Erfahrungsbericht Pankreatitis, CNI, SDÜ

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Ich war lange nicht mehr hier...

Da ich aber vor Jahren mit Samson hier wirklich gute Unterstützung gefunden habe, wollte ich einmal berichten/anderen Mut machen.

Samson war 2014 im Alter von fast 15 mit Pankreatitis diagnostiziert worden. Ich war verzweifelt und wusste nicht, wie es weitergeht, vor allem, weil er auch noch CNI hatte, die gleichzeitig festgestellt wurde, und Unverträglichkeiten gegen die meisten Kohlehydrate. Die Frühzeit der Geschichte kann man hier nachlesen: Samsons Diagnose

Da er auch noch einige Zeit vorher ein Hautkarzinom hatte, was entfernt worden war wollte der behandelnde Tierarzt ihn sofort aufgeben bzw einfach mitlaufen lassen. (Dort sind wir dann nie wieder hingegangen.) Das wäre aber, wie die Zeit bewiesen hat, falsch gewesen. Es war anstrengend, hat Zeit, Energie und Geld gekostet, und ein Wundermittel gab es nicht. Ich habe mich eingelesen und ihn fettarm gebarft (mit Supplementen), fast ohne Kohlenhydrate, mit genug Kalziumkarbonat um das Phosphat in Schach zu halten aber trotz der CNI mit hohem Proteinanteil (überwiegend Hühnerbrust), da ja irgendwo Energie und Nährstoffe herkommen mussten. Bei Symptomen ( Erbrechen, Appetitlosigkeit) immer wieder mal Schonkost, Schmerzmittel, Cerenia, Handfütterung, Vitamin B, Omeprazol, Slippery Elm Bark... teils haben wir auch AB und Cortison versucht und immer ein Auge darauf gehabt, was gerade anschlägt - was unterschiedlich war.

Eine IBD stand bei ihm als zusätzlicher Verdacht auf der Grundlage des US auch noch im Raum, und nach einigen Jahren wurde auch noch eine SDÜ bei ihm diagnostiziert.

Trotzdem haben wir ihn so weit symptomfrei bekommen, dass ca zwei bis drei Jahre, nachdem die Geschichte anfing, keine Schübe der Pankreatitis mehr auftraten. Auch vorher war er mach der Anfangsphase der ersten paar Monate einen größeren Teil der Zeit beschwerdefrei als er krank war. Im Prinzip musste er irgendwann nur noch sein spezielles Barf und teils auch entweder Ranitidin oder Omeprazol bekommen.

Die CNI ist nie schlimmer geworden, als Iris Stage 2, das war das Stadium, in dem er auch diagnostiziert worden ist, nur einmal ist er ganz kurz in Stage 3 gerutscht, dann habe ich das Kalziumkarbonat im Futter noch mal etwas erhöht und er ist wieder in Stage 2 zurück gerutscht.

Irgendwann kam dann wegen der SDÜ noch das Schilddrüsenhormon dazu, und wir haben die flüssige Version genommen und uns entschieden, so zu dosieren, dass die Schilddrüsenwerte nur bis in den Graubereich sinken und nicht bis in die Norm. Die flüssige Version des Medikaments kann man sehr gezielt und feinfühlig dosieren, anders als Tabletten. Damit war die Unruhe/Aggression/ Fresslust weg, aber vermutlich die Nieren noch etwas angekurbelt, da die SDÜ den Stoffwechsel insgesamt beschleunigt. Auch das war so weit gut im Griff.

Ab ca 2019 hatte er wieder mit einem Tumor zu tun, diesmal in der Nasenhöhle und inoperabel, allemal in Kombi mit den anderen Beschwerden, durch die er schon recht klapprig. Wir haben uns gemeinsam mit dem TA entschieden, nur palliativ gegen die Schmerzen vorzugehen.

Bis März 2020 hat Samson es geschafft, ist 20,5 Jahre alt geworden, und hat einen ganz großen Teil der Zeit ein gutes Leben gehabt und nicht etwa nur überlebt. Er hatte mit der Zeit als wirklich klappriger Opa nur noch einen eingeschränkten Bewegungsradius, aber hat Futter, Streicheleinheiten, und Kuscheln mit seinem Kumpel Moritz weiterhin genossen. Fast sechs Jahre, nachdem der diagnostizierende Tierarzt ihn aufgeben wollte, hat er uns dann deutlich gezeigt, dass er jetzt nicht mehr möchte. Der Tumor hatte angefangen, ihm das Atmen zu erschweren. Die TÄ kam zu uns nach Hause, so dass er seine letzte Reise in gewohnter Umgebung und auf meinem Schoß antreten durfte.

Wir vermissen ihn alle sehr. Ich hatte ihn, seit er klein war und erst, nachdem er weg war, ist mir so richtig klargeworden, dass sich die letzten Jahre schon viel von unserem Tagesablauf danach gerichtet hat, dass er auf regelmäßige Zeiten beim Füttern und dann mit der SDÜ insbesondere der Gabe der Medikamente angewiesen war. Aber es hat sich gelohnt, wir hatten noch viele schöne Momente mit ihm. Insofern: nicht den Mut verlieren, wenn man eine oder mehrere dieser Diagnosen hat. Es muss wirklich nicht das Ende oder der Anfang vom Ende sein.
 
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