Erfahrungsbericht Sondenernährung / Sonde über Speiseröhre (Ösophagus)

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Maike1981

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Hallo, da ich selbst nur wenige Berichte über dieses Thema gefunden habe, möchte ich hier unsere Erfahrungen teilen.
Unsere Katze Maunzi (8 Jahre alt, wir haben sie vor zwei Jahren als Streuner aufgenommen) hatte Anfang Mai einen Unfall (vermutlich vom Auto angefahren) und zum Glück diverse Schutzengel, da "nur" der Unterkiefer gebrochen und ein paar Zähne kaputt waren. Die Tierklinik Posthausen hat das super hinbekommen - es wurde u.a. ein Draht im Unterkiefer gesetzt, der inzwischen wieder entfernt werden konnte.
Leider hat Maunzi nach der OP weder in der Klinik noch bei uns zu Hause gefressen. Wir vermuten, dass sie nichts riechen konnte, weil ihr Gesicht durch den Unfall geschwollen war und sie nur durch den Mund geatmet hat. Sie ist zwar immer wieder zum Futter gelaufen, hat aber nur dran geschnuppert und nichts gegessen. Horror!!! Nach einem Tag bei uns zu Hause haben wir sie wieder in die Klinik gebracht, wo sie eine Speiseröhrensonde bekommen hat, über die wir sie anschließend zu Hause ernähren konnten. Diese Sonde wird unter Vollnarkose als Schlauch seitlich am Hals gesetzt und es kommt ein Verband drum. Man kann Wasser, Wasser + zerstoßene Tabletten und Flüssignahrung (in unserem Fall Reconvales Energy) wirklich einfach über Spritzen in den Schlauch geben. Maunzi hat das super mitgemacht - manchmal hatten wir das Gefühl, sie kriegt es gar nicht richtig mit. Wichtig ist nur, dass man nach der Flüssignahrung, die in etwa die Konsistenz von dickflüssigem Hustensaft hat, ordentlich mit Wasser nachspült, damit der Schlauch nicht verstopft. Einmal ist uns das leider passiert, wir konnten den "Stau" aber mit viel Wasser wieder auflösen. Des Weiteren muss man alle 1-2 Tage den Verband selbst wechseln oder dafür zum Tierarzt fahren, das haben wir zum Glück ganz gut selbst hingekriegt. Die Sondenernährung haben wir gem. Plan vom Tierarzt fünf Mal am Tag vorgenommen, die verabreichte Menge Flüssignahrung wurde dabei langsam gesteigert und nach ein paar Tagen konstant gehalten.
Positiv für uns war, dass wir über die Sonde Schmerzmittel und Antibiotika verabreichen konnten, da wir dies sonst vermutlich nicht hingekriegt hätten. Und es war einfach insgesamt total beruhigend, dass wir sie jederzeit ausreichend mit Wasser und Flüssignahrung versorgt wussten!
Ich hatte in einem Forum gelesen, dass jemand seine Katze vier Monate über so eine Sonde ernähren musste. Das hätte ich echt krass gefunden, denn dafür muss man ja den ganzen Tag zu Hause sein, was wir aktuell nur wegen Corona und Homeoffice hinkriegen. Zudem hätte Maunzi den ganzen Sommer den doofen Verband tragen müssen. Zum Glück hat sie nach etwa einer Woche wieder angefangen zu fressen. Wir hatten alles Mögliche probiert (Futter aufs Pfötchen streichen, selbstgekochte Hühnerbrühe usw.), hat leider alles nichts genützt. Den "Schalter umgelegt" hat dann ein vom Tierarzt verschriebener Appetitanreger - etwa zwei Stunden, nachdem wir ihr das Mittel über die Sonne verabreicht hatten, hat sie gefressen! Wir haben sicherheitshalber noch ein paar Tage gewartet und dann die Sonde entfernen lassen. Das war total schnell beim Tierarzt vor Ort erledigt - ohne Narkose - und sie brauchte nicht mal einen Verband. Zum Glück hat sie nicht viel an der Wunde gekratzt, sodass wir ihr auch nicht so eine Plastikhaube anziehen mussten.
Unser Fazit: Die Sondenernährung war für uns ein Segen, und die Versorgung darüber war wirklich einfach. Es war eine große Beruhigung für uns, diese Möglichkeit zu haben, und vermutlich hat sie Maunzi das Leben gerettet.
Viele Grüße von Maike
 
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