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Alt 24.08.2019, 13:37
  #1
Anni500
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Anni500
 
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Alter: 45
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Hallo zusammen,

unter einer anderen Rubrik „eine Katze zieht ein“ habe ich das Thema auch schon adressiert – da schauen natürlich andere Interessenten rein.

Gino lebt noch in Russland auf einer PS – er war einer von 12 stark abgemagerten Katzen, die über Monate/Jahre nie genug zu Essen und auch nie genug zu Trinken hatten.

Seit 2 Monaten werden die - jetzt 11 - Katzen – gepäppelt. Gino (geschätzt 3j) soll(te?) zu uns kommen....

Alle Katzen wurden FIV/FELV negativ getestet.

Bei einem Mädchen (ca 1j) wurde jetzt aber anhand der Blutwerte und des Allgemeinzustandes die trockene Form der FIP diagnostiziert.

Am 15.08. wurde jetzt auch bei Gino Blut abgenommen – Richtung FIP deutet das erstmal nicht.

...aber was sagen die Fachleute so zu seinen Werten? So dürfte er doch nicht ausreisen.

Leber wie zu erwarten nicht gut; Nieren soweit ok...Blut – schon anämisch? (solche Werte hatte ich unter der Chemo)



habe die Werte mal abgetippt:


Was meint ihr dazu? Nach 2 Monaten päppeln.
Was würde hier gemacht werden?
Geimpft und kastriert wurde er inzwischen schon.


Das ist der süße Kerl....



.
Anni500 ist offline  
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Alt 24.08.2019, 14:41
  #2
Max Hase
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Beiträge: 195
Standard

Aus den vorliegenden Werten würde ich gar nix machen. Da sind so ein paar kleinere Abweichungen, die nicht dramatisch sind,

Auffällig ist die Thrombopenie, aber manche zwei- und vierbeinige Lebewesen haben da immer niedrige Werte ohne jemals krank zu sein.
Zwei Monate päppeln ist nix, wenn nach sechs Monaten die Kontrolle noch auffällig ist, dann würde ich suchen.

Welche Werte sollen denn außer Antikörpertitern oder direktem Virusnachweis aussagekräftig sein?

Was FIP angeht, ich hatte in der Stallkatzengruppe einen Kater, der sechsjährig vor elf Jahren daran erkrankte und starb. Vollbild mit Peritonitis und Co.

Keine der anderen 12 ist daran erkrankt. Bis auf ein Unfallopfer haben alle gesund ein hohes Alter erreicht, die 18-Jährige wurde vor zwei Wochen eingeschläfert, ihre 17-jährige Tochter lebt inzwischen bei mir. Und fast alle haben viel miteinander gekuschelt. Und die jüngeren, nicht verwandten Nachfolger sind auch schon 7 und 10, die haben bisher nichts.

Damals war ich panisch, seither sehe ich das entspannter.
Und nein, ich habe keine der anderen 12 testen lassen.

Geändert von Max Hase (24.08.2019 um 14:44 Uhr)
Max Hase ist offline  
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Alt 24.08.2019, 18:45
  #3
ferufe
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 2016
Beiträge: 275
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Hallo,

wie alt ist er? Bei Jungtieren - ob da die richtigen Referenzwerte angegeben sind - ist etwas zu bezweifeln.
Bei FIP - Verdacht sollte mind. eine Elektrophorese erfolgen. Gesamtprotein ist erhöht wie auch das Albumin (Albumin und Globulin ergeben Gesamtprotein). Erhöhtes Albumin kann auch eine leichte Dehydrierung sein. Monos und Granus erhöht: weisen auf Entzündung hin.

Wann war die Kastra? Wann wurde geimpft? Impfen sollte man erst wenn das Tier gesund ist, jetzt leider zu spät.
Die Werte sind nicht unbedingt aussagekräftig. Katzenthrombos klumpen auch mal gern zusammen, dann kann der Wert ebenso erniedrigt sein wie es auch bei einer Entzündung auftreten kann (hier dann evtl. auch erhöht).
Der Titer ist erstmal auch nicht aussagekräftig, einen Virusnachweis gibt es bei FIP nicht.
Anämie ist zur Zeit nicht in Sicht, die Anämieanzeiger (MCHC, MCH) sind interessant wenn eine Anämie vorliegt.

Ach so, die Leber reagiert schnell mit. Wobei der Wert über das 3-fache erhöht ist. Leider fehlen aber noch weitere Leberwerte, evtl. könnte eine Hepatitis vorliegen?
Sehr auffällig sind die Leukozyten die schon fast verbraucht sind, sich also nicht schnell genug nachbilden können. Übliche Virusinfektionen wie FIV/FeLV sind getestet. Bei chron. Infekten/Entzündungen können sie deutlich sinken.

Durch die starke Mangelernährung etc. kann auch mal schneller ein Herzproblem auftauchen. Lass dir mal beschreiben wie er sich so verhält. Bei Jungkatzen kann man nicht unbedingt übers Verhalten schliessen, auffällig könnte trotzdem sein wenn er deutlich ruhiger ist, beim Spielen schnell ausser Atem o.ä.

Ich würde weiterhin gut päppeln, ihm noch einige Zeit geben. Möglichst hochwertig füttern.

Alles Vermutungen die nicht belegbar sind - nur Eventualitäten benannt - FIP leider auch nicht auszuschliessen. Wenn er zu dir kommt und sich etwas eingelebt hat einen aussagefähigen Gesundheitscheck machen lassen.

So adhoc meine Einschätzung. VG
ferufe ist offline  
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Alt 25.08.2019, 07:19
  #4
Anni500
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Anni500
 
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...lieben Dank Max_Hase und ferufe für eure Reaktion.

Gino wird auf 3 Jahre geschätzt....leider gibt es keinen direkten Kontakt zu den PS in Russland....ein richtiges Spielverhalten zeigt da wohl keiner - sie würden langsam auftauen - heißt es.
Anni500 ist offline  
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Alt 02.09.2019, 19:50
  #5
Annemone
Forenprofi
 
Annemone
 
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Beiträge: 5.873
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Hallo Anni,
hier lebt auch eine Katze aus Russland.
Auch wir haben seit Jahren einen ausgesprochen niedrigen Lymphozyten-Wert, ohne dass ein TA sagen kann, woher es kommt.

Sie ist 2015 bei uns eingezogen. Nach der Eingewöhnung (Zusammenführung) habe ich sie auf "Herz-und-Nieren" untersuchen lassen.

Ergebnisse:
1. beginnende HCM (Herz-Schall) - eine Therapie ist (noch) nicht notwendig.
2. aufgrund von Husten wurden RÖ (Lunge), BB und Bronchoalveoläre Lavage, sowie Bronchoskopie gemacht (Ergebnis: Mykoplasmen, die gut behandelt werden konnten. Hat sich nun erledigt.
3. zweimal wurden Tumore entfernt (einmal Mastzelltumor, einmal nichts dramatisches). Ein Glück, dass wir es sehr früh gemerkt haben.
4. FORL (drei Zahn-OPs und nun hat sie zwar keine Zähne mehr, fängt aber Mäuse, wenn ich nicht aufpasse). Sie ist nun schmerzfrei und hat einen gesegneten Appetit.

Das hört sich nun fast dramatisch an, aber das Fazit ist eigentlich: Die Miez ist inzwischen 12 Jahre alt und genießt ihr Leben mit gesichertem Teilzeit-Freigang im gesicherten Garten.

Ein solches Blutbild würde mich jetzt nicht abschrecken, die Katze zu adoptieren. Es kann alles sein, oder eben auch (fast) nichts.

Manches reguliert sich, wenn die Tiere zur Ruhe kommen (dazu haben sie auch in den Pflegestellen oftmals keine Möglichkeit), anderes muss behandelt werden.

Egal, welche Katze bei euch einzieht. Eine Garantie auf lebenslange Gesundheit gibt es nicht. Aber, wie ich hörte, soll das sogar bei den eigenen Kindern so sein
Annemone ist offline  
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