Das Leid der Bauernhofkatzen

chrissie

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War von Freitag auf Samstag mal wieder bei meiner Schwester, die auf dem Land lebt.
Und es hat mich wieder wahnsinnig wütend gemacht.
Der Schwager meiner Schwester hat wohl auch mal vor kurzem eine Babykatze mitten auf der Straße gefunden (!!), keine Ahnung, wie die da hingekommen ist. Ausgesetzt, rumgelaufen...so Kitten sind ja neugierig. Keine Mutterkatze weit und breit. Sie war wohl noch ziemlich klein. Er hat sie mitgenommen, und jetzt lebt sie bei ihm.
Das Foto von der Süßen (Mia) möchte ich euch nicht vorenthalten.



Jedenfalls, was mich so wütend macht: Gegenüber ein Bauernhof. Meine Schwester hat schon vor paar Wochen erzählt, dass die ne Katzen haben, die natürlich auch nicht kastriert ist und immer wieder Babies bekommt. Hat sie wohl vor kurzem auch. Es waren acht Welpen. Alle die Augen verklebt, total verschnupft, und vier von den acht Leben schon gar nicht mehr, weil der Hof direkt an der Straße ist, ohne Zaun, und die vier schon überfahren wurde.
Als ich dann Samstag früh mit dem Hund meiner Schwester raus bin, war ein schwarz-weisses Kätzchen auch auf die andere Straßenseite zu meiner Schwester rübergekommen. Es ist zwar keine stark befahrene Straße, aber so alle 2-3 Minuten kommt ein Auto, und die brettern ganz schön durch.
Ungeachtet jeder Vorsichtsmaßnahme in Bezug auf Viren, die ich da einfangen könnte, hab ich das Kleine gepackt und wieder rübergetragen, und versucht so weit wie möglich von der Straße wegzuscheuchen.
Das eine Auge war blind, das andere hat total getränt, und ständig hat das Kleine niesen müssen.
Während meiner Wegscheuchaktion kam dann der Bauer.
Den ganzen Dialog erwähn ich nicht, nur seine Antworten, aber man kann sich ja vorstellen was ich zu ihm gesagt habe.
"Da hätten wir ja viel zu tun, wenn wir die Katzen alle zum Tierarzt bringen"...."dann werden sie halt überfahren, da kommen dann schon neue nach" usw...
Oh Mann, was für Idioten!!!
Ich hatte dann bei meiner Schwester keine ruhige Minute mehr, weil ich andauernd aus dem Fenster geschaut habe, ob ein Kleines der Straße zu nahe kommt.
Mir tun die so leid, die kleinen Mäuse. Und warum sind die Bauern alle so blöd?
Gibts da ein Bauern/Landwirtschaftsforum, wo man mal reinschreiben kann und seinem Frust Luft machen??
 
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Fanny

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Ich wohne auch aufn Dorf. Ich kenne sowas nur all zu gut. Als ich vor 5 Jahren hier zu meinen Mann gezogen bin, herrschte auch hier so ein Verhalten das ein Katzenleben nicht viel zählt. Vom miserablen Futter mal zu schweigen, sie bekamen alles Essensreste vom Tisch. NaFu Fehlanzeige. Ab und an mal etwas TroFu.... Das Mausi Struvit hat wundert mich da gar nicht....
Zweimal im Jahr liefen hier auch kleine Kitten rum. Der Herbstwurf hat nie überlebt. Ich habe meine Schwiegereltern damals überzeugen können, die Katzen alle zu kastrieren. Gut bei den Katern war mehr überzeugungsarbeit zu leisten. Heute heißt es, ne Kastrieren machen wir bei den nächsten Katzen nicht mehr. :grummel:

Zum Glück sind fast alle umliegenden Nachbarn zur Vernunft gekommen und lassen wenigstens ihre Katzen kastrieren. TÄ geben auch manchmal Mengenrabatt, evtl kann man ihm es so Schmackhaft machen. Hier bei uns sind die TÄ eh günstiger als in der Stadt, warum auch immer. Die Tierschutzvereine aufn Dorf haben meistens eh kaum Geld, aber nach fragen könnte man ja evtl. Es ist wie gegen Windmühlen zu kämpfen, wie es so schön heißt. Vielleicht auch nochmal den Tierschutz einschalten, wenn die Katzen alle so krank sind, dass die sich die mal anschauen.

Das Foto von der süßen Mia erinnert mich von der Fellzeichnung stark an unseren Benny.

Es ist schwierig was dagegen zu unternehmen, wenn man sich nicht gleich Feinde machen möchte und auf den Dorf läuft so einiges anders als in einer Stadt. Diese Erfahrung habe ich auch schon machen müssen. Was mich aber nicht von abhält regelmäßig meine Meinung darüber zu verkünden.

Es gibt aber auch einige die so denken wie wir und für die zählt auch ein Katzenleben.
Ich weiß nicht mehr genau, meine vor ein oder zwei Jahren haben Fahrradfahrer ein Wurf Kitten hier aus dem Kanal gefischt und zum nächsten TA gebracht. Sobald ich jemanden hier sehe der hier nicht hergehört schaue ich auch immer mal wieder nach... Man weiß ja nie.....
 
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ich habe mal diese Antwort bekommen " die Katzen fressen nicht die Frucht auf den Feldern oder im Kornschuppen, die Ratten und Mäuse schon. Und wenn da ein paar Katzen überfahren werden, kommen ja keine nach wenn ich die kastriere ".....So ist das hier in unserem Dorf, seit dem lass ich alle kastrieren was mir über den Weg läuft, wo ich genau weiß die kommt von nem Hof.
Ne andere Bäuerin, hab ich vor kurzem gefragt ob der riesen rote Kater ihr gehört, " ja klar ein Brachtkerl" , ich ," ist der kastriert? Da die katze im Pferdstall 3 Junge hat die rot sind ?" Sie" ob der kastriert ist weiß ich garnicht und überhaupt geht der nie vom Hof weg " nö garnicht, saß nur 400 m vom Hof entfernt, und ich seh ich auch noch weiter weg, wenn ich ihn eingefangen bekomme , wird er kastriert, wenn die das nicht weiß , ob er kastriert ist, huch dann kann er auch mal schnell die Eier verloren haben, als ervon seinem Hof nicht runter kam:grummel:
 
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chrissie

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Sicher gibts auch Bauern, die anders denken und die Katzen kastrieren lassen, und vor allem sich bisschen mehr um die Katzen an sich kümmern. Aber die meisten sind, glaub ich, schon so.
Genauso der Bauernhof, von dem ja meine beiden kommen. Auf die Frage, damals, warum er denn die Kätzin nicht kastrieren lässt, wenn sie 2x jährlich Junge bekommt, und er dann den halben Wurf "kaputtmacht", war die Antwort: "Ja, und wos mach i dann, wenn'd Katz überfahren wird, na hob i ja koane mehr"....
Die sehen in Katzen nur Mäusefänger, umso mehr da sind, umso besser...und wenn dann mal eine überfahren wird, ja mei, dann eben: da kimmt scho wieder oane nach....
Hohlköpfe!
 
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So ist das schon immer und wirds sich bei den Alten Bauern auch nicht ändern, und deren Kinder, die hier meist nicht besonders helle sind, werdens auch nicht anders machen.:reallysad:
 
chrissie

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Ja, leider...
Mir tut echt der arme kleine Tropf leid, den ich gestern wieder zurück getragen habe. Das Bild vergiss ich auch so schnell nicht. Ein Auge blind, das andere voller Rotz, inkl. Nase, räudiges Fell. Aber gespielt hat er/sie. Hab das Mäuschen ja beobachtet, und dann ist es später zu einem Baum, Laub ist runtergefallen, und es hat Fangen gespielt.
Tja, und in zwei Tagen liegt es vermutlich überfahren am Straßenrand...
 
Birgitt

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Das du hier deinen Frust ablassen willst kann ich gut verstehen.

Aber damit ist leider den Tieren auch nicht geholfen.
Melde das bitte den Veterinäramt oder dem Tierschutzverein,damit die anderen Kitten nicht auch noch sterben müßen.
 
chrissie

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Das du hier deinen Frust ablassen willst kann ich gut verstehen.

Aber damit ist leider den Tieren auch nicht geholfen.
Melde das bitte den Veterinäramt oder dem Tierschutzverein,damit die anderen Kitten nicht auch noch sterben müßen.

Das wollte ich morgen machen, aber ich verspreche mir nicht allzu viel davon. Als ich davon erfahren habe, dass der Bauer, von dem ich meine Katzen habe, die Würfe tötet, habe ich beim entsprechenden Tierschutzverein angerufen. Die Antwort dort war auch etwa "Da hätten wir viel zu tun, wenn wir alle Bauernkatzen retten, das ist halt hier so auf dem Land."
 
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Es kümmert sich eh keiner, Katzen sind hier Nutztiere , wie Kuh und Schwein. Umd die kümmert sich auch keiner, wenn sie schlecht gehalten werden. Wenn man nicht selber was tut, kann man es auch ganz lassen. Davon abgesehen, kommt es nicht gut an, wenn man die angesehenen Bauern und Bäuerinnen anschwärzt. Veternäre und die ganzen anderen Behörten kenn die Bauern meist persönlich, da machste Dir noch feinde. Da arbeit ich lieber mit Katzevereinen zusammen, die die KAtzen heimlich kastrieren, da weiß ich wenigstens das sich was tut.
 
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  • #10
Es kümmert sich eh keiner, Katzen sind hier Nutztiere , wie Kuh und Schwein. Umd die kümmert sich auch keiner, wenn sie schlecht gehalten werden. Wenn man nicht selber was tut, kann man es auch ganz lassen. Davon abgesehen, kommt es nicht gut an, wenn man die angesehenen Bauern und Bäuerinnen anschwärzt. Veternäre und die ganzen anderen Behörten kenn die Bauern meist persönlich, da machste Dir noch feinde. Da arbeit ich lieber mit Katzevereinen zusammen, die die KAtzen heimlich kastrieren, da weiß ich wenigstens das sich was tut.


Kümmern kann sich das Veterinäramt aber auch nur wenn etwas auch gemeldet wird.
Wenn mans nicht versucht kann man auch nichts ereichen.
 
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  • #11
Kümmern kann sich das Veterinäramt aber auch nur wenn etwas auch gemeldet wird.
Wenn mans nicht versucht kann man auch nichts ereichen.
Ich kenne eine Frau hier in meinem Dorf , die es gamacht hat, und darauf hin nen Dämpfer bekam, weil man sich kanne, sie hat Ihren Stempel weg und keiner schaut sie mehr mit dem Arsch an , und pasiert ist nix.
Ich habe ne Familie mit 4 Kindern und hab es eh nicht leicht, das muss ich mir nicht geben. Ich helf dann lieber anders.
 
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Carino

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  • #12
Ich gehe zu den Bauern und frage, ob sie ihre Katzen/Kater kastrieren lassen würden, wenn ich alles erledige.
Wenn sie zustimmen, frage ich (nachdrücklich) beim Tierschutzverein/Amtstierarzt/Ordnungsamt ... ob sie die Kosten übernehmen würden, wenn ich die Arbeit mache (oder sie bekommen laufend kranke, ausgesetzte Katzen ins Tierheim).
Dann rücke ich mit meiner Lebendfalle an und saniere den Hof.
Das hat jetzt schon schon einige Male geklappt und viele Bäuerinnen freuen sich jetzt über gesunde, fitte Katzen.
 
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  • #13
Hallo an alle,

auch ich kenne das Leid der Bauernhofkatzen, allerdings hauptsächlich aus meinem Urlaub. :oops:

Ich wohne zwar ländlicher, aber hier gibt es keine Bauernhöfe im eigentlichen Sinn mehr, sondern eher zugezogene Städter.:D:D

Wie auch immer wir fahren seit vielen Jahren auf einen Bauernhof, mittlerweile werden auch viele Katzen dort kastriert, teilweise die Tiere ärztlich versorgt etc.......fragt nicht wieviel Nerven und Reden mich das gekostet hat..*stöhn*....

Aber Gänzlich will man dort auch nicht auf Babys verzichten...Aussage der "Pensionswirtin": Was wäre ein Bauernhof ohne Kitten?":mad::mad: :mad:....Diese Dame betreibt dort eine Bauernhofpension...ergo sind die Städter mit ihren Kinder nicht ganz unschuldig, die Babykatzen ja soooo süüüüß finden.....aber immerhin will sie uns als Gäste auch nicht verlieren....ergo hat sie mir dieses Jahr versprochen sich um die Herbstkitten zu kümmern und schickt mir jetzt Fotos und Infos..;)

Sind zwar immer nur winzige Schritte, aber immerhin gehen sie in die richtige Richtung! Zuerst die Kastration der meisten Katzen, dann ging sie auch mal mit denen zum Arzt und jetzt versucht sie Herbstkitten durchzubringen.. :grin:

Ich gebe die Hoffnung einfach nicht auf!! Obwohl ich mich jedes Jahr wieder frage, ob ich mir den Stress antue das Elend zu sehen, viiiel zu wenig zu erreichen und mir den Mund fusslig zu reden...:rolleyes: Anderseits habe ich bisher immer ein wenig Veränderung erreicht...

Übrigens hat diese Dame natürlich die Aussrede, sie macht es nur wegen den dämlichen Städtern und weil sie ansonst Dienstausfall befürchteten muß , so wird ihr Verhalten im Dorf leichter akzeptiert!! :D:D
 
chrissie

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  • #14
Komischerweise ist mein Thread hier 2x drin, und der Admin hat es noch nicth bemerkt.
Naja.... wie gesagt, die meisten Bauern wollen ja die Katzen nicht kastrieren lassen, weil sie dann nicht permanent Katzennachschub für die überfahrenen Katzen produziert bekommen
Habe nun jedenfalls mit einer Angestellten des zuständigen Veterinäramtes gesprochen, und angeblich nehmen die sich der Sache an. Sie sagte, so Katzenschnupfen oder was die haben, das soll sich ja auch nicht ausbreiten.
Naja..nicht dass die dann die Kätzchen einschläfern, andererseits, bei dem Leben, dass sie erwartet, wäre das vielleicht sogar die bessere Alternative :(

Mit dem Tierschutz hatte ich gestern gesprochen, gefühlsmäßig erwarte ich mir vom Veterinäramt jetzt sogar mehr als vom Tierschutz. Naja, vermutlich hat das Veterinäramt auch mehr Geldmittel zu Verfügung als ein Tierschutz?
Nächste Woche rufe ich nochmal an, um zu erfahren, was genau unternommen wurde.

Die Frau kam mir jetzt am Telefon nicht so vor, als ob sie mit den Bauern "unter einer Decke steckt" von wegen

"Veternäre und die ganzen anderen Behörten kenn die Bauern meist persönlich, da machste Dir noch feinde."

Der Bauer ist ja in einem kleinen Kaff, und das Veterinäramt in einer Kleinstadt.
Die Frau findet das selber furchtbar, wie da mit den Katzen umgegangen wird.
Und wegen etwaiger "Feinde" muss ich mir zum Glück auch keine Gedanken machen. Ich wohne ja in München, und was die von mir denken, kann mir zum Glück sowas von egal sein :)
 

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