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schepi0815 27.06.2011 10:02

Fragen bevor die „Katze in den Brunnen gefallen“ ist …
 
Warum möchte ich mir eine Katze anschaffen…

… ich möchte etwas zum kuscheln haben – oder ich möchte, wenn ich nach Hause komme nicht in ein leeres Haus kommen sind ganz sicher Gründe die von vielen genannte werden – aber reichen diese aus.

Katzen sind eigen – sie kommen nicht kuscheln wenn „ich“ es will – sie kommen wenn „sie“ es wollen – und sie sind eigene Persönlichkeiten – keine Katze ist wie die andere.

Wenn ich mit einem schmusigen lieben Katzentier aufgewachsen bin, kann ich nicht erwar-ten, dass die „Neuen“ genau so sind – weil ich es einfach so gerne hätte. Es gehört ein wenig mehr dazu – man muss von den Tieren und von ihren Eigenheiten gefangen sein – nur dann kann man sie so sein lassen wie sie sind und sie nicht „mutwillig“ in eine Form pressen, weil man sie so schöner findet – das nimmt sicher kein gutes Ende – nicht für die Katze und nicht für deren Halter.


Was bin ich bereit „aufzugeben“ …

Das hört sich sehr dramatisch an – ist es aber eigentlich nicht – aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass manche spontane Aktion mit Katzen nicht so einfach gehen. Zum Bei-spiel am Freitag früh beschließen übers Wochenende zu verreisen – oder spontan nach einer Feier nicht nach Hause zurück zu kehren sondern woanders zu übernachten und erst am nächsten Tag Abend nach Hause zu fahren. Es kann sogar so weit gehen, dass wenn man nicht jemanden hat, dem man mit „gutem Gewissen“ die Pflege der Fellnasen überlassen kann, wenn man nicht selber da ist – das auch Urlaube nicht möglich sind. Katzen sind „Ge-wohnheits-Tiere“ sie sind an einen bestimmten Rhythmus gewöhnt – und ständige Änderun-gen finden sie nicht gut – welches sie ihrem Halter meist deutlich zeigen – auf die ein oder andere Weise (Unsauberkeit, Aggressivität, Zurückgezogenheit)


Bin ich bereit Verantwortung für viele Jahre auf mich zu laden…

Wenn man beschließt Katzen bei sich aufzunehmen, dann ist das eine Entscheidung für viele viele Jahre – Katzen können ohne Probleme 15 Jahre und älter werden. Keiner von uns kann so lange in die Zukunft „sehen“ oder sein Leben planen. Aber ein paar Fragen kann ich mir vor der Anschaffung stellen. Wie ist meine Lebenssituation – spiele ich mit dem Gedanken mal eine gewisse Zeit im Ausland zu leben – könnten die Katzen dann mit – habe ich vor in absehbarer Zeit umzuziehen – könnte ich in meinem neuen Lebensumfeld auch Katzen halten. Wenn ich irgendwann ein Kind bekomme – würde ich die Katzen dann behalten wollen – oder ist es mir zu riskant (warum auch immer) ein Baby und Katzen zu haben. Sollte eine dieser Fragen so beantwortet werden, dass die Katzen nicht behalten werden können oder wollen – sollte man Abstand von deren Anschaffung nehmen.


Was kann ich leisten …

Katzen können eine Bereicherung des Lebens sein – aber in manchen Situation auch belas-ten – gerade wenn Situationen auftreten, die ich nicht bewältigen kann.

Bin ich selber Vegetarier – muss ich trotz meiner Ablehnung gegenüber diesem Nahrungs-mittel bereit sein meine Tiere mit Fleisch zu füttern.
Ist meine Tier mal krank – kann ich – schlimmsten Falls auch gegen den Wiederstand des Tieres ihm Medikamente geben – ggf. auch bei einer chronischen Erkrankung ihm Dauerhaft Medikamente geben. Kann ich mit den Hinterlassenschaften meiner Tiere „umgehen“ und diese regelmäßig beseitigen. Auch wenn mal Durchfälle oder Erbrechen auftreten. Ist es mir möglich für Untersuchungen beim Tierarzt auch mal Kot oder Urinproben von meinem Tier „zu nehmen“.

Kann ich damit „leben“ – gerade wenn ich Freigänger habe – immer mal wieder tote, oder halbtote Vögel, Mäuse, Ratten oder Babykaninchen vor meiner Tür oder gar in meiner Woh-nung zu finden.

Habe ich heute, morgen und übermorgen die Zeit für die Tiere – um mit ihnen zu kuscheln – zu spielen – für sie da zu sein – und ihrem Recht an ihrem Menschen gerecht zu werden – oder bin ich von 24 Stunden 20 außer Haus und falle bei meiner Rückkehr einfach nur noch todmüde ins Bett ohne Zeit für meine Tiere zu haben.

Kann ich am Ende des Lebens meiner Katze sie gehen lassen – sie sich nicht selbst über-lassen und ihrem Leiden ein Ende bereiten – kann ich die Entscheidung treffen, wann das Leben für sie kein Leben sondern nur noch Qual bedeutet.


Kann ich eine Katze finanzieren …

Das man niemals auf alles vorbereitet sein kann was eine Katze „kosten“ kann das ist klar – große Operationen, Klinikaufenthalte oder ähnliches sind nicht planbar – und kommen hof-fentlich niemals vor.

Aber es gibt Kosten die sind „planbar“ und diesen muss man sich bewusst sein. Habe ich die finanziellen Möglichkeiten meinen Katzen das „täglich“ Leben – gutes Futter und Streu - einen Kratzbaum und hin und wieder etwas Spielzeug zu finanzieren.

Bin ich in der Lage „normal“ wiederkehrende Tierarztkosten darzustellen (Impfungen, Wurm-kuren, Kastration, Gesundheits-Check, Blutbild etc.). Habe ich die Möglichkeit mir ein „Pols-ter“ für unvorhergesehenes anzuschaffen – z.B. monatlich eine kleine Summe sparen um im Notfall Kosten damit abfangen zu können. Oder eine Krankenversicherung für eine Katzen abzuschließen – ob eine Versicherung Sinn oder keinen Sinn macht muss jeder für sich ent-scheiden.


Was kann ich akzeptieren

Katzen sind Künstler der Körperbeherrschung – meistens – aber eben nicht immer. Es kann immer wieder vorkommen, dass sie im Spiel Einrichtungsgegenstände beschädigen oder sogar „zerstören“. Wenn ich es nicht akzeptieren kann, dass ich Deko-Artikel nicht mehr auf-stellen kann – oder damit rechnen muss das sie eines Tages zerschellt auf dem Boden lie-gen oder das bei einem schlecht getimten Sprung eine Kralle im Schrank, Kommode, Tisch oder anderen Einrichtungsgegenständen zurück bleiben, dann ist eine Katze nicht das ideale Haustier für mich.

Auch ist es so, dass Katzen haaren und dabei keine Rücksicht nehmen worauf sie ihre Haare hinterlassen – auf Kleidung oder Möbeln – und das auch immer mal wieder vor dem Kat-zenklo eine Sandlandschaft entsteht – genauso wie Sofa, Sessel & Co. in Katzenhaushalten oft nicht eine ganz so lange Lebensdauer haben wie in Haushalten ohne Katzen.

Auch werden die Katzen sich dort „rumtreiben“ wo ich es nicht als wünschenswert empfinden – auf dem Schrank – unter dem Bett – auf der Anrichte in der Küche oder dem Tisch – auch wenn sie es vielleicht nicht tut wenn ich anwesend bin – aber verlassen sie sich drauf – wenn ich nicht zuhause bin werden sie genau diese „verbotenen Orte“ aufsuchen.

Auch bei der Auswahl der Zimmerpflanzen muss ein Katzenhalter genau aufpassen – viele Pflanzen sind für Katzen giftig – und man wird nie ausschließen können, das an Zimmer-pflanzen geknabbert oder gespielt wird. Auch wenn das nicht auf jede Katze zutrifft – aber Katzen können an Strom-, Computer oder Antennenkabel knabbern – das bedeutet das man diese Kabel gut verstauen – und alle die offen liegen mit einem Beiß-Schutz versehen sollte.
Auch sollte man Kratzbäume, Katzenbettchen und Katzenspielzeug als Wohnaccessoires akzeptieren – und die Eine oder Andere Kralle in der Tapete einen nicht an den Rand des nervlichen Zusammenbruches treiben.

Katzen sind keine Stofftiere – sie sind lebendige Individuen – sie toben – schlafen - schmusen – machen Blödsinn – und das tun sie manchmal auch dann „wenn es gerade nicht passt“ – man keine Zeit hat – oder es drei Uhr in der Nacht ist.

schepi0815 27.06.2011 10:02

Bin ich bereit mich zu informieren …

Information ist ein sehr sehr wichtiges Thema. Leider gibt es unendliche viele schlechte Quelle was so wichtige Dinge wie Futter & Co. Betrifft. Auch halten sich leider immer noch „Mähren“ um die Katze – die längst überholt sind. Wie ernähre ich meine Katze gesund, wie alt sollte sie sein wenn sie bei mir einzieht – welchen Charakter haben verschiedene Katzen-rasse – wie viele Klos brauche ich und wie sollte das Klo beschaffen sein – welches Streu ist gut – warum sollte Katzen nicht alleine halten – wann sollte kastriert werden …

Das sind alles Dinge über die ich informiert sein sollte. Auch wenn ich der Meinung bin gut informiert zu sein sollte ich immer offen mit meinem Wissen und Einstellung umgehen – und dazu bereit sein Hinweise und Tipps anzunehmen. Gerade als „Katzen-Neuling“ werden aus besten Absichten oft viele Fehler gemacht – das ist vielen so ergangen – solange man Kat-zen hat – solange wird man immer wieder dazulernen – man muss es nur zulassen.


Eine bitte um das Thema Tierarzt


Wie in jedem Beruf gibt es auch bei Tierärzten gute und schlechte. Es ist sehr schwierig ge-rade als „Anfänger“ zu beurteilen habe ich hier jemanden vor mir der meinem Tier helfen will und weiß wovon er spricht – oder ist das ein Geldschneider der viel Geld mit wenig Aufwand verdienen will.

Bitte akzeptieren sie nicht alles kommentarlos was der Tierarzt sagt und tut – fragen sie nach – lassen sie sich die Behandlung erklären – und wenn sie etwas nicht verstanden haben dann fragen sie noch mal und nochmal und nochmal. Auch wenn es den Tierarzt vielleicht nerven sollte. Alle unsere Tiere sind „Privat-Patienten“ – die Leistung des Tierarztes bezahlen wir beim Verlassen der Praxis in klingender Münze – und wir haben ein Recht auf Erklärungen.

Oft erkennt man schon beim Nachfragen ob der Tierarzt weiß was er tut und warum – weil wenn er Behandelt – und dem Tierhalter die Behandlung nicht schlüssig erklären kann, dann stimmt etwas mit der Behandlung nicht.

Scheuen sie sich nicht eine zweite Meinung bei einem anderen Tierarzt einzuholen – oder Fachtierärzte bei bestimmten Krankheiten zu konsultieren.

Auch haben viele Tierärzte oft nur ein sehr eingeschränktes Wissen bezüglich der Ernährung der Katze – auch Raten sie oft zu Futter, welches in der Praxis verkauft wird. Nicht immer ist genau dieses Futter die ideale Lösung für ein vorhandenes Problem. Aber wenn sie sich mit der Ernährung der Katze beschäftigt haben, werden sie schnell merken was gut und was nicht gut ist.



Es ist sehr wichtig, vor der Entscheidung sich eine Katze anzuschaffen mit diesen Fragen zu beschäftigen – will ich das alles – und bin ich bereit mich einzuschränken zum Wohle der Katze – dann ist es eine richtige und gute Entscheidung Katzen ein Zuhause zu schenken.

Sind sie unsicher – oder gibt es für sie ein „no go“ – dann sollten sie auf ein Leben mit Katzen verzichten – zu ihrem Wohle und zum Wohle des Tieres.

Balli 27.06.2011 11:55

Heike :)
*Thumbs up*

Mikesch1 27.06.2011 13:26

Schließe mich Balli an :) Super gemacht. Wünschte, es würden viele lesen.

HaMau 27.06.2011 13:31

Anpinnen, anpinnen, anpinnen!!!!!!

hellyo 27.06.2011 14:51

Wahre Worte.............

Danke dafür.

DosGatos 27.06.2011 21:24

Superklasse!!!

Kesti 10.07.2011 12:46

schubs
 
es noch mal nach oben

harumi 10.07.2011 12:55

Schubse mit, sehr gut gemacht!

Knopf 10.07.2011 12:59

Super gemacht!
Noch ein Einfall: Sollte ich oder jemand in meiner Familie unter irgendwelchen Allergien leiden - vor der Anschaffung des Tieres einen Allergietest machen lassen - eventuell sowohl auf Katzen per se oder auf diese individuelle Katze einen Prick-Test. Das erspart Tier und Halter viel Kummer, wenn nach sechs Monaten mit Tier plötzlich jemandem auffällt, das der Schnupfen nicht mehr weggeht.

steffiek 09.08.2011 01:28

"Auch werden die Katzen sich dort „rumtreiben“ wo ich es nicht als wünschenswert empfinden – auf dem Schrank – unter dem Bett – auf der Anrichte in der Küche oder dem Tisch – auch wenn sie es vielleicht nicht tut wenn ich anwesend bin – aber verlassen sie sich drauf – wenn ich nicht zuhause bin werden sie genau diese „verbotenen Orte“ aufsuchen."


JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA,mein Kater war ein Vorbild was Küchenablage betraf...........NIE ist er drauf gegangen,wenn ich da war.
War ich ausser Haus, konnte ich danach komischerweise immer Tatzen auf dem Ceranfeld entdecken....:grin:

LG Steffie

Jorun 09.08.2011 09:08

Noch ein Punkt (weil grad wieder aktiv hier):

Ich will mir eine Katze anschaffen, plane aber auch in nächster Zeit ein Baby.
Wichtig ist es sich hier im Vorfeld genauestens zu informieren, denn es wird mit Sicherheit aus fast allen Ecken ein - gib das Tier ab - hageln.
Was für die Schwangere bzw. ihr ungeborenes Leben gefährlich werden kann, ist Toxoplasmose. Jeder Katzenbesitzer, aber auch jeder fleißige Hobbygärtner wird in seinem Leben mit Toxo schonmal in Berührung gekommen sein und entsprechend Antikörper haben. ein Bluttest VOR der Schwangerschaft sollte Auskunft geben.
Wenn Antikörper da sind: Glückwunsch. Wenn nicht, sollte man in der schwangerschaft das Katzenklo nur noch mit Einmalhandschuhen säubern und diese auch bei der Gartenarbeit tragen.

Man sollte sich immer eingedenk sein, man ist schwanger und nicht todkrank. Katzen sind mit dem neuen Erdenbürger sehr vorsichtig wenn man als Mutter nicht panisch überreagiert und gluckt. Mit einem Tier aufzuwachsen wird dem kind sehr viel mehr nutzen, als schaden - nicht zuletzt lernt es Vorsicht, Verantwortung und nebenbei wird sien Immunsystem durch die Erreger, die die Katze trägt permanent trainiert und gestärkt.
die normale Hygiene reicht vollkommen aus, Katzen übertragen in der Regel keine übelsten Krankheiten auf das Kind.

Pettersson 21.02.2012 10:07

Zitat:

Zitat von Knopf (Beitrag 2233085)
Super gemacht!
Noch ein Einfall: Sollte ich oder jemand in meiner Familie unter irgendwelchen Allergien leiden - vor der Anschaffung des Tieres einen Allergietest machen lassen - eventuell sowohl auf Katzen per se oder auf diese individuelle Katze einen Prick-Test. Das erspart Tier und Halter viel Kummer, wenn nach sechs Monaten mit Tier plötzlich jemandem auffällt, das der Schnupfen nicht mehr weggeht.

Das war der Anfang einer wundervollen Zweisamkeit mit meiner Fritzikatz. Der Vorbesitzer hat eine angebliche Katzenallergie seiner neuen Freundin vorgeschoben und Fritzi abgeschoben. Ich hab ihr Asyl bei mir gewährt und eine Super-Katze bekommen: Lieb, anschmiegsam, Bett-Kuschlerin vor dem Herrn, macht nichts kaputt... einfach nur eine für mich perfekte Katze! :pink-heart:

Anna miau? 31.07.2012 09:57

Thx
 
Danke das hat mir ein stück weitergeholfen! jetzt muss ich nur noch meine eltern zu überreden!:yeah:

derevo 15.08.2012 20:27

sehr, sehr toll!!


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