Erste Katze will von uns nicht angefasst sondern nur gejagt werden?

S

Stev

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Hallo,

ich bin nun auch unter die Katzenbesitzer gegangen und auch wenn ich mich insgesamt gut informiert und ausgestattet fühle fehlt mir doch etwas die Erfahrung, weshalb ich mich an Euch wenden möchte.

Unser Neuzugang ist ca ein Jahr alt und kommt von einer Familie mit Kleinkind. Das Kind und die Katze haben sich wohl nicht so gut verstanden. Irgendwann wurde den Besitzern wohl klar, dass das Tier so nicht leben sollte und gaben es schweren Herzens weg. Nun ist sie nach ein paar Wochen Zwischenstopp über eine gemeinsame Bekannte bei uns gelandet und auch wenn das alles nicht optimal für sie ist, wollen wir ihr nun ein dauerhaftes, ruhiges und liebevolles Zuhause bieten. Mir ist klar, dass das arme Katzentier wahrscheinlich nie darüber hinwegkommt wie es aufwuchs aber nun ist sie bereits nach zwei Wochen als hätte sie unsere Wohnung schon immer bewohnt. Nur ihr Verhalten uns gegenüber ist etwas zwiespältig:

Sie lässt sich streicheln wenn sie auf einem ihrer Plätze liegt und verpennt genug ist. Dann schnurrt sie als gäbs kein Morgen und läuft im Kreis und schmiegt sich an alles was in Reichweite ist, außer an einem selbst. Generell möchte sie auf keinem Schoß sitzen, nicht hochgenommen werden und flüchtet sobald man sie anfasst. Angst hat sie nicht, denn sie kommt immer und sieht nach einem wenn man in andere Räume geht. Ihre Flucht ist eher spielerisch.

Und da bin ich nun auf Eure Erfahrung angewiesen: Ursprünglich dachte ich es würde daran liegen, dass sie uns noch nicht kennt. Sie hat sich nach ca einer Woche im Katzenbuckel und buschigem Schwanz vor uns gestellt und ist durch die Wohnung gefetzt sobald wir sie auch nur angeschaut haben. Irgendwann habe ich gemerkt, dass sie keine Angst hat und auch wenn sie keine Lust mehr hat direkt umschaltet und um uns herumstromert als ob nichts wäre.
Also habe ich mir den Spaß gemacht sie mal zu verfolgen und siehe da: sie will einfach nur fangen spielen.

Nun will sie das aber den ganzen Tag und verliert auch an anderen spielen nach ein paar Minuten das Interesse. Ich will ihr den Spaß gerne gönnen da sie zwar sehr wenig allein ist aber weder Ausgang noch Spielkamerad hat. Wenn sie unbedingt will Jage ich sie gern den halben Tag durch die Wohnung, nur ist das abgesehen von der morgendlichen Streicheleinheit der einzige aktive Kontakt den Mensch und tier bei uns haben. Stärke ich damit die Bindung oder bestätigt sie sich dadurch nur, dass sie vor Menschen fliehen muss, so wie vor dem kleinen Mädchen damals? Bringe ich ihr so bei, dass sie sich nicht anfassen lassen sollte?

Oder ist es in dem Alter einfach normal so extrem das Jagen zu üben? Liegt es daran dass sie noch nicht sterilisiert ist? (War noch nicht nötig, wollten sie nicht gleich zum Tierarzt schleppen bevor sie uns richtig kennt. Rolling scheint sie nicht zu sein.)


Danke schonmal

Gruß
Steve
 
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HappyNess

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Hallo und willkommen,

Sie lässt sich streicheln wenn sie auf einem ihrer Plätze liegt und verpennt genug ist. Dann schnurrt sie als gäbs kein Morgen und läuft im Kreis und schmiegt sich an alles was in Reichweite ist, außer an einem selbst. Generell möchte sie auf keinem Schoß sitzen, nicht hochgenommen werden und flüchtet sobald man sie anfasst.

So ein Exemplar habe ich auch. ;)

Ähnlich wie bei Menschen ist auch bei Katzen das Bedürfnis nach körperlicher Nähe eine sehr individuelle Angelegenheit. Es gibt echte Klebekatzen, die sich begeistert auf jeden sich bietenden Schoß werfen und sich am Liebsten so richtig durchknuddeln lassen. Und es gibt solche wie deine, die nur angefasst werden möchten, wenn sie es explizit einfordern und auch dann am Besten nur mit sanftem Kraulen. Wenn sie menschliche Nähe wollen, reicht es ihnen meistens, sich neben ihren Menschen zu legen und halt nicht direkt auf den Schoß.

Wichtig ist, dass du an dem Punkt die Bedürfnisse der Katze respektierst und sie nicht zu Streichel- oder Schmuseeinheiten zwingst, die sie nicht möchte.

Wenn sie gerne mit dir Fangen spielen möchte, ist das auch okay - solange es für sie ein Spaß ist, wird ihr das kein negatives Bild vom Menschen vermitteln. Auch hier gilt es, zu beobachten, wann es ihr zu viel wird und sie nicht unnötig zu bedrängen. Am Besten liest du dich noch ein Wenig in die kätzische Körpersprache ein, um ihre Reaktionen gut deuten zu können.

Wichtig wäre allerdings, dass sie eine Katzenfreundin bekäme, denn die kannst du ihr mit aller Liebe und allem Mitspielen nicht ersetzen. Mit einem Jahr ist sie deutlich zu jung, um als Einzelkatze zu leben.

Kastrieren solltet ihr sie auch so bald wie möglich, schon allein aufgrund der gesundheitlichen Risiken, die unkastrierte Katzen haben.
 
Mikesch1

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Hallo und herzlich Willkommen :)

Eure Katze ist wahrscheinlich unausgelastet und ihr ist langweilig. In dem Alter wollen die Katzen natürlich spielen. Zudem sind Katzen sehr soziale Tiere, die man nicht alleine halten sollte - schon gar nicht in Wohnungshaltung. Sie können dann später Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die auch für den Menschen unangenehm sind. Lies doch bitte einmal diesen Artikel hier:
http://www.katzen-fieber.de/einzelhaltung-katzen.php

Ich kann Euch nur empfehlen, der Kleinen möglichst bald einen Kumpel zu holen. Ist sie ein Mädel holt bitte eine etwa gleichaltrige und charakterähnliche andere Katzendame dazu. Ist es ein Kater, solltet Ihr einen ebenfalls gleichaltrigen Katerkumpel dazu holen.
 
Lenny+Danny

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Schliesse mich meinen Vorschreiberinnen an, die Katze ist viiiiiel zu jung um alleine zu leben.

Lasst sie kastrieren und schaut euch nach einer gleichalten, gleichgeschlechtlichen und charakterähnlicher Katze um, die unbedingt auch kastriert sein sollte.

Ihr werdet sehen, zwei Katzen machen viel mehr Spaß als eine. ;)
 
frodo+sam

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Ja, so siehts aus. Eigentlich habt ihr doch schon selbst erkannt, was ihr fehlt. ;)
 
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Die kleine Maus ist mit einem Jahr noch ziemlich jung und benötigt dringend eine gleichaltrige, gut sozialisierte Katzenfreundin.
Außerdem sollte sie sobald wie möglich kastriert werden.
 
vie_birma

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Ich schließe mich an, eine gleichaltrige Katzenfreundin :)
 
Louisella

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Ich schließe mich den anderen an: schnellstmöglich kastrieren lassen und eine Kameradin dazuholen.

Mich interessiert aber auch das "Jage-Spiel":

Also habe ich mir den Spaß gemacht sie mal zu verfolgen und siehe da: sie will einfach nur fangen spielen.

[...]

Wenn sie unbedingt will Jage ich sie gern den halben Tag durch die Wohnung, nur ist das abgesehen von der morgendlichen Streicheleinheit der einzige aktive Kontakt den Mensch und tier bei uns haben. Stärke ich damit die Bindung oder bestätigt sie sich dadurch nur, dass sie vor Menschen fliehen muss, so wie vor dem kleinen Mädchen damals? Bringe ich ihr so bei, dass sie sich nicht anfassen lassen sollte?

Oder ist es in dem Alter einfach normal so extrem das Jagen zu üben?
Ella macht das auch gelegentlich. Wir können hier über 4 Räume im Kreis laufen, da schielt sie dann gerne um die Ecke und flitzt weg wenn man näher kommt, das geht dann 'ne Weile hin-und-her bis sie genug davon hat.

Ich bin mir nur nie sicher ob das wirklich Spiel ist - denn meistens flitzt sie irgendwann durch die Klappe raus, und das weiss sie ja ganz genau, dass wir da nicht hinterherkommen. Andere Spiele beendet sie in dem sie sich einfach hinfläzt, wegrennen wäre da völlig untypisch für sie.

Mit "Jagen üben" hat das aber meiner Meinung nach nichts zu tun - der Mensch ist als Beute dann halt doch 'ne Nummer zu groß.

Ella ist übrigens auch so eine bei der es Monate gedauert hat bis sie sich überhaupt hat anfassen lassen (hochnehmen lässt sie sich bis heute nicht und auf den Schoß kommt sie auch nicht, aber sie legt sich gerne mal zu einem aufs Sofa etc.).

Eure Katze ist jetzt erst 2 Wochen bei Euch - da würde ich mir noch keine großen Gedanken darüber machen wenn sie noch nicht so zutraulich ist, das kann durchaus auch 'ne ganze Weile dauern bis sie so weit ist dass sie den direkten Kontakt von sich aus sucht. Gebt Ihr die Zeit!
Natürlich kann's sein dass sie nie eine Kuschelkatze wird.
Dass sie sich nicht gerne hochnehmen lässt müsst Ihr auch nicht überbewerten - viele Katzen mögen das nicht.
 

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