Auch bei uns hat die Bauchspeicheldrüse zugeschlagen

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Hallo allerseits,

auch bei meinem 13-jährigen Kater Berti (wird im Juli aber schon 14) hat sich jetzt ein Problem mit der BSD eingeschlichen. Das Ganze ergab sich so:

Berti ist von Alters wegen schon immer recht mäkelig mit dem Futter. Was ihm heute supertoll schmeckt, ist morgen schon nicht mehr angesagt. Mein Küchenschrank sieht aus wie ein Einkaufsmarkt für Katzen!! :wow:

An Ostern ist dann unser Zweikater Balu verstorben und Berti war seitdem allein, was sich nicht gerade positiv auf sein Fressverhalten ausgewirkt hat. Er war sehr traurig und hat Balu überall gesucht. Seit vorletzter Woche haben wir wieder ein Katzenpärchen aus dem TH und es wurde wieder besser mit dem Fressen, aber nur kurzfristig. Die Mäkelei blieb, man merkte aber, daß Berti die Gesellschaft gut tat. Er ging öfter und lieber ans Futter wie vorher.

Doch letzte Woche wurde alles anders, er hat nur noch wenige Häppchen gefressen und ist dann wieder angewiedert von dannen. Ich füttere immer hochwertiges Nassfutter (Animonda vom Feinsten, Miamor Milde Mahlzeit/Sensibel oder wenn gar nichts gut das Ragout Royale in den Schälchen; letzteres hat er in dieser Zeit noch am liebsten gefressen, obwohl es den geringsten Fleischgehalt hat, aber Hauptsache überhaupt was fressen). Trockenfutter gab es bei uns immer nur in geringsten Mengen abends vor dem Zubettgehen und auch nicht zur freien Verfügung. Als die Mäkeleien besonders schlimm wurden, ging dann ab und an nur NaFu gemischt mit wenig Trofu (RC Ageing 12 + oder RC Sensible 33).

Am Dienstag konnte ich mir das Ganze nicht mehr länger mit ansehen und ging mit Berti zum TA. Er hatte morgens wenige Häppchen gefressen und wir machten ein großes BB.

Hier die Werte des BB:

Fructosamine 344,0 // Normwert bis 340
AP 13 // Normwert kleiner 140
GLDH 0,1 // kleiner 6
ALT (GPT) 36,8 // kleiner 70
CK 73,3 // kleiner 130
Gesamteiweiß 68,1 // 57-94
Albumin 41,5 // 26-56
A/G-Quotient 1,6 // 0,6-1,2
Harnstoff 12,1 // 5,0-11,3
Kreatinin 132,0 // 0-168
Natrium 157 // 145-158
Phosphat-anorg 1,2 // 0,8-1,9
Calcium 2,5 // 2,3-3,0
Kalium 5,0 // 3,0-4,8
Eisen 16,6 // 8-31
Lipase 19,5 // kleiner 26


Cystatin C 2,3 / kleiner 1,0
T4 (Basalwert) 2,3 // 0,9-2,9

Blutbild:
Erythrozyten 9,73 // 5,0-10,0
Hämatokrit 0,33 // 0,30-0,44
Hämoglobin 141 // 90-150
Leukozyten 3,4 // 6,0-11,0
Segmentkernige 60 % // 60-78
Lymphozythen 30 % // 15-38
Monozyten 1 % // 0-4
Eosinophile 9 % // 0-6
Basaphile 0 // 0-1
Stabkernige 0 % // 0-4
Hypochromasie neg. // neg.
Anisozytose neg. // neg.
Thrombozyten 372 // 180-550


Differentialblutbild (absolut Zahlen)

Segmentkernige 2,0 // 3,0-11,0
Lymphozyten 1,0 // 1,00-4,0
Monozyten 0,0 // 0,04-0,5
Eosinophile 0,3 // 0,04-0,6
Basophile 0,0 // kleiner 0,04
Stabkernige 0,0 // kleiner 0,6

Wegen der niedrigen Leukos wollte meine TÄ noch einen weiteren Test auf Leukose veranlassen, dessen Ergebnis wegen des Feiertags aber noch nicht vorliegt. Ich weiß auch nicht, ob das Blut dafür noch ausgereicht hat, da Berti mal wieder nicht so spendabel war und sich bei der Blutabnahme auch sehr aufgeregt hat. Ansonsten meinte sie, daß wegen des Cystatin-Werts evtl. ein kleines Nierenproblem bestehe (noch nicht schlimm, da der Harnstoff nur geringfügig erhöht sei) und gab Tabletten (Nephrofer) mit, die mein Herzenskaterchen aber standhaft verweigert, egal wie ich versuche, sie ihm unterzujubeln. Ansonsten wollten wir das weitere Ergebnis des Leukosetests abwarten.

Am Wochenende wurde es aber immer schlechter mit Bertis Fressverhalten, d.h. er fraß immer weniger. Vom Gewicht her muß ich sagen, daß er trotz seiner Mäkelei nicht großartig abgenommen hat. Er wiegt ca. 5,2 kg. Im letzten Jahr bei der Zahnsteinentfernung waren es ca. 5,4 kg, also kein riesengroßer Unterschied. Am Sonntag Abend stellten wir zufällig fest, daß Berti zudem noch berührungsempfindlich am Bauch, aber mehr so in Richtung Brust hin war. Er fauchte furchtbar, als ich zufällig beim Schmusen/Spielen an diese Stelle kam. Ein Verhalten, das ich so von ihm nicht kenne und ich hatte richtig Angst. Ansonsten war er in den letzten Tagen etwas langsamer in seiner Fortbewegung geworden und sprang (außer auf die Couch) nicht mehr auf seine geliebte Fensterbankliege oder den halbhohen Kratzbaum.

Also sind wir gestern in die TK nach Elversberg gefahren und haben das vorliegende Blutbild mitgenommen. Berti wurde untersucht. Fieber hatte er keins, aber die TÄ stellte ebenfalls einen Schmerzbereich im vorderen Bereich des Bauches/Brust fest. Sie machte sodann eine spezifischen Test für die Bauchspeicheldrüse dessen Wert bei 51 (Referenz bis 35) lag.

Berti hat ein Schmerzmittel nebst AB bekommen, da lt. TÄ eine Entzündung der BSD manchmal auch bakteriell bedingt sein kann. Danach wurde noch ein US gemacht, wobei hier die BSD trotz größter Bemühungen nicht darstellbar war. Die Milz war nicht so toll. Sie stellte sich im US überzogen mit kleinen schwarzen Löchern dar, war aber gut durchblutet. Ansonsten war alles unauffällig. Ansonsten war alles unauffällig, auch Leber und Gallenblase.

Wegen der erhöhten Fructosamine wurde noch Urin genommen. Die TÄ wollte sich gestern noch melden, falls auch Zucker im Urin gefunden wird. Da sie dies nicht gemacht hat, gehe davon aus, daß wir zusätzlich zur BSD nicht noch einen Diabetes haben. Genaueres erfahre ich im Telefonat heute Nachmittag und wenn alles gut ist, können wir Berti heute Abend abholen.

Beim Gedanken an die Gesamtkosten im Notdienst wird mir schon ganz schlecht, aber Hauptsache die Ursache für Bertis Verhalten wurde mal gefunden.:reallysad:

Ich habe mich jetzt gestern Abend noch durch einige Threads hier zum Thema BSD gelesen und fühle mich mit allem leicht überfordert!!! Ich weiß absolut nicht, was auf mich zukommt bzw. wie ich Berti füttern soll, wenn er nach Hause kommt. Bin mir absolut keiner Schuld bewußt in Sachen Futter und seine Erkrankung, da ich ja schon immer hochwertige Futtersorten mit wenig Fett gebe (naja, abgesehen vom Trofu, was ich aber mehr aus der Not heraus gefütter habe).

Da ich auch noch teilweise berufstätig bin, weiß ich jetzt nicht, wie ich Berti und die anderen beiden Katzen füttern soll. Die sind aus dem TH und sind nicht an feste Fütterungszeiten gewöhnt. Sie wollen Futter zur freien Verfügung haben. Wenn sie Bertis Futter mitfressen ist es wohl nicht so schlimm, da ich zunächst kein reines Diätfutter (RC, Hills o.ä.) probieren wollte. Die gibt es meist in Häppchen mit Sauce/Gelee und da frißt Berti ohnehin nur die Sauce/Gelee und läßt den Rest liegen, was nicht Sinn der Sache ist. Trofu sollte man wohl ganz weglassen, aber was mache ich, wenn er dann kein Nafu frißt, wie das in der letzten Zeit der Fall war?

Bin echt ratlos und verzweifelt und weiß nicht wo anfangen. :confused: Vor lauter Bäumen sehe ich wahrscheinlich den Wald nicht mehr. Ich allerdings sagen, daß ich hier vor Ort noch weitere Probleme habe (Arbeit, Haushalt, pflegebedürftige Mutter, behindertes Kind mit Herzfehler, Geschwisterkind, etc.) und meine Nerven momentan etwas blank liegen. Ich hoffe so sehr, daß Berti wieder einigermaßen fit wird, denn heilbar ist die Sache mit der BSD ja wohl nicht. Hat er trotzdem weiterhin noch Lebensqualität? Wie ist das bei Euren Katzen? Er hat trotz seiner Erkrankung immer noch gerne geschmust und liebt es, gebürstet zu werden. Das fordert er geradezu mehrfach am Tag ein.

Sorry für mein Gejammere, aber vielleicht habt Ihr ein paar Tipps für mich bzw. könnt mich beruhigen!!!
 
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Was für ein Schmerzmittel hat Berti bekommen?

Wieso das AB? Die Entzündungsparameter im BB deuten doch eher darauf hin, dass keine bakterielle Ursache vorliegt, schließlich sind z.B. die Leukos deutlich erniedrigt. In der Regel sind AB bei Erkrankungen der BSD nicht indiziert. Üblicher ist es, mit Cortison zu arbeiten, aber selbst das ist nicht unumstritten.

fPli dürfte ein Schnelltest gewesen sein, die sind leider nicht so zuverlässig. Dramatisch erhöht ist der Wert ja nicht - wir hatten hier zum Teil fünffach erhöhte Werte ohne große Symptomatik. Auch der Sache mit der Milz würde ich nachgehen. Leider hat man es im Notdienst oft mit relativ unerfahrenen Ärzten zu tun, daher würde ich demnächst noch mal einen US bei einem erfahrenen Internisten machen lassen.

Cystatin C ist bei Katzen nicht aussagekräftig, da kreatinin gut in der Norm ist, würde ich da also keineswegs von einem Nierenproblem ausgehen.

Was das Fressen angeht: Berti muss fressen, zur Not auch Trofu, wenn nichts anderes geht. Längst nicht bei jeder Katze mit einer BSD-Erkrankung ist Diät nötig, das ist individuell sehr unterschiedlich.

Hat Berti Infusionen bekommen? Hat der TA im Notdienst was von B12 gesagt oder es sogar gespritzt? Das wäre auch sinnvoll.
 
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Als Schmerzmittel hat Berti Novalgin bekommen, was er nicht gut vertragen hat. Wir haben ja noch gewartet, um zusammen mit der TÄ nach Wirken des Schmerzmittels einen US zu machen, was zusammen mit meinem Mann gut geklappt hat und somit Berti (und unserem Geldbeutel :D) eine Narkose erspart hat, da der Gute ansonsten etwas unkooperativ beim TA ist.

Während der Wartezeit hat Berti stark gesabbert, die Flüssigkeit lief ihm in dicken Klumpen aus dem Mäulchen. Dies sei lt. TÄ eine Reaktion auf das Novalgin. Sie wollte sich das aufschreiben, damit Berti in Zukunft - wenn nötig - ein anderes Schmerzmittel bekommt. Welches wäre denn empfehlenswert?

Das AB hat er bekommen, weil - lt. TÄ - bei Bauchspeicheldrüsenentzündungen umstritten sei, ob nicht auch mal bakterielle Erreger die Ursache sein könnten. Um das alles auszuschließen bzw. zu behandeln, hat er das AB bekommen.

Der Test war ein Schnelltest namens Snap fPL. Wie genau der ist, vermag ich nicht zu sagen. Wenn der Wert nicht so hoch ist, meinst Du, es ist evtl. etwas ganz anderes als die Bauchspeicheldrüse? Woher kommt eigentlich eine solche Entzündung? Am Fettgehalt meines Futters kann es nicht liegen. Alle Fettwerte des NaFu liegen um 5 %, nur das Trofu (RC Sensible bzw. RC Ageing 12 + liegen höher bei 22 % bzw. 19 %).

Woher weiß man eigentlich, ob es sich um eine bloße Entzündung handelt oder um eine Insuffizienz? Kann man das testen?

Berti bekommt seit gestern Infusionen. Leider konnte ich noch nicht mit der TÄ sprechen, erst heute Nachmittag. Sie will mich um 15 Uhr anrufen (Telefontermin). Zu B 12, Fressverhalten etc. kann ich also noch nichts sagen.

Ich denke, daß Berti auch altersbedingt nicht mehr soviel frißt wie jüngere Katzen und daß er von daher keinen großen Gewichtsverlust zu verzeichnen hat. Inwieweit seine Fressverlust wieder nennenswert größer wird, kann ich nicht sagen.

Was kann die Sache mit der Milz bedeuten? Das macht mir echt Angst. Mir fiel noch ein, daß in der Blase noch kleine weiße Punkte im US sichtbar waren (Kristalle). Beim Urinieren sind mir bislang aber keine Probleme oder Schmerzäußerungen aufgefallen. Was kann ich dagegen tun? Ich habe gesehen, daß es auch hierfür entsprechendes Futter gibt, nur leider ist es gerade nicht so sinnvoll für die Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenproblemen!! Es ist aber auch wirklich verhext!!! :eek:

Gerade rief meine Haus-TÄ noch an und teilte mir mit, daß sämtliche Tests auf Leukose, etc. negativ waren. Wenigstens schon mal eine gute Nachricht!!!
 
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Ich würde frischen Urin auf Kristalle untersuchen lassen. Statt mit Spezialfutter kann man bei Struvit auch anders behandeln.

Bei den Fachleuten ist das mit dem AB bei BSD-Erkrankungen eigentlich nicht umstritten, nachlesen kann man das u.a. bei der Uni Gießen oder in den Informationen von Laboren wie Idexx:

http://www.idexx.de/pdf/de_de/small...ation/du_treatment_feline_pancreatitis_de.pdf

Die Ursache für BSD-Erkrankungen ist nicht bekannt, vermutlich gibt es verschiedene Ursachen. Meine TÄ, die Internistin ist, vertritt die Meinung, dass Zusätze in kommerziellen Futtern in vielen Fällen Auslöser sind.

Auch bestimmte Schmerzmittel, wie z.B. Meloxicam, stehen unter Verdacht, BSD-Erkrankungen zumindest zu begünstigen.

Schmerzmittel der Wahl bei BSD-Erkrankungen sind Opiate, wie z.B. Buprenovet. Nur leider stellen sich viele Tierärzte da total an, einem Opiate mit nach Hause zu geben und behaupten, das dürften sie nicht. Das ist allerdings falsch: Das Betäubungsmittelgesetz erlaubt es durchaus, dem Tierhalter Opiate für drei Tage mit nach Hause zu geben. Und zwar dann, wenn es sich um das Schmerzmittel der Wahl handelt, was laut aller Experten bei Pankreatitis der Fall ist. Ich kenne einige Tierkliniken und auch TÄ, die das auch so praktizieren.

Um zu schauen, ob eine Insuffizienz vorliegt, könntest Du Tli testen lassen. Beim nächsten Mal würde ich drauf bestehen, keinen Schnelltest zu machen, sondern das Blut an Idexx zu schicken. Es gibt wohl auch Unterschiede, ob fPli per Elisa getestet wird oder nach der Methode, die in den USA entwickelt wurde. Das aber mit Vorbehalt, von uns hat noch keiner getestet, ob diese Tests tatsächlich in der Aussagekraft unterschiedlich sind.

Ich kann Dir nur dazu raten, einen guten Internisten zu konsultieren. Wie weit ist denn die TK Hofheim von Euch entfernt? Dort gibt es wirklich gute Internisten, die sich auch mal die Milz näher anschauen könnten.
 
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Danke schon mal für Deine Antwort. Die TK Hofheim ist von hier ca. 200 km entfernt. Das ist mir dann doch etwas weit, zumal Berti Autofahrten nicht so gut verträgt. Ich werde aber mal noch speziell nach einem Internisten bei der TK nachfragen.

Urinuntersuchung werde ich nochmal ansprechen wie auch den TLI Test.
 
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DRINGEND HILFE GESUCHT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Leider hat sich durch Rücksprache mit der TK folgender (neuer) Sachverhalt ergeben:

Berti mag nicht so recht fressen in der TK, ist angstvoll und zieht sich vollkommen zurück. Verständlich, denn er hat furchtbare Angst vor Tierärzten und war noch niemals weg von uns.

Der Urin wurde auf Diabetes und auf Kristalle untersucht, beides war negativ.

Auch hat sich eine Spezialistin für Tumore den US der Milz angeschaut. Sie meinte, die schwarzen Pünktchen würden bei einer Katze sehr für einen Tumor, evtl. Lymphom der Milz sprechen. Ein Lymphom wäre dann auf jeden Fall bösartig. Ein anderer Tumor evtl. nicht. Von einer Punktion der Milz würde sie abraten, da dies zu Nachblutungen neige. Außerdem habe man bei einer Röntgenuntersuchung keinerlei weitere Tumore (evtl. durch Streuungen) gefunden. Die 2 weißen Punkte (ca. 1 cm groß) in der Nähe der Milz hält die TÄ für gutartige Tumore.

Jetzt stellt sich folgende Frage und die Entscheidung fällt mir sehr schwer:

Die behandelnde TÄ hält es aufgrund der Tatsache, daß sich Berti trotz Infusionen, Gabe von AB (Baytril) und Schmerzmittel (Opiatderivat, Name konnte ich in der Aufregung leider nicht verstehen) bis heute nicht gebessert hat im Fressverhalten für wahrscheinlich, daß nicht (nur) die Entzündung der BSD, sondern evtl. auch ein Tumor der Milz für sein schlechtes Fressverhalten verantwortlich ist. Sie schlägt nun entweder die Entfernung der Milz oder eine Behandlung mit Cortison - wobei sie jedoch anführte, daß man über deren Erfolg nicht sicher sei - vor.

Ich weiß absolut nicht, was ich tun soll. Wer garantiert mir denn, daß bei Entfernung der Milz Bertis Zustand wieder besser wird. Weiterhin muß man dazu sagen, daß er Narkosen sehr schlecht verträgt. Er bekam im Januar letzten Jahres eine Zahnsteinentfernung unter Narkose (halbe Dosis) und hat diese überhaupt nicht gut vertragen. Er hing mehrere Tage total in den Seilen und hat am Tag der Narkose fast durchgängig erbrochen.

Hat jemand Erfahrung mit diesem veränderten Sachverhalt bzw. kennt sich aus, wie die Behandlungschanchen bei Tumor/Lymphom der Milz mit Cortison sind?

Bin total verzweifelt und weiß mir keinen Rat. Vielleicht würde ich ihn ja zuhause unter Cortison in gewohnter Umgebung wieder zum Fressen bewegen können. Klar ist aber auch, daß er keine riesigen Mengen in seinem Alter fressen wird, das hat er bislang auch nicht gemacht. Er wiegt momentan 5,2 kg und hat seit Januar letzten Jahres ca. 200-300 g abgenommen.

Bitte helft mir, ich bin total verzweifelt!! :reallysad:
 
Maiglöckchen

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Hallo Martina,

bitte schreib doch die Userin Doc per PN an, die hat viel Erfahrung mit solchen internistischen Geschichten

Mit Erkrankungen der Milz und mit Lymphomen hatte ich noch nicht zu tun, so dass mein Wissen da eher beschränkt ist.

Dass Berti nichts fressen mag, kann aber tatsächlich am Klinikaufenthalt liegen.
 
shopgirlps

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Danke für den Tipp!! Habe Doc gerade per PN angeschrieben.

Traurige Grüße,
Martina :reallysad:
 
Maiglöckchen

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Ich hoffe, sie schaut heute noch hier rein.
 
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  • #10
Hallo,

Trauriger Anlaß, aber hier bin ich.
Zunächst möchte ich sagen, daß die TK Elversberg mit Sicherheit eine der besseren Tierkliniken ist, ich denke, ihr solltet dort gut aufgehoben sein.

Es ist schwer Dir jetzt etwas zu raten, denn die Diagnose ist ja noch nicht bestätigt.
Das Lymphom bei der Katze ist sehr vielseitig, wenn auch immer bösartig.
Das Lymphom ist aber auch die einzige Tumorart, bei der ich persönlich bei gesicherter Diagnose auch eine Chemotherapie in Betracht ziehen würde.

Zum Thema Kortison:
Es gibt so eine Richtlinie beim Lymphom, die besagt, wenn das Lymphom entdeckt wird, weil es bereits Symptome macht, ist die durchschnittliche Überlebenszeit
ohne Therapie 6 Wochen
mit Kortison 3 Monate
und mit Chemotherapie 9- 12 Monate.
Dazu muß ich sagen, daß ich auch schon unter Kortison und Chemo wesentlich längere überlebenszeiten gesehen habe. Kürzere leider auch.

Eigentlich würde ich dir schon raten, die Milz rausnehmen zu lassen und diese dann histopathologisch untersuchen zu lassen.
Aber es ist natürlich schwierig, wenn es ihm schon sehr schlecht geht und er generell ein Problem mit Narkosen hat.
Da würde ich vielleicht wirklich versuchen, mit Kortison anzufangen, um zu schauen, ob er zu Hause wieder frißt.
Sollte das der Fall sein und er stabilisiert sich, würde ich dann die Milz rausnehmen lassen. Das ist nicht ideal, weil durch das Kortison die Diagnostik für die Histopathologie erschwert wird, aber irgendeinen Kompromiss muß man eingehen.
Wenn die Diagnose Lymphom lautet, würde ich je nach Allgemeinbefinden über eine Chemo entscheiden. Diese wird in der Regel sehr gut vertragen und ist überhaupt nicht mit dem zu vergleichen, was man in der Humanmedizin mit einer Chemo asoziiert.

Ich kann dir leider keinen klaren Rat geben, da sich die Krankheitsverläufe beim Lymphom wirklich sehr stark unterscheiden. Manche kommen mit Kortison wirklich über einen längeren Zeitraum gut zurecht, andere gar nicht.

Was ich allerdings nicht glaube ist, daß wenn man ihn jetzt operiert, es ihm schlagartig danach wieder gutgehen wird. Daher würde ich zum jetzigen Zeitpunkt eine Operation auch kritisch sehen.
Bei Kortison ist i.d.R. die Einstiegsdosis Prednisolon 2 mg / kg Körpergewicht. Wen er sich damit stabilisiert, würde ich wahrscheinlich zur OP tendieren. Wenn er sich jedoch unter Kortison gar nicht bessert, wird ihm wohl auch die Operation nicht mehr helfen.

Das ist so eine Situation, in der es kein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt, leider. Man muß ein wenig auf sein Bauchgefühl hören und danach entscheiden, so schwer es fällt.

Ich wünsche dir viel Kraft dafür und deinem Kater alles, alles Gute.
 
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  • #11
Hallo allerseits,

danke für Eure lieben Worte und vor allem vielen herzlichen Dank an Doc für die medizinischen Erklärungen.

Habe gerade nochmal mit meiner Haustierärztin gesprochen und im Hinblick darauf, daß Berti eher recht unkooperativ ist, was Verabreichung von Medis, zwangsweise Nahrungseingabe etc. wollen wir zunächst die Weiterbehandlung der BSD zusammen mit der Verabreichung eines Cortisons probieren. Vielleicht kommt er ja dadurch wieder besser ins Fressen, wenn er dann zuhause bei uns ist. Wenn das alles nicht funktioniert und er nicht alleine frißt, werden wir es wohl aufgeben müssen, denn mein Bauchgefühl sagt mir, daß Zwangsernährung nicht klappen wird, zumal mein Mann den ganzen Tag nicht da ist und ich auch teilweise berufstätig. Und alleine kann ich Berti nicht füttern mittels Spritze o.ä, das wird wahrscheinlich schon bei der Verabreichung der Medis oral in den nächsten Tagen schwierig. Aber das versuchen wir. Er müßte 1 x Tag AB und 2 x Schmerzmittel bekommen. Zu zweit werden wir das irgendwie schaffen.

Ansonsten hat meine TÄ die zeitlichen Angaben zur Therapie des Lymphoms von Dir, Doc, in etwa bestätigt. Ich denke, wenn wir Berti mit den ganzen Medis (evtl. OP und danach Chemo) "quälen", ist ihm für den relativ kurzen Zeitraum auch nicht geholfen, ganz davon abgesehen, daß man nie weiß, wie er tatsächlich auf die Behandlung reagiert. Die TÄ hat aber auch gesagt, daß sie von dieser Diagnose jetzt selbst äußerst überrascht ist, da die Blutwerte ansonsten recht gut seien.

Ich bin total verzweifelt und muß sagen, daß ich selbst auch sehr unter der Situation leide. Ich habe ohnehin schon hohen Blutdruck, habe die letzten 3 Nächte wenig bis gar nicht geschlafen und vorhin trotz Einnahme von Medis für Blutdruck noch einen solchen von 150:93 gehabt bei einem Ruhepuls von 101. Mir setzt das Ganze sehr viel zu und ich kann einfach nicht mehr.

Dazu muß man ergänzend sagen, daß ich jetzt innerhalb eines 3/4 Jahres jetzt schon 2 Katzen (Mausi, Bertis Schwester im Juni letzten Jahres und an Ostern meinen Herzenskater Balu) verloren habe. Und jetzt noch die Geschichte mit Berti. Ich kann absolut nicht mehr. Und habe ansonsten noch meine pflegebedürftige Mutter, einen schwerbehinderten Sohn mit Herzfehler (da steht am kommenden Freitag auch eine Untersuchung wegen wahrscheinlicher Verschlechterung des Herzfehlers an), ein weiteres Geschwisterkind und bin noch teilzeit berufstätig. Für mich überschreitet das alles momentan meine Kräfte. Bin fast nur noch am Weinen!!

Danke, daß Ihr mir her zuhört und sorry fürs Jammern, denn ganz vielen von Euch bzw. Euren Fellis geht es ja auch nicht besser.
 
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  • #12
Ach Mensch, Martina, ganz schön viel, was Du da schultern musst und jetzt auch noch die Sorge um Berti.

Fühl Dich einfach mal gedrückt.

@Danke, Doc:)
 
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  • #13
@Maiglöckchen: Denkst Du, unsere Entscheidung mit dem Cortison ist richtig? Wenn ich Doc richtig verstanden habe, ist es wohl sinnlos, die Milz herauszunehmen und danach den Weg der Chemo nicht zu gehen, vorausgesetzt, daß sich wirklich ein Lymphom herausstellt (wovon die Spezialistin aufgrund des Aussehens der Milz allerdings ausgeht). Und Berti möchte ich das alles nur für ein paar Monate länger nicht zumuten. Er ist ohnehin so stressanfällig und hat Angst, wenn er nicht in seiner gewohnten Umgebung ist bzw. wenn ich ihn dauernd zum TA schleppen müßte.

Ich denke, daß da wirklich Lebensqualität (vorausgesetzt er hat noch welche und er kommt wieder ins Fressen) vor Lebensquantität geht, oder?

@Doc: Vielen herzlichen Dank nochmal an Dich!! :pink-heart:

Habe ich Dich da richtig verstanden mit der Milzentfernung und anschließender Chemo, sofern sich ein Lymphom herausstellt? Das eine kann ich mir dann ohne das andere auch sparen, respektive Berti den Stress ersparen?

Im Röntgenbild hat sich noch kein Befall der anderen Organe gezeigt. Die Milz und weitere Organe waren auch nicht vergrößert. Die Bauchspeicheldrüse war gar nicht darstellbar. Wie wahrscheinlich ist bei einem solchen Bild eigentlich das Vorliegen eines Lymphoms. Kann man das sagen?
 
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  • #14
Ich würde in der Situation gerade in Anbetracht der schlechten Narkosefähigkeit auf jeden Fall den Versuch mit Cortison wagen. Wie auch immer es ausgehen wird, aber wenn das Berti noch für einige Zeit eine gute Lebensqualität schenken kann, ist es das auf jeden Fall wert. Ich sehe es auch so, dass Lebensqualität bei einer schwer kranken Katze weitaus mehr wert ist als Quantität.
 
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  • #15
Liebe Martina,

zuerst möchte ich Dir sagen, wie leid mir die Situation um Dich und Berti tut. Auch Deine beiden Verluste im vergangenen 3/4 Jahr sowie Deine sehr schwierigen Lebensumstände neben den Sorgen um Deinen Berti sind unglaublich traurig und man fragt sich wie so oft, warum manche Menschen soviel Leid auf einmal ertragen müssen. Fühl Dich mal ganz fest umärmelt.

Weder aus fachlicher Sicht, noch aus emotionaler Sicht kann ich Dir etwas raten. Genau wie Du würde ich nicht wissen, welcher Weg der Richtige ist und wäre wie blockiert. Wahrscheinlich gibt es in solch einer schlimmen Situation kein Richtig oder Falsch und es ist wie Doc es geschrieben hat: am besten geht man in dieser schwierigen Zeit nach seinem Bauchgefühl.

Auch wenn ich nicht viel für Dich tun kann, so möchte ich Dich aber darin bestärken Berti nach Hause zu holen und den Versuch mit dem Cortison zu starten. Ich schreibe das darum, weil ich mit meinem Kater Merlin vor einer ähnlichen Entscheidung wie Du stand. Merlin hat Anfang Februar aufgehört zu fressen, es ging ihm binnen weniger Tage richtig richtig richtig schlecht und ich dachte er stirbt. Nach dem Blutbild und einem US vom Bauch wurden Veränderungen am Darm, Veränderungen der Milz, entzündete Bauspeicheldrüse, Lebervergrößerung (3fach erhöhte Leberwerte), hochgradig gestaute Gallengänge sowie Wasser im Bauch festgestellt. Das Wasser im Bauch wies keine Tumorzellen auf, die TÄ sagte mir jedoch, dass die Ursache des ganzen Dilemmas trotzdem ein Tumor sein könnte. Dazu müsste eine Biopsie durchgeführt werden. Das haben wir bisher nicht gemacht, also weiß ich nicht ob bei uns wie (vielleicht) bei Euch ein Tumor der Auslöser ist. Was ich aber weiß ist, dass wir mit dem Cortison sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Grundsätzlich stehe ich Cortison eher kritisch gegenüber, aber genau wie Du hatte ich kaum eine andere Wahl und heute bin ich froh, dass ich Merlin damit behandelt habe bzw. es im Augenblick auch noch tue. Ich weiß nicht, wieviel Zeit mir noch mit Merlin bleibt. Die TÄ hat uns keine guten Aussichten prognostiziert. Aber die Zeit, die drei Monate, die wir nach der Diagnose bisher hatten, waren gute Zeiten. Merlin hat sofort nach der ersten Gabe Cortison angefangen zu fressen und auch wenn es zwischendurch Tage gibt, die nicht sooooo toll sind, waren die meisten Tage für meinen kleinen Mann sehr schön. Gerade die letzten Tage ist er wieder komplett „der Alte“. Ich weiß, dass Cortison nicht heilt und mir ist klar, dass sein schlechter Zustand nur von einer hübschen Decke überzogen ist, die der Wind jederzeit wegreißen kann. Aber ich habe in den vergangenen drei Monaten gelernt jeden einzelnen Tag zu betrachten und dankbar zu sein, wenn Merlin wieder einen guten Tag hatte. Und von diesen guten Tagen gab es eine Menge. Ich bin genau wie Du unendlich traurig, weil ich weiß, dass ich Merlin irgendwann gehen lassen muss. Und dieses irgendwann ist vielleicht schon bald. Aber die Zeit die uns – Dank des Cortisons – noch geblieben ist und auch noch bleibt ist so unglaublich wertvoll für Merlin und mich. Maiglöckchen hat es auf den Punkt gebracht: richte Dein Augenmerk auf Bertis Lebensqualität und nicht auf Quantität. Bei uns sind sogar die Leberwerte wieder in der Referenz und ich habe trotz der schlechten Prognose irgendwie doch die Hoffnung, dass Merlin noch ganz lange an meiner Seite verweilt. Vielleicht ergeht es Euch genauso und ihr könnt Berti mit dem Cortison soweit stabilisieren, dass dann eine Chemo möglich wäre. Es gibt gerade hier im Forum so viele wundervolle und Mut machende Geschichten von Fellchen, die dem Tod näher als dem Leben waren und sich doch wieder zurück gekämpft haben. Ich möchte Eure Situation nicht schön reden, denn keine Frage Euch steht wahrscheinlich eine schwere Zeit bevor, die von Höhen und Tiefen geprägt sein wird. Aber ich glaube eben auch an Wunder und genau solch eines wünsche ich Euch von Herzen.
 
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  • #16
@ Maiglöckchen: Danke für Deine Antwort!! :pink-heart:

Ich sehe es genauso und hoffe, daß ich Berti überhaupt noch ein bißchen Lebensqualität schenken kann. Das hängt alles davon ab, ob er wieder ins Fressen kommt oder nicht!! Er kann aber auch wirklich stur sein, der alte Grummelkater, aber das ist eben mein Berti. Bei uns war es damals Liebe auf den ersten Blick. Wir haben ihn und seine Schwester Mausi dem TH Münster geholt. Eigentlich wollten wir gar kein Tier und haben nur die Schwester meines Mannes begleitet, die sich einen Hund zulegen wollte. Sie hat keinen passenden Hund gefunden, aber wir die Katzen!! Wir betraten den Raum mit den Wohnungskatzen und sahen uns nach dem vom TH empfohlenen Katzenpaar um. Mein Mann schaute oben auf den höheren Plätzen und ich unten und ging dazu in die Hocke. Da sprang Berti unvermittelt auf meine Knie und ließ sich ganz lieb kraulen und knuddeln. Da war es um uns geschehen und wir wußten, die beiden sind DIE Katzen für uns!!! :pink-heart: Und das ist jetzt mittlerweile 13 Jahre her. Wie schnell doch die Zeit vergeht!! Wir haben Berti länger als unsere Kinder alt sind!!
 
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  • #17
@ MiaLotta: Wunderschöne Worte von Dir und eine ganz tolle, ja sogar Mut machende Geschichte von Dir!! Ich sitze hier und mir laufen die Tränen vor Rührung. Ich bin immer wieder erstaunt, wie lieb sich fremde Menschen, die man nur via Internet/Forum kennt, in das persönliche Schicksal einfühlen können und sich Zeit nehmen für fremde Probleme!! Vielen Dank dafür!!

Wenn Du schreibst, daß es bei den schlechten Werten Deines Katers etwas gebracht hat, mit Cortison zu behandeln, so gibt mir das ein bißchen Hoffnung, daß es vielleicht auch Berti hilft. Ich weiß, daß jedes Fellchen anders reagiert und man nichts verallgemeinern sollte. Aber Bertis Blutwerte waren alle o.k. Die wenigen, die außer der Norm waren (Fructosamine, Leukos, Harnstoff) wurden abgeklärt und es hat sich nichts darauf ergeben (kein Nierenproblem, kein Diabetes). Auch die im US sichtbaren weißen Pünktchen in der Blase stellten keinen Harngries und die übrigen Organe sind bislang nicht auffällig verändert. Da muß doch einfach noch was gehen, oder nicht?

Ich drücke Dir und Deinem Merlin ganz fest die Daumen, daß Ihr noch viele schöne Momente zusammen habt!! Und ich beneide Dich, wie Du das alles so toll genießen kannst. Ich kann momentan leider immer nur an die "schlimmen Sachen" denken und kann absolut gar keine Ablenkung oder Auszeiten genießen. Aber vielleicht kommt das ja noch und ich muß mir einfach nur ein bißchen Mühe geben!! Wahrscheinlich sehe ich einfach immer nur zu schwarz ... Aber bei meinen ganzen Problemen und Sorgen frage ich mich manchmal schon, WARUM immer ich. Aber diese doofe Schicksalsfrage bekommt man nie beantwortet, daß weiß ich schon seit 11 Jahren mit dem Zeitpunkt der Geburt unseres behinderten Sohnes!! :(

Trotzdem nochmals vielen Dank und ich werde Euch hier auf dem aktuellen Stand halten!!
 
Doc

Doc

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  • #18
Habe ich Dich da richtig verstanden mit der Milzentfernung und anschließender Chemo, sofern sich ein Lymphom herausstellt? Das eine kann ich mir dann ohne das andere auch sparen, respektive Berti den Stress ersparen?

Im Röntgenbild hat sich noch kein Befall der anderen Organe gezeigt. Die Milz und weitere Organe waren auch nicht vergrößert. Die Bauchspeicheldrüse war gar nicht darstellbar. Wie wahrscheinlich ist bei einem solchen Bild eigentlich das Vorliegen eines Lymphoms. Kann man das sagen?

Du Ärmste, das ist wirklich heftig was Du da alles zu schultern hast.

Umso mehr würde ich den Versuch mit dem Kortison befürworten.
Sollte er dadurch richtig gut wieder drauf sein, würde ich überlegen die Milz entfernen zu lassen. Nur dann.
Die OP hängt für mich nicht untrennbar mit der Frage zusammen, ob man hinterher eine Chemo macht.
Die OP hätte für micht folgenden Sinn:
1. man hat eine klare Diagnose nach der Pathohisto der Milz
2. evtl ist der Tumor komplett entfernt

Erst nach dem Ergebnis der Pathohisto weiß man, ob es überhaupt Sinn macht über eine Chemo nachzudenken.
Wenn keine Chemo machen will, hätte man dennoch eine klare Diagnose und evtl den Primärtumor entfernt. Das bringt zwar keine Heilung, aber oft eine Verzögerung. Die Chemo in der Tiermedizin heilt ja auch nicht.

Aber so oder so, Lebensqualität ist das allerwichtigste, daher ist für mich das einzig Richtige im Moment ihn heimzuholen und zu schauen wie es geht.
Nur ein Tip, spritzt kein Depotkortison, sondern gebt ihn eine tägliche Dosis Prednisolon, später auch jeden zweiten Tag. Man kann es als Tabletten geben oder vielleicht kannst du selbst spritzen? Fangt nicht mit einer Dosis unter 2 mg / kg Körpergewicht an. Das ist bei Katzen ganz wichtig.

Liebe Grüße und alles Gute!
 
M

MiaLotta

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  • #19
Da muß doch einfach noch was gehen, oder nicht?

Und ob da noch was geht! Ich glaube an Euch, an Dich und Berti. Einfach darum, weil Merlin es mir jeden Tag zeigt. Und so wird es Dir auch Dein Berti zeigen.

Du kannst mir aber glauben, dass meine "ich erfreue mich an jedem Tag" Haltung auch mal flöten geht. Gerade wenn Merlin einen Tag hat, an dem er mal wieder weniger frisst und sehr ruhig ist, laufen auch mir die Tränen über die Wangen und es schnürt mir das Herz zu, weil mir wieder bewusst wird, dass unser gemeinsamer Weg irgendwann zu Ende ist. Auch mir schießen dann die schlimmsten Szenarien durch den Kopf und bei dem was Du an zusätzlichen Sorgen noch umher trägst, ist es nicht verwunderlich, dass Du nur noch schwarz siehst. Umso bewundernswerter ist es, dass Du Dich bei all Deinem anderen Kummer so intensiv um die optimalste Behandlung für Berti bemühst. Ich glaube ganz fest daran, dass ihr dafür belohnt werdet. Mit schönen Zeiten die ihr noch verleben werdet. Vielleicht sind es nicht mehr Jahre, vielleicht bleiben Euch nur noch Monate oder im schlimmsten Fall Wochen. Aber ihr werdet diese guten Zeiten haben. Ganz bestimmt. Bei uns hat das Cortison sehr gut angeschlagen und ein kleines Wunder bewirkt, warum sollte das bei Euch nicht auch passieren?! Wie schon gesagt, ich möchte Dich nicht in eine rosa Wolke tunken und Cortison wird Deinen Berti leider nicht heilen. Aber es ist zumindest eine kleine Chance, ihn erst Mal wieder in die Bahn zu bringen. Jetzt ist man ja wie vor den Kopf geschlagen und wenn ihr etwas Zeit gewinnen könnt, dann kann man vielleicht auch die zu treffenden Entscheidungen klarer und rationaler überdenken.

Das die Blutwerte von Berti weitesgehend in der Referenz sind und alle anderen Befunde auch unauffällig, ist doch schon mal etwas Positives. Vielleicht muss man sich mit solchen guten Begebenheiten emotional über Wasser halten und einfach darauf hoffen, dass sich alles andere auch zum Guten wendet.

Ich sende Dir ganz viele gute Gedanken. Für Berti, aber auch für die Untersuchung Deines herzkranken Sohnes am kommenden Freitag. Alles Liebe für Euch! .... und Danke das Du uns auf dem Laufenden hälst. Ich werde Eure Geschichte weiter verfolgen und Euch ganz fest die Daumen drücken.

... oh und ebenso Danke für Deine guten Wünsche für Merlin. Ich werde es ihm später ausrichten, daran wird er sich ganz bestimmt erfreuen :)
 
shopgirlps

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  • #20
@ Doc: Warum kein Langzeitcortison als Depotspritze? Soweit ich weiß, wollte die TÄ gestern Abend noch eine Cortisonspritze geben. Ob es Langzeitcortison war, weiß ich nicht, denke aber mal schon, da sie dieses empfohlen hatte.

Habe ich jetzt da schon was falsch gemacht. Spritzen trau ich mich leider nicht, da man Cortison wohl in den Muskel spritzen muß, soweit ich gelesen habe. Stimmt das?

Danke ansonsten für Deine Erklärung. Richtig toll erklärt und bestärkt mich in der Hoffnung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Was mich jetzt bloß nervös macht, ist die Frage, warum meldet sich die TK nicht. :eek:
 
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