Einschläfern oder natürlich gehen lassen?

Violaarabell

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Hallo zusammen,

Ich bin hin und her gerissen was ich tun soll... Mein Kater Cleo ist ca. 15 Jahre alt. Im Januar wurde eine blutanämie festgestellt, welche wir mit Cortison wieder in den Griff bekommen haben. Beim Ultraschall des Bauchraums wurde jedoch festgestellt dass eigentlich alle Organe nicht mehr klar abgegrenzt sind und auch die Darmschleimhäute verdickt und eine kleine Wucherung im Brustkorb. Zudem hat er seit langem Durchfall und ist dadurch auch sehr ausgetrocknet. Beim letzten wiegen hatte er gerade mal noch 2,8 kg.
Der Tierarzt sagt er hat keine schmerzen und wahrscheinlich wird er an einem organversagen sterben. Er sagte vielleicht könnte er jetzt schon die nächsten Tage einfach einschlafen. Cleo frisst weiterhin selbstständig und trinkt auch. Sobald man ihm sein essen rausholt ist er aufmerksam und miaut auch. Und solange er so ist habe ich das Gefühl es wäre falsch ihm die Entscheidung abzunehmen... Das letzte mal waren wir am Samstag beim Tierarzt, wo er wie immer eine Elektrolytlösung und Cortison gespritzt bekommen hat. Normalerweise hieß es dann immer Mittwoch wieder rein kommen. Diesmal hat er nichts gesagt... Vielleicht hat jemand Ratschläge oder eigene Erfahrungen für mich...
 

consti

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Liebe Violaarabell,

eine ganz schwere Entscheidung, die man leider nur selber in Absprache mit dem Tierarzt treffen kann.
Wir sind hier in einer ähnlichen Situation.
Mein Kater Schröder ist 16 Jahre alt, steht unter Dauercortison und ist nun leider auch noch blind geworden und hat eine Bauspeicheldrüsenschwäche, so dass er ganz empfindlich an Magen und Darm ist.
Schon schwer, das mit anzusehen und sich immer wieder zu fragen, ob das Tier noch Lebensqualität hat.

Ich glaube aber, dass die Freude am Fressen noch ein ganz guter Indikator ist, denn wenn es Katzen sehr schlecht geht, verweigen sie ja jegliche Nahrungsaufnahme.
Eine Zwangsernährung würde für mich auf gar keinen Fall in Frage kommen.
Aber auch das ist eine persönliche ethische Entscheidung.

Und auch, ob die Katze noch von sich aus zum Kuscheln kommt und sich dabei wohlfühlt und entspannen kann.

Ach Mensch, es ist wirklich schwer ich drücke uns einfach beiden mal die Daumen, dass wir den richtigen Zeitpunkt erkennen.

Alles Liebe und Gute für deinen Cleo.
 

Schnurr13

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Was für ein trauriger Grund sich hier anzumelden.

Bei mir ist das schon sehr lange her, aber mein Herzenskater baute auch nach und nach ab und man konnte sehen, dass er einfach immer weniger wurde. Aber er genoss die Streicheleinheiten, futterte und zeigte mir nicht, dass er Schmerzen hätte. Das fand ich für einen alten Kater (20) völlig in Ordnung.

Dann kam der Tag an dem er das Futtern eingestellt hat und auch müde und einfach anders wirkte. Da beschloss ich den TA zu uns nach Hause kommen zu lassen. Er wollte am kommenden Tag in der Mittagspause kommen. Sor war der Plan. Mein Katerchen ist dann allerdings in der Nacht auf meinem Bauch eingeschlafen und nie wieder aufgewacht.

Was ich mit der langen Geschichte sagen will: So lange er bei dir ist und am Leben teilnimmt, nimm es wie es ist. Wenn er anfängt Schmerzen zu haben, oder signalisiert nicht mehr zu wollen, dann würde ich an deiner Stelle einen TA kommen lassen.

Ich wünsche dir viel Kraft und noch schöne gemeinsame Momente.
 

kymaha

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Solange er frisst und trinkt und sich nicht quält , würde ich ihn am Leben lassen und auch weiterhin unterstützen . Du kennst den Kater und ich bin sicher , das er dir irgendwie zeigen wird , wenn es nicht mehr geht , dann würde ich ihn aber erlösen . Organversagen ist kein Spaß und ich würde da nicht tatenlos daneben sitzen wollen und warten bis es zuende geht .
 

Violaarabell

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Danke für eure Antworten!
Ich denke auch, dass er noch nicht will. Und ich hoffe er zeigt mir wann es soweit ist.
Heute morgen wollte er nicht fressen. Nachdem er Kot (Durchfall)abgesetzt hat ist er aber zum Futter und hat auch getrunken! Leider beginnt er jetzt seine Geschäfte da zu machen wo er gerade ist. Ich denke ich werde ihm heute noch mal die übliche Dosis beim Tierarzt abholen. Oder meint ihr lieber nichts mehr geben? Mein Tierarzt würde ihn wahrscheinlich auch jetzt schon einschläfern.
Aber wie gesagt ist er mir dafür zu "fit"
Dazu kommt noch das am Wochenende der Junggesellinnenabschied Abschied meiner besten Freundin ist und ich habe Angst, dass wenn ich fahre, er in meiner Abwesenheit geht :(
 

Grinch2112

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Also unser Kater ist vor 2 Jahren tatsächlich während unserer Abwesenheit gegangen. Wenige Stunden höchstens bevor wir wieder da waren.

Allerdings war es bei ihm zu erahnen. Wenige Tage vorher hat er sich schon zurück gezogen und kaum noch was gefressen. Er wollte gehen. Wenn man dann aber zu ihm ist, dann hat er sich ganz normal verhalten. Er kam nur kaum noch von selbst zu uns. Aber das waren auch nur wenige Tage. Ansonsten wären wir wahrscheinlich mit ihm zum Tierarzt.

Manchmal hatte er solche kurzen Phasen wo er sich ähnlich verhielt und er war ohnehin nur so ein halber Schmusekater.
 

Gigaset85

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Naja "fit" ??? ...ich weiß nicht.....ich an deiner Stelle würde jetzt gleich zum TA und den Rat annehmen, wenn es ihm jetzt immer schlechter geht und es sicherlich nicht mehr besser wird.....tut mir sehr leid,ich bin nur der Meinung ,lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende....so wie du schreibst denke ich du ersparst ihm eher ein unschönes Ende
 

Maximia

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Ich würde ihn auch eher einschläfern lassen. Vermutlich hängt es aber auch mit der eigenen Einstellung zum Tod zusammen, welche Wege man beschreitet. Ich z.B. habe gar keine Angst vor dem Tod, empfinde das nicht per se als etwas Schlimmes. Vor dem Sterben habe ich aber Angst und der Gedanke, da leiden zu müssen, ist mir ein Graus. Dementsprechend würde ich eben eher einschläfern lassen, wenn er jetzt schon Probleme hat und die Prognose auch völlig klar keine Besserung erwarten lässt.

Wie geht es DIR denn mit den verschiedenen Optionen.
 

Violaarabell

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Wi gesagt ich weiß es einfach nicht. Einschläfern fühlt sich noch falsch an...Und das meine ich nicht weil ich nicht los lassen kann. Es wird schwer und er wird eine große Lücke hinterlassen aber eigentlich wünsche ich mir für ihn, dass er los lassen kann :(
Der Tierarzt sagt halt dass er keine schmerzen hat und auch dass das Sterben nicht schmerzhaft wird..Natürlich muss ich ihn beobachten und wenn es sich ändert doch zum Tierarzt bringen. Zb wenn er anfangen sollte durch den Mund zu atmen. Er soll schließlich nicht ersticken. Aber wenn er einfach nur schwächer wird.. Ich denke halt dass nicht jedes alte Haustier eingeschläfert werden muss vorausgesetzt es leidet keine schmerzen.
 

Gigaset85

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Ich kann dir nur sagen was ich dann machen würde: wenn es sich (noch) falsch anfühlt ihn über die Regenbogenbrücke zu schicken dann bleib unbedingt bei ihm. Ich allerdings hätte dann keinen Nerv mehr für so einen Junggesellinenabschied....nicht,dass er in seiner letzten Stunde dann auch noch alleine ist. Ist es eigentlich ein Einzelkater?
 

Violaarabell

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Allein wäre er auf keinen Fall. Mein Partner wäre da und auch meine Mutter wohnt untern drunter (nur durch eine Zimmertür getrennt). Insgesamt habe ich 4 Katzen. Ein Kater ist 9 Jahre der ist aber im Moment durchgängig bei meiner Mutter und ein junges Geschwisterpaar von 9 Monaten. Cleo und der andere älterer leben quasi in beiden Wohnungen so wie es ihnen gerade passt.
 

nicker

ruritanische Hofberichterstattung
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Ich hatte das Glück, dass mir drei von meinen vier Sternchen (mein allererster Kater verstarb in der Tierklinik unter der OP; wir ließen ihn nicht mehr aufwachen aus der Narkose, weil die OP ihm nichts gebracht hätte) deutlich signalisierten, dass sie gehen wollten und dafür einen kleinen Schubs brauchten.

Gerade der Nickerkater und die Bezaubernde Jeannie machten gewissermaßen eine Punktlandung; kaum dass die Narkosespritze durch die Haut war, taten sie, jeder für sich und auch ca. ein Jahr auseinander, den letzten Schnaufer und hörte das Herzchen auf zu schlagen.

Ihr Verhalten - beide waren schwer krebskrank - war in etwa so, dass sie nach einer längeren stabilen Phase (nach der Diagnose) abrupt stark abbauten und auch nicht mehr sicher gehen konnten. Bis dahin hatten beide noch viel Lebensfreude, fraßen, texteten mich zu, hatten haufenweise Wünsche, die ich umgehend erfüllen sollte (und auch machte ^^), wuschen sich auch noch und gingen auch zuverlässig aufs Klo.
An dem Tag, welchem, sagte mir iwie mein Bauch vorweg schon, dass etwas anders war, eine innere Gewissheit, dass der letzte Tag gekommen sein dürfte. Und wie sie mir dann entgegenwackelten.... Jeannie ging zuerst, und als Nicki mir so wackelig entgegen kam, war mir klar, dass ich ihn sogleich zum TA schaffen würde. Also erst angerufen und dann hin, Nicki erzählte mir noch einen Haufen Anekdoten aus seinem abwechslungsreichen Katerleben ;), und dann lag er in meinem Arm und setzte die TÄin die Spritze an, und quasi zeitgleich sagte sie, es ist vorbei, wie bei Jeannie auch.

Bei meinem vierten Sternchen, Nine, war es insofern etwas weniger eindeutig, weil sie schon so lange so krank gewesen war und sich trotzdem mit einem unbezähmbaren Willen immer wieder berappelt hatte. Da war ich unsicher geworden, was das Bauchgefühl anging.
Ich war mit ihr schon mehr als einmal mit diesem Bauchgefühl zum TA gefahren, aber Nine zeigte der Sensenkatze immer wieder die Mittelkralle, bis zu dem Tag, wo ich dann wieder - mit der leisen Überlegung, dass es vielleicht wieder ein Fehlalarm sein könnte - zum TA fuhr und es dann aber leider keine Hilfe mehr gab. :reallysad:

Bei meinen Sternchen war deutlich gewesen, dass sie - quasi von einem Tag zum anderen - massiv abbauten, also unsicherer Gang, Inappetenz, Desinteresse an der Umgebung, und ich habe auch mehrfach gelesen (und kann das rückschauend auch bestätigen), dass sich totkranke Katzen nicht mehr richtig putzen, eher gar nicht mehr putzen.
Bei Nine waren auch mehrere Situationen, wo sie sich nicht sogleich nach dem Fressen wusch, aber das kam dann etwas zeitversetzt; sie war krankheitsbedingt leider sehr oft von Übelkeit geplagt oder hatte anders Fressunlust. Aber: zum Thema Schmerzen möchte ich noch ausdrücklich sagen, dass zumindest Nine sehr von ihren Schmerzmedis profitierte und dadurch auch enorm an Lebensqualität gewann! Sie nahm mehr als zwei Jahre lang regelmäßig Metacam, und man merkte deutlich, dass es ihr richtig gut ging, sobald das Medi seine Wirkung entfaltete. Teilweise nahm Nine ja lokal auch Lidocain gegen ihre heftigen Halsschmerzen (Calicivirus), und auch das half ihr sehr, die Inappetenz zu überwinden und zu fressen!

Deswegen möchte ich davon abraten, eine Gabe von Schmerzmedis so radikal zu verurteilen und dem Tierchen durch den kompletten Verzicht auf Schmerzmedis wohlmöglich noch unnötige Schmerzen in seinen letzten Tagen oder Wochen zu bereiten, während es dem Ende entgegen geht!

Ich persönlich bin kein Freund von der Überlegung, dass das geliebte Tierchen seinen letzten Schnaufer zuhause und ohne ärztliche Hilfe tun soll. Meine Angst, die Situation falsch einzuschätzen und dem Tierchen dadurch unnötige Leiden zu verursachen, ist zu groß, und meine persönlichen Erfahrungen zeigen mir insofern auch, dass mein Weg zumindest für meine Fellchen bisher richtig gewesen ist!
Lieber fahre ich einmal oder auch mehrmals mit dem Tierchen zum TA und lasse die Situation nochmal überprüfen, als dass ich wohlmöglich die Schuld eines qualvollen Todes auf mich lade.

Mich verfolgt heute noch der Gedanke, wie es meinem Orientalenmädchen Mercy gegangen wäre, wenn ich mit ihrer schweren Atmung nicht direkt zum TA (und dann von dort aus mit hohem Tempo in die TK) gefahren wäre: Mercy wäre elendiglich erstickt, und beim Haus-TA konnten sie sie nicht angemessen behandeln, so dass Eile geboten war, sie in die nächstgelegene Tierklinik zu schaffen.
Ein Flüssigkeitserguss im Brustraum wie bei Mercy kann bei vielen Erkrankungen - gerade auch bei Herzsachen - bei älteren Katzen vorkommen, und die damit verbundenen Atemprobleme sind mir gedanklich der reine Horror; so ein Risiko möchte ich persönlich keinesfalls eingehen.

Bis zu Mercys Unfall, der zu ihrem Chylothorax führte, hätte ich das Thema natürlicher Tod wohl auch noch lockerer gesehen als heute, aber die Erinnerung, wie Mercy im Kennel nach Luft rang, während ich sie nach Düppel fuhr und hoffte, dass man sie dort sofort wieder ins Sauerstoffzelt setzen und behandeln würde, ist sofort präsent, während ich hier schreibe.... diese Hilflosigkeit, wie man das Leiden so unmittelbar miterlebt.... nein, das wünsche ich niemandem!

Deswegen ist mir der "ärztlich verordnete Tod" ;) insofern deutlich lieber als ein natürlicher Sterbeprozess. Ich sehe daran auch nichts "Entwürdigendes" oder "Unnatürliches", sondern im Grunde nur Vorteile. Zumal ich auch nicht zu den Leuten gehöre, die ihr Tier schon aus rein finanziellen Gründen einschläfern lassen würden, weil ihnen die Behandlung zu teuer ist. (Dann lieber ab zum Tierschutz mit der Hoffnung, dass das Tierchen dort angemessen behandelt werden kann und liebe neue Dosis findet!)

Viola, ich denke, ihr seid so dicht dran, dass du es auch merkst, bauchtechnisch, dass und wann es soweit ist.
Tiere zeigen häufig, wann sie ihre Lebensqualität verlieren, und auch Inkontinenz kann so ein Zeichen sein, gerade bei alten Tieren, muss es aber nicht zwingend.

Was ich persönlich allerdings sicherlich nicht könnte: an so einem Junggesellinenabschied teilnehmen; da wären meine Gedanken viel zu abgelenkt, und ich selbst hätte auch keine Freude an so einer ausgelassenen und fröhlichen Veranstaltung. Ich würde dann auch nicht den anderen Teilnehmern und der Braut mit meinen trüben Gedanken den Tag verderben wollen und daher im Vorfeld schon absagen.
Eher würde ich dann in kleiner Runde die verpasste Feier ansatzweise nachholen und z. B. die Braut zum Essen einladen o. ä. :)

Ich drücke euch die Daumen, dass Cleo noch eine gute Zeit hat und euch dann auch klare Signale gibt, wenn er gehen will und dafür Hilfe braucht. :)
 

Violaarabell

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Liebe Tini,

vielen Dank, dass du mich so ausführlich an deinen Erfahrungen teilhaben lässt! Ich habe das alles bis jetzt erst einmal mitgemacht. Unsere Siamkatze Rana habe ich 2009 auch mit ärztlicher begleitung über die Regenbogenbrücke gebracht. Bei ihr war es aber auch nicht anders möglich, da sie einenTumor im Rachenraum hatte. Hier gab es nichts zu zweifeln oder zu überlegen ... Ich weis dass es die einzige richtige und auch notwendige Entscheidung war:(

Bei Cleo sieht es anders aus. Vor 6 Jahren habe ich ihm ein Hinterbein amputieren lassen müssen, da er Knochenkrebs hatte. Damals überlegenten mein Haustierarzt schon ihn einzuschläfern...Zum Glück habe ich mir mehrere Meinungen eingeholt.. Denn bis Anfang dieses Jahres ging es ihm gut und er kam super mit seinen drei Beinen zurecht. Naja und seit Januar bis jetzt gab es immer mal wieder gute aber auch sehr schlechte Tage so dass es wirklich schwierig ist die Situation einzuschätzen...Aber seit Januar war auch schon klar, dass er nicht mehr gesund wird. Putzen tut er sich wohl aber schon lange nicht mehr richtig oder vielleicht sogar gar nicht... habe es zumindest nicht mehr gesehen....und was den wackeligen Gang angeht.. auch schwer... klar er ist sehr schwach und das fehlende Bein macht es jetzt für ihn nicht einfacher..Aber ist es nicht noch ein gutes zeichen dass er frisst und auch fressen will? Wenn man zum Kühlschrank geht, steht er auf setzt sich an die Stelle von seinem Napf guckt einen mit großen Augen an und miaut...und dann denke ich immer nee der will noch was bleiben.
Hab auch schon überlegt ob ich die zwei jungen kätzchen wegsperren soll damit er mehr Ruhe hat. Wenn sie ihm zu nah kommen gibts einen bösen laut von cleo und manchmal haut er auch drauf ^^. Dabei möchte die eine von beiden ihn immer nur putezn :)
Ich werde in 2 Stunden auf jeden Fall mit ihm zum Arzt fahren und mir anhören was seine Meinung ist.
 

nicker

ruritanische Hofberichterstattung
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Ich kann mir gut vorstellen, wie schwierig die Entscheidung für dich ist, Viola!

Vor allem finde ich es gut, dass du seinerzeit mehrere Meinungen eingeholt hast, als Cleo das Bein amputiert wurde. Ich habe hier ein Dreirädchen (die Chefin des Clans, zickige Alleinherrscherin über Ruritanien :D), das schon als Kitten nach einem Unfall beim Züchter amputiert wurde. Pfötchen hatte auch eine Zeit, wo es bei ihr amputationsbedingt nicht recht "vorwärts" ging, also über eine gewisse Hemmschwelle hinaus. Als dann Mercy (die mit dem Chylothorax) als Gesellschaft für Pfötchen einzog, war Pfötchen wie ausgewechselt und wollte überall dorthin, wo Mercy, der krallige Flummi, hinturnte.
Für eine ältere Katze ist es sicherlich schwieriger, sich in diesem Punkt umzugewöhnen als für ein Jungtier. Trotzdem ist ja das Beneidenswerte an allen Katzen, dass sie ganz im Hier und Jetzt leben und dem Vergangenen nicht hinterherweinen. Also anders als wir Menschen, die wir mit persönlichen Schicksalsschlägen vielleicht sogar massiv hadern.

Ich würde es insofern bei Cleo nicht am Gangbild und am Putzen allein festmachen, sondern da seine Besonderheiten einbeziehen. So wie du schreibst, zeigt Cleo weiter Interesse an seiner Umgebung, er hat erkennbar Appetit und hält seine Routine ein.... das macht eine Katze, der es an Lebensqualität und Lebenswillen mangelt, nicht!

Und wenn du schreibst, dass dein Doc schon bei der Amputation das böse Wort Euthanasie in den Mund genommen hat, würde ich auf sein Gefühl und seine Meinung allein nicht hören! Denn er hat da augenscheinlich ein anderes Empfinden als du und setzt beim Thema Einschläfern eher an.
Er kennt Cleo natürlich auch nicht so wie du! Du siehst ihn täglich und bist insofern dichter dran, daher würde ich an deiner Stelle auch deinem Bauch das größere Maß an Entscheidungskompetenz einräumen. ;)

Für mich hört es sich so an, als wenn Cleo ebenfalls Krebspatient ist? Oder ist es wirklich "nur" das Alter?
Ich denke, dass da vielleicht doch noch kleine Unterschiede bestehen könnten. Bei einer Krankheit wie Krebs würde ich noch mehr versuchen, auf die Kleinigkeiten zu achten, was das Wohlsein von Cleo angeht. Also beispielsweise, ob er Schmerzen hat.

Die kleinen Jungs (?) würde ich nicht wegsperren; ich denke, dass Cleo gerade diese Jungspundigkeit auch sehr genießt, also die Abwechslung, das Clownige, das die Jungtiere so an sich haben.
Wichtig wäre mir dabei, dass Cleo seine persönlichen Rückzugsmöglichkeiten hat, wo die Jungs ihn nicht bedrängen können. Vielleicht eine auf seinen Chip programmierte Katzenklapp in der Tür zu einen Raum, wo die beiden Kleinchen nicht reinkommen; sowas.
Aus solchen Erwägungen zog bei uns damals, als Jeannie mit dem Krebs diagnostiziert wurde, die junge Nine bei uns ein, damit der Nickerkater mit ihr statt mit Jeannie würde spielen und raufen können. Ich hatte bemerkt, dass Nicki die Gesellschaft fehlte, nachdem Sternchen Nero in der Tierklinik verstorben war, und er versuchte, mit Jeannie zu raufen, die dazu natürlich nur wenig Lust hatte. Da kam Nine sehr gut an; Nicki liebte seinen kleinen Harem und noch mehr, als nach Jeannies Tod die beiden kleinen Mädchen, Pfötchen und Merc, dann auf Nickis alte Tage seinen Orientalinnenharem komplett machten. *lach*

Es ist natürlich nicht leicht, so aus der Ferne einen Einzelfall beurteilen zu wollen, aber ich habe den Eindruck, du weißt, was ich meine, und kannst es dann auf Cleos Situation übertragen. :)

Lass dich bitte vom Tierarzt nicht irre machen, wenn er deiner Meinung nach zu früh versucht, dich von einer Euthanasie zu überzeugen. Dann hole bitte noch eine zweite Meinung ein; vielleicht kann auch dein familiäres Umfeld eine gute Einschätzung zu Cleo abgeben?
 

Violaarabell

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Ja ich denke auch, dass ich weiß was du meinst und auch das ich merken werde wann der Zeitpunkt ist. Mein Tierarzt meinte auch zu mir "das werden Sie dann wissen"
Waren auch gerade beim Arzt. Gab wieder das übliche.. Flüssigkeit + Cortison und diesmal auch noch mal was gegen den Durchfall. Samstag gibt's das gleiche nochmal. Er ist auch jedes mal erstaunt, dass er immer noch frisst noch am Leben Teil nimmt und auch noch ziemlich flink ist. Cleo ist halt doch ein kleiner Kämpfer.
 

Gigaset85

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Dann alles Gute für euch, nutze die Zeit,die ihr noch habt....nicht jeder hat die Chance.
 

Hazelcats

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Ich glaube auch, so wie du schreibst, daß du wissen wirst, wann es soweit ist und ob ihr Hilfe braucht. Und bis dahin wirst du das beste aus der Zeit machen, die euch bleibt.

Je nach Erkrankung kommt man manchmal nicht ums Einschläfern herum, dann, wenn der weitere Weg keine Besserung mehr bringt, keine Lebensqualität aus Sicht der Katze mehr hat und wenn er mit Leiden verbunden ist.
Wenn es nur Schmerzen sind, die sich mit Schmerzmitteln unterbinden lassen, dann würde ich immer Schmerzmittel geben und die Katze "selbst" ihren Weg gehen lassen. Ich bin der Meinung, sie haben ein Recht darauf ihren Weg selbst zuende zu gehen - wenn er nicht mit Leiden verbunden ist, wenn er einfach so "ausläuft".

Meine eigenen Katzen sind bisher sowohl mit wie auch ohne Hilfe gegangen, meist ohne Hilfe.
Jany war die Erste und bei ihr bereue ich heute noch, unseren TA geholt zu haben - aber nur weil ich heute mehr Erfahrung habe und der Meinung bin, sie wäre am gleichen Tag abends allein gegangen und wollte den Weg allein gehen. Ich hatte damals zuviel Bedenken, daß sie leidet, Schmerzen hat und es einfach schlimm für sie wird, ohne Nachhilfe zu gehen, das war aus heutiger Sicht ein Irrtum, damals wußte ich es nicht besser und hoffe, sie hat mir verziehen.
Ihr folgte im nächsten Jahr Filou. Er baute auch wie sie langsam ab, doch vorab klärte mich mein ganzheitlicher TA (aus der Ferne, er ist leider nicht vor Ort) über den natürlichen Verlauf auf, daß in diesem Fall kein Leid dabei sei und in der fortgeschrittenen Phase, wenn Filou nicht mehr richtig ansprechbar sein wird, mit Mauzen zu rechnen ist wegen Halluzinationen, nicht wegen Schmerz und hat mir vorab Hömöopathika zugeschickt, die uns auch wirklich in dieser Phase geholfen haben.
Die nächsten Katzen, die mich verließen, gingen auch alle allein und ich empfand diesen Weg immer als stimmig.
Genau so hatte ich mir das auch für Vicky erhofft, bei ihr war es das Immunsystem, was im höheren Alter nicht mehr gegen die Herpes-Viren ankam. Als Kitten war sie ja schwer an Katzenschnupfen erkrankt, verlor ihre Augen, war nach Ausheilung aber über ein Jahrzehnt symptomfrei und fit. Später machten ihr die Viren schnupfenmäßig zu schaffen, wir kämpften lange immer wieder erfolgreich gegen Sekundärinfektionen, bis es dann die Viren selbst waren, die zuviel wurden und das ganze Nasenhöhlen etc. System innen vom Gewebe zerstörten. Da Vicky blind war, brauchte sie ihre übrigen Sinne zur Orientierung und durch die Herpesfolgen war bei ihr dann zum Schluß die Nase dicht, Nasenbluten und riechen konnte sie nicht mehr, wollte daher auch nicht fressen und verlor ihre Orientierung. Sie fand sich nicht mehr zurecht und das war vorher schon in den Schnupfenschüben mit Rastlosigkeit mit aufkeimender Panik einhergegangen -doch da war es ja nur für geringe Zeit, nun war es für immer.
In diesem Fall war das seelische Leid höher als das körperliche Leid und meinem Gefühl nach nicht mehr zu vertreten, um sicherzugehen und keine Chance auszulassen, fuhr ich sie umgehend zum TA, der leider diesmal auch keine Aussicht auf Besserung mehr sah. Ich hatte es geahnt, mir so sehr etwas anderes gewünscht und nun sollte sie nicht mal in vertrauter Umgebung einschlafen dürfen? Leider ja. Sie hätte sich daheim nicht mehr zurecht gefunden, wäre rastlos und panisch umhergelaufen bis der TA uns besucht, um sie einzuschläfern. Also schlief sie dann in meinen Armen auf dem TA-Tisch für immer ein. Ausgerechnet für Vicky hatte ich das auf keinen Fall gewollt, aber nun war es doch die beste Wahl.
Und ich war froh über die letzten Monate, die wir uns immer wieder erkämpft haben und die wir so sehr genutzt haben.

Es bleibt einem immer nur individuell nach Katze, Gesundheitszustand und Situation zu entscheiden und leicht ist es nie.

Ich wünsch euch alles Gute, liebe Grüße
Karen
 
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