Dominanter Jungkater macht Stunk beim Futtern - und andere Problemchen

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traumkaetzchen

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Hallo zusammen,

ich bin vor etwa 4 Wochen mit meinen beiden Katzenmädels bei meinem Freund und seinen beiden Katern eingezogen. Entgegen aller Befürchtungen verlief die Zusammenführung relativ entspannt, trotz eigentlich eher ungünstiger Konstellation.

Kurze Beschreibung der Protagonisten:

Anton: laut Tierheim 8 Jahre alt, laut letztem TA-Besuch aber vermutlich 2-3 Jahre älter, seit 2014 bei meinem Freund. Leichte Nierenschwäche und mit 5,8 kg etwas übergewichtig. Ausgemachter Grummelkater, der nach einer längst überfälligen Zahnbehandlung gerade etwas auftaut und schmusiger und zutraulicher wird. Haut trotzdem gerne mal ohne Vorwarnung direkt zu oder beißt, wenn man ihn anfassen will, wenn er gerade "nicht in Stimmung" ist. Grundsätzlich kein Problem, Vorgänge wie Medikamentengabe, Tierarztbesuche oder Wiegen sind aber dadurch etwas schwierig.

Balu: 11 Monate alt, wurde letztes Jahr zusammen mit Geschwister und der Streunermama in einem Garten gefunden und zunächst dort versorgt. Mit etwa 8 Wochen wurden die drei Kitten von der Mama getrennt, um sie an den Menschen zu gewöhnen und eine Vermittlung möglich zu machen. Zunächst wurde versucht, die Mamakatze bei den Kleinen zu behalten, allerdings ging diese in der Wohnung die Wände versorgt, so dass sie kastriert und wieder in die Freiheit entlassen wurde, wo sie von der Schrebergartengemeinschaft versorgt wird. Die drei Kleinen wurden mit 10 Wochen vermittelt, zwei Mädels gemeinsam, Balu als einziger Kater zu Anton und meinem Freund. Balu ist typisch verspielt, rauft gerne, ist ein penetranter Schmuser und kennt das Wort Nein anscheinend nicht.

Das sind die Kater meines Freundes. Balu hat er im Juni letzten Jahres als - leider sehr ungünstige - Gesellschaft für Anton hinzugeholt, der als Einzelkater vermittelt wurde, jedoch arbeitsbedingt oft alleine war. Ich war damals noch nicht mit meinem Freund zusammen, um ihn von dieser Kombination abzuraten ;) Nach viel Gefauche seitens Anton am Anfang haben sich die beiden ganz gut akzeptiert, liegen nahe beieinander und können auch ab und zu miteinander spielen. Trotzdem war der Kleine natürlich unausgelastet und gelangweilt, weil er viel mehr Energie hatte und hat.

Nach einem halben Jahr Fernbeziehung bin ich mit den Mädels relativ spontan eingezogen.

Meine Miezen:

Polly und Lotte: Beide 2,5 Jahre alt, sind bei mir seit sie 13 Wochen alt waren, keine Geschwister aber anfangs dicke Freundinnen. Mit der Zeit haben sich dann doch Unterschiede herauskristallisiert, Polly wurde ein bisschen träger und menschenfixierter, Lotte jagt und rauft gerne und ihr fehlte mit der Zeit ein bisschen der geeignete Spielpartner, weil Polly immer weniger dafür zu begeistern war. Beide sind aber sehr sozial und eher defensiv, Lotte sehr sensibel und schreckhaft, Polly mutig und selbstbewusst.

Grundsätzlich lief die Zusammenführung nach kurzer Trennung von Mädels und Jungs recht entspannt ab. Ein bisschen Gefauche von Seiten Antons, Balu am Anfang recht ängstlich, aber schon nach 2 Tagen haben die drei "jungen" miteinander gespielt. Mittlerweile wird sogar ein bisschen geputzt und gekuschelt, Balu ist wesentlich mehr ausgelastet und findet in Polly oder Lotte abwechselnd einen Partner zum Toben und Raufen. Lotte blüht richtig auf, dadurch dass wieder jemand mit ihr spielt und Polly wird ab und zu aus ihrer Trägheit heruasgeholt. Anton schaut sich das ganze ein bisschen von Außen an, gefaucht wird mittlerweile aber selten und man kann schon mit wenig Abstand nebeneinander liegen oder auch mal jemandem am Hintern schnüffeln.

Nun aber zu den Punkten, warum ich hier schreibe:


1. Beim Fressen ist der kleine Balu recht dominant. Er muss immer erster am Napf sein und ist ein anderer Napf (natürlich mit dem gleichen Futter) gerade interessanter, wird zugehauen. Mit Krallen ins Gesicht. Dort hakt er sich dann auch richtig fest und lässt für ca. 10 Sekunden auch nicht mehr los, bis sich die Angegriffenen zurückziehen. Ernsthaft verletzt wurde bisher keiner, allerdings trübt das allmählich schon das Verhältnis mit meinen Mädels, die generell und gerade beim Essen nun recht vorsichtig agieren (zurückgehauen wird nie, sie ziehen sich beide zurück. Anton wird seltener Opfer der Attacken, reagiert aber genauso). Das gleiche passiert, wenn Balus Napf leer ist, dann vertreibt er aktiv die anderen Katzen.

Bisher habe ich so reagiert, dass ich ihn mir wortlos schnappe und in ein anderes Zimmer trage, wenn ich ihn auf frischer Tat ertappe. Nach kurzer "Bedenkzeit" durfte er dann wieder zur Futterstelle zurückkehren. Bewirkt hat das aber bisher rein gar nichts.

Ich habe außerdem seine Futterration erhöht, weil er als Jungkatze doch mehr braucht als die erwachsenen Katzen. Er bekommt jetzt morgens, mittags und Abends jeweils ca. 250 g Nassfutter der Marken Leonardo, O'Canis und Smilla Geflügeltöpfchen. Anton mit Nierenschwäche und Übergewicht soll ein bisschen abspecken, weswegen ich nicht unbegrenzt Futter herumstehen lassen kann und auch bei den Marken ein bisschen schauen muss, was für ihn gut ist. Ich würde die Katzen ungern getrennt füttern, falls euch aber nix besseres einfällt, wie ich die Situation etwas entschärfen kann, käme auch das in Betracht.

2. Anton fasst immer mehr Vertrauen zu mir, Medikamentengabe, Wiegen und vor allem Tierarztbesuche sind mit ihm aber sehr anstrengend, da er sofort kratzt und beißt, wenn man ihn hochheben will oder ihn generell an Stellen außerhalb Kopf, Hals und vorderer Rücken anfasst. Hier würde ich gerne ein bisschen mit ihm arbeiten, ist es sinnvoll mit einem 10-12jährigen Kater noch mit Clicker-Übungen zu beginnen oder hat man damit eher weniger Erfolg? Fallen euch noch weitere Tipps ein, wie ich diese Prozeduren für uns beide angenehmer gestalten kann?

Danke für eure Hilfe und liebe Grüße!
 
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Aufs Clickertraining mit Anton würde ich es einfach mal ankommen lassen. Ob er mitmacht und ob es was bringt, siehst du ja dann. Mehr als dass es nicht funktioniert, kann ja nicht passieren.

Clickertraining könnte evtl. auch mit Balu helfen, so quasi als Alternativverhalten, weißt du?
Ist das total willkürlich, wie er die anderen angreift, oder wie darf ich mir das vorstellen?

Ich nehme an, die Näpfe stehen weit genug auseinander, sodass sich niemand bedrängt fühlen muss beim Fressen?

Die Angriffe sollten unbedingt unterbunden werden, aber da bist du ja schon dran. Fressen und Klogang sind wichtig und dabei sollte sich jede Katze entspannen können, ohne Angst haben zu müssen, gleich nen Mitbewohner im Gesicht hängen zu haben.

Die Futtermenge scheint auf den ersten Blick nicht unbedingt zu wenig. Wenn er aber seinen Napf trotz der recht üppigen Portion jedesmal leerputzt (und dann noch an die der anderen geht), wird er wohl trotzdem nicht satt. Vielleicht hat er jetzt erhöhten Bedarf, weil er endlich jemanden zum Spielen hat. Einfach mal ausprobieren, ob er vielleicht noch mehr Futter braucht.

Ist Anton denn ein Langeweile-Fresser, oder wieso soll das Futter nicht frei zur Verfügung stehen?
Gutes Nassfutter macht ja eigentlich nicht dick, wenn das Tier nicht ununterbrochen frisst, weil es nichts anderes zu tun hat.
Zum Abnehmen ist der erste Weg am besten immer die Bewegung. Also falls das mit ihm geht, animiert ihn so oft wie möglich zu kurzen Spieleinheiten, sodass er ne Extraportion Bewegung bekommt.
 

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