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Mitchy 17.03.2019 19:02

FIV im Freigänger-Haushalt
 
Hallo ihr Lieben,

mein Lui wurde mit einem Schnelltest in dieser Woche positiv auf FIV getestet. Ich habe schon oft gehört, dass der ELISA Test manchmal falsche Ergebnisse liefert, deswegen werde ich das auf jeden Fall noch einmal prüfen lassen. Ich bin aber ziemlich verwirrt, da ebenfalls ein Test bezüglich Pankreatitis gemacht wurde. Auf dem Blatt steht "Feline Spezifische Pankreaslipase" und darunter "ELISA". Das Ergebnis ist 0,9 ug/l. Aber ich dachte der ELISA Test hat was mit FIV zu tun?! Vielleicht kann mich hier mal jemand aufklären :confused:

Meine eigentliche Sorge ist: Wenn Lui wirklich FIV hat, sollte er ja nicht mehr raus dürfen. Das dürfte sich jedoch aus folgenden Gründen als schwierig erweisen:

- ich habe noch zwei andere Katzen, die natürlich ebenfalls Freigänger sind
- ich habe eine Katzenklappe, was bedeutet: entweder alle dürfen raus, oder alle müssen drinnen bleiben
- ich habe eine sehr offene Wohnung. Türen gibt es nur zum Bad oder zum Schlafzimmer. Ich könnte Lui also auch nicht in einem Teil des Hauses isolieren
- Lui ist schon immer ein sehr freiheitsliebender Kater gewesen. Sobald er mal drinnen bleiben muss, geht er mir die Wände hoch. Er würde ein sehr deprimiertes und unglückliches Leben führen
- wenn Lui mal drinnen bleiben musste, habe ich schon öfter beobachtet, dass er zickig zu meinen anderen Katern wird - als würde er was kompensieren müssen. Es blieb bis jetzt zwar bei Ohrfeigen, aber ich habe Angst dass er irgendwann mal zubeißen würde.

Testen lassen muss ich die anderen beiden sicherheitshalber sowieso. Ich mache mir einfach nur Gedanken, wie wir am besten mit der Diagnose umgehen sollen. Es kommt immer wieder in meinen Kopf, dass wir Lui vielleicht abgeben sollten. Aber das würde uns natürlich das Herz zerreißen. Und seien wir mal ehrlich - wer nimmt gerne eine FIV positive Katze auf, bei der Tierarztkosten vorprogrammiert sind? :sad:

Delora 17.03.2019 19:11

Elisa ist das Verfahren, das Antikörper von Krankheiten nachweist. Es unterscheidet nicht zwischen geimpften oder erworbenen Antikörpern, daher ist das Vorliegen der Krankheit hier am wenigsten gesichert.

Elisa wird für verschiedene Erkrankungen verwendet und bezeichnet nur die Art des Testverfahrens.

Sollte Dein Kater dennoch FIV-positiv sein, er kastriert sein und mit seinen Kumpels und den benachbarten Katern unblutigen Umgang pflegen, so ist bei Freigang das größte Risiko, dass er sich mit anderen Keimen mit Krankheiten infiziert, gegen die sein geschwächtes Immunsystem irgendwann nicht mehr ankommen kann. Stress ist allerdings ebenso schädlich, vermutlich haben die meisten Katzen, die diese Krankheit haben, sie auch in der Nachbarschaft erworben und so sehe ich bei einer normal verträglichen Katze kein Problem, es so zu belassen wie vor dem Test.

FIV wird durch Blut oder den Geschlechtsakt verbreitet. Unblutige Kämpfe, Ausscheidungen wie Urin oder Kot führen nicht zur Ansteckung. Geschlechtsakt ist bei kastrierten Tieren auch nicht mehr vorhanden, also ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit gering.

Ich habe 12 Jahre lang eine FIV-positive Katze mit einer negativen gehalten und trotz Balgereien (so richtig balgen, festhalten, über den Teppich rollen) und gegenseitigem Putzen war die andere nach dem Tod der Partnerkatze nach wie vor negativ.

Aus den oben genannten Gründen (Antikörper können auch anders gebildet werden, ohne an der Krankheit zu leiden) ist ein PCR oder Western-Blot nach dem positiven Ergebnis nötig.

Mitchy 17.03.2019 19:18

Danke für die Aufklärung!

Lui vermöbelt in der Nachbarschaft immer nur eine ganz bestimmte Katze - von der er auch ganz sicher FIV hat (denn früher war er noch negativ, wir haben das schon mal testen lassen). Diese Kämpfe sind aber ziemlich blutig. Er kam schon öfter mit Fleischwunden nach Hause und ein Zipfel von seinem Ohr fehlt ihm auch schon :rolleyes:

Draußen ist die Infektionsgefahr definitiv höher, aber innen wäre sein Stresslevel ständig hoch, weil er nur guckt, wo er raus kommt. Ich kann einfach nicht sagen, was das geringere Übel wäre. Ich tendiere eher dazu, ihn weiter raus zu lassen. Er lebt dann vielleicht ein paar Jahre weniger, aber so hatte er wenigstens ein glückliches Leben :(

Delora 17.03.2019 19:27

Steht denn bei dem Elisa überhaupt bei, ob es ein FIV-Test war? Wie gesagt, Elisa kann vieles testen.

Ansonsten kann so ein Leben auch kurz ausfallen, wenn sie eingesperrt werden und dadurch Stress haben.

Ich habe damals meinen Garten gesichert, so konnte Sammy noch raus und die Infektionsgefahr (vor allem FÜR sie) war geringer.

Sammy war seit Geburt FIV-positiv (dreifach gesichert) und wurde 19, fast 20 Jahre alt. Violet kam dazu, als sie 8 war und hat sich nie angesteckt. In den letzten Jahren hab ich sie nicht mehr impfen lassen und habe überflüssigen Stress vermieden (also die Tierärztin eher kommen lassen oder nur Medikamente bekommen (wg.chronischer Kehlkopfentzündung und leichtem chron.Schnupfen)).

Das ist kein Universalrezept, nur ein Erfahrungsbericht. Aber wie gesagt: Falsch positiv ist bei Elisa öfter der Fall und ich sehe noch nicht, dass bei Dir auch auf FIV getestet wurde. Frag morgen mal den Tierarzt nach. Alles Gute.

Mitchy 17.03.2019 19:47

Ich habe gerade noch einmal bei der Klinik angerufen und die haben mir bestätigt, dass durch einen Schnelltest FIV positiv getestet wurde. Lui befindet sich dort noch bis morgen in stationärer Behandlung. Ich habe denen jetzt gesagt, dass morgen zusätzlich ein Immunfloureszenztest gemacht werden soll.

ferufe 18.03.2019 22:21

Hallo,


ich habe seit über 10 Jahren auch einen FIVer hier und gestehe, anfangs war ich etwas überfordert (man hatte mir dies nicht mitgeteilt als ich ihn übernahm). Und hier gibt es mehrere Katzen, auch immer mal wieder Pflegis iin der Vermittlung.
Ich habe mich belesen und mein Großer geht sogar raus - er bleibt tatsächlich in unmittelbarer Nähe wo er immer die Tür sehen kann.
Er ist inzwischen über 13 Jahre und soweit ist alles gut. Zu Beginn hatte er mehrfach einen Harnwegsinfekt, mit Umstellung damals auf BArF und auch den richtigen Zusätzen wie Calciumcitrat anstatt Calciumcarbonat war dies recht schnell im Griff.
Zähne werden regelmäßig geprüft, denn auch im Mäulchen hatte er anfangs etwas Probleme.
Die meisten FIVer sterben nicht an dieser Infektion, aber das Immunsystem ist empfindlicher. Aus meiner Erfahrung weiss ich, FIVer sind in der Regel nicht unbedingt teurer was Erkrankungen angeht als andere Katzen. Mein anderer Kater hat durch seine Stromerei, seine Parodontitis etc. schon deutlich höhere Kosten verursacht.
Aber, ich verstehe auch deine Unsicherheit bzgl. der Infektion. Versuche viel nachzulesen, die "Angst" baut sich ab. Du kannst sicherlich ganz positiv nach vorne schauen.
VG

tigerlili 18.03.2019 22:29

Keine Angst vor FiV, wie die Anderen schon schrieben, er kann genauso alt werden. :)

Und ich würde ihn jetzt auch nicht einsperren. Er lebt schon so lange in der Gegend, hat sich bestimmt mit allen Katzen arrangiert. Wahrscheinlich ist die andere Katze auch positiv. Hast Du mal die Besitzer gefragt?

Mitchy 18.03.2019 22:55

Ich weiß leider nicht wem diese Katze gehört. Ich denke aber, dass ich Lui wieder raus lassen werde, sobald er wieder fit ist. Ich habe ihn heute aus der Tierklinik abgeholt und er ist ziemlich neben sich. In dem Zustand kann ich ihn noch nicht raus lassen. Die Tage in der Klinik waren wohl sehr traumatisierend für ihn.

NicoCurlySue 18.03.2019 23:44

Alles Gute für Lui!

ferufe 19.03.2019 22:59

Zitat:

Zitat von Mitchy (Beitrag 6394106)
Ich weiß leider nicht wem diese Katze gehört. Ich denke aber, dass ich Lui wieder raus lassen werde, sobald er wieder fit ist. Ich habe ihn heute aus der Tierklinik abgeholt und er ist ziemlich neben sich. In dem Zustand kann ich ihn noch nicht raus lassen. Die Tage in der Klinik waren wohl sehr traumatisierend für ihn.

Hallo,

Lui ist wieder zuhause, das ist super. Hat er sich inzwischen etwas gefangen? Was sagt denn die TK? Muss er noch Medikamente bekommen? Frisst er?

Vielleicht magst du berichten?

VG

Mitchy 20.03.2019 21:52

Ihm geht es super und er frisst mit gutem Appetit. Er bekommt noch ein paar Tage lang Ursofol für die Galle. Aber von seinem Schock hat er sich erholt und verhält sich wieder normal.

Seltsam ist jedoch, dass in unserer Umgebung wohl gerade mehrere Katzen zum Tierarzt müssen, weil sie nicht mehr fressen. Vielleicht ist draußen tatsächlich etwas, das die Katzen aufnehmen...


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