Ein neuer Kumpel für die Katze

Nicccey

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Hallo :) Ich bin neu im Forum und wie es so oft ist, habe ich auch einen speziellen Grund für meine Anmeldung.

Meine Wohnung teile ich seit mittlerweile sechs Jahren mit meiner Katze, die ich als Kätzchen von 16 Wochen geholt habe.
Ursprünglich waren sie zu zweit, aber da beide auch Freigänger waren bzw. sind und die Schwesterkatze von ihrem letzten
Streifzug leider nie nach Hause gekommen ist, wohnt meine Kätzin nun seit ca. 4 Jahren allein bei mir. Ihre Schwester und sie
waren ein Herz und eine Seele. In der alten Wohnung (Einzimmerwohnung) konnte ich zeitnah nicht für eine/n Kumpan/in sorgen,
da die Vermieter nach anfänglicher Zusage zur Katze darum gebeten haben, es bei der verbleibenden zu belassen.

Vor einigen Monaten sind wir in eine größere Wohnung gezogen. Die Mieze hat sich
nach kurzer Eingewöhnung gut eingelebt. Sie hat jetzt wesentlich mehr Platz, eine Kletterwand, diverse
Fensterplätze und fast in jedem Raum ein Katzenklo (- bei Nichtgefallen des Klos hat sie in der Vergangenheit öfters mal
mit "Dann-such-ich-mir-halt-ne-andere-Ecke" reagiert. Nach Streu- und Klowechsel - Halbstehpinklerin - hat sich das aber
sehr gebessert -). Auch hat sie gut akzeptiert, dass sie die erste Zeit mal nicht raus konnte wie gewohnt.

Nun sind wir durch Zufall auf einen Kater gestoßen, der ein neues Zuhause suchte, da das Herrchen verstorben war. 4 Jahre
alt, beim ersten Besuch sehr zutraulich und verschmust. Er habe mit Hund und mehreren Katzen zusammengelebt und
hätte sich dort gut vertragen.

Dazusagen sollte ich vielleicht, dass meine Katze sehr vorsichtig ist. Neuem begegnet sie mit Respekt, um nicht zusagen Scheu,
und auch draußen geht sie bei anderen Katzen eher auf Rückzug. Allerdings habe ich sie im nachbarlichen Garten auch mit
mehreren Katzen friedlich zusammensitzen sehen. Gefällt ihr ein (menschlicher) Besucher im Haus nicht, versteckt sie sich in
eine schwer zugängliche Ecke und kommt auch nicht heraus, bevor der Störenfried verschwunden ist.

Nunja. Da wir nun in der neuen Wohnung im Obergeschoss wohnen, kann die Katze nun nicht mehr wie gewohnt ein und aus
gehen und bleibt deshalb öfter in der Wohnung. Wenn sie möchte, lass ich sie zwar mit raus, aber der "Nach-draußen-Drang"
scheint nicht mehr so stark wie früher.

Da wir beide Berufstätig sind, kam der Gedanke an eine Zweitkatze. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, es mit dem Kater
zu versuchen.

Das ganze ist nun genau drei Wochen her.

Die ersten eineinhalb Wochen bewohnte der Kater ein separates Zimmer, in dem nur ein Schuhschrank und mein Klavier steht.
Die Katzen sahen sich zunächst nicht. Unmittelbar folgte der obligatorische Tierarzt-Check mit Impfung, Entwurmen (- es gab
keine alten Papiere der Vorbesitzer) und Allgemein-Check. Da sich auch nach mehreren Tagen keine Auffälligkeiten bemerkbar
machten, durfte der Kater auch mal in den Flur, während die Katze im Wohnzimmer blieb.

Es wurde geschnuffelt und erkundet. (Kurze Info zum Neuankömmling: Den Kater stellen wir langsam auf Nassfutter und
eingeweichtes Trockenfutter um - er bekam vorher nur Trockenfutter und ist kastriert.) Die Katze schnüffelte misstrauisch
am Türschlitz und ging bei Geräuschen des Katers in Deckung. Der Kater hat sich vom ersten Moment an super eingewöhnt
und hätte wahrscheinlich schon am ersten Tag mit im Bett geschlafen.

Den ersten Blickkontakt gab es nach einigen Tagen durch den Türspalt. Meine Katze reagierte eher semibegeistert.
Das hat mich erst einmal zu bewegt, noch etwas mit einem direkten Aufeinandertreffen zu warten.

Den nächsten Kontakt gab es Ausversehen. Ich dachte die Katze sei im Wohnzimmer und ließ den Kater ins Schlafzimmer.
Dabei saß sie hinter dem Vorhang auf der Fensterbank. Lautes Fauchen, der Kater sprang die Katze an, verfolgte sie, Rückzug
in eine Ecke Fauchen, Jaulen, Brummen, eine kurze Schlägerei und dann bin ich dazwischen gegangen.

Vielleicht ein Fehler, aber ich konnte wirklich nicht einschätzen, ob die Grenze zu einem ernsthaften Kampf schon überschritten
war. Dazu vielleicht noch: Der Kater ist der körperlich stärkere. Er wiegt knapp 5 kg, die Katze etwas mehr als 3 1/2 kg.

Die nächsten Begegnungen liefen ähnlich ab. Der Kater nähert sich der Katze, Blickkontakt, Katze faucht, knurrt und brummt,
bewegt sich meist geduckt gaaaanz langsam oder rennt davon, Kater verfolgt sie, Schlägerei, Katze in Ecke, faucht und brummt,
Kater zieht meistens ab.

In den letzten Tagen ist die Katze dazu übergegangen, sich auf ihrem Regal zu verstecken und den Kater anzufauchen, wenn er
sie wieder mit seinem Blick fixiert. (Er scheint eher eine Bodenkatze zu sein und macht überhaupt keine Anstalten, ihr über die
Katzentreppe auf den Schrank zu folgen.)

Ist der Kater aus dem Raum und die Türe geschlossen, traut sie sich auch wieder herunter, lässt sich streicheln, frisst (- nach
anfänglichen Verweigern Gott sei Dank wieder), benutzt das Katzenklo und verhält sich relativ normal. Betritt der Kater den Raum,
oder steht auch nur die Tür offen, ist sie wie erstarrt und geht auf Flucht. Abends zum Fernsehen kommt sie kaum mehr herunter
zu uns, was sonst ein relativ festes Ritual war.

Der Kater indessen fühlt sich pudelwohl, hat schon die ganze Wohnung in Beschlag genommen und erachtet sie wohl auch als sein Revier.
Vielleicht war es ein Fehler, ihn schon in jedes Zimmer zu lassen. Scheinbar haben wir da, was ich auf den ersten Blick definitiv nicht
erwartet hätte, einen kleinen Macho. Liegt er auf dem Sessel, reagiert er schon mal mit Kratzen und beißen, wenn man ihn aus welchen
Gründen auch immer vertreiben will.

Während er alles in Beschlag nimmt, zieht sich die Katze immer mehr zurück. Zu Schlägereien kam es nicht mehr, da sie sich in seiner
Anwesenheit nicht mehr in Kampfnähe kommt.

Während wir auf Arbeit sind, halten wir sie getrennt. Der Kater den halben Tag in seinem Zimmer, die Katze in Flur, Wohnzimmer und
Schlafzimmer. Den anderen halben Tag die Katze im Wohnzimmer und den Kater in der restlichen Wohnung. Sind wir zuhause, lassen
wir sie zusammen.

Der Katze gegenüber verhält er sich immer gleich. Entdeckt er sie in "unerreichbarer" Ferne, fixiert er sie, kommt näher, verliert nach
einiger Zeit das Interesse. Ich kann nicht ganz beurteilen, ob das anschauen und verfolgen unter "Kontaktaufnahme" oder schon unter "Mobbing" fällt.

Gestern habe ich begonnen, ihn beim "Anstarren" zu unterbrechen und von der Katze zu verscheuchen und versucht bewusst die Katze
zu bevorzugen. (Gar nicht so einfach, wenn sie gut 2 Meter auf einem Regal sitzt. ^^') Geerntet habe ich vom Kater ein beleidigtes
"Miauuuau" und Rückzug von der Katze nur große angstvolle Augen, die dem Kater gefolgt sind.

Ich bin mir so unsicher was ich tun soll. Seit einer Woche hat mein Freund den Auftrag, sich etwas für eine Gittertür zu überlegen.
Im Forum habe ich heute einige Tipps zum Selbstbau gelesen, wenn er nicht in die Puschen kommt, dann bastel eben ich allein ^^'
(- im Regelfall hilft er mir dann doch, wenn er das handwerkliche Elend sieht.). Vielleicht baut sich das Selbstbewusstsein der Katze
durch die körperliche Trennung wieder auf.

Davon abgesehen habe ich von Anfang an einen Felyway Stecker im Wohnzimmer - allerdings habe ich dadurch noch keine Besserung
bemerkt. Ebenso wenig durch frische Katzenminze auf ihrem Regal.

Speziell die letzte Nach war Horror. Die Katze schläft bei uns im Schlafzimmer, der Kater in "seinem" Raum. Kaum waren wir im Bett,
hat er angefangen zu randalieren. Hat am Türrahmen gekratzt und gegen die Tür "gebumbert" (- wie man hier so schön sagt ;-). Kaum
war dort Ruhe, fing die Katze an zu randalieren, die ja den ganzen Tag auf ihrem Regal verdöst hatte und plötzlich wieder nachtaktiv
wird (- dass hatte sie als Kätzchen, konnte ich ihr aber durch Spielen tagsüber und den Freigang gut abgewöhnen). Durch die Geräusche
wurde der Kater aber wieder munter >< Unter uns wohnt eine junge Familie, ich kann die doch nicht die ganze Nacht mit zwei randalierenden
Katzen wach halten...

Und mir zerbricht es das Herz, meine Merle so eingeschüchtert zu sehen. Statt im Bett schläft sie die letzten Nächte auf einem Kissen
auf der Fensterbank. Ich will nicht, dass sie unter der Situation leidet, ist die Zweitkatze doch vor allem zu ihrem Wohlbefinden dazu
gekommen. Mit den Vorbesitzern haben wir vereinbart, dass wir den Kater zurückbringen können, wenn die Vergesellschaftung nicht
funktioniert. So schnell wollte ich nun auch nicht aufgeben, ist das Hin und Her für ihn ja auch nicht optimal.

Was würdet ihr tun? Liege ich mit meinem Plan Gittertür und räumlich trennen richtig? Würdet ihr den Kater komplett vom Reich der
Katze fernhalten? Das Wohnzimmer ist halt unser "Hauptraum" und er sucht stark unsere Nähe.

Gibt es noch Mittelchen, die der Katze helfen könnten?

Klar, Ferndiagnosen gibt es nicht, aber doch einen großen Erfahrungsschatz im Forum - wie schätzt ihr die Chancen ein? Charakterliche
Konstellation Katastrophe oder kann es vielleicht doch noch was werden? Wie lange würdet ihr der Sache eine Chance geben?

Zwar hab ich mich vorab wirklich zu der ganzen Thematik
belesen, aber effektiv hab ich das Gefühl, die Zusammenführung verbockt zu haben :-(

SO. Und nun habe ich meinen Roman hier mal beendigt :) Danke fürs lesen und ich freue mich wirklich über Tipps und Meinungen.

Liebe Grüße,
Nici
 
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ottilie

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Grüß dich und willkommen im Forum
Ihr habt da scheinbar einen dominanten Kater erwischt
Ganz grundsätzlich lautet die Faustregel für Vergesellschaftung von erwachsenen Tieren: gleiches Alter gleiches Geschlecht und im Normalfall ähnliche Charaktere
großartigen Rat weiß ich jetzt auch nicht, nur dass ein Feliwaystecker maximal für 30 m² ausreicht
 
Paddie

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Hallo und willkommen!
Also die Kombination Kater - Katze ist in den meisten Fällen unpassend, nachlesen kannst Du es hier: http://haustierwir.blogspot.de/2011/06/katzen-kater.html

Zudem scheint Dein Kater recht grenzenlos zu sein. Fixieren, anspringen, in die Ecke stellen sind alles Dinge die recht ungezogen sind.Wenn Deine Katze mit fauchen signalisiert: "geh weg, lass mich in Ruhe!" oder "Hau ab, Du bist mir zu nah!" und der Kater das ignoriert ist das schon mal ein Problem.

Die Idee mit der Gittertür ist erstmal eine gute Idee, allerdings hilft es nicht dem Selbstbewusstsein eurer Merle, da müsst ihr aktiv werden. Clickern zB hilft dabei sehr gut.

Falls ich es überlesen habe: Sind denn beide kastriert?

Auf lange Sicht werdet ihr euch aber um einen Raufkumpel für den Kater kümmern müssen da er sonst seinen Spielfrust an Merle auslässt.
Dann könnten die beiden miteinander toben, raufen und Merle davon profitieren.

Blöde Situation für euch momentan, warum habt ihr euch bewusst für einen Kater entschieden?
 
Nicccey

Nicccey

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Erst einmal danke für eure Nachrichten und das Willkommenheißen!

Zunächst kurz zur Nachfrage: Beide sind kastriert. Der Feliway-Stecker ist im Wohnzimmer, dem Hauptraum von Merle und das kommt mit den 30 qm hin.

Mit dem Ungezogenheiten des Katers hast du fürchte ich Recht :-/ Er ist auch in seiner ganzen Art tollpatschig und fällt schon mal eher mit der Tür ins Haus. Als wüsste er sich einfach nicht zu benehmen.

Für einen bzw. den Kater sprachen zwei Dinge. Einmal objektiv: Beim Freigang habe ich meine Katze öfters mit einem Nachbarkater beobachtet, zu Katzen pflegte sie draußen keinen Kontakt - zumindest keinen sichtbaren. Allerdings war der Kater damals nicht kastriert.

Dann subjektiv: Ich hab mich in den Kerl auf dem Bild verliebt und wollte so gerne, dass die Bekanntschaft eine Bereicherung für sie wird. :sad: Beim ersten Begegnen hat er einen so zutraulichen und lieben Eindruck gemacht - aber da war ich scheinbar zu menschlich und hab zu wenig "kätzisch" gedacht, denn sein Rambo-Verhalten habe ich da eben nicht erkannt...

Bei den Schwestern war Merle übrigens der dominante Part.

Über eine dritte Katze haben wir noch nicht nachgedacht und ich glaube auch, dass unser Vermieter nicht so begeistert reagieren dürfte. Die zweite Katze wurde eher zähneknirschend akzeptiert, da er selbst keine Katzen mag (- allerdings handelt es sich um einen Bekannten und der Vormieter hatte auch eine Katze, drum hat es mit der Wohnung dennoch geklappt).

Zumal ich Angst habe, dass auch ein Dreiergespann nicht funktionieren könnte... Ich werde wohl erst einmal beobachten, wie sich die Situation entwickelt :-(

Es ist wirklich blöd und ich mache mir selbst Vorwürfe, dass ich die Katze und uns jetzt in diese Lage gebracht habe. Dem Frieden Willen würde ich ihn am liebsten zurückbringen, auf der anderen Seite habe ich mich jetzt darauf eingelassen und will auch nicht, dass er herumgereicht wird...

Über das Clickern muss ich mich direkt mal schlau in diesem Zusammenhang machen. Vor einigen Jahren hab ich es mal probiert, aber bin eben nicht mit Nachdruck dabeigeblieben. Danke für den Tipp!
 
Paddie

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Also die Gittertür ist jetzt erstmal ein muss!
Das verschafft euch und Merle erstmal Luft. Dann würde ich mich in dem Blog und hier im Forum einlesen denn Du kannst und musst später dieses Verhalten unterbinden.

Wie die Katzen auf Menschen reagieren kann man nicht auf andere Katzen adaptieren, denn da geht es um das eigene Kern Revier, bei Katzen also nicht nur Futter und Schlafplatz, sondern auch dort wo sie ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen.

Trotzdem bleibt später der Faktor Kater, auch wenn sie sich verstehen sollten musst Du am Ball bleiben und schauen wie Merle damit klar kommt.
Es gibt da auch immer Grauzonen, Katzen die gerne raufen oder Kater die lieber fangen spielen.

Fixieren, anspringen und in die Ecke stellen sind ein No-Go
 
Nicccey

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Guten Morgen erst einmal!

Ein kurzer Zwischenstandsbericht: Die Tür zwischen Wohnzimmer und dem Rest der Wohnung ist wieder geschlossen, die Katzen haben sich nur ganz kurz ein paar Mal aus der Ferne zu sehen bekommen, wenn der Kater mit ins Wohnzimmer geschlüpft ist. Das lief aber auch ohne Zwischenfälle ab.

Merle ist wieder ruhiger und entspannter, kommt auch wieder zum kuscheln. Vorgestern haben wir wieder angefangen zu klickern. Vielleicht probiere ich das auch mal mit dem Kater aus, ich habe das Gefühl, er macht alles für Futter :)

Nur langweilig ist den beiden in der Nacht immer noch :-/ Aber dank intensiven Spielen am Abend ist auch das schon etwas besser.

Gestern haben wir Material für eine Gittertür gekauft, heute geht es hoffe ich ans Basteln und das funktioniert alles so, wie wir uns das vorgestellt haben.

Und dann mal weitersehen. Hab mich schon einmal etwas quer gelesen, danke für die Tipps!

Das mit dem Mensch-Katze-Unterschied trifft auch auf Merle zu. Merle hat früher mit ihrer Schwester regelmäßig "geschlägert" und wenn ich so drüber nachdenke, war sie beim Spielen eher ruppig mit ihr. In ihrem Verhalten mit Menschen ist sie aber eine klassische Diva ^^'

Danke jedenfalls! Ich werde berichten, wie es weiter geht und durchs Forum stöbern!
 
Nicccey

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Danke für den Tipp, hab mir das Buch kurzerhand mal gekauft und werde es über die Feiertage lesen :)
 
Nicccey

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Ich wollte mal über den Ausgang der Geschichte berichten.

Wir haben eine Gittertür eingebaut und den Kater noch einmal komplett getrennt von Merle in einem Zimmer der Wohnung untergebracht. Je mehr ich mich in dem Thema eingelesen habe, umso unsicherer wurde ich, ob es mit den beiden jemals besser werden kann. Aber aufgeben wollte ich trotzdem noch nicht hatte die Hoffnung, dass Merle sich durch das Schutz-Gitter an die Anwesenheit des Katers gewöhnt und wieder souveräner wird.

Leider war das überhaupt nicht der Fall. Sie versuchte jeglichen Sichtkontakt mit dem Kater zu vermeiden, hat sich nur nachts im Dunkeln und dann auch nur, wenn der ungeliebte Mitbewohner "weit weg" auf der Fensterbank saß, an der Tür vorbeigetraut und die Anspannung war ihr deutlich anzumerken. Also kam die Gittertüre raus und wurde durch die normale Türe als Sichtschutz wieder ersetzt. Trotzdem: An dieser Wohnungsecke ging es nur noch im Schweinsgallopp vorbei, kein Schnüffeln, kein Kontaktversuch. Nur selten wurde aus sicherer Entfernung die Türe angefaucht. :-( Bei jedem Geräusch hinter der Tür versteckte sie sich.

Der Kater war natürlich auch nicht besonders erfreut über seine "Gefängnishaltung". Zwar hab ich viel mit ihm gespielt, habe aber zeitgleich auch versucht, mich viel mit Merle zu beschäftigen. So war es nicht nur für die Tiere, sondern auch für mich nervenaufreibend.

Es ging sogar so weit, dass ich mit Merle zum Arzt musste. Sie nieste immer wieder und eines Nachts fand ich rot verfärbte Stellen in Katzenklo. Also Katze gepackt und zum Tierarzt. Blasenentzündung und ein Infekt, ausgelöst wahrscheinlich durch den Stress. Sie fraß auch nicht mehr gut und ja. Ein paar schlimme Tage.

Dann kam mir der Zufall zu Hilfe. Eine Freundin erzählte mir, dass eine andere Freundin aktuell Gesellschaft zu ihrer Katze suche, da die Partnerin vor einigen Wochen verstorben war. Wir unterhielten uns und dabei stellte sich heraus, dass die "Übriggebliebene" eine dominante Diva war, die sich so leicht durch nichts einschüchtern ließ und sogar die Hunde des Haushalts unter ihrer Kontrolle hatte.

Was soll ich sagen, der Kater bekam nun endlich einen Namen (Muffin übrigens ;-) und einen Platz, an dem er bleiben kann. Meine Freundin hat sich direkt verliebt und die Zusammenführung verlief so gegenteilig zu unserer, wie es nur sein kann.

Nach einer Woche verstehen sich die beiden bereits gut und haben klare Verhältnisse ausgehandelt. Muffin fühlt sich offensichtlich wohl und darf das ganze Haus erkunden und die königliche Alteinsitzerin hat einen weiteren Untertan. Das flegelhafte Verhalten, dass er gegenüber meiner Katze an den Tag gelegt hat, ist verschwunden als wäre es nie da gewesen.

Zwar bleibt das Gefühl der Aufgabe und die Wohnung ist viel leerer - aber schlussendlich war es wohl für alle Beteiligte der richtige Schritt. Zumal ich weiß, dass er ein wunderbares Zuhause mit einer liebevollen Katzenmutter bekommen hat.

Nach einer Woche ist auch meine Merle wieder wie ausgetauscht. Auch wenn Sie das Übergangszimmer noch immer meidet. Für mich bleibt natürlich die Frage, ob eine weitere Zusammenführung mit einem passenden Charakter überhaupt in Frage kommt... Jedenfalls kommen wir nun erst einmal zur Ruhe und die Auswahl einer potentiellen Kumpelkatze nicht nach dem ersten Eindruck und wohlüberlegt erfolgen...

Ich danke euch für eure Tipps und Meinungen und auch für die Buchempfehlung!

Viele Grüße,

Nici
 
tiedsche

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  • #10
Danke für das Ende der "Geschichte", Es ist immer schade, wenn der Ausgang fehlt.
Ihr habt da sicher die beste Entscheidung im Sinne aller getroffen:)

Nach einer Woche ist auch meine Merle wieder wie ausgetauscht. Auch wenn Sie das Übergangszimmer noch immer meidet. Für mich bleibt natürlich die Frage, ob eine weitere Zusammenführung mit einem passenden Charakter überhaupt in Frage kommt... Jedenfalls kommen wir nun erst einmal zur Ruhe und die Auswahl einer potentiellen Kumpelkatze nicht nach dem ersten Eindruck und wohlüberlegt erfolgen...

Ich würde irgendwann schon schauen ob sich eine nette Kumpeline findet. Jetzt wißt ihr ja was für ein Sensibelchen eure Diva ist und könnt eine bessere Auswahl treffen
Edit: Pflegestellen sind ein sehr guter Anlaufpunkt, wenn der Charakter und das Alltagsverhalten der neuen Katze sehr wichtig ist. Im Tierheim zeigen Katzen oft nicht ihr Alltagsverhalten, weil sie unter Dauerstress stehen.
 
Nicccey

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  • #11
Ja, eine Katze über eine Pflegestelle wäre aus den Erfahrungen auch meine erste Wahl. Mein Freund zieht aber noch nicht so recht - und ich lasse erst mal noch etwas Zeit ins Land streichen.

Dass sie SO ein Sensibelchen ist, hätte ich wirklich nicht erwartet. Die ersten Jahre hab ich sie ja zusammen mit ihrer Schwester gehalten und da war Fine wesentlich scheuer (- die erste Woche hatte sie sich hinter dem Fernsehschrank versteckt - um dann nachts zum kuscheln rauszukommen :pink-heart: Das erste mal war ich mega verwirrt, als der kleine schnurrende Mofamotor plötzlich auf meinem Bauch im Bett saß und tretelte und Streicheleinheiten einforderte. Sobald sich aber etwas bewegte, war die Katze wieder verschwunden. Hach, die kleine Maus :-() - aber vielleicht macht eben gerade diese Konstellation Sinn.

Sie haben miteinander gespielt, gefressen, gerauft, gekuschelt. Ein richtiges Dreamteam. Ich werde auch nie vergessen, wie Merle tagelang nach ihrer Schwester gesucht hat :-(
 
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  • #12
Übrigens habe ich auch begonnen, zu clickern. Merle schaut mich zwar die meiste Zeit scheinbar verständnislos an, aber gegen die Leckerchen scheint sie nichts zu haben ^^'

Richte mich nach den Schritten in einem Video, das ich im Forum gefunden habe. Mal sehen, wie sich das entwickelt.
 

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