Cortison vom Tierarzt abgesetzt, jetzt geht es Katze schlechter

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
D

Daihatastisch

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Hallo zusammen,
meine schon sehr alte Norwegische Waldkatze hat eine Hautkrankheit. Sie muss sich sehr oft und aggressiv kratzen wie auch putzen, was zu üblen Wunden an Kopf und Hals führt. Deshalb kriegt sie jeden Tag ne Tablette Cortison/Prednisolon. So machte es der Vorbesitzer, ein sehr guter Freund von mir und so habe ich es übernommen. Nur ihr die Tablette zu geben, war immer sehr schwer. In Form von Katzensticks funktionierte das nur selten, also bin ich auf die Easy Pills umgestiegen, was einfach nur mega war und mir viel Arbeit ersparte, weil die Miez diese sehr gerne mag.

Nun das Problem: Das Kratzen ließ sich damit gut verhindern, allerdings schüttelt sie auch ständig sehr stark ihren Kopf. So wirkt das Tier gerade abends gestresst – und ich bin es auch, denn sie schläft meistens bei mir mit im Bett und das ganze Kratzen, Putzen und Schütteln raubt mir den Schlaf. Ich bin also mit ihr zum Tierarzt. Eigentlich nur, um das Cortison aufzufüllen, aber ich wollte wissen, was es mit dem Ganzen eigentlich so auf sich hat.

Der Arzt meinte prompt, ich solle ihr kein Cortison mehr geben, da sie Milben hätte und es das nur verstärken würde. Nach dieser einen (sehr teuren) Untersuchung wurden dann Antibiotika verschrieben, die ich täglich verabreichen sollte bis zur nächsten Untersuchung, ein paar Tage später. Also dann wieder hin, diesmal Blutabnahme. Noch teurer und ein Höllen-Stress für das Tier. Resultat: Ich solle noch mal kommen und weiter Antibiotika verabreichen.

Was ist passiert? Die Antibiotika scheinen derart bitter zu sein, dass das Tier die Easy Pills durchschaut hat und nicht mehr nimmt. Die Folge: Sie nimmt gar keine Tabletten mehr. Der Arzt meinte, dann müsste ich jetzt täglich (!) mit der Miez zu ihm kommen zum Spritzen. Das kommt aber für mich nicht in Frage, das möchte ich dem Tier nicht antun, es ist wirklich die Hölle, sie in die Transportbox zu stopfen, vom Stress in der Praxis ganz zu schweigen. Außerdem kann ich mir das nicht leisten. Ich musste bereits 250 Euro bezahlen für den ganzen Kram.

Nächste Woche steht dennoch eine weitere Untersuchung an. Da geh ich dann auch hin, aber danach möchte ich nicht mehr. Ich habe das Gefühl, mir wurd nur das Geld aus der Tasche gezogen, ohne dass es was bringt. Dabei streite ich nicht ab, dass das Cortison eventuell nicht gut war. Sie hat ja auch ständig erbrechen müssen und wenn sie Milben hat, hängt natürlich alles irgendwie zusammen. Aber: Ich weiß nicht weiter, denn das Tier kratzt sich jetzt ganz fürchterlich. Die Wunden sehen echt übel aus und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ihr gar nichts zu geben, kann es doch nicht sein. Aber sie nimmt ja die Easy Pills ohnehin nicht mehr ... Antibiotika können den Juckreiz ja aber auch nicht verhindern, oder? Ist ja eh nichts, was man dauerhaft gibt.

Was wäre in der Situation eurer Meinung nach das Beste für die Katze? Ich kann auch einen anderen Arzt probieren, ich möchte da nur mal eine ehrliche Beratung, die mir Optionen aufzeigt ohne dass ich gleich pleite gehen muss.

Ergänzung: Sie hat auch eine Futterallergie und bekam bisher Royal Canin Hypoallergen. Der Arzt meinte, auch das darf ich ihr nicht mehr geben. Soll jetzt ein anderes mit Insektenprotein nehmen. Das kann natürlich helfen.

LG
 
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Usambara

Usambara

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Hallo,

mal auf die Schnelle.
1. Wurde das Cortison ausgeschlichen, oder abrupt abgesetzt? (und wurde regelmäßg das Blut untersucht??)
2. Warum hat das Tier Milben, die nicht behandelt werden? :(
3. Antibiotika würden jetzt gegen infizierte Kratzwunden helfen, aber sonst sicher nicht gegen Juckreiz.(wurde ein Antibiogramm gemacht?)

Ganz ehrlich, ich würde einen Dermatologen aufsuchen
 
D

Daihatastisch

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1. Direkt abgesetzt nach der Blutuntersuchung.
2. Gegen die Milben bekam sie jetzt so eine Pipette in den Nacken, die das abtöten soll. Soll ich dann in 3 Wochen wieder machen.
3. Ja, das macht mich stutzig. Die Würden natürlich jetzt die Wunden heilen, aber die waren ja schon nahezu heile. Aber ihre Anfälle hat sie ja trotzdem, außerdem lösen die Antibiotika Durchfall aus, teilweise schleppt sie dann den flüssigen Kot mit aus der Toilette raus, weil der sich im Fell verfängt.
 
Usambara

Usambara

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Cortison spontan abzusetzen nach längerer Gabe ist mit das schlimmste was man machen kann, da es zu einem Absturz des Cortisonspiegels kommt....die Folgen können richtig schlimm sein.
Deswegen wird das immer ausgeschlichen.
AB kann leider Durchfall auslösen, damit muss man leben, wenn es nicht ohne geht, und wenn die Wunden jetzt wieder übel aussehen (hatte ich jetzt nochmal gelesen) macht das schon Sinn....wobei das sicher einer Folge des abgesetzten Cortisons ist.
Magst du mal ein Foto zeigen?
 
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Nimsa

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Hi!

Grundsätzlich hört sich das so an als hätte der TA halbwegs vernünftig gehandelt. Das man Cortison ausschleicht, kenne ich von meiner eigenen Behandlung. Ja.
Aber grundsätzlich hat er mal zumindest erkannt das die Katze falsch behandelt wurde. Es wurde ja offensichtlich auch was gegen die Milben gegeben. Das Antibiotika verhindert bakterielle Infektionen. Wenn du dann sagst, du kriegst es nicht in die Katze, sagt der TA: Ok dann kommen sie täglich. Das kann man jetzt bisschen in Frage stellen, denn es gibt ja auch Langzeitantiobiotika. Vielleicht gehst du mal in eine Klinik, wenn du da jetzt verunsichert bist.

Nur Geld wird das weiterhin kosten. Das du es dir nicht leisten kannst, war hoffentlich ein Ausdruck deines Frusts. Einfach gar nichts machen ist ja nun auch keine Option, solange das Tier leidet. Wenn du dir keine Behandlung leisten kannst, solltest du über Abgabe nachdenken, beor die Behandlung einfach ausbleibt - so bitter das ist!
Aber ich kann natürlich verstehen das das einfach blöd für euch gelaufen ist, vllt. auch unnötig teuer (wobei das für mich nicht unbedingt so klingt) und hoffe es geht ihr bald besser!
 
Kayalina

Kayalina

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Wenn du dann sagst, du kriegst es nicht in die Katze, sagt der TA: Ok dann kommen sie täglich. Das kann man jetzt bisschen in Frage stellen, denn es gibt ja auch Langzeitantiobiotika.
Gibt es denn noch andere für Katzen zugelassene Langzeitantibiotika außer Convenia (Cefovecin)? Mir wäre keines bekannt. Und da Cefovecin ein sogenanntes Reserveantibiotikum ist und die Verwendung seit 2018 ohne Antibiogramm daher nicht mehr zulässig ist, wird das auch (hoffentlich) kein Tierarzt mehr einfach so spritzen.
 
F

ferufe

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Hallo,
welche Hautkrankheit ist es denn? Ist schon mal aufs Futter geschaut worden und eine Ausschlusdiät versucht worden? Viele Hauterscheinungen sind/können futterbedingt sein. Was wird denn gefüttert?
Wie wurden die Milben diagnostiziert? Wurde ein Hautgeschabsel gemacht? Dem Vorschlag einen Dermatologen aufzusuchen möchte ich unterstützen. Auch die Gabe des Antibiotikums erschliesst sich mir gar nicht.
Bist du schon immer bei diesem TA, sonst wäre ein Wechsel zu überlegen. Du könntest ja hier mal fragen welcher emphelenswert ist wenn du deine PLZ benannst.
VG
 
Polayuki

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Ich stelle mir tatsächlich die gleichen Fragen wie ferufe. Mein pflegi hatte sich aufgrund von einer Futter Unverträglichkeit Wunde geleckt und gekratzt. Mit einer auschöussdiät bekamen wir das richtig gut in den Griff.
 
Irmi_

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Längerfristig Cortison geben ist eine sehr beliebte da billige "Lösung".

Allerdings fährt Cortison das Immunsystem herunter, dadurch kann es leichter zu Infekten kommen (wir hatten damals dann die "Freude" mit Katzenschnupfen) .

Ich halte es grundsätzlich für richtig, das Cortison abzusetzen, damit sich das Immunsystem jetzt um die anderen Erkrankungen kümmern kann.
Je nachdem wie dringend das ist kann es notwendig sein Cortison abrupt abzusetzen. Da muss man Nutzen und Risiken abwägen.
Ob das bei Deiner Katze der Fall war kann ich nicht beurteilen.

Das Kopfschütteln ist nebenbei bemerkt ein ganz typisches Symptom von Ohrmilben.
Eine verschleppte Infektion mit Ohrmilben kann noch wesentlich schlimmere Folgen haben.
(Eventuell durch solche Vorschäden war bei meiner Katze unter anderem Röntgen, CT und eine Bullaostheotonie notwendig... häng an Deine 250€ noch ne Null dran, dann bist Du in der richtigen Gegend. ;) Das Gehör wurde natürlich auch im Mitleidenschaft gezogen.)

Zurück zur Wurzel des ganzen Übels.
Der schwierigere, aber wesentlich gesündere Weg als stumpf Cortison zu geben wäre Zeit und Geld in die Hand zu nehmen und nachzuforschen woher ihre Juckreizanfälle kommen.
Das würde einen Besuch beim Dermatologen bedeuten, aber sehr wahrscheinlich auch eine Ausschlussdiät. Das ist etwas anderes als nur das denaturierte RC-Zeug zu füttern. Allerdings hast Du damit eine realistische Chance Dein Tier Symptomfrei zu bekommen nur indem Du z.B. kein Geflügel gibst. Oder kein Rind oder kein Trockenfutter (Futtermilben sind da drin. Darauf kann Katz auch allergisch sein). Oder irgendeinen exotischen Zusatzstoff der in billigen Marken nicht deklariert wird. Was auch immer sie eventuell nicht verträgt.
Oder ihr findet nichts, aber dann kannst Du ihr wenigstens guten Gewissens alles geben was sie mag.
 
W

Wuschlmaus

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  • #10
Hallo zusammen,
meine schon sehr alte Norwegische Waldkatze hat eine Hautkrankheit. Sie muss sich sehr oft und aggressiv kratzen wie auch putzen, was zu üblen Wunden an Kopf und Hals führt. Deshalb kriegt sie jeden Tag ne Tablette Cortison/Prednisolon. So machte es der Vorbesitzer, ein sehr guter Freund von mir und so habe ich es übernommen. Nur ihr die Tablette zu geben, war immer sehr schwer. In Form von Katzensticks funktionierte das nur selten, also bin ich auf die Easy Pills umgestiegen, was einfach nur mega war und mir viel Arbeit ersparte, weil die Miez diese sehr gerne mag.

Nun das Problem: Das Kratzen ließ sich damit gut verhindern, allerdings schüttelt sie auch ständig sehr stark ihren Kopf. So wirkt das Tier gerade abends gestresst – und ich bin es auch, denn sie schläft meistens bei mir mit im Bett und das ganze Kratzen, Putzen und Schütteln raubt mir den Schlaf. Ich bin also mit ihr zum Tierarzt. Eigentlich nur, um das Cortison aufzufüllen, aber ich wollte wissen, was es mit dem Ganzen eigentlich so auf sich hat.

Der Arzt meinte prompt, ich solle ihr kein Cortison mehr geben, da sie Milben hätte und es das nur verstärken würde. Nach dieser einen (sehr teuren) Untersuchung wurden dann Antibiotika verschrieben, die ich täglich verabreichen sollte bis zur nächsten Untersuchung, ein paar Tage später. Also dann wieder hin, diesmal Blutabnahme. Noch teurer und ein Höllen-Stress für das Tier. Resultat: Ich solle noch mal kommen und weiter Antibiotika verabreichen.

Was ist passiert? Die Antibiotika scheinen derart bitter zu sein, dass das Tier die Easy Pills durchschaut hat und nicht mehr nimmt. Die Folge: Sie nimmt gar keine Tabletten mehr. Der Arzt meinte, dann müsste ich jetzt täglich (!) mit der Miez zu ihm kommen zum Spritzen. Das kommt aber für mich nicht in Frage, das möchte ich dem Tier nicht antun, es ist wirklich die Hölle, sie in die Transportbox zu stopfen, vom Stress in der Praxis ganz zu schweigen. Außerdem kann ich mir das nicht leisten. Ich musste bereits 250 Euro bezahlen für den ganzen Kram.

Nächste Woche steht dennoch eine weitere Untersuchung an. Da geh ich dann auch hin, aber danach möchte ich nicht mehr. Ich habe das Gefühl, mir wurd nur das Geld aus der Tasche gezogen, ohne dass es was bringt. Dabei streite ich nicht ab, dass das Cortison eventuell nicht gut war. Sie hat ja auch ständig erbrechen müssen und wenn sie Milben hat, hängt natürlich alles irgendwie zusammen. Aber: Ich weiß nicht weiter, denn das Tier kratzt sich jetzt ganz fürchterlich. Die Wunden sehen echt übel aus und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ihr gar nichts zu geben, kann es doch nicht sein. Aber sie nimmt ja die Easy Pills ohnehin nicht mehr ... Antibiotika können den Juckreiz ja aber auch nicht verhindern, oder? Ist ja eh nichts, was man dauerhaft gibt.

Was wäre in der Situation eurer Meinung nach das Beste für die Katze? Ich kann auch einen anderen Arzt probieren, ich möchte da nur mal eine ehrliche Beratung, die mir Optionen aufzeigt ohne dass ich gleich pleite gehen muss.

Ergänzung: Sie hat auch eine Futterallergie und bekam bisher Royal Canin Hypoallergen. Der Arzt meinte, auch das darf ich ihr nicht mehr geben. Soll jetzt ein anderes mit Insektenprotein nehmen. Das kann natürlich helfen.

LG
Hy, uns geht es mit unserem Liebling ähnlich.
Ist eine gaaanz lange Geschichte...
Wie sieht die Behandlung momentan bei Euch aus?
Liebe Grüße 🐱❤
 

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