Eure Erfahrungen mit Tierärzten

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
S

Susan65

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Hallo an Alle,

ich möchte auf Grund meiner Erfahrungen und was ich hier im Forum lese, ein neues Thema eröffnen.

Es geht um das Thema, welche Kompetenz unsere Tierärzte eigentlich haben?

Wie könnt Ihr erkennen, dass Eurer Mieze wirklich geholfen wird und was ist, wenn Eurer TA eine Diagnose stellt, aber die Therapie nicht anspricht?- Ihr geht dann zu einem anderen TA und so immer weiter, aber keiner kennt sich wirklich aus.

Ich habe in 20 Jahren Katzenerfahrung festgestellt, dass TA immer wieder ins Blaue hinein therapieren, von Fehldiagnosen bis hin zu dem Glücksfall, dass einer mal zufällig erkannte, was mit der Mieze los ist.

Seid Ihr kritisch, aber wo die richtige Hilfe erhalten?

Ich habe die Erfahrung gemacht, egal wo ich war, dass im Blindflug behandelt wird. Sowohl meine Sternchen Julia und Püppi würden vielleicht noch leben, wenn ich auf ein Mindestmaß an Kompetenz gestoßen wäre.

Teilt mir bitte Eure Erfahrungen mit.

Warum sind unsere TA so unwissend, fragen nicht nach, leiten keine gescheite Diagnostik ein oder habe nur ich diese Erfahrungen gemacht?

Liebe Grüße
 
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Annemone

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Ich glaube gar nicht, dass TÄ unwissend sind - sie machen sich das Leben aber häufig nicht schwerer als sie müssen und schauen auch, dass das Geld in ihren eigene Tasche fließt (statt zum Labor z. B.).

Und viele Halter wollen schnelle Erfolge für wenig Geld - da sind auch gute TÄ manchmal in Zugzwang.

Ich gehe inzwischen wirklich in die Praxis und verlange den "Goldstandard", sage offen: "Geld spielt keine Rolle. Bitte tun Sie alles, was notwendig und sinnvoll ist! Und erklären Sie mir, warum."

Trotzdem musste ich auch bei einer bundesweit als kompetent bekannten Fachärztin, die in durchaus seriösen Fachzeitschriften publiziert, kürzlich feststellen: Ich wurde nicht vernünftig aufgeklärt und als ich das kritisch angemerkt habe, weil ich mich inzwischen selbst schlau gemacht hatte, hat sie sich erst rausgeredet und dann gepampt. War alles im 3-fachen Satz inbegriffen.

Gut bedient ist man, wenn man einen "Stammtierarzt" hat, auf den man sich verlassen kann. Weil er 1. fachlich gut ist und 2. eine Überweisung nicht scheut, wenn er nicht mehr weiter weiß.
 
Demotivation

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Guten Morgen,

das ist sicher eine schwierige Diskussion, die man nicht ganz pauschal abhandeln kann.

Warum sind unsere TA so unwissend, fragen nicht nach, leiten keine gescheite Diagnostik ein oder habe nur ich diese Erfahrungen gemacht?
Ich habe bisher insofern Glück gehabt, als dass keine meiner Katzen eine so schwerwiegende und/oder seltene Krankheit hatte, dass wirklich intensives Fachwissen gefragt war. Aber selbst so fallen mir direkt ein paar Geschichten ein, die für mich einfach haarsträubend sind.

How about: Kimmy hatte einen total vereiterten Zahn. Ich hatte sie noch nicht lange bei mir, also keinen Stammtierarzt am Start. Also zur nächsten TA-Praxis mit guten Bewertungen, Voruntersuchung ok, also sollte der Zahn unter Narkose gezogen werden und auf mein Bitten hin auch ein Dentalröntgen erfolgen, um zu sehen, ob weitere Zähne betroffen sind.

Am Tag der Tage wurde ich zu der noch narkotisierten Katze ins Behandlungszimmer gerufen, da wurde mir mitgeteilt, dass kein Röntgen durchgeführt worden war ("Das ist nicht nötig, FORL würde man so sehen"), aber übrigens, die Katze hat Flöhe - zack, Spot-On auf das narkotisierte Tier, so schnell konnte ich erst gar nichts sagen. Mir wurde dann die noch schlafende Kimmy mitgegeben ohne Kommentar. Es war Winter. Ich fragte noch vollkommen verdattert und verstört nach, ob ich irgend etwas beachten sollte, es hieß nur "Nein, einfach abwarten."

Gott sei Dank ist alles gutgegangen. Aber die Praxis hat mich das letzte Mal gesehen.

Ein anderes Mal war ich vollkommen sauer, auch wenn es nicht mich betraf. Das TH am Ort meiner Mutter hatte Aufnahmestop, weil im Bestand die Katzenseuche umging. Meine Mutter nahm daher als Notfall einen Fundkater auf, der allerdings ziemlich krank war und bereits zwei Tage später verstarb. :( Der Verdacht lautete auch auf Seuche. Ich habe erstmal nachgehakt, was für Hygienemaßnahmen jetzt erfolgen sollten. Der Tierarzt (der auch das TH betreut!) hatte wohl nur gesagt, das Pflegezimmer mal mit Sagrotan reinigen.

Da bin ich wirklich vom Glauben abgefallen.

Aber das sind eben so Horrorgeschichten, bei denen man den Eindruck hat, der jeweilige Tierarzt ist ganz schön abgestumpft und viel zu sehr in der Routine, um sich mit Einzelfällen rumzuschlagen. Denn seien wir ehrlich: Die Blindflug-Methode von AB+Cortison hilft einfach oft.

Da spricht Annemone nämlich etwas wichtiges an:

Und viele Halter wollen schnelle Erfolge für wenig Geld - da sind auch gute TÄ manchmal in Zugzwang.

Ich gehe inzwischen wirklich in die Praxis und verlange den "Goldstandard", sage offen: "Geld spielt keine Rolle. Bitte tun Sie alles, was notwendig und sinnvoll ist! Und erklären Sie mir, warum."
Der typische Katzenforum-User ist ja nicht der typische TA-Kunde. Ich kann mir gut vorstellen, dass man als Tierarzt einfach sehr schnell sehr desillusioniert ist, wenn einem viele solcher Leute in die Praxis kommen. Und es ist ja nunmal leider die Mehrheit.

Ich muss aber auch sagen: Was hier teilweise von Anfang an vorgeschlagen wird in Hinblick auf Diagnostik und Behandlung, kann im Einzelfall übertrieben sein. Ich möchte für meine Katzen nur das Beste, aber das Beste heißt nicht, dass ich quartalsweise ein großes Blutbild anfertigen lasse - um es mal überspitzt zu sagen. Soviel Tierarzt wie nötig, aber so wenig Tierarztstress wie möglich.

Beispiel: Eine Freundin erzählte mir die Tage, ihr Kater leide seit zwei Wochen an Durchfall. Klar, erstmal war ich grummelig, dass sie so lange wartet, um überhaupt etwas zu unternehmen. Aber davon abgesehen: Man könnte das Tier jetzt auf links drehen und den ganzen Untersuchungsapparat anleiern. Man könnte aber auch - und das habe ich ihr erstmal empfohlen - eine Kotprobe untersuchen lassen und parallel auf Schonkost umsteigen, um zu sehen, ob das schon was bringt. Auf Basis der Ergebnisse der Kotuntersuchung kann man dann ja weitersehen.

Ich kann mich nicht kurzfassen :oops: Jedenfalls: Ein guter Tierarzt ist für mich wirklich einer, der auf mich eingeht, der sinnvolle Diagnostik durchführt (einmal Bindehautentzündung -> Blindbehandlung, tritt es wieder auf -> Abstrich und Ursachenforschung). Und der auch bereit ist, zu sagen, wenn er nicht weiter weiß.
 
Maiglöckchen

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Hallo Susan,

nein, Du bist ganz sicherlich nicht die einzige Katzenhalterin mit solchen Erfahrungen. Besonders "beliebt" sind bei mir mittlerweile Tierärzte, wo die Spritze schneller in der Katze ist, als ich nachfragen kann, was zum Kuckuck da gespritzt wird. Oder Tierärzte, die einen in Panik versetzen, weil bei der Katze ein leicht erhöhter Kreatinin im Urin (!!!!) gefunden wurde und dann nichts weiter dazu sagen, sondern einem das Renal Trofu in die Hand drücken (besagte Katze hat drei Jahre später immer noch gute Nierenwerte).

Da meine drei, bzw. nur noch zwei Katzen, seit Jahren mit chronischen Krankheiten kämpfen, blieb mir nichts anderes übrig, als mich selbst schlau zu machen. Mittlerweile gehe ich mit sehr klaren Vorstellungen zum TA und mach dort die Ansage, was genau untersucht werden soll.

Mittlerweile habe ich aber auch eine TÄ gefunden, die ich wirklich gut finde und mit der ich auf Augenhöhe kommunizieren kann. Sie hält nichts von dem obligatorischen Cortison+AB im Blindflug, dafür aber viel mehr von gründlicher Diagnostik. Und sie hat von sich aus vorgeschlagen, meinen Merlin auf barf umzustellen:)

Ich muss meinen Vorschreiberinnen allerdings zustimmen, dass man den schwarzen Peter ganz sicherlich nicht alleine den Tierärzten zuschieben darf. Das liegt zum einen an der fehlenden Spezialisierung und den Inhalten im Studium. Zum anderen liegt das aber auch an den Katzenhaltern selbst, die in der Regel die schnelle und billige Lösung wollen. Die Schwester einer Freundin ist Tierärztin und es ist absolut schlimm, wenn die mal aus dem Nähkästchen plaudert, wie viele Halter eine vernünftige Behandlung ihrer Katzen verweigern. Denen ist schon ein geriatrisches Blutbild viel zu teuer, mehr als 20, 30 Euro für eine Spritze sind nicht drin.

Ich denke, in der Tiermedizin würde sich bezüglich von Katzen sehr schnell sehr viel ändern, wenn die Katzenhalter selbst anders bei Tierärzten auftreten würden.

Ich habe derzeit auch stark den Eindruck, dass Tierärzte sehr vieles aus der Hundemedizin einfach eins zu eins auf Katzen übertragen. Zum Beispiel, dass sie alleine aufgrund eines erhöhten Cystatin C eine CNI diagnostizieren - das Beispiel dürfte Dir sehr bekannt vor kommen, uns ist das allerdings auch schon passiert.

Die Defizite bei der Behandlungen von Katzen liegen aber auch daran, dass bei Hunden deutlich mehr geforscht wird, schau Dir einfach nur mal die Liste der Dissertationen an tiermedizinischen Hochschulen an. Das aber liegt wiederum an den Tierhaltern, denen Hunde offenbar weitaus mehr wert sind. Mit dem Hund geht man schon eher mal zum Tierarzt, während die Katze bei vielen Menschen nebenher läuft. Diesbezüglich beneide ich ein wenig die Amerikaner, wo die Tiermedizin auch in Sachen Katzen deutlich fortgeschrittener ist.
 
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Eifelkater

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Hallo an Alle,

ich möchte auf Grund meiner Erfahrungen und was ich hier im Forum lese, ein neues Thema eröffnen.
Es geht um das Thema, welche Kompetenz unsere Tierärzte eigentlich haben?

Dazu gab es hier vor kurzen erst ein Thema


Wie könnt Ihr erkennen, dass Eurer Mieze wirklich geholfen wird und was ist, wenn Eurer TA eine Diagnose stellt, aber die Therapie nicht anspricht?- Ihr geht dann zu einem anderen TA und so immer weiter, aber keiner kennt sich wirklich aus.

Na ja, erkenne ob der Katze geholfen wird oder nicht, merkt man in der Regel daran, ob es ihr besser geht. Wenn die Therapie nicht anspricht, spreche ich in der Regel (es sei denn er hat grob Murks gebaut) meinen TA erneut darauf an. Ob sich wirklich keiner damit auskennt, würde ich so nicht sagen, oft liegt es ja auch daran, dass viele Erkrankungen in der Diagnostik unklar sind, und die Halter auch nicht gerade den Eindruck erwecken, als wären sie Willens viel Geld für den TA ausgeben zu wollen oder zu können.

Ich habe in 20 Jahren Katzenerfahrung festgestellt, dass TA immer wieder ins Blaue hinein therapieren, von Fehldiagnosen bis hin zu dem Glücksfall, dass einer mal zufällig erkannte, was mit der Mieze los ist.

Hast du in der Humanmedizin da andere Erfahrungen gemacht? Wenn Humanmediner nicht weiter wissen, oder das AB nicht wirkt ;), ist es halt was psychisches....

Seid Ihr kritisch, aber wo die richtige Hilfe erhalten?

Ich würde bei unklaren Diagnosen immer versuchen einen Fachtierarzt zu finden, oder zumindest eine größere Praxis/TK mit mehr Diagnosemöglichkeiten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, egal wo ich war, dass im Blindflug behandelt wird. Sowohl meine Sternchen Julia und Püppi würden vielleicht noch leben, wenn ich auf ein Mindestmaß an Kompetenz gestoßen wäre.

Vll. aber ohne gesicherte Diagnose kann man das eben nicht beurteilen.


Warum sind unsere TA so unwissend, fragen nicht nach, leiten keine gescheite Diagnostik ein oder habe nur ich diese Erfahrungen gemacht?

Weil sie eierlegende Wolllmilchsäue sein müssen. Humanmediziner bauen weiß Gott genug Mist, und haben nur eine Gattung in einem Fachgebiet vor sich. Tierärzte sollen sich mit den unterschiedlichsten Arten auskennen, in jedem Fachgebiet ( man stelle sich nur mal vor, man würde mit Schwangerschaftskomplikationen zum Zahnarzt watscheln....) up to date sein, und das ganze bitte zum Nulltarif in einer Hightech-Praxis.
 
A (nett)

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(S)paradies Katzachstan
Hab auch schon lange überlegt ob ich einen Tröt "Tierarzt-Kotztüte" aufmache ;).
Ich bin seit 2012 bis heute bei sovielen TÄ gewesen dass meine zehn Fingerchen nicht mehr reichen und komme aus dem kotzen nicht mehr raus.

Ich setz auf jeden Fall hier mal ein Abo weil ...wenn ich JETZT anfange zu tippen sitze ich heute Abend noch :mad: (oder ich bin vor lauter Blutdruck umgeplumpst) :grummel:
 
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Ich habe verschiedene TA, die ich unterschiedlich zu Rate ziehe.
Da gibt es meinen "Haustierarzt", der kümmert sich um die gängigen Sachen wie Impfungen, Kastra, kleine Verletzungen, Blasenentzündungen ... Er ist allerdings so ehrlich und sagt auch, wenn er von etwas "keine Ahnung" bzw wenig Erfahrung hat. Diese Ehrlichkeit schätze ich sehr.
Für Zahngeschichten habe ich einen Tierarzt mit Spezialisierung auf Zahnheilkunde, der leider relativ weit entfernt ist. Jedoch gibt es bei mir in der Nähe keinen ähnlich kompetenten.
Dann habe ich noch eine TK in der Nähe, die ich für Notfälle und "komplizierte" Diagnosen aufsuche. Stichwort Herz oder aber auch MRT, welches ich allerdings noch nicht anfertigen lassen musste. Eine kleinere Praxis zu finden, die vergleichbare Geräte hat, ist sehr schwierig.

Ich habe mich zum einen an den Empfehlungen anderer Tierhalter orientiert, allerdings aber eben auch selbst "getestet", ob es menschlich passt und mir der Umgang mit den Tieren zusagt.
Ich hatte hierbei leider auch einige negative Erfahrungen. Schlechte bis keine Beratung, Verletzungen an meinen Tieren mittelbar durch die Behandlung usw. Ich befürchte, diese Erfahrungen macht man leider immer mal wieder. Bisher muss ich allerdings auch sagen, dass keines meiner Tiere an irgendetwas sehr Ungewöhnlichem litt. Toi, toi, toi *auf Holz klopf*.
 
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Schwarzfell

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  • #10
Ich habe viele negative Erfahrungen,aber auch gute und sehr gute gemacht und würde vor allem die Frage stellen:
Was darf ich von einem Kleintiermediziner erwarten,dessen Studiumschwerpunkt der Hund ist, der bereits als StudenTin mit kostenlosen "Fortbildungen" der Futtermittelkonzerne/Pharmakonzerne in eine Abhängigkeit gekauft wird(z.B Preaxiseinrichtuung wird gesponsort, Tierarztangestellte werden mit Geschenken belohnt,wenn sie umfangreich die "Spezialdiät" verkaufen und sich vom Futtermittelhersteller zur Diätberaterin "fortbilden" lassen.
Was kann ich von einer Ausbildung erwarten,die in etlichen medizinischen Bereichen nicht auf einem aktuellen Stand befindet( wie alt ist der Lehrstoff,bzw wie bildet sich der Dozent weiter ( oder gehört er gar zu den Mietmäulern?).Ich fahre nicht weiter fort,denn dann geht es auch in den Bereich Studienfälschung und Betrug.

Es gibt zweifelsohne gute Unis und gute Dozenten, doch wenn es Missstände gibt, kann sie ein frischer Student gar nicht durchschauen und dazu fehlt auch der Anlass.


Das wichtigste,das man zum Tierarztbesuch mitbringen muss,ist Selbstverantwortung.Ich erlebe leider nahezu ausnahmslos,dass erwachsene Menschen beim Tierarzt in eine Kinderrolle fallen und alles hinnehmen,annehmen was ein Tierarzt oder schlimmer noch die Tierarztangestellte sagt.Wo steckt ihr eigentlich alle?;)
Sie wollen gar nicht nachdenken oder wissen,was das Tier bekommt und weshalb.

Ich war auch so,gleichzeitig aber auch skeptisch und meine erste schlechte Tierarzterfahrung habe ich mit Anfang 20 ca gemacht.
Meine alte Katze starb und die Tierärztin spritzte Vitamine.Sie bediente meine Verzweiflung,statt mir ehrlich zu sagen,ich kann nichts mehr tun.

Wachgerüttelt wurde ich durch mehrere dramatische und bittere Situationen,in denen das,was der Tierarzt sagte komplett dem widersprach was und erlebte.
Eine schreiende Katze erlebt keine sanfte Euthanasie und zu behaupten,sie spüre nichts war unmöglich.


Durch viele solcher negativen Erfahrungen hindurch habe ich mich immer mehr meinem Instinkt,dh gesundem Menschenverstand zugewandt und bin dazu übergegangen,mich selbst zu informieren.Und mir eine Zweit und Drittmeinung einzuholen.Von Fachärzten UND von anderen Katzenbesitzern.

Ja das macht Arbeit und wenn du beim TA von einer Diagnose überrumpelt wirst,dann stehst du noch oft genug im leeren Raum.
Aber ich entscheide und das ist es,was ich will.Denn niemand kennt mein Tier so gut wie ich.
Und ich hinterfrage auch mich selbst.Wodurch wird meine Entscheidung beeinflusst,was kann ich besser machen,was lassen..
Und ich bin die Exentrikerin,die nur noch mit schwerem Aktenordner +Kankentagebuch bewaffnet zum Tierarzt geht.Auch einen Barfordner könnte ich mitschleppen.

Und dadurch bekomme ich ein gutes Grundgerüst zur Beurteilung.
Ein Beispiel:

Viele Tierärzte zücken bei egal welcher Erkrankung die Antibioseinjektion und bevorzugen dabei eine bestimmte.Man sollte hier erwarten dürfen,dass sie das Einsatzgebiet genau kennen,aber das ist oft gar nicht der Fall


Momentan boomt Convenia(Cephalosporin).
Nun muss man wissen,dass Convenia bei Harnwegsinfekten(nur bei E. coli!) und bei Hautinfektionen wirkt,jedoch nicht bei Atemwegserkrankungen .

Jeder Tierbesitzer hat Dank des von Tierärzten gern verteufelten Internets die Möglichkeit sich bei Laboklin eine Antibiotikaübersicht auszudrucken und
je nachdem was das Katzentier hat ..ob nun Blasenentzündung oder Schniefnase usw die Mittel der Wahl im Vetpharm-Register der Uni Zürich nachzulesen.

Was da gestümpert wird ist schlimm.
Antibiogramm? Nie angeboten bis ich selbst damit kam.
Ich wurde sogar direkt angelogen,als ich z.B einmal fragte ob Marbocyl auch wirklich ein 14 Tagesdepot bei Bronchitis darstellte.
War es nicht!
Und so wüteten die Bakterien fröhlich unbehandelt weiter,doch ich habe so 1-2 Tage später selbst herausgefunden,dass es falsch war.

Meine Güte was bin ich schon auf unverfrorene Lügner und Stümper getroffen.Rausgerissen haben mich zweimal Fachärzte und andere Katzenbesitzer.

Trotzdem das sicherste ist der eigene kritische gesunde Menschenverstand+Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber.

Letzter stand der Dinge war: Ich hatte mehrere Tierärzte+ eine Tierklinik+ Fachärzte(Kardiologen) und nutzte sie ,je nachdem ,was ich brauchte.

Die Paxis,die mir fabelhaft geholfen hat,das Leben meiner damaligen Katze zu retten,habe ich jedoch verlassen.
Man soll nicht glauben,was eine Bordkröte alles falsch machen und an den Nerven zehren kann.Und das ein Tierarztego es nicht verkraftet,wenn da Hinz und Kunz Nichtveterinär auf der inhalativen Therapie seiner Asthmakatz besteht(und sogar die Unterlagen dafür mitbringt)und dadurch die Stimmung allmählich ruiniert.
Das kommt bei etlichen TAs ganz übel an.
Wenn man eine Provirus PCR (Testverfahren bei FELV) aus einer Blutprobe haben möchte und einem die TÄ ins Gesicht behauptet,dazu müsse man eine Knochenmarkprobe entnehmen.:rolleyes:
Oder IDexx biete das nicht an.:rolleyes:

Am besten schafft man sich erst keine Tiere an,denn wenn man einmal auf diesem Weg unterwegs ist ,dann gibt es kein zurück mehr.
Und ich habe eine Tierarztpraxis gefunden,die meine eigenverantwortliche Art gut fand und sofort darauf einstieg und nicht wegreden wollte.

Trotzdem,ich behalte mir alles offen und deshalb wurde Mona dort nicht euthanasiert sondern beim alten Arzt meines Ortes,weil nur er Narkoreen verwendet.Das ist genau der,der die erste Horroreuthanasie mit T61 durchführt und ich bin auch nur durch die nächste Notsituation wieder zu ihm gekommen.
 
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Schwarzfell

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  • #11
Es ist gut,wenn man seinem Ärger Raum gibt und Erfahrungen teilt, aber was bringt mir eine Kotztüte, wenn ich sie nicht auch dem TA überreiche oder ihm gleich auf die Schuhe würge?
Bis auf die Extremsituationen,in denen ich zu geschockt war,habe ich das hinterher oder am Telefon gemacht.

Je mehr sich an den Verursacher wenden und ihn dadurch aufscheuchen,desto eher wird sich etwas ändern.
Da sehe ich aber auch noch eine Riesenbaustelle bei den Tierhaltern.
Solange die nichts dazulernen wollen und lieber den Doc machen lassen...
 
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  • #12
Momentan boomt Convenia(Cephalosporin).
Nun muss man wissen,dass Convenia bei Harnwegsinfekten(nur bei E. coli!) und bei Hautinfektionen wirkt,jedoch nicht bei Atemwegserkrankungen .
Richtig. Aber auch hier muss ich schon sagen, dass ich die Schuld bei beiden Parteien sehe. Tierärzte müssten verdammt noch mal besser belesen sein und auch besser darüber aufklären, was wogegen hilft - aber der Durchschnittstierhalter muss auch von der Vorstellung weg, die "magische Spritze" wird's schon richten.

Das war ein großer Punkt, in dem ich gemerkt habe, was ich an meiner Tierärztin habe. Peppi brauchte ein AB (ja, Blindflug. Simpler Infekt.) - und die erste Frage von ihr war: "Wie klappt's denn im Zweifelsfall mit täglicher Medikamentengabe? Dann haben wir Spielraum bei den Mitteln."

Es ist gut,wenn man seinem Ärger Raum gibt und Erfahrungen teilt, aber was bringt mir eine Kotztüte, wenn ich sie nicht auch dem TA überreiche oder ihm gleich auf die Schuhe würge?
Bis auf die Extremsituationen,in denen ich zu geschockt war,habe ich das hinterher oder am Telefon gemacht.

Je mehr sich an den Verursacher wenden und ihn dadurch aufscheuchen,desto eher wird sich etwas ändern.
Da sehe ich aber auch noch eine Riesenbaustelle bei den Tierhaltern.
Solange die nichts dazulernen wollen und lieber den Doc machen lassen...
Ich weiß nicht, ob ich das könnte. Im direkten Gespräch fühle ich mich dann doch leicht zu verunsichern und habe einem TA, der im Zweifelsfall schon viele solche und ähnliche Gespräche geführt hat, wenig entgegenzusetzen. Aber das ist dann ja eher meine persönliche Schwäche.
 
rlm

rlm

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  • #13
Na ja, erkenne ob der Katze geholfen wird oder nicht, merkt man in der Regel daran, ob es ihr besser geht. Wenn die Therapie nicht anspricht, spreche ich in der Regel (es sei denn er hat grob Murks gebaut) meinen TA erneut darauf an.

Ach so ist das. :rolleyes: Du scheinst ja unheimlich viele schwerkranke Katzen gehabt zu haben wo du immer schön abwarten konntest, ob die Therapie wirkt oder sich ggf. als nachteilig erweisst.
Dabei fällt mir ein, z. Bsp. nach dem geliebten blind verabreichten AB-Cortison-Gemisch geht es der Katze oftmals nicht besser, weil das so gut half. Es wäre der Katze nach wenigen Tagen auch ohne dem besser gegangen. Da erfreut sich der TA aber über solch Halter wie dich.

Aber wenn alles nicht hilft, gibts schnell ne neue Katze. :rolleyes:
 
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Eifelkater

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  • #14
Ach so ist das. :rolleyes: Du scheinst ja unheimlich viele schwerkranke Katzen gehabt zu haben wo du immer schön abwarten konntest, ob die Therapie wirkt oder sich ggf. als nachteilig erweisst.
Dabei fällt mir ein, z. Bsp. nach dem geliebten blind verabreichten AB-Cortison-Gemisch geht es der Katze oftmals nicht besser, weil das so gut half. Es wäre der Katze nach wenigen Tagen auch ohne dem besser gegangen. Da erfreut sich der TA aber über solch Halter wie dich.

Aber wenn alles nicht hilft, gibts schnell ne neue Katze. :rolleyes:

Woran erkennst du denn, ob einer Katze mit der Therapie geholfen wird oder nicht?
 
rlm

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  • #15
Woran erkennst du denn, ob einer Katze mit der Therapie geholfen wird oder nicht?

Darum geht es nicht, ss geht darum, dass du meinst, mit deinen ''Gucken ob es der Katze nach der Therapie besser geht'' auf der sicheren Seite zu sein/den TA beurteilen zu können.
 
E

Eifelkater

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  • #16
Darum geht es nicht, ss geht darum, dass du meinst, mit deinen ''Gucken ob es der Katze nach der Therapie besser geht'' auf der sicheren Seite zu sein/den TA beurteilen zu können.

Es ging darum:

Wie könnt Ihr erkennen, dass Eurer Mieze wirklich geholfen wird....?


Im Prinzip natürlich gar nicht. Man muss sich wie in anderen Fällen schlicht drauf verlassen, dass die Menschen die am werkeln sind, auch wissen was sie tun. Trotzdem würde ich es als pauschalen Indikator sehen, dass eine Therapie geholfen hat, wenn es der Katze danach besser geht. Das es natürlich auch Fölle gibt, in denen Krankheiten von alleine weg gehen ist klar. Aber welcher Tierhalter wäre denn mit einem "kommen sie in drei Tagen wieder, wenn es nicht besser ist" zufrieden?
 
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Schwarzfell

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  • #17
Richtig. Aber auch hier muss ich schon sagen, dass ich die Schuld bei beiden Parteien sehe. Tierärzte müssten verdammt noch mal besser belesen sein und auch besser darüber aufklären, was wogegen hilft - aber der Durchschnittstierhalter muss auch von der Vorstellung weg, die "magische Spritze" wird's schon richten.

Das war ein großer Punkt, in dem ich gemerkt habe, was ich an meiner Tierärztin habe. Peppi brauchte ein AB (ja, Blindflug. Simpler Infekt.) - und die erste Frage von ihr war: "Wie klappt's denn im Zweifelsfall mit täglicher Medikamentengabe? Dann haben wir Spielraum bei den Mitteln."


Ich weiß nicht, ob ich das könnte. Im direkten Gespräch fühle ich mich dann doch leicht zu verunsichern und habe einem TA, der im Zweifelsfall schon viele solche und ähnliche Gespräche geführt hat, wenig entgegenzusetzen. Aber das ist dann ja eher meine persönliche Schwäche.



Ich kann das auch nicht immer und leicht fällt es mir manchmal auch nicht,denn auch ich lasse mich gerne verunsichern,wenn etwas neu für mich ist.
Da gehst du mit deiner neuen Katze zum Ta,weil sie schlecht frisst und
2 Tage später hat sie FELV und die TÄ sieht sie als alsbald tot.
Manchmal bin ich frisch vom TA direkt an den PC gestürzt um zu recherchieren oder andere zu fragen,denn bei Mona durfte ich gleich zwischen HCM und fELV pendeln und mich s o schnell es nur geht informieren.Und das unter Angst (ums Tier).


Es hängt davon ab,was meine Katze hatte,dh ob es lebensbedrohlich und akut war (da bin ich zu sehr im Schock) oder nur eine Bagatellerkrankung wie Ohrmilben oder eine Blasenentzündung und sehr häufig fiel mir erst Zuhause auf:
das das Teströhrchen,das mir die Bordkröte gegeben hat seit 2 Jahren abgelaufen war oder sie mir ein falsches AB eingepackt hat(das vom Vorpatientenhund) oder ein Röntgenbild von einer anderen Katze
oder ein Mittel gegen Ohrmilben,das gar nicht gegen Milben hilft(Surolan).
Von der Horrorklinik fang ich nicht an,es ist bald Schlafenzeit und mcih wühlt es noch immer auf.Aber
man findet meine zwar emotionale aber dennoch ausführliche Bewertung auf einem entsprechenden Bewertungs-Portal.Nur für weitere Schritte fehlte mir die Kraft.
Zurück zum Tierarzt:
Erst Zuhause kann ich manches nachprüfen,ob stimmt,was mir erzählt wurde.Es sei denn,ich habe damit schon Erfahrung machen müssen und es deshalb in den Unterlagen oder Gedächtnis.
Und wenn sich Fehler häufen,dann muss ich das ansprechen,ich möchte keinerlei Herumgestümpere mehr.Deshalb suche ich mir im Zweifelsfall sofort einen Facharzt.Ein Kleintierarzt kann das nicht leisten und dazu sollte er auch stehen.Und auch den Facharzt prüfe ich vorher auf seine Qualifikation,dh ein Kardiologe muss tatsächlich einer sein,eine Fortbildung, die sich ein Kleintiermediziner anhängt langt nicht.

Aber ich merke mir auch,was gut läuft,wenn jemand sich in einem Erkrankungsfeld gut auskennt und lobe auch oder bedanke mich:
Die Ärztin die sich kurz vor Monas Tod um sie gekümmert hat,war mit mir auf einer Linie und hat mir klar gesagt,dass sie höchsten wenige Wochen hat.
Und sie hat sich auf meinen Instinkt eingelassen und Mona nochmal genau abgetastet+ geschallt und so hatte ich Gewissheit,das da etwas nicht passte,das da noch etwas sein musste..
Das war genau das,was ich mir beim TA und von einer,einem wünsche...auch wenn es für Mona keine Rettung gab.
 
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Chilli 2011

Gast
  • #18
Hallo Susan65

Ich bin mit meinem Tierarzt wo ich schon 22 Jahre kenne sehr zufrieden.
Als ich zu ihm musste war es noch eine kleinere Praxis.
Wir waren schon mit Hasen, Meerschweinchen und in den letzten Jahren mit Katzen bei ihm.
Er hat vor ein paar Jahren mit andern Ärzten eine Tierklinik gegründet.
Es hat dort div. Spezialisten.
Chirurgie super. So wie sie letztes Jahr Chilli zusammen geflickt haben. Als er von einem Auto angefahren wurde.
Als ich Chilli damals dort gesehen habe, hätte ich nie gedacht das Chilli je wieder auf ein Baum klettern kann.
Der Aufwand, auch die sehr vielen Stunden wo meine Frau und ich Chilli geholfen und gepflegt haben. Das hat sich sehr gelohnt.

Eins dürfen wir nicht vergessen, auch Tierärzte sind nur Menschen.

mfg. Chilli 2011
 
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