Animal Hording - das Krankheitsbild

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lulu39

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Die Forschung dazu steckt zwar auch in Amerika noch in den Anfängen, es konnte jedoch eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe, die sich mit dem Krankheitsbild des Tiersammelns auseinandersetzt, folgende "Gesetzmäßigkeiten“ herausfinden:


* Die am häufigsten betroffenen Tierarten sind Hunde und Katzen

* Drei Viertel der "Animal Hoarders“ sind Frauen

* Die Mehrzahl der betroffenen Menschen ist über 50 Jahre alt

* In 70% der beschriebenen Fälle waren der Boden der Wohnung mit Exkrementen der Tiere verschmutzt (in einem Viertel der Fälle war sogar das Bett des "Animal Hoarders“ mit Kot verschmutzt)

* In über der Hälfte der untersuchten Fälle hatte der betroffene Mensch überhaupt keine Einsicht in die Problematik, d. h. der Hoarder erkennt nicht, dass die Tiere bei ihm leiden und sieht damit die Situation überhaupt nicht als problematisch an.



Die Arbeitsgruppe klassifizierte bestimmte "Hoarder-Typen“:


* Der Pflegertyp: dabei handelt es sich um einen Menschen, der anfänglich versucht, sich um die Tiere zu kümmern. Das Tier hat für den kranken Menschen einen hohen Stellenwert. Oftmals vermehren sich die Tierbestände, da keine Geschlechtertrennung stattfindet. Dem "Animal Hoarder“ wächst die Anzahl der Tiere über den Kopf und die Tiere werden nicht mehr ausreichend versorgt. Der "Animal Hoarder“ ist aber gleichzeitig nicht fähig, sein Problem zu kommunizieren und zu lösen. Dieser "Hoarder-Typ“ leugnet das Problem aber nicht vollständig und hat eine gewisse Einsicht in die Problematik. Dieser Mensch ist oftmals sozial isoliert.

* Der Rettertyp: es handelt sich hierbei vor allem um einen Menschen, der die Aufnahme von Tieren als seine Mission und Berufung ansieht. Oftmals kennzeichnet diesen Krankheitstypen eine extreme Todesangst und, infolge der eigenen Angst vor dem Tod lehnt er auch die Euthanasie selbst von unheilbar kranken und schwer leidenden Tieren strikt ab. Tiere werden vor allem aktiv gesammelt. Der krankhafte Tiersammler ist überzeugt, dass es die Tiere ausschließlich bei ihm gut haben. Jede Einsicht in die Problematik fehlt. Autoritäten werden gemieden und Weisungen nicht befolgt. Diese Menschen sind nicht unbedingt sozial isoliert. Sie führen nicht selten sogar ein ganz normales gesellschaftliches Leben, können sogar Geschäftsleute sein und im öffentlichen Leben stehen.

* Der Ausbeutertyp: Hier wird das Tier ausschließlich aus eigennützigen Zwecken angeschafft. Dieser Typ ist extrem narzisstisch, hat keinerlei Schuldbewusststein und sammelt Tiere vorwiegend aktiv. Durch sein selbstbewusstes und durchaus eloquentes Auftreten ist er fähig, auch Behörden etc. etwas "vorspielen“.

* Der Züchtertyp: Die Tiere sollten ursprünglich zum Zweck der Ausstellung und Verkaufs gezüchtet werden, aber der Überblick über die sich vermehrenden Tierbestände geht verloren.

* Außerdem gibt es noch Zwischenformen der beschriebenen Typen.



Bei dieser Krankheit ist auffällig ist, dass es gewisse Regelmäßigkeiten gibt. Deshalb ist die oben dargestellte Einteilung in "Hoarder Typen“ möglich. Darüber hinaus gibt es Regelmäßigkeiten in der Sprache (Rechtfertigungs- und Entschuldigungsstrategien), die die erkrankten Menschen verwenden.

Auch wenn bisher noch wenig über die Krankheit bekannt ist, ist sich die amerikanische Arbeitsgruppe einig, dass die Rückfallquote ohne eine individuell angepasste psychologische Langzeittherapie bei nahezu 100% liegt. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass diese Menschen nach Beschlagnahmung der Tiere oftmals ihren Wohnsitz unverzüglich wechseln und innerhalb nur weniger Tage wieder anfangen, Tiere zu horten. Es ist eine wichtige Aufgabe des Tierschutzes, über die bei vielen Behörden völlig unbekannte Krankheit zu informieren.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund
 
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NellasMiriel

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Danke! Sehr spannend....
lg Heidi
 
Barbarossa

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Schön, dass die amerikanischen Behörden das Problem wenigstens kennen. In Deutschland ist es unbekannt.

Oder wie sonst ist es möglich, dass in einer Wohnung 88 Hunde leben???? Gestern ging nämlich ein Züchter aus Rheinland-Pfalz durch die Presse, der in einer völlig versifften Wohnung 88 Chihuahuas hielt. Obwohl er von Käufern frequentiert wurde und die Zustände bekannt waren, griff das Veterinäramt jahrelang nicht ein. Diese faule Bande sollte nach geleisteten Einsätzen bezahlt werden!
 
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lulu39

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Schön, dass die amerikanischen Behörden das Problem wenigstens kennen. In Deutschland ist es unbekannt.

Oder wie sonst ist es möglich, dass in einer Wohnung 88 Hunde leben???? Gestern ging nämlich ein Züchter aus Rheinland-Pfalz durch die Presse, der in einer völlig versifften Wohnung 88 Chihuahuas hielt. Obwohl er von Käufern frequentiert wurde und die Zustände bekannt waren, griff das Veterinäramt jahrelang nicht ein. Diese faule Bande sollte nach geleisteten Einsätzen bezahlt werden!


Das ist nicht der einzige Fall - es häuft sich in Deutschland.Genau deswegen hat der DTSB alle Tierschützer aufgefordert, Infos darüber zu verbreiten..

Du darfst den Artikel gerne weiter verteilen - die Quelle ist genannt.
 
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Momenta

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Hallo Kai,

ich gehe sogar noch weiter....

Wie können Nachbarn zugucken und sich umdrehen und nichts, aber auch garnichts tun?? Ach ja...wenn dann die Wohnung geräumt wurde, stehen sie vor dem Zaun, schauen in die Kamera und sagen "Ich habe gleich gewusst, daß da etwas nicht stimmt!"


Jeder Einzelne in dieser Gesellschaft trägt eine Verantwortung, insbesondere dann, wenn man weiss oder ahnt, daß Kinder, Tiere, hilflose Menschen betroffen sind.

Wegschauen...leider eine gern gepflegte Eigenschaft vieler vieler Menschen....


Wenn ich wüsste, daß eine Person 40 Katzen oder 30 Hunde oder so etwas in der Wohnung hätte, würde ich dem Veterinäramt solange unbquem auf die Füße latschen, bis endlich jemand vor Ort geschaut hat und nicht nur das, bis jemand wirklich handelt :mad:

LG
Claudia
 
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Hexe173

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Der Bericht ist interessant. Ich hoffe sehr das es hilft manche Fälle nun schneller aufzudecken, denn das was bei solchen Menschen mit den Tieren geschieht ist "unfassbar" ... :(

@Kai
das klingt erschütternd ... die armen Tiere :(:(Was wird mit Ihnen? :confused:
 
lacroix

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Wow, ich dachte immer, dass sind obskure Einzelfaelle :eek:

Und ich hatte mich schon gefragt, ob ich das Mass schon ueberschreite bei "nur" SECHS Katzen :p

Frage allerdings: wenn ich so an unsere TSVs denke und die eine odere andere Pflegestelle, da kommen auch schon mal schnell 15-20 Katzen zusammen; die werden zwar weitervermittelt und die Zustaende sind - da wo ich es kenne - zwar manchmal etwas chaotisch, aber nicht etwa schlecht; wo faengt's an, problematisch zu werden und was ist noch im Sinne der Katzen zulaessig?
(mal kriminelles Verhalten ausgeschlossen)
 
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lulu39

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Wow, ich dachte immer, dass sind obskure Einzelfaelle :eek:

Und ich hatte mich schon gefragt, ob ich das Mass schon ueberschreite bei "nur" SECHS Katzen :p

Frage allerdings: wenn ich so an unsere TSVs denke und die eine odere andere Pflegestelle, da kommen auch schon mal schnell 15-20 Katzen zusammen; die werden zwar weitervermittelt und die Zustaende sind - da wo ich es kenne - zwar manchmal etwas chaotisch, aber nicht etwa schlecht; wo faengt's an, problematisch zu werden und was ist noch im Sinne der Katzen zulaessig?
(mal kriminelles Verhalten ausgeschlossen)

Hm, ich denke mal, auf einer Pflegestelle wird regelmäßig der Tierbestand "ausgedünnt" durch Vermittlung. Logisch kommen wieder neue, aber eine Abvermittlung findet statt. Für die Tiere also nur eine Zwischenstation und die Unterbringung, Futterversorgung und TA-Kosten sind durch die TSV´s gedeckt.

Ich denke, fast jede Pflegestelle ist immer übervoll.

Knackpunkt ist hier wohl das Wissen darum und deshalb auch die dringende Abvermittlung.

Wenn jemand aber gar nicht mehr merkt, das sein Bestand rasend zunimmt, die Pflege der Katzen auf der Strecke bleibt, die Kosten nicht mehr gedeckt werden können -nicht wegen Arbeitslosigkeit o.ä.- , sondern weil es gar nicht geht - dann ist es wohl soweit.
 
Barbarossa

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@Kai
das klingt erschütternd ... die armen Tiere :(:(Was wird mit Ihnen? :confused:

Die Hunde sind völlig neben der Spur, haben in ihrem eigenen Dreck gelebt und kennen weder Sonnenschein, noch Spaziergänge. Per Radio wurden Menschen gesucht, die sich zutrauen, so einem Winzling ein normales, schönes Leben näherzubringen. Der Besitzer war übrigens völlig uneinsichtig, ihm mussten wegen Tätlichkeiten sogar Handschellen angelegt werden.

Katrin, Claudia: Was nützt es, wenn Käufer, Nachbarn und Bekannte die Behörden informieren, aber die bequemen Damen und Herren vom Vet-Amt keinen Grund sehen, dort einzuschreiten? Da wird scheinbar viel zu häufig abgewartet und versucht, das Problem auszusitzen. Denen sollte in den Hintern getreten werden, nur wer kann das?
 
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lulu39

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  • #10
Denen sollte in den Hintern getreten werden, nur wer kann das?


@ Kai, jeder kann das. "Beamtenmikado" kennen wir alle - egal in welcher Behörde..

Aber spätestens bei einer Dienstaufsichtsbeschwerde bewegt sich der verpennteste Beamte.

Allerdings muß man dann sein Anliegen beim AMt auch mit Fakten vortragen und dazu gehört nicht:

Ich habe nur gehört
Ich möchte meinen Namen nicht nennen
Man hat mir erzählt

Also , wenn man was erreichen will - dann nur ganz oder gar nicht..
 
Tom-SH

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  • #11
ich habe mittlerweile 2 fälle kennengelernt, und JEDESMAL ist KEINER dafür zuständig, werder TS, noch ATA, noch gesundheitsamt.
eingriffe würden als verletzung der prvatsphäre gesehen:mad:

das einemal war ein geistig zurückgebliebenes pärchen, was in einer totalvermüllten 1 zimmerwohung gewoht hatte, mit ca. 120 meershweinchen, teils tot,.
bis die wohnung geräumt wurde hats über drei jahre gedauert, wir hatten müllgestank im haus, fliegenplage, die beiden wren sehr verwahrlost (nur 2 mal im jahr war klamottenwechsel) betreuung hatten die beiden nicht.
vermieter, ATA, TS, geusdnheitsamt alles wurde informiert. keiner hat irgendetwas unternommen.

der zweite fall ist hier im ort, eine frau hat so ca. 25 pferde, teils totkrank, der rest auch krank, 12 galloways und irgendwo ein paar hühner.
sie reist von kreis zu kreis, nistet sich irgendwo ein, die rinder sind total vernachlässigt (keine klauenpflege zum beispiel), die tiere werden aus geldmangel nur auf nötigste versorgt. das reicht aus, das der ATA nicht einschreiten muss oder kann.
mittlerweile hat die frau mehrere tausend euro schulden im kreis, wir haben den TS, den ATA, die zeitung informeirt, nichts ist passeirt, kein interesse.
keine TA und hufschmied kommt mehr zu ihr, sie bekommt nur über strohmänner futter, weil sie kein geld hat.
sie läßt auch keins ihrer totkranken tiere einschläfern, sie doktort leiber daran rum.
ein pferd hat ein auslaufendes auge, eins so starke rehe, dass es kaum laufen kann, eins ist an chronischem durchfall eingegangen, eins hat nur ein drittel lunge und bricht beim gehen fast zusammen usw.:mad:

ich zweifel an usnrem tierschutz hier in deutschland, anscheinend scheuen viele verein solche aufgaben und kuscheln leiber mit kitten und welpen rum (weil medienwirksamer und bringt geld ein):mad:(das war jetzt ganz pöse) aber irgendwie hab ich den eindruck, das wirklicher tierschutz so garnicht im vordergrund steht, weil solche fälle natürlich viel arbeit und aufwand sind :mad:
 
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  • #12
Katrin, ein Fall, in dem jemand aus meiner Familie durch viel Hartnäckigkeit den Amts-Vet aus seiner Behörde herauslockte:

Eine Hundezucht im Klo (!!!!) einer längst geschlossenen Kneipe. Das Anwesen ist im Verfall begriffen, eingeschlagene Fensterscheiben, herausgerissene Leitungen, das Dach undicht. Verwüstung überall. Nur der ehemalige Sanitärbereich (15 qm) auf der rückwärtigen Seite wird noch genutzt - von einem Retriever-Züchter. Unhaltbare Zustände. Nach langem Gezerre machte sich der Amts-Vet ein Bild von der Zucht, natürlich kündigte er sich lange vorher an. Die "Räumlichkeiten" wurden eilends etwas aufgepeppt, ein Freilaufgehege schnellstens angezimmert und der Züchter, der ganz woanders wohnt, durfte mit wenigen Auflagen weitermachen. Alles Rechtens.

Das war vor zwei Jahren. Inzwischen ist der Züchter weg. Sicher hat er ein ruhigeres Grundstück gefunden, wo er nun wieder ohne Auflagen und lästiges Geldausgeben ganz in Ruhe weitermachen kann.

Allerdings muß man dann sein Anliegen beim AMt auch mit Fakten vortragen und dazu gehört nicht:

Ich habe nur gehört
Ich möchte meinen Namen nicht nennen
Man hat mir erzählt

So schlau sind sicher alle, die mit offenen Augen durchs Leben gehen. Allerdings wurde der Name meiner Mutter vor vielen Jahren dem Hundehalter, der seinen Hund hungern und dursten ließ und der nicht mal eine Hütte hatte, genannt. Nett oder? Wäre das nicht ein völlig fertiger Alkoholiker gewesen (der Schäferhund wurde ihm übrigens nicht weggenommen, sondern Monate später bei der Futtersuche von einem Bus überfahren), hätte dies für sie übel ausgehen können.
 
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lulu39

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  • #13
ich zweifel an usnrem tierschutz hier in deutschland, anscheinend scheuen viele verein solche aufgaben und kuscheln leiber mit kitten und welpen rum (weil medienwirksamer und bringt geld ein):mad:(das war jetzt ganz pöse) aber irgendwie hab ich den eindruck, das wirklicher tierschutz so garnicht im vordergrund steht, weil solche fälle natürlich viel arbeit und aufwand sind :mad:


Der Tierschutz ist hierfür laut deutschem Gesetz gar nicht zuständig. Der TSV kann nur eine Meldung an das VET-Amt/Ordnungsamt machen - denn Tierschützer dürfen Privatwohnung/Grundstücke nicht betreten oder gar Tiere beschlagnahmen..

Meckert nicht immer rum (Sorry) - lest die Gesetze.. Morgenmotz!!!

Und anscheinend habe ich heute schlechte Laune - aber die Rummeckerei nervt wirklich.

Wenn alle immer wissen, wie der Tierschutz besser geht - warum tun sie es dann nicht!????

Bei der Hundehölle von Biesdorf haben die Tierschützer solange Wache gehalten (damit der Besitzer die Tiere nicht wegbringt) , bis das Ordnungsamt und Polizei zur Beschlagnahme kam. Anders geht es nämlich nicht!!!!
 
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Tom-SH

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  • #14
aber man informiert diese institutionen, und die sollten zumindest wissen ,was man machen könnte oder wer informiert werden muss.
leider ist oft KEINER zuständig.
der ATA verweist an den TS, der TS an den ATA, der dan nevtl. ans gesundheitsamt. der wieder an den ATA usw.
diese erfahrungen habe ich gemacht, leider.
und nur durch über dreijährige hartnäckigkeit ist die meerschweinchenwohnung geräumt worden.
aber es hat 3 jahr gedauert,bis endlich etwas passiert ist.
und der ach so tolle TSV hat die aufnahme abgelehnt der tiere, (ich kenne die hintergründe, aber die will ich nicht öffentlch machen), sondern sind in einem zoogeschäft gelandet, wo die sich fleissig weitervermehrt hatten und weil der besitzer pleite gegangen war und sich wochenlang nicht um seine tiere im ladenn gekümmert hatte, eingegangen sind.
DAS ist tierschutz hier?????
 
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lulu39

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  • #15
DAS ist tierschutz hier?????

Ich habe ne Idee.......

Setz Dich hin, nimm dir einen Anwalt und arbeite ein neues Gesetz aus. Bring es im Eiltempo durch den Bundestag und alles ist gut.

Sorry für meine Ironie/meinen Sarkasmus , aber nur vom Meckern hat sich noch nie was geändert..

Meckern geht immer super - schon wenn es darum geht, eine Petition für den Bundestag zu unterzeichen, kann man froh sein, wenn 100 Leute unterzeichen.:rolleyes::rolleyes:

Das Thema ist für mich für heute beendet - ich rege mich sonst nur auf..

Ich wollte über das Krankheitsbild von Animal Hording informieren, weil ich es für wichtig halte und das habe ich getan. Dazu diskutiere ich gerne weiter..
 
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Delora

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  • #16
Vor Jahren (ich war noch minderjährig) bekam ich von einer Bekannten den Auftrag, mich für ein paar Tage um ihre Tiere zu kümmern. Eigentlich sollte ich die Wohnung erst sehen, aber sie überlegte es sich anders, reiste früher ab und warf mir den Hausschlüssel nur in den Briefkasten.

Was ich da sah, war unbeschreiblich: 65 qm, über dreissig Katzen, dazu Kleintiere, zwei Hunde (von denen einer an der Treppe angebunden war) und überall Müll. In das Schlafzimmer musste man reinkrabbeln, weil es bis zur Bauchhöhe mit Matratzen und dreckiger Wäsche angefüllt war. Man konnte keinen Schritt hineingehen. In der Küche waren hunderte alte Futterdosen, Essensreste und es stank erbärmlich. Die Katzenklos waren zwei große Wäschewannen, die mit Sägespänen (und vielen Exkrementen) gefüllt waren. Vor den Klos war allerlei Unrat auf dem Boden und dazwischen hatten sich ebenfalls etliche Katzen erleichtert.

Der Zustand der Katzen war schlecht. Über die Hälfte hatten schweren Katzenschnupfen, die Tiere sahen nicht gut aus. Ein kleiner Kater versuchte verzweifelt zu trinken und fiel kraftlos mit dem Gesicht immer wieder in die Wasserschüssel (die ich ihm erstmal hinstellen musste, denn es stand KEIN Wasser für die Katzen bereit).

Ich brachte den Kater zum Tierarzt, der stellte fest, dass die Lunge komplett vereitert war, der Katzenschnupfen hatte die Augen fast zerstört und der Kleine hatte keine Kraft mehr zum kämpfen. Meine zweite Handlung bestand also nach dem Wasser geben direkt im Einschläfern eines Tieres.

Ich versuchte beim Veterinäramt anzurufen, doch es war Wochenende. Ich erreichte niemanden. Damals wusste ich noch nicht, dass es eine Notrufbereitschaft des Ordnungsamtes gab. Beim benachbarten Tierheim versuchte ich es und bekam eine Handynummer. Dort erklärte man mir dann folgendes: Diese Frau war Pflegestelle und bekam vom Tierheim sogar noch Katzen. Sie hatten sie zuvor (etwa drei Jahre davor) einmal überprüft und für ordnungsgemäß empfunden. Sie sahen keinen Anlass für eine neue Überprüfung.
Es gäbe keine mindestgröße für eine Wohnung bei Katzenhaltung. Ein Hund müsse sechs Quadratmeter haben, aber Katzen kann man so viele halten, wie man will. Da gibt es keine gesetzlichen Vorgaben.
Egal wie sehr ich den Zustand der Wohnung und der Tiere beschrieb, es wurde nicht für nötig befunden, jemanden zu informieren oder mir Auskunft zu geben, wie ich jemanden zur Hilfe bekommen könnte.

Es tat sich nichts. Niemand fand es für nötig, jemanden vorbeizuschicken. Also kam die Bekannte zurück, bekam von mir nen Anschiss, sie schmiss mich raus, wollte mich noch Anzeigen, weil ich ihren Kater unberechtigter Weise einschläfern liess und von da an suchte sie sich andere Jugendliche, die bei Abwesenheit ihre Tiere versorgte.

Nun war das auf dem Land und im Dorf spricht sich sowas schnell herum. Schließlich war es der Vermieter, der ihr die Hölle heiß machte. Sie zog dann nach Lübeck. Durch eine gemeinsame Bekannte hab ich erfahren, dass es inzwischen noch mehr Katzen wurden. Sie konnte nichtmal mehr die Zahl nennen. Dazu wurden es noch mehr Hunde und Kleintiere. Vielleicht ist das Vet-Amt in Lübeck besser. Sie hat mit der Bekannten aus dem gleichen Grund den Kontakt abgebrochen. Keiner weiss nun, wo genau sie gerade wohnt und wie es bei ihr aussieht.

Aber zu sagen, dass man nur wegschauen würde, ist nicht fair. Denn wenn man es nicht tut, dann ändert sich ja anscheinend auch nichts. So ist das nunmal, es muss erst über Jahre laufen und escalieren, dann tut sich mal was.
 
Tom-SH

Tom-SH

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  • #17
Ich habe ne Idee.......

Setz Dich hin, nimm dir einen Anwalt und arbeite ein neues Gesetz aus. Bring es im Eiltempo durch den Bundestag und alles ist gut.

Sorry für meine Ironie/meinen Sarkasmus , aber nur vom Meckern hat sich noch nie was geändert..

Meckern geht immer super - schon wenn es darum geht, eine Petition für den Bundestag zu unterzeichen, kann man froh sein, wenn 100 Leute unterzeichen.:rolleyes::rolleyes:

Das Thema ist für mich für heute beendet - ich rege mich sonst nur auf..

Ich wollte über das Krankheitsbild von Animal Hording informieren, weil ich es für wichtig halte und das habe ich getan. Dazu diskutiere ich gerne weiter..

das ist auch super so, nur habe ich hier meine erfahrungen geschildert , die ich bei meldung von solchen hordern hatte.
es bringt doch nichts darüber zu diskutieren, ob gesetze da sind oder nicht oder wer richtig handelt.
es handelt nur von offizieller seite keiner so wirklich.
daran muss gearbeitet werden.

*ironie an*wenn irgendwie keiner dafür zuständig ist und keine gesetze exisiteren, warum sollte man denn solche fälle melden *und wieder off*

wie geht man in solchen fällen vor?
 
K

KittyNelli

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  • #18
Gut ist es, wenn sich Amtsveterinär und Tierschutzverein gut kennen und auf der gleichen Linie sind. Dann passiert oft etwas und auch relativ schnell. Selbst erlebt.

Das "Auf-die-Füsse-treten" muss m.M. nach einfach sein, es geht um Leben..


Es ist ein bekanntes Phänomen, dass diese Menschen nach Beschlagnahmung der Tiere oftmals ihren Wohnsitz unverzüglich wechseln und innerhalb nur weniger Tage wieder anfangen, Tiere zu horten. Es ist eine wichtige Aufgabe des Tierschutzes, über die bei vielen Behörden völlig unbekannte Krankheit zu informieren.

Entweder ist es mir früher nie aufgefallen, hat man nicht darüber berichtet? Aber ich habe das Gefühl, diese Vorkommnisse häufen sich.
 
Tom-SH

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  • #19
ich denke durch die medien (TV, internet etc) werden solche meldungen stärker verbreitet als früher, wo es nur drei fernsehprogramme und kein i-net gab.
messies (egal ob bei tieren oder müll) gibt es immer, gab es immer und wird es immer geben.
leider ist es häufig so, wenns z.b. mietwohnungen sind ,werden die dann endlich mal geräumt ,saniert und der mieter darf dann wieder einziehen und das gleiche spiel geht wieder von vorne los.
oder es sind mietnomaden (wie in dem fall der animal horderin hier vor ort), die einfach von kreis zu kreis weiterzieht und das spiel immer wieder von vorne anfängt.
man schimpft auch häufig dann auf die nachbarn, umgebung, verwandte etc. die angeblich nichts unternehmen, nur wenn man denn auch etwas macht, passiert ja sehr häufig auch nichts.:mad:
das frustriert, und irgendwann entwickelt man dann die LMAA mentalität.:mad:
ich habe den eindruck häufig, dass die behörden, sobald es in arbeit ausarten könnte, lieber alles abschmettern.
 
*stella*

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  • #20
ja, ich denke auch, dass sich solche fälle häufen. aber es gibt ja auch immer mehr menschen mit keinen oder nur sporadischen sozialen kontakten.
wenn dann noch nach aussen der schöne schein gewahrt wird - wem soll das dann auffallen?
es gibt ja die bereits geschilderten extremfälle, aber es gibt sicher noch öfter menschen, die sich mit ihrer tierhaltung in so einer art übergangszone zwischen "grösserem tierhaushalt" und aninmal hording befinden.
ich hatte in einem anderen thread die tage schon mal geschrieben, dass ich vor jahren zeugin bei einer zwangsräumung in einer wohnung war.
grund dafür war aber ausschliesslich das monatelange ausbleiben der mietzahlung. da waren es über 20 katzen auf 45 qm, die allerdings alle körperlich gesund und gut gefüttert waren.
da es sich aber hauptsächlich um "eingesammelte" freigänger handelte, waren viele seelisch ganz schön angeknackst.
gegen die frau wurde dann auch wegen diebstahl und nicht wegen tierquälerei ermittelt.

gibt es eigentlich irgendwo eine vorschrift, wieviel platz pro tier vorhanden sein müssen - ich meine so etwas wie für hühner?
 
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