Argumente gesucht (Ausland/Deutschland)

D

Distel-chen

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Hallo liebe User,

ich weiß, dass das hier ein ganz böses und umstrittenes Thema ist. Es beschäftigt mich ziemlich.
Daher würden mich schlichtweg einige (Eure) Argumentationen interessieren.
Für die Tierimporte aus dem Ausland, gegen Tierimporte aus dem Ausland.
Für die Aufnahme deutscher Tiere, gegen die Aufnahme deutscher Tiere.

Ich möchte wirklich keinen Streit entfachen und am liebsten auch keine Diskussionen sondern schlichtweg sachliche Argumente lesen :oops:

Beispiel wäre zb:

- Gegen Tierimporte a.d. Ausland, da die Tierheime hier voll mit Katzen sind
- Für Tierimporte a.d. Ausland, weil die Tiere dort getötet werden
- Für eine Aufnahme aus dem Tierheim, weil diese so voll sind
- Für eine Ausnahme aus dem Tierheim, weil diese leicht zu erreichen sind
- Gegen eine Aufnahme aus dem Tierheim, weil es den Katzen dort gut geht

:confused:
 
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Nonsequitur

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Gugg mal hier: http://www.katzen-forum.net/tierschutz-allgemein/47974-auslandstiere-vs-heimische-tiere.html
Da ist auch mindestens eine weitere Diskussion zum Thema verlinkt.

Ich persönlich seh keinen Sinn darin, irgendwie zu gewichten, welche Katze oder welcher Hund eher ein Zuhause "verdient", schon gar nicht auf Basis der Nationalität. Ein Tier in Not ist ein Tier in Not, egal wo es sitzt.
Aber wenn ich ein Tier aus dem Ausland adoptiere - was ich schon zweimal getan habe plus einmal indirekt, Nava stammte zwar aus Spanien, ich habe sie aber im Tierheim um die Ecke aufgelesen - dann schaue ich drauf, dass die Vermittlungsorganisation nicht nur im großen Stil Tiere nach Deutschland karrt, um damit evtl. Profit zu machen. Sondern dass sie sich hauptsächlich um Tierschutzarbeit vor Ort kümmert und vor allem diejenigen Tiere nach Deutschland bringt, die nicht an ihren Plätzen bleiben, aber vor Ort auch nicht oder nicht so schnell wie nötig vermittelt werden können. Mein Grisu war ein Spätsommerkätzchen und zu jung, um an seiner Streunerstelle auf Sardinien den Winter zu überleben; Peppi hatte kaputte Augen und war deshalb in Spanien nicht vermittelbar.
 
ELIA

ELIA

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Ganz schwierige Frage,da ja auch immer Gefühle mit im Spiel sind.
Fakt ist,die Tierheime hier sind übervoll,vielen TSV droht das finanzielle aus.
Den Katzen geht es auch hier in den Tierheimen und Pflegestellen auf Grund der drangvollen Enge nicht gut.
Viele Katzen können gar nicht mehr aufgenommen werden und werden den Winter draussen nicht überleben.
Immer mehr Katzen werden ausgesetzt(kein Platz im Tierheim)
Auch hier werden Katzen die nicht ganz gesund sind(z.B.FIV,Leukose pos.)und deren Behandlung zu teuer wäre eingeschläfert.
Ich kann keinen so grossen Unterschied mehr zu ausländischen Situationen erkennen.
Natürlich gibt es viele Länder in denen Tiere nicht mal einen Dreck wert sind.
Nordafrika,Afrika,Amerika da werden Fundtiere die innerhalb einer kurzen Zeit keine Besitzer finden eingeschläfert,Die asiatischen Länder und last but not least unsere europäischen Nachbarstaaten.
Der ehemalige sog.Ostblock,Spanien usw.
Wo sollen wir anfangen?
Ich bin gegen die Einfuhr von kranken Tieren(Viruserkrankungen)ich weiss das klingt hart,aber fragt mal Deutsche TSVs wie hoch die Chancen sind FIV oder Leukose pos.Tiere zu vermitteln.
Die ausl.Katzen die nach Deutschland kommen sollten frei von Parasiten und ansteckenden Krankheiten sein,das muss besser kontrolliert werden.
Giardien sind hier mitlerweile ein riesen Problem das es früher so nicht gab.
Ich bin nicht gegen ausl. Katzen aber bestimmte Auflagen sollten eingehalten werden.
Ich habe selber mal Siammix Katzen aus Mallorca mitgebracht weil ich wusste,daß sie hier gut zu vermitteln sind.
Dann haben die Katzen eine Chance und die Leute müssen nicht zum Züchter gehen;)
Ehrlich da könnte man einen Roman schreiben,es gibt viele Gründe die dafür und dagegen sprechen.
 
Mianmar

Mianmar

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ich bin im Endeffekt Elias Meinung, aber vllt. noch was drastischer...
Ich finde so lange wir hier so ein großes Problem haben mit den Tieren sollten keine weiteren Tiere mehr eingeführt werden..... sollten wir irgendwann wirklich das Katzenproblem hier gelöst haben, gerne wieder... aber nicht jetzt..

Der Stand der deutschen Tierheime ist folgender:
- bei FIV/Felv wird sofort eingeschläfert (fast überall)
- es wird bis zum letzten Tag einer Trächtigkeit kastriert (Kitten im Mutterleib getötet), ich tippe bei 1/3 der Orgas.. 1/3 macht es nicht ganz so lange und fast keiner lässt Kitten mehr austragen
- nicht vermittelbare Tiere werden eingeschläfert
- kranke Tiere wo die Behandlungskosten zu hoch sind werden eingeschläfert
- es werden auch junge Tiere draußen gelassen weil zu "wild" (10 Wochen alt und jünger), in übervollen Tierheimen kriegt man die Tiere nicht mehr zahm
- der Tierschutz hier krebselt am Rande des finanziellen Bankrotts rum...
- es wird nur noch kastriert und wieder rausgesetzt, egal wie schlimm es dort ist.. wenn man ganz viel Glück hat gibts mindestens noch ne Futterstelle
- Vermittlung in deutschen Heimen ist schlecht.. viele schlecht informierte Mitarbeiter (Einzelhaltung, Einschätzung der Tiere) weil viele über die Unmengen an Tieren nicht mehr drüberschauen.... --> Überforderung, hauptsache ein Tier ist vermittelt egal wohin...
- In der Pflege sterben super viele Tiere an Krankheiten.. besonders Katzenseuche rafft ganze Quarantänestationen hin weil sie zu voll sind.. und dann wird alles eingschläfert...
- auch kranke Tiere müssen "draußen" bleiben weil sogar in der Personaldusche schon Käfige stehen..
- Schutzgebühren will fast keiner zahlen.. Tiere sind auch hier nichts wehrt.. viele Kitten werden getötet oder in schlimmen Zustand ausgesetzt

So lange das sich nicht bessert spreche ich mich gegen Importe aus... andererseits müsste ich ja auch Anzeigen erstellen das ich z.B. nach Spanien vermittele..

Andererseits, der deutsche Tierschutz ist nen Arsch... da irgendwo dazwischen zu kommen um effektiv mitzuarbeiten, das ne Arbeit... viele wollen gar keine neuen Mitglieder die aktiv mithelfen.. Geld ist immer gut, aber eingefahrene Strukturen... und viel Ärger untereinander..viele Tierheime wollen gar nicht vermitteln oder haben viel zu starre Strukturen (kein Freigang, unbedingt Freigang, keine Berufstätigen etc. pp)

Alles nicht so einfach... kommt wohl auch drauf an wo man in D wohnt....
 
J

Juik

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Ein sehr schwieriges Thema...

- deutsche Tierheime sind masslos überfüllt
- es fehlt an PS für scheue Kitten, diese bleiben dann Dauergast im Tierheim oder werden von einigen Tierheimen irgendwann wieder "ausgewildert"
- unmengen an Kitten müssen draußen bleiben, da kein Platz mehr im Tierheim ist, dass der größte Teil den Winter nicht überlebt, brauche ich wohl nicht zu erwähnen
- zahme "Streuernkatzen" werden kastriert und wieder ausgesetzt, da alles voll ist
- kranke Katzen (z.B. FIV/FELV) in Deutschland werden oft eingeschläfert, da sie schwer vermittelbar sind oder die Kosten zu hoch sind

und, und, und...

Ich bin selber akutell in der Situation, dass ich hier unter meinen Streunern 2 Kitten haben für die ich keine PS finde. Die Kleinen sind viel zu jung und werden da draußen den Winter sicherlich nicht überleben :(.

In Spanien & Co sitzen die Tiere in Tötungsstationen, hier erfrieren sie im Winter draußen, beides eine ähnliche Situation.

Jedes Tier sollte ein Recht auf Leben haben, egal ob aus Deutschland, Spanien oder xy. Leider kann man nicht allen helfen, wo fängt man an, wo hört man auf?

Alles eine sehr schwierige Situation.

Ich selber verweise Interessenten an Rasse(mix)katzen überwiegend an den Auslandstierschutz und nicht an Züchter (egal ob seriös oder unseriös).

Ich finde es auch nicht gerade gut, dass von Züchtern noch weitere Katzen in die Welt gesetzt werden, wo tgl. andere sterben müssen.
Allerdings kann ich auch fast jeden verstehen, der zum Züchter geht. Wenn ich hier lese, wie sich viele Tierheime gegenüber Interessenten verhalten, bzw. es selber schon miterlebt habe, wundert es nicht mehr...

Auch kann ich jeden verstehen, der sich für den Auslandstierschutz entscheidet. Sei es aktiv zu helfen oder "nur" eine Katze von dort zu adoptieren. Gerade was aktiv helfen angeht, sind die Auslandsorgas, meinen Erfahrungen nach, viel offener und harmonischer. Wie Katharina schon so schön geschrieben hat: Der deutsche Tierschutz ist (oft) ein Arsch.
 
dagmar.b

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Man sollte überall helfen, wo Not ist. Leider ist ja auch die zeitliche Kapazität begrenzt.
Man hört oft das Argument, die Länder sollen sich selber helfen, das stimmt sicher, braucht aber Zeit. Und unsere Hilfe.
Ich weiß, dass Apan sehr viel im eigenen Land macht:
Aufklärung in Schulen
Schulklassen kommen ins Tierheim
Kinderfeste werden besucht
Politisches Engagement, Organisation von Demos gegen z.B. Stierkampf
Behindertenprojekt Kind und Hund
Kastrationen
etc.

Bis sie dazu in der Lage waren hat es Jahre gedauert und auch heute hätten sie kaum eine Möglichkeit diese Arbeit zu leisten, wenn nicht etliche Tiere nach Deutschland vermittelt würden.

Es gibt überall Elend, viel Elend, aber soll die Hilfe vor Nationen STOP machen, wohl kaum. Jeder sollte da helfen, wo er kann, idealerweise im Inland und Ausland.
 
N

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Gast
Also wenn Du Dich so zwiegespalten fühlst, dann würde ich an Deiner Stelle überlegen, nach welchen Katzen Du suchst und welche zu Dir und Deinem Leben passen würden. Dann mach Dich auf die Suche und lass Dein Herz und die Umstände entscheiden. Alle Fellchen, die irgendwo in Tierheimen oder bei Tierschutzorgas sitzen haben ein schönes zu Hause verdient.
 
J

Juik

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Was mich nervt ist, dass "In- und Auslandstierschutz" allzuoft gegeneinander ausgespielt wird, sich die Orgas gegenseitig ans Schienbein treten und eifersüchtig die Spendeneinnahmen der jeweils anderen beäugen.

Das ist doch nicht nur so, was Ausland- und Inlandstierschutz angeht. Das ist leider oft allgemein so, was die Orgas angeht.
 
Mianmar

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Fakt ist das wir schon überschwemmt sind, warum noch mehr Tiere reinholen? Durch die größere Auswahl an Tieren haben es die im Tierheim die die "nicht gefragten" Farben haben noch schwieriger..
Heutzutage gehen die wenigsten ins Tierheim, sie sitzen erst Zuhause da udn gucken sich alle Tiere an, für jeden gibts die passende Form und Farbe.... aber die Tiere die nicht besondres hübsch sind, tja.. die haben pech.... wer keinen guten Internetauftritt hat, tja der hat auch Pech...
Und es ist nunmla so das im Auslandstierschutz viele besonders hübsche Tiere sind, das macht die Vermittlung hier noch schwieriger...
Man kann mich steinigen, damit kann ich leben... aber wir schaffen es nichtmal die Tiere hier reinzuholen ... warum dann nicht erst einmal hier helfen? Schön das es den Tieren im Ausland jetzt besser geht und das tut es defintiv, aber hier wirds immer schlimmer.... und das kann fast jede Orga bestätigen.. nur weil es hier keine Tötungsstationen gibt.. ich habe viele Fälle in den letzten Monaten beobachtet.. viele Fälle aus dem Auslandstierschutz wären hier sofort eingeschläfert worden, da kriegen sie jedenfals noch eine Chance..
Für die Tiere freut es mich wenn sie Plätze haben, aber der Frust hier ist ungemein groß... daher auch die Konkurrenz unter den Tierschutzvereinen.... worte wie "wir haben kein Geld dann musst du auch einschläfern lassen" tun nunmal weh..... Pflegestellen sind heiß umkämpft...

Versteht mich nicht falsch, jeder kann helfen wo er möchte.. nur mich erschlägt dieser Import.. für die Tiere freut es mich, aber der Frust ist wirklich riesig.... und ich behaupte das super viele lieber nen hübschen Siammix nehmen als nen schwarzen.. viele Auslandsorgas haben nicht mal Pflegestellen hier, die importieren direkt...

Leider macht der deutsche Tierschutz seine Probleme nicht so offen.. alles wird verdrängt und "einfach gemacht"... besonders das Töten von Kitten im Mutterleib Stunden vor der Geburt finde ich ethisch mehr als kritisch... eine Wahl hat aber keiner..
 
balulutiti

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  • #10
mich ärgert, wenn die unbestreitbar üblen Zustände in einigen Gegenden als Grund für wahre Massenimporte herhalten müssen. Nebenbei werden Urteile gebildet wie "Spanier haben eine andere Einstellung Tieren gegenüber" usw. - wie wenn man ein ganzes Volk so schubladisieren könnte (dazu fälllt mir immer wieder die Amerikanerin ein, die in Hamburg ein TH aufmachen wollte, weil die Deutschen die Katzen so schlecht behandeln :p)
Sich im Urlaub in ein Kätzchen verlieben und adoptieren: ja. Einzelne Tiere aus einer akuten Notlage wegholen: ja. Professioneller Tierimport: nein.
 
Bea

Bea

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  • #11
Schwieriges Thema.

Hier kann wirklich jeder nur für sich entscheiden.

Grundsätzlich habe ich die Einstellung: es gibt so viele Tierschutzkatzen hier bei uns, da werde ich kein Tier aus dem Ausland nehmen.

Ich kann aber mittlerweile nachvollziehen eine Katze von einer seriösen Auslandsorga zu adpotieren, nachdem ich hier trotz grosszügiger Auswahl an Tierschutzvereinen keine Chance sah eine passenden Partner für Simba zu finden ( hier lag es teilweise wirklich an der Vermittlungspraxis).
Gerade bei den Auslandsorgas gibt es viele mit Pflegestellen und gerade bei Pflegestellen kann man passende Partner durch die Beobachtungsmöglichkeiten von Charaktereigenschaften besser aussuchen.


Das ist doch nicht nur so, was Ausland- und Inlandstierschutz angeht. Das ist leider oft allgemein so, was die Orgas angeht.

Stimmt leider.
 
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Bea

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  • #12
mich ärgert, wenn die unbestreitbar üblen Zustände in einigen Gegenden als Grund für wahre Massenimporte herhalten müssen. Nebenbei werden Urteile gebildet wie "Spanier haben eine andere Einstellung Tieren gegenüber" usw. - wie wenn man ein ganzes Volk so schubladisieren könnte (dazu fälllt mir immer wieder die Amerikanerin ein, die in Hamburg ein TH aufmachen wollte, weil die Deutschen die Katzen so schlecht behandeln :p)
Sich im Urlaub in ein Kätzchen verlieben und adoptieren: ja. Einzelne Tiere aus einer akuten Notlage wegholen: ja. Professioneller Tierimport: nein.

Teilweise wird da auch, hatte ich mal den Eindruck gewonnen, vielleicht sogar mit dem Mitleid insgesamt in diesen Länder gespielt.:confused:

Mir wurde eine Geschichte aus Portugal bekannt. Dort ist das mit dem Tierschutz nicht anders, als wie in Spanien.

Eine Nachbarin meiner Schwester lief ein Hund zu ( dort völlig normal: es wird gefüttert, der Hund bleibt und ist dann der eigenen Hund - der z.B. das Grundstück bewacht). Dort ist es völlig normal das streunende Hunde rumlaufen, die werden gefüttert - die Vorstellungen wie Hunde gehalten werden ist meist eine ganz Andere als hierzulande.
Eines Tages kamen Tierschützer, die fingen diesen Hund ein.

Nachbarn beobachteten das Ganze und wiesen darauf hin, dass dieser Hund aber der Nachbarin gehört... wohin er gebracht würde.

Der Hund würde in das "Tierheim" xxx gebracht. Die Nachbarin hätte "ihren" Hund gerne wieder geholt... sollte aber eine bestimmte Auslösungssumme bezahlen. Das konnte sie finanziell einfach nicht.

Solche Hunde werden dann weitervermittelt... , über Auffangstationen, Auslandsorgas....:(
 
Zwillingsmami

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  • #13
Das ist sicher ein sehr kontroverses Thema. Aber als tierliebender Mensch habe ich dazu eine ganz klare und einfache Meinung: Mir ist es völlig egal, wo auf dieser Welt Tiere in Not sind, leiden und Hilfe brauchen. Wenn ich irgendwie helfen kann, helfe ich.

Die Frage "deutsches oder ausländisches Tier" stellt sich für mich gar nicht.

Da ich mich seit vielen Jahren für den Tierschutz engagiere, weiß ich natürlich, dass wir mehr als genug Tierelend hier in Deutschland haben. Die Tierheime und Pflegestellen platzen sozusagen aus allen Nähten.

Aber wenn man sich ansieht, wie es Tieren in anderen Ländern geht, in denen Tierschutz überhaupt kein Thema ist, wird man feststellen, dass ein Tierheimplatz in Deutschland für viele leidende Tiere im Ausland wahrscheinlich der Himmel auf Erden wäre! Denn Tierheim ist nicht gleich Tierheim. In den meisten Tierheimen im Ausland vegetieren die Katzen und Hunde vor sich hin. Sie leben im Dreck, müssen im Winter frieren, werden nicht ausreichend gefüttert und schon gar nicht tierärztlich versorgt. Weil dafür einfach nicht genug Geld da ist! Vom unfassbaren Elend der Straßentiere, um die sich dort niemand kümmert und die, wenn sie halbverhungert verzweifelt um ein bisschen Futter betteln, auch noch getreten, mit Steinen beworfen oder sonstwie massakriert werden, ganz zu schweigen! Wir reden hier von Ländern, in denen es auch den meisten Menschen nicht gut geht. Mit ein bisschen Phantasie kann man sich vorstellen, wie viel das Leben eines Tieres dort zählt ...

Und selbst die wenigen, überaus ärmlichen Tierheime dort sind noch ein Segen gegen die vielen Tötungsstationen. In Spanien heißen sie z.B. Perreras. Dort kommen die Tiere hin, die niemand mehr will, die von den Straßen weggefangen oder auch von ihren Besitzern abgegeben werden. Diese Katzen und Hunde werden schon nach kurzer Zeit gnadenlos getötet. Und meist werden sie nicht gnädig mit Spritzen eingeschläfert! Selbst dafür ist nämlich kein Geld da. Man vergast, ertränkt, erdrosselt und erschlägt sie, oder man lässt sie einfach elend in ihren Käfigen verhungern. Je billiger die Tiere sterben, desto besser. Sie werden dort ja schon wie Müll behandelt, wenn sie noch leben!

Und wenn man sich das alles vor Augen führt, wird vielleicht verständlich, warum es in Deutschland Menschen gibt, die versuchen, so viele Tiere wie möglich aus dieser Hölle zu retten und nach Deutschland zu bringen, wo sie zumindest erst mal in Sicherheit sind. Diese Tiere kommen auch nicht in Tierheime, sondern in die Pflegestellen der Tierschützer.

Ein ganz wichtiger Aspekt des Auslandstierschutzes sind auch große Kastrationsaktionen, die vor Ort von Freiwilligen ehrenamtlich durchgeführt werden, um die unkontrollierte Vermehrung der Straßentiere einzudämmen und weiteren Generationen von Katzen und Hunden dieses furchtbare Elend zu ersparen.

Meine Katzen Bonnie & Sammy wurden übrigens aus einer Tötungsstation in Spanien gerettet. Sie waren erst 3 Monate alt, als sie vergast werden sollten. Die beiden sind die tollsten Katzen, die man sich vorstellen kann! Und ich werde dem kleinen Tierschutzverein, der sie sozusagen in letzter Minute vor dem Tod gerettet hat, ewig dankbar sein!!!
 
balulutiti

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  • #14
Solche Hunde werden dann weitervermittelt... , über Auffangstationen, Auslandsorgas....:(

Auch Katzen geht es so. Es mögen ja Strassenkatzen in der Ukraine schlimm dran sein, aber in Ländern, wo es immer warm ist, kann man es als Katze ganz gut aushalten, wenn es dann auch noch Menschen gibt, die füttern. Und Futterstationen gibt es in vielen Gegenden.
Diese halben Wildkatzen dann in ein Tierheim zu stecken - ist das sinnvoll?
 
Mianmar

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  • #15
Zwillingsmami du kennst dich leider gar nicht gut aus im deutschen Tierschutz, das was du beschreibst ist klarerweise im Ausland so, aber hier ist es nicth anders... mit dem kleinen Unterschied das hier die Tiere erst gar nicht mehr aufgenommen werden... da müssen 8 Wochen alte Kitten bei diesem Wetter ohne Unterschlupf draußen hocken.. es erfrieren ständig Katzen... auch hier werden Tiere gequält, geschlagen oder nicht rein geholt...
Hast du schonmal eine Woche aktiv hier im Tierschutz mitgearbeitet und festgestellt was für Fälle dort landen? Tiere die kaum mehr kriechen können aber wo sich trotzdem keiner drum kümmert... ne sind ja Katzen die packen das schon so.... Es gibt keinen Unterschied in der Mentalität wenn es um Tiere geht....

In Spanien die Perreras = hier einfach ohne Hilfe draußen lassen...

Wo ist da der Unterschied? Einen großen sehe ich leider nicht...

Dort vergasen = hier einschläfern weil der Nachbar Seuche hatte (bei Seuche werden meist alle Tiere aus der Quara eingeschläfert weil die anderen unerkannte Ausscheider sein können)

Ich bin gerne bereit eine Woche im Auslandstierschutz mal zu helfen.. sofort.. (bzw. wenn ich Geld für Hotel und Flug mal über habe) und danach werde ich ehrlich berichten.. aber so wie ich es jetzt sehe, ist es überall gleich.. es wird nur anders vermarktet bzw berichtet.
Und den rein provokanten Satz "ok dann inserier ich jetzt mal in Spanien" bringe ich dann auch immer wieder ein..
 
Bea

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  • #16
Auch Katzen geht es so. Es mögen ja Strassenkatzen in der Ukraine schlimm dran sein, aber in Ländern, wo es immer warm ist, kann man es als Katze ganz gut aushalten, wenn es dann auch noch Menschen gibt, die füttern. Und Futterstationen gibt es in vielen Gegenden.
Diese halben Wildkatzen dann in ein Tierheim zu stecken - ist das sinnvoll?

Gute Frage. Teilweise werden die Tiere einfach eingefangen - habe ich jedenfalls manchmal so den Eindruck - weil sie nicht so gehalten werden wie es bei uns die Vorstellung ist.

In diesen Ländern ist der Umgang/Verständnis mit Tieren, jedenfalls bei den meisten Menschen, ein ganz anderer als bei uns.

Woher kommt den unser Neuzugang? Hier aus Deutschland; von der Strasse... wie kam sie dorthin? Eine "Wildkatze" ist sie jedenfalls nicht...;)
 
Mianmar

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  • #17
hm also das glaube ich nicht das der Auslandsts einfach irgendwas einsackt... dafür sind das einfach viel zu viele.. die werden genau wie wir hier nur die kranken nehmen oder die die dort wo sie sind "stören", was bringt es gesund aussehende Hunde einzufangen die wem gehören wo die Nachbarn kklar sagen, der gehört dahin? Da kann man höchstens ne Kastra anbieten und sonst ist doch ok.....
Es gibt überall schwarze Schafe... wie gesagt ich bi nnicht gegen den Auslandstierschutz.. bei Hunden zb sehe ich das mit dem Import nicht so schlimm... im Tierheim sitzen leider fast nur "Problemhunde", da ist denke ich noch für ein paar Spanier Platz, gerade weil viele kleine Hunde suchen oder Familientiere... bei Katzen ist das für mich nen ganz anderes Problem..
 
balulutiti

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  • #18
Es werden Hunde in großem Stil aus Osteuropa durch Österreich geschmuggelt und in Spanien teuer verkauft. Die, die "überbleiben" kommen über den TS wieder zurück zu uns. Sehr seltsam.
 
balulutiti

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  • #19
Sicher kann man kein ganzes Volk schubladisieren.

Aber ich kenne Spanien und die Spanier sehr gut.
Weit mehr als hier leitet sich die Daseinsberechtigung von Nicht-Nutztieren einzig davon ab, ob sie dem Menschen Freude machen, ob sie ins Leben "passen".

und trotzdem kenn ich Spanier, die wildfremde Katzen füttern - Katzen, die keinerlei Nutzen bringen.



Und in manchen Dörfern ist es immer noch lapidar, wenn jemand am helligten Tag auf der Straße ein Kitten tot tritt.
Lass das mal hier passieren.

Für alle Dörfer hier möchte ich nicht die Hand ins Feuer legen....:eek:



Wie gesagt, mir hat mal eine Amerikanerin erklärt, wie arm die Tiere in Deutschland dran seien, und dass sie unbedingt ein TH errichten will. Manches sieht eben aus der Entfernung anders aus.
 
Bea

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  • #20
Es werden Hunde in großem Stil aus Osteuropa durch Österreich geschmuggelt und in Spanien teuer verkauft. Die, die "überbleiben" kommen über den TS wieder zurück zu uns. Sehr seltsam.

Da gibt es insgesamt schon einige nachdenkenswerte Dinge.

Hierzulande wird laut nach einer Kastrations- und Kennzeichnunspflicht gerufen.
Stichwort: überfüllte Tierheime, Aufnahmestopp, Katzenschwemme usw.. - gleichzeitig gibt es viele Auslandsorgas, Auslandsadoptionen.

Irgendwie passt alles nicht zusammen.:(
 
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