Alternative Heilmethoden Chronische Zahnfleischentzündung

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Almine

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Hallo ihr Lieben,

ich bin auf der Suche nach einer alternativen langfristigen Heilmöglichkeit für die chronische Zahnfleischentzündung meines Katers.

Er lebt seit ca einem Jahr bei uns und seit dem eigentlich mit permanent entzündetem Zahnfleisch. Zu essen bekommt er nun ausschließlich hochwertiges Nassfutter.
Laut Vorbesitzerin (er war ein BKH Zuchtkater) war das alles nicht so schlimm- bissi rot aber damit kommen die Katzen klar :massaker:

In diesem Jahr hat Leo bereits eine Zahnreinigung hinter sich- vor paar Wochen wollten wir ihm alle Zähne entfernen- jedoch meinte die TÄ nach der Narkose das ist fast unmöglich, da diese so fest mit de Kiefer verharkt sind, dass die Zähne sich fast nicht rausziehen lassen (und ich schätze unsere TÄ sehr- habe sie selbst empfohlen bekommen!)

Nun riecht er wieder aus dem Mund und ich kann dem Kater ja nicht alle 2 Monate mit Antibiotikum vollpumpen :dead:

Gibt es irgendwelche Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden? Kolloidales Silber, Homöopathie???

Wäre sehr dankbar!!!
 
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rlm

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Bitte lass dies unbedingt von einem Zahntierarzt einschätzen.
 
Barbarossa

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vor paar Wochen wollten wir ihm alle Zähne entfernen- jedoch meinte die TÄ nach der Narkose das ist fast unmöglich, da diese so fest mit de Kiefer verharkt sind, dass die Zähne sich fast nicht rausziehen lassen

Wie? Sie hat versucht, ihm Zähne zu ziehen und dann mittendrin wieder aufgehört? :eek:

Ich hätte es bis Dienstag auch noch nicht geglaubt, aber ein guter Zahn-TA ist Gold wert. Bis dahin wurde mir nämlich von sämtlichen aufgesuchten niedergelassenen und Klinik-TÄ immer wieder bestätigt, dass die Zähne in Ordnung seien. Suche dir bitte einen wirklich guten Zahn-TA und lasse den gründlich draufschauen. Im Rhein-Main-Gebiet hätte ich einen - falls du hier wohnst.
 
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FrauFreitag

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nicker

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Hallo ihr Lieben,

ich bin auf der Suche nach einer alternativen langfristigen Heilmöglichkeit für die chronische Zahnfleischentzündung meines Katers.

Er lebt seit ca einem Jahr bei uns und seit dem eigentlich mit permanent entzündetem Zahnfleisch. Zu essen bekommt er nun ausschließlich hochwertiges Nassfutter.
Laut Vorbesitzerin (er war ein BKH Zuchtkater) war das alles nicht so schlimm- bissi rot aber damit kommen die Katzen klar :massaker:

Die Züchterin kannst du - aus medizinischer Sicht betrachtet - total in die Tonne treten, die hat offenbar gar keine Ahnung von den rudimentären Grundkenntnissen der Tiermedizin ---- oder sie will kein Geld für die Gesundheit ihrer Katzen ausgeben!!! Wäre für mich ebenfalls ein Todesurteil für diese Art von "Zucht" (egal ob sie im Verein züchtet oder eine Vermehrerin ohne Verein ist!!!).

In diesem Jahr hat Leo bereits eine Zahnreinigung hinter sich- vor paar Wochen wollten wir ihm alle Zähne entfernen- jedoch meinte die TÄ nach der Narkose das ist fast unmöglich, da diese so fest mit de Kiefer verharkt sind, dass die Zähne sich fast nicht rausziehen lassen (und ich schätze unsere TÄ sehr- habe sie selbst empfohlen bekommen!)

Deine TÄ sollte, wenn sie insgesamt so eine gute TÄ ist, dann eigentlich die Größe haben, offen ihre Grenzen zuzugeben, wenn es um Katzenzahnheilkunde geht!
Was richtig ist: mit einer reinen Injektionsnarkose (die meisten Haus-TA-Praxen haben keine richtige Anästhesie, also Inhalationsnarkose mit entsprechenden Überwachungsgeräten, zur Verfügung) ist eine mehrstündige Zahn-OP riskant, und wenn der TA dann weniger oder keine praktische Erfahrung damit hat, die Backenzähne der Katze aus dem Kiefer rauszuoperieren, macht es auch keinen Sinn, dort die OP durchführen zu lassen.

Mit den richtigen chirurgischen Methoden ist es ohne weiteres möglich, die insgesamt 14 Backenzähne der Katze oberhalb des Kiefers abzubrechen (Zahnkrone), die Wurzeln freizupräparieren, dann zu zerbrechen und stückweise aus dem Wurzelkanal zu entfernen. Anders geht es kaum, wenn man nicht riskieren will, dass der kleine Kiefer der Katze wohlmöglich bricht.
Da so eine OP bei ungünstigen Umständen wie FORL kaum unter zwei Stunden zu haben ist, bietet sich an, diese nur mit einer Inhalationsnarkose durchführen zu lassen und dann eben auch an einer dafür spezialisierten Praxis, die auch die notwendige Ausstattung hat (v. a. digitales Röntgen, damit sicher gestellt werden kann, dass keine Wurzelreste im Kiefer zurückbleiben und für weitere Entzündungen und ggf. Infektionen sorgen).

Gerade bei den insgesamt sechs Backenzähnen, die dreiwurzelig sind, ist eine klassische Extraktion (= Anfassen der Zahnkrone mit der Zange und "Rausbrechen" aus dem Kiefer inklusive der kompletten Wurzeln) nicht möglich, und nicht umsonst werden sie kostentechnisch nach GOT als "schwierige Extraktion" mit dem ca. vierfachen Ansatz wie bei der "einfachen Extraktion" angesetzt. Die übrigen Backenzähne (Prämolaren) haben je zwei Wurzeln, die aber nicht alle so dick und so lang sind wie die der hinteren Backenzähne (ein Prämolar, zwei Molaren).

Unser Sternchen Nicki (der Nickerkater) wurde im Alter von ca. 12 oder mehr Jahren (Tierschutz - sein genaues Alter war nicht bekannt) noch von seinem kompletten Gebiss bis auf die Canini durch unsere insofern gut vorgebildete Haus-TÄin befreit. Die OP (Injektionsnarkose ---- damals wusste ich noch nicht wirklich was von Zahn-OPs) dauerte fast drei Stunden, weil Nicki FORL hatte, wie die TÄin unter der OP feststellte, und sie die Wurzeln aus dem Kiefer bröckchenweise rauspräparieren musste (es war, denke ich aus heutiger Sicht, wohl Typ 2, also wo die Wurzeln mit dem Kieferknochen gewissermaßen verknöchern und sich fest verbinden, dennoch aber restlos beseitigt werden müssen!).
Nicki hat es glücklicherweise alles recht gut weggesteckt und sich sehr gut wieder erholt (langsamer als ein junges Tier, aber er ist nach einer Woche eigentlich schon wieder recht fit und hart im Nehmen gewesen ;)), und er ist danach noch wieder richtig aufgeblüht, woran man erkennen kann, was für Schmerzen er vorher offenbar aushalten musste!

Das Beispiel soll zeigen: Man kann die Zähne sehr wohl effektiv und gut operieren, aber das gehört vorzugsweise in die Hand eines insofern erfahrenen Zahnchirurgen und vor allem - wegen der Belastung des Organismus und des Herzens durch die Narkose und die Dauer der OP - in eine Praxis mit der Möglichkeit der Inhalaltionsnarkose und natürlich auch entsprechende Überwachung!

Es handelt sich hier um einen großen operativen Eingriff, der auch postoperativ entsprechend begleitet werden muss. So ist beispielsweise unsere - sonst körperlich gesunde (bis auf ein schon vor längerer Zeit amputiertes Bein) Katze Pfötchen vor einer Woche wegen FORL komplett am Kiefer operiert worden in der beschriebenen Weise (Entfernung aller Zähne außer den Canini), aber ihr hängt die OP sehr nach, und sie blieb nach der OP auch über Nacht auf Station, da sie nicht so schnell ausnüchterte wie andere Katzen und mit ihren drei Beinen dann auch nicht stabil und sicher unterwegs gewesen wäre.

Bei einer OP der Zähne wirst du um AB ohnehin nicht herum kommen, weil dieser massive Eingriff ja auch den Kieferknochen betrifft, der geöffnet werden muss, damit alle Wurzelreste entfernt werden können. Pfötchen, 4 Jahre, und Moody, 2 Jahre, der gleichzeitig mit Pfötchen wegen FORL komplett operiert wurde, haben beide Convenia als Langzeit-AB bekommen und brauchen das auch, da die Kiefer jeweils genäht werden musste und so tief gehende Verletzungen natürlich auch ein entsprechendes Infektionsrisiko (gerade im Mundbereich!) mit sich bringen.

Gibt es irgendwelche Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden? Kolloidales Silber, Homöopathie???

Aus meiner Sicht und nach meiner Erfahrung mit nun insgesamt fünf FORL-Katzen (von denen drei in einem Alter von weniger als fünf Jahren komplett bis auf die Canini von ihren Zähnen befreit wurden) kann ich nur sagen: Zahnsachen sind generell eine Sache für die Schulmedizin!
Alternative Medizin/Heilmethoden können unterstützend wirken, aber wenn du deinem Kater etwas Sinnvolles tun willst, geht mit ihm, wie auch meine Vorredner schon schreiben, zu einem guten Tierzahnarzt, lass seine Zähne gründlich röntgen und dann - je nach Erfordernis - komplett oder anteilig ziehen! (Natürlich die Katerzähne, nicht die des Arztes *hüstel*!)

Sinnvoll ist aus meiner Sicht auch, vom Zahnfleisch einen Abstrich zu machen und dazu im Labor eine bakterielle und virologische Untersuchung u. a. auch auf die Erreger des Katzenschnupfenkomplexes machen zu lassen. ZFE usw. entstehen nicht selten auch aus diesen Erregern (beispielsweise bei unserer FORL-Kätzin Nine, die im Alter von vier Jahren komplett zahnlos wurde, als ihr auch die Canini noch rausoperiert werden mussten wegen FORL, also zwei Jahre nach ihrer großen Zahn-OP). Nine hat chronifizierende Stomatitis (Entzündung der Rachenschleimhaut) durch Calici, also am Katzenschnupfen häufig beteiligte Viren.

Bei diesen schweren Erkrankungen (die übrigens insofern von einer üblichen Schnupfen-Seuche-Impfung unabhängig sind!) sehe ich für alternative Medizin allen keinen Raum!

LG
 
EagleEye

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Ich hätte es bis Dienstag auch noch nicht geglaubt, aber ein guter Zahn-TA ist Gold wert. Bis dahin wurde mir nämlich von sämtlichen aufgesuchten niedergelassenen und Klinik-TÄ immer wieder bestätigt, dass die Zähne in Ordnung seien. Suche dir bitte einen wirklich guten Zahn-TA und lasse den gründlich draufschauen. Im Rhein-Main-Gebiet hätte ich einen - falls du hier wohnst.

Darf ich fragen wer das ist?

Ich kenne nur Dr Foernges bei Trillig. Der soll sehr gut sein.

HL hat auch ZFE und ich möchte kein AB geben, weil er akute Pankreatitis hat. Eine Narkose geht momentan auch nicht, weil er bei der letzten im April einen Herzstillstand hatte. Also kann auch der Zahnstein nicht entfernt werden.
 
Doc

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In diesem Jahr hat Leo bereits eine Zahnreinigung hinter sich- vor paar Wochen wollten wir ihm alle Zähne entfernen- jedoch meinte die TÄ nach der Narkose das ist fast unmöglich, da diese so fest mit de Kiefer verharkt sind, dass die Zähne sich fast nicht rausziehen lassen (und ich schätze unsere TÄ sehr- habe sie selbst empfohlen bekommen!)

Das ist die inkompetenteste Aussage, die ich hier seit langem gelesen habe. Und das will was heißen. :dead:
Darum macht man vor der Extraktion Röntgenbilder. Sind die Wurzeln mit dem Kiefer verschmolzen, kann man sie nicht extrahieren. Dann macht man eine Kronenamputation. Ein Fachmann kann das sicher auf dem Röntgenbild unterscheiden, bei welchem Zahn diese Vorgehensweise angebracht ist.
Schön, daß du deine TÄ sehr schätzt, aber nun ist deinem Kater leider gar nicht geholfen, weil diese TÄ offensichtlich in keinster Weise auf Katzenzähne spezialisiert ist.
 
Barbarossa

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Darf ich fragen wer das ist?

Ich kenne nur Dr Foernges bei Trillig. Der soll sehr gut sein.

Ja, den meine ich. Aber zum Glück praktiziert er nun auch tageweise in der neuen TK in Kalbach. Dort gehts ruhig und geordnet zu. Termine werden eingehalten. Sehr wohltuend. Von der Fahrtdauer her bleibt es für mich gleich.
 
EagleEye

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Ja, den meine ich. Aber zum Glück praktiziert er nun auch tageweise in der neuen TK in Kalbach. Dort gehts ruhig und geordnet zu. Termine werden eingehalten. Sehr wohltuend. Von der Fahrtdauer her bleibt es für mich gleich.

Ah, danke. Bei ihm war ich mit Tante Käthe, weil ich ausschließen lassen wollte, dass sie wegen Zahnproblemen kratzt.

Ich hatte noch nie Terminprobleme bei Trillig.....
 
Barbarossa

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  • #10
Ich hatte noch nie Terminprobleme bei Trillig.....

Ich immer. Wenn ich morgens den frühesten Termin hatte und sowieso deshalb zu spät ins Büro kam - dann aber noch eine Stunde und oft länger warten musste, dann waren das für mich massive Terminprobleme. Abends war es genauso, aber da war ich wenigstens nur hungrig, müde und fertig. Dabei war Moritz zu der Zeit schwer krank. Und wenn man das lange Wochen fast täglich erlebt, dann ist man froh, wenn man es anderswo gut funktioniert. ;)
 

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