerade gestern habe ich einen sehr interessanten Text gelesen, einen Teil einer Rede die ein erfahrener TA bei der Examensfeier von gerade fertig studierten jungen Tierärzten gehalten hat.

Liebe neue Kolleginnen und Kollegen der Veterinärmedizin,

nun haben Sie es geschafft! Sie dürfen sich Tierärztin, Tierarzt nennen, Herzlichen Glückwunsch.
Nun wissen Sie alles und können alles, was dazu benötigt wird Tiere zu heilen und gesund zu erhalten.
Da, wo unsere Kollegen der Humanmedizin sich unterschiedlichste Spezialisten wie Urologen, Orthopäden, Neurologen, Chirurgen, Kardiologen, Gynäkologen etc. neben der Allgemeinmedizin leisten, sind Sie nun in der Lage von der südasiatischen Bodengrille, bis hin zum Walross alle Tiere zu heilen und ihnen zu helfen.

Die ist zumindest das, was der Besitzer eines Tieres von Ihnen erwartet, denn Sie haben ausschliesslich Privatpatienten. Sie gehören nun zu den Göttern in Weiß, und Sie können Ihren Kunden alles erzählen, was nur halbwegs plausibel klingt. Sie werden es glauben, denn "Der Tierarzt hat gesagt ...". Und sollten Sie etwas nicht wissen - dafür gibt es die lateinische Sprache, mit der Sie eine Vielfalt von Worten in Ihre Erklärungen einbauen können. Das versteht zwar keiner, aber kaum jemand wird dies zugeben.

Sie haben diesen Beruf sicher nicht gewählt um als armer Schlucker in der Dankbarkeit der Tiere eines Tages eine Armenbestattung anzustreben. Sie möchten sicher - wie jeder normale Mensch auch - zu Wohlstand und Ansehen gedeihen.

Dazu gehört nun einmal eine eigene Praxis, die Sie nach einigen Jahren unterbezahlter Assistenztierarzt in nicht eigener Praxis eröffnen MÜSSEN.

Diejenigen untern Ihnen, die bereits gewisse Erfahrungen gemacht haben mögen mir das folgende bestätigen, den neuen Tierärzten unter Ihnen aber sei es ans herz gelegt, dass jeder Tierarzt auch ein wenig Marketing betreiben muss.

So ist es immer eine Gradwanderung zwischen Heilen und der Tatsache, dass man den Kunden nie wieder sieht. Es kann also aus rein marketingetechnischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll sein - und ich spreche hier vorwiegend von Hunden, Katzen und Pferden - Tiere auf Dauer zu verlieren. Sei es durch deren Tod oder durch ihre vollständige Genesung. Reine Prävention mit Entwurmung und Jahresimpfung reicht wohl kaum aus, um sich jemals etwas besseres als einen 10 jahre alten Golf leisten zu können.

Doch hier, meine sehr geehrten neuen jungen Kolleginnen und Kollegen, hat uns die Industrie eine Brücke gebaut. Jede neu eröffnete Praxis wird von Futtermittelherstellern und Pharmakonzernen gern gesehen. Schaffen diese Unternehmen doch eine Symbiose, die für beide Seiten von Vorteil ist.

Da, wie Anfangs erwähnt, Sie für eine nahezu zahllose Tierartenvielfalt verantworlich zeichnen und Sie während Ihren Studium praktisch nichts über die Ernährung der unterschiedlichen Tierarten gelernt haben, einmal davon abgesehen, dass ein Laubfrosch Fliegen mag, haben sich die Hersteller der Futtermittel ein paar Professoren geleistet, die im Sinne der Industrie das Basiswissen in einem Werk festhält. Demnach ist alles verfütterbar, was in Supermarkt, Fressnapf, Zoohandlung & Co angeboten wird.
Diese Enzyklopädie der Ernährung für Hund und Katze erhalten Sie als Geschenk der Futtermittelindustrie zu Ihrer Praxiseröffnung. Zum Glück bekommen wir darüber hinaus Schützenhilfe von Stiftung Warentest, die lediglich prüft ob das Futter den gesetzlichen Vorschriften, sprich den Empfehlungen der Industrie entspricht. Da hagelt es Note 1 und wir können sicher sein, das dieses, nur in seltenen Fällen artgerechte Futter, dazu beiträgt, dass wir nicht ewig mit dem billigen Fahrzeug herumfahren müssen.

Hinzu kommt eine weitere Einnahmequelle: Die speziell für uns Tierärzte hergestellte Produktlinie der Veterinärmedizinfuttermittel. Diese dürfen ausschliesslich von uns Tierärzten vertrieben werden und manch ein Tierheilpraktiker sieht ein Geschäft, das inzwischen allein in Deutschland einen Umsatz von 675 Mio EUR erreicht hat, an sich vorüberziehen. Gut so, denn Medikamente haben bei diesen Hobbyärzten nichts verloren.

Geht es also den Gelenken eines Waldis schlecht, so hüten Sie sich davor gleich zu operieren. Geben Sie Gelenkfutter. Das nützt zwar den Gelenken des Hundes recht wenig, aber es enthält Schmerzmittel, die innerhalb von Tagen Waldi wieder normalen Gang verleihen. Frauchen ist glücklich. nach einem halben Jahr wird Frauchen wieder auftauchen. Waldi humpelt wieder. Dann allerdings hilft nichts mehr, dann wird eine kostspielige OP fällig. Aber Frauchen wird glücklich sein, dass das "gute" Futter ihm wenigstens noch ein halbes Jahr Freude geschenkt hat. Und wir sind glücklich ein halbes Jahr am Futter verdient zu haben und die OP ist ein halbes Jahr später auch nicht billiger.

Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie sehen, so schmal ist der Grad zwischen Verantwortbarem und sozialem Engagement. Aber bedenken Sie bitte auch: Wenn Sie das geschäft nicht machen, es macht ein anderer.

Auszug aus einer Rede eines erfahrenen Tierarztes bei einer Examensfeier

Es klingt fast als hätte sich das wer einfallen lassen, aber meine Quelle ist äusserst glaubhaft und zuverlässig! Wer jetzt noch den Reden der TÄ von "gutem " Trofu glaubt ... da weiss ich leider auch nicht mehr ....
 
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Scan-Dal

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pffffffffffffffft...
so ein ausgemachter blödsinn.
du glaubst aber nicht wirklich, dass das teil echt ist?
 
sitzwurst

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hmm...
wenn dieser tierarzt das wirklich SO gesagt hat, hut ab ;)
 
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Wenn man das Verhalten mancher Tierärzte in diesem Kontext betrachtet, scheint es nicht so ganz unwahrscheinlich zu sein, was in dieser Examensrede ausgedrückt wurde. :confused:

Gottseidank gibt es aber trotzdem noch Tierärzte, die andere Wertvorstellungen haben und das Wohl ihrer Patienten etwas höher halten als ihr florierendes Geschäft. ;)


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Oskar2009

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Man sollte auf jeden Fall immer sein Hirn einschalten und sich auch selbst informieren und nicht immer alles einfach so glauben und machen, was ein TA sagt oder rät.
 
keg

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Hier hat wohl eher jemand sämtliche Internet-"TA-sind-alle-gekauft"-Vorurteile zusammengeschrieben und eine sogenannte Examensrede draus gemacht.

Schon die Formulierungen sind doch stümperhaft. So würde das nie jemand in einer Rede sagen. :rolleyes:


"Liebe Ingenieur-Absolventen,

zur Feier des Tages erzähle ich euch heute mal öffentlich wie man Dinge so konstruieren kann, dass sie schon bald kaputt gehen, damit sich die Leute immer wieder neue kaufen müssen (Planned obsolescence).

In eurem Studium habt ihr noch nichts davon gehört, deshalb muss ich das jetzt hier mal breit treten, damit the interwebz das dann schön verbreiten kann. Aber nein, ihr seid ja alles nur gleichgeschaltete Absolventen, da würde keiner irgendwie geartet was sagen, wenn ich hier mal ein paar semi-legale Sachen auf einer Examensfeier breittrete.

Übrigens ist Stiftung Warentest da auch immer dabei! Die geben dann ganz tolle Noten, bekommen 10 Prozent vom Gewinn und ich kann mir endlich den dritten Porsche leisten! Und das gilt selbstverständlich für alle Absolventen, denn wer will schon ewig in der Zeitarbeit schaffen?

Ein paar Professoren haben wir uns auch gekauft. Ist doch selbstverständlich. Jetzt erwähne ich noch ein paar große, böse Firmen, dann noch dreimal, dass ich mir den Porsche kaufen will, damit es die Rede schön abrundet.

Und wer will jetzt ein Glas Sekt?"
 
snowflake

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Ich halte auch nicht viel von TÄ aber diese Rede ist im Leben nicht echt..... da ist zwar leider viel wahres dran aber öffentlich würde das nie ein TA sagen!! Oder die Rede hat es tatsächlich so gegeben soll aber Comedy sein...
 
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Peikko

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Kann mir nicht vorstellen, daß die echt ist. Da nicht alle Tierärzte gleichzeitig ihre Abschlußprüfungen ablegen, gibts auch sowas wie ne Examensfeier oder eine Examensrede überhaupt nicht. Zumindest war das bei uns so. Das ist Fake! Abgesehen davon hatten wir keine Professoren, die so einen Blödsinn von sich gegeben hätten.

Aber man glaubt ja alles, was im Internet steht, gell ? ;)
 
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Die Begrüßungsrede eines angesehenen Professors in einer Reha-Einrichtung an die neuen Patienten (alles sehr fein in der großen Aula abgehalten) glich eher einer Produktwerbungsrede eines bestimmten Nahrungsfettes als einem Empfang von kranken Menschen.

Mit diesem Hintergrund und den Informationen über die Gestaltung von Medizinstudium halte ich es für nicht ganz ausgeschlossen, daß solche Ansprachen nicht immer den Belangen der Betroffenen entspricht, sondern so ein klein wenig auch 'richtungsweisend' tendieren.


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Peikko

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  • #10
Ja... nur.... seit wann gibts bei Tiermedizinern eine Examensfeier???? Ein Teil ist im Dezember fertig, andere erst im Frühjahr... Wenn es keine Examensfeier gibt, kann es auch die Rede nicht gegeben haben. Merkst du was?
 
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  • #11
Da ich nicht Veterinärmedizin studiert habe, kenne ich auch nicht die Gepflogenheiten, wie die fertigen Ärzte in ihr Berufsleben aus dem Studium entlassen werden.

Aber aus früheren Zeiten ist mir geläufig, daß fertig Studierte immer eine kleine Feier hatten, von vielen Bekannten weiß ich das. Wird das nicht mehr so gehandhabt? :confused:


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Peikko

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  • #12
Bei uns gabs keine. Wäre nicht praktikabel gewesen. Denke nicht, daß sich da viel geändert hat.
 
Siegfried

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  • #13
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese Rede schon einige Tage alt ist.
Als es ggfls. noch Examnesfeiern gab.

Als ich selbst mein Studium beendete gab es auch ne Feier mit Reden von irgendwelchen Rednern.
das ist auch schon ein paar Tage her und keine Ahnung ob das noch praktiziert wird.

Auch kann ich mir vorstellen, dass das von Lehranstalt zu Lehranstalt unterschiedlich gehandhabt wird.

Wenn Du in Giessen studiert hast und Keine Examensfeier hattest, dann kann wer in München oder sonst wo Studierter doch eine gehabt haben ... ?! :)
 
Siegfried

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  • #14
ELIA

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  • #15
Ich musste gerade beim lesen der Rede herzhaft lachen:D
Das trieft vor Ironie aber so ein Körnlein Wahrheit steckt da schon mit drin.
Wenn man bedenkt wie die Kollegen aus der Human Fraktion von den Pharma Firmen gehegt und gepflegt werden:rolleyes:
Dann gibts dies Mittelchen und das Gerätchen und man wird angehalten doch diese oder jene IGEL Leistung an die Frau,Mann zu bringen.
Und wenn möglich doch das neue"innovative Med.:rolleyes:"der Firma XY zu verschreiben.
Dafür gibts dann eine schöne Fortbildung in einem guten Hotel in einer repräsentativen Gegend mit lecker Hummer und alle sind glücklich.
Und der Rubel rollt,weil das ist doch das Wichtigste wen interessiert denn schon der Patient:cool:
 
sibidoll

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  • #16
Hallo Elia,

also Hut ab das du das so offen sagst, da ist anzunehmen das du nicht so
bist:smile::smile:

Liebe Grüße
 
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Peikko

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  • #17
Wie geht das wenn:

"Das Studium der Tiermedizin kann nur zu einem Winterstudienhalbjahr begonnen werden."

Brauchst nicht mit den Augen rollen. Daß man gleichzeitig anfängt, heißt nicht, daß man gleichzeitig aufhört. Wir konnten aussuchen, wann wir die letzten Prüfungen machen. Ob schon ganz früh im Oktober (hat glaub ich keiner gemacht), im Dezember oder erst im März.
 
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Peikko

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  • #18
Ich musste gerade beim lesen der Rede herzhaft lachen
Das trieft vor Ironie aber so ein Körnlein Wahrheit steckt da schon mit drin.
Wenn man bedenkt wie die Kollegen aus der Human Fraktion von den Pharma Firmen gehegt und gepflegt werden
Dann gibts dies Mittelchen und das Gerätchen und man wird angehalten doch diese oder jene IGEL Leistung an die Frau,Mann zu bringen.
Und wenn möglich doch das neue"innovative Med."der Firma XY zu verschreiben.
Dafür gibts dann eine schöne Fortbildung in einem guten Hotel in einer repräsentativen Gegend mit lecker Hummer und alle sind glücklich.
Und der Rubel rollt,weil das ist doch das Wichtigste wen interessiert denn schon der Patient

Die Betonung leigt aber bitte auf "Humanmedizin". In der Veterinärmedizin kann ich das wirklich nicht betätigen.
 
keg

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  • #19
Ob es nun überhaupt Examensfeiern gibt oder nicht, braucht man doch nicht zu diskutieren um zu sehen, dass die Rede nicht echt ist.

Die Rede ist doch offensichtlich Internet-Geschreibsel. Auch wenn da ein Körnchen Wahrheit drin ist, ist es doch bei diesen ständigen Gerede von Autokaufen etc. und dann noch den Hieb an die Stiftung Warentest offensichtlich, dass da sich jemand was zusammengeschrieben hat.

Selbst wenn so was in der Realität abläuft, würde man das im akademischen Bereich nie, nie, nie in einer Abschlussrede so formulieren.

Ich war übrigens gestern beim TA zum Impfen und da lagen auch ein paar Hills-Zettelchen rum. Die TA hat davon aber nix gesagt. Die meinte sogar noch, dass meine Miezen wunderschönes weiches Fell haben (und das obwohl sie kein Hills bekommen :aetschbaetsch2: ). Die hat nichts von Hills oder Trofu allgemein gesagt, trotz der Zettel.
 
oxfordblue

oxfordblue

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  • #20
Siegfried, bitte gib doch eine Quellen an!
 
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