Darmverschluss und Not-OP

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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t_schulze

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Hallo!

Ich habe schon einen Faden im Unterforum "Ungewöhnliche Beobachtungen". Leider ist nun ein neues, unerwartetes Problem dazugekommen. Aber erst einmal der Reihe nach:

Unser Kater ist 8 Jahre alt und wir haben ihn vor 4 Jahren aus dem Tierheim zu uns geholt. Bisher war er ein sehr lebhafter und lieber Schmusetiger, aber seit Februar fahren wir nun fast wöchentlich zum Tierarzt bzw. der Tierklinik.
Zunächst humpelte er auf der linken Vorderpfote. Wir kannten das Problem schon (entzündeter Katzenbiss) und hofften darauf, dass das gespritzte Medikament wie 1 Jahr zuvor wirkt und alles wieder beim alten ist.
Leider war es nicht der Fall und das Humpelt kam zurück. Er humpelte mal links, mal rechts und ging mal insgesamt "komisch". Es wurde ein großes Blutbild gemacht, das linke Vorderbein geröntgt und das Tier mindestens 10x absolut gründlich physisch untersucht. Die Tierärzte konnten nichts finden, deshalb sagte man uns vor kurzem, dass der nächste Schritt ein CT wäre.
Übrigens zieht sich die Sache schon so lange, da es auch durchaus Phasen gab, in dem es ihm deutlich besser ging. Man hat ja immer die Hoffnung, dass es etwas mit den Muskeln i.Ä. war, was dann auch wieder ausheilen kann.

Seit 3 Tagen kam er mir nun aber doch sehr verändert vor: Er lag sehr viel (auch draußen immer nur an einem Ort), schlief viel mehr als sonst, fraß nicht mehr viel und war insgesamt neben der Spur. Ich muss aber dazu sagen, dass er noch vorgestern Abend bei uns auf dem Hocker saß, sich auf dem Rücken hin- und her gewälzt hat und er so aussah, als ob es ihm gut gehen würde.

Als er gestern eine dunkle, braune, stinkende Wurst erbrochen hat, sind wir sofort in die Klinik gefahren (ich habe zuvor die Untersuchungsergebnisse von den anderen Tierärzten "eingesammelt"). Nach einer sehr gründlichen Untersuchung wollten wir ihn schon wieder mit nach Hause nehmen (es wurde ein neues kleines Blutbild sowie Test auf Toxoplasmoxe und FIV veranlasst), aber als er dann in der Klinik noch einmal eine braune, dünne und stinkende "Suppe" erbrochen hat, sollte er stationär aufgenommen werden.

Kaum waren wir zuhause, rief die Ärztin an und sagte, dass er sofort not-operiert werden muss, weil er einen Darmverschluss hat. Ein relativ großer Mäusekopf steckte im Dünndarm.

Er hat die OP nun wohl soweit verkraftet, hatte heute früh allerdings hohes Fieber (40,5°C). Nun soll er noch dort zur Beobachtung bleiben.

Ich hoffe natürlich sehr, dass es ihm bald wieder besser geht, frage mich aber, ob das Humpeln in irgendeiner Form mit dem Mäusekopf im Darm zusammenhängen könnte. Wie lange kann denn so etwas im Darm stecken? Kann es wirklich sein, dass er schon seit vielen Wochen Probleme hat, und wir es erst jetzt richtig gemerkt haben? Würde das denn eine wechselnde Schonhaltung der Beine erklären?

:confused:

Vielleicht hat jemand Erfahrung. Es kann natürlich auch komplett unabhängig voneinander sein.

Auch möchte ich dringend raten, bei einer braunen oder grünlichen, erbrochenen Substanz immer in die Klinik zu fahren, auch wenn der Bauch nicht hart ist und das Tier vor kurzem noch auf dem Rücken geschlafen hat! Die Tierärztin konnte trotz der brenzligen Lage keinen harten Bauch ertasten (!) und hätte er sich nicht noch dort erbrochen, hätten wir ihn wieder mitgenommen.

Leider kann ich sein Stuhlverhalten nicht beobachten, da er nie (!) sein Katzenklo im Haus benutzt. Er hält seinen Stuhlgang lieber tagelang zurück, bis es irgendwann nicht mehr geht. Deshalb haben wir ihn auch zuletzt dafür immer rausgelassen.

LG
 
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Heulboje

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Wie lange kann denn so etwas im Darm stecken?

Kann leider nicht viel dazu sagen, nur meine jüngste Erfahrung mit Gegenständen im Darm von letztem Monat schildern: Kater hat sein normales Fressverhalten schlagartig geändert hat. Er hat ohne vorherige Auffälligkeiten auf einnmal überhaupt nichts mehr gefressen, dann 4 Tage lang gefastet, ab und zu heftig erbrochen, bis am vierten Tag ein Gummistöpsel aus dem Darm operiert wurde.
 
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t_schulze

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Hallo!

Danke für Deinen kleinen Erfahrungsbericht. Hat sich Dein Kater denn erholt?

Wir dürfen unseren Kater heute Abend abholen. Er hat etwas gefressen und Fieber hat er nicht mehr, zum Glück. Dennoch denke ich, dass die nächsten Tage wohl schon noch kritisch sind.

Nun frage ich mich, ob es denn bei Freigängern häufiger vorkommt, dass Mäuseköpfe im Dünndarm steckenbleiben? Eigentlich ist es ja nichts ungewöhnliches, dass eine Katze eine ganze Maus frisst. Komisch.

Mal schauen, ob das Humpeln einen Zusammenhang hatte. Mir wurde gesagt, dass neben dem Mäusekopf auch noch einige Mäuseknochen entfernt wurden. So etwas kann natürlich Bauchweh verursachen, auch bevor es zum Darmverschluss kommt.
Auf jeden Fall bleibt er erst einmal konsequent drinnen, damit ich Appetit und Häufchen kontrollieren kann ...

Übrigens hat uns dieser Notfall nun ca. 2.000,- Euro gekostet. Ab jetzt wird es ein Sparkonto für solche Notfälle geben, auf das wir regelmäßig einen Betrag überweisen. Ist m.M. nach sinnvoller als eine Versicherung, denn wenn es keinen Notfall gibt, hat man am Ende das Geld selbst noch.

LG
 
tiggerchen

tiggerchen

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Mich würde das auch mal interessieren, da ich meinen Wohnungskatzen öfter mal Kücken oder Mäse gebe....

Aber vielleicht stellst du die generelle Ernährungsfrage, wegen den Mäusen mal im Ernährungsthema?

Wäre zumindest nen Vorschlag...

Hoffe aber euer Katerle hat die OP gut überstanden und ist nun auf dem aufsteigenden ast!!
 
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Heulboje

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Schön zu hören, dass es ihm besser geht!

Mein Kater hat sich mittlerweile erholt (wobei das Fell auch nach einem Monat noch sichtbar kahl an Narbe und Infusions-Stellen ist). Er war noch einen Tag länger zur Beobachtung in der Klinik als deiner, kam dann aber auch überraschend putzmunter mit Halstrichter und Verband wieder nach hause, obwohl er vor der OP laut TA fast verhungert war. ;)

Ich weiß ja nicht, wie Knochen verdaut werden, ob die sich irgendwie auflösen, aber wenn nicht, ist es ja kein Wunder, dass so etwas passiert. Anscheinend hat die Katze wenig Gefühl dafür, was man besser größentechnisch besser nicht verschlucken sollte…

Kostenmäßig hab ich in etwas das gleiche bezahlt. (Nur, dass hier erst seit einem knappen Jahr überhaupt Katzen wohnen und ich jetzt vor allem wegen dieses Zwischenfalls schon an die 3000 Euro beim TA gelassen habe. Da hätte sich wohl eine KV gelohnt…)

LG
 
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t_schulze

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Hallo!

@Heulboje: Schön, dass sich Dein Kater erholt hat!

Meiner war gestern überraschend agil und hat auf dem Weg nach Hause fast die Transportbox zerlegt und regelrecht "randaliert" (sich dabei auch den Body ausgezogen, was er danach auch noch 3x gemacht hat). Er ist also wesentlich fitter, was mich sehr gefreut hat.
Das mit dem Body gestaltete sich so schwierig, dass ich noch einmal losfahren und einen Trichter besorgen musste. Nur in Kombination mit dem Trichter lässt er den Body an. Mit dem Body ist er gestern immer zur Seite weggekippt, aber heute geht es schon besser.

Die Medis zu verabreichen ist nun das 2. Problem. Er sträubt sich sehr stark, und unterjubeln geht leider auch nicht. Wir versuchen unser bestes ...

Wir haben den Knochen aus dem Darm übrigens mitbekommen. Sieht fast aus wie ein Stein, ca. groß wie ein 1 Euro Stück und 1 cm dick. Dazu noch einige Zähne von einem Nagetier (allerdings keine Maus, dann wären sie kleiner).

Laut TÄ steht der Darmverschluss nicht im Zusammenhang mit dem Humpeln. Sein Toxoplasmose-Titer ist sehr stark erhöht, daher muss er nach einer gewissen Zeit des Auskurierens dann 4 Wochen lang AB bekommen. Vielleicht (hoffentlich) ist das nun des Rätsels Lösung ...

Da ich mittlerweile gelesen habe, dass Humpeln auch von Lungenkrebs ausgelöst werden kann, frage ich mich, ob jemand wohl die Lunge begutachtet hat?! Geröntgt wurden das eine Vorderbein sowie der Bauch vor der OP. Kann es wohl sein, dass die Lunge auf den Bildern gar nicht drauf war?

LG
 

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