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Jessi aus der katzenstube 17.08.2017 08:12

Große Sorgen und Ratlosigkeit - brauche euch!!!
 
Hallo ihr Lieben, (etwas länger aber kürzer geht nicht)

unser dicker Brite Chuck macht uns Sorgen. Vor ca. 4 Wochen fing es an: nachts erbrach er stark verdautes Futter, das sogar nach Kot stank. Der Kotabsatz war aber normal.
Die folgenden 2 Tage erbrach er nochmal klare Flüssigkeit und war etwas matt, fraß schlechter und musste ab uns zu nießen.
Wir gingen zum Vet und machten ein Blutbild und ein Röntgenbild von Thorax und Abdomen. Das Blutbild war komplett unauffällig, alle wichtigen Werte in der Referenz.
Und auch das Röntgenbild zeigte keine Auffälligkeiten. Eventuell zeigten die Darmschlingen durch leichte Verdickungen einen Infekt in diesem Bereich.
Chuck bekam Cerenia weil wir ihn ans Fressen bekommen wollten und schauen, ob wirklich Übelkeit vorliegt. Ich gab ihm auch Nux Vomica und machte ihm Kartoffel-Hühnchen Paste.

Zwischenzeitlich machte unser Jüngster Samu uns auch Sorgen. Er bekam 40,2 Fieber und wollte auch nicht mehr fressen. Etwas verschnupft wirkte er auch.
Also hatte er sich angesteckt, so unsere Vermutung. Er bekam AB Convenia und Fiebersenker. Letzteres aber nur für einen Tag, da das AB so gut anschlug,
dass er schon am nächsten Tag Besserung zeigte, wieder fraß und das Schlimmste überstanden hatte.

Unser Chuck schwächelte aber immer noch. Er kam zum Fressen aber mümmelte nur so am Fressen rum, verlor Stücke aus dem Mund. Da keine echte Besserung in Sicht war,
gingen wir auch mit ihm wieder zum Vet. Auch er bekam AB – ich ließ Convenia wieder spritzen, obwohl ich kein Fan von Langzeit AB bin.
Ich gebe lieber AB täglich oral oder spritze täglich selber, besser wenn doch eventuelle Unverträglichkeiten auftreten. Aber da er nicht fressen wollte, war die orale Gabe schwierig !
Die Vets hatten auch schon kurz bei der Kontrolle das Maul untersucht und auch die Zähne. Ich schau auch immer wieder, da Chuck keinen guten Zahnstatus hat, da er HCM Kater ist
und wir wegen dem Narkoserisiko keine Sanierung hier vor genommen haben. Aber die Zähne sind oberflächlich ok. Keine Zahnfleischentzündung oder so. Nur die Kontrolle ist bei ihm schwierig,
er lässt sich im Gegensatz zu unseren anderen Miezen (insgesamt4) schlecht ins Maul schauen.

Nach dem Vetbesuch letzte Woche fraß er wieder etwas besser. Aber nur etwas. Ab diesen Sonntag stellte er das Fressen wieder komplett ein. Ich gebe ihm mit der Spritze Reconvales und Hills a/d!
Trotzdem hat er nun schon immens abgenommen. Ich denke ein Kilo Abnahme haben wir nun erreicht. Ich rief also wieder beim Vet an,
um eine Endoskopie des Rachenraumes, Speiseröhre und Kontrolle des Mauls, der Zähne zu besprechen. Einen anderen Weg sehe ich jetzt nicht mehr. Die Tierärztin hat aber Bauchweh wegen der HCM.
Und weiteres Problem, einen Termin zur Endoskopie habe ich frühestens für Dienstag den 22.08.17. Ich habe auch in anderen Praxen angerufen und da Ferien sind, keinen früheren Termin bekommen.
Also werden wir bis Dienstag mit dem Assistenzfüttern weiter machen. Wir haben nun, da Convenia ja wohl das falsche AB war, mit einem weiteren blinden AB oral in Saftform begonnen.
Wir konnten ja bis jetzt keinen Abstrich nehmen, wegen des Narkoserisikos. Außerdem habe ich Sonntag begonnen Metacam zu geben, da wir nun von Schmerzen im Hals oder Maulbereich ausgegangen sind.
Vorher gab ich Traumeel – ohne Erfolg! Aber auch mit Metacam und neuem Ab frisst er einfach nicht. Er erbricht aber auch nicht mehr und macht momentan normale kleine Würstchen.

Aber warum frisst er nur nicht? Wir sind mit unserem Latein am Ende. Wenn er gefressen hat, hat er immer nur „rumgemümmelt“ und wieder Stückchen aus dem Maul fallen lassen.
Chuck war immer ein verfressener, dicker Brite. Jetzt ist er schon nervlich total runter, wegen der Spritzenfütterung. Deshalb habe ich es gestern Abend gelassen in der Hoffnung,
er kommt zur Ruhe und hat heute Morgen Hunger. Aber als es Futter gab kam er wieder nicht in die Küche. Auch wenn ich es ihm hinstelle, frisst er nicht von selber.
Heute Nachmittag kommt eine Tierheilpraktikerin zu uns, um auch noch mal einen Blick auf den Kleinen zu werfen. Ich kombiniere gerne Natur – und Schulmedizin. Vielleicht fällt ihr noch was auf!

Habt ihr noch eine Idee? Meint ihr auch, dass ich das Risiko der Narkose für eine Endoskopie eingehen soll? Seine Zähne müssen ja auch mal in Ruhe gecheckt werden, eventuell sind ja verborgene Probleme da (FORL)!
Ihn in eine Klinik einzuweisen, ist bei Chuck keine Lösung. Er hatte ein schwieriges Vorleben, ging durch viele Hände und in Kliniken gibt er sich einfach auf!

Nochmal kurz was wir alles machen.

Convenia bekommen KW 32
Seit 14.08.17 anderes AB als Saft (hab den Namen jetzt vergessen)
1 x täglich Metacam seit Sonntag 13.08.17
1 x Cortison gegeben als Appetitanreger KW 32
Täglich Echinacea, Engystol, ImmuStimK
Täglich Traumeel

Fütterung mit Reconvales und Hills a/d
Leckerchen Malz-Käse-Creme und Leberwurstlecker (die werden noch geschlabbert)
Kurzzeitig Ulmenrinde (SEB) später Heilerde gegeben – momentan nicht
Eine Woche Nux Vomica gegeben – momentan nicht
Kurzzeitig für den Kopf Rescue Tropfen gegeben – momentan nicht

Unser Chuck
https://up.picr.de/24419737gz.jpg


Piepmatz 17.08.2017 08:45

Könnt ihr ihn gar nicht in narkose legen oder wie ist das?

Wenn Katzen beim Fressen immer wieder Stücke verlieren oder fallen lassen kann das durchaus auf Zähne hindeuten. FORL kann man ja nur erkennen wenn man röngt. Nur ins Maul schauen reicht da leider nicht.

Hast Du bei Ihm auch Mundgeruch bemerkt? oder hat er öfter mal nur auf einer Seite gegessen? Schlabbert er eher zuerst zb Soße und dann erst das Futter, also die Bröckelchen? Hast Du mal versucht ob er Trockenfutter annimmt?

Claudinchen2307 17.08.2017 08:52

Ich hab aus zuallererst an die Zähne gedacht. Bitte lass unbedingt ein Dentalröntgen machen!

Jessi aus der katzenstube 17.08.2017 08:53

Also die Narkose ist wegen der HCM ein hohes Risiko! Seine HCM ist seit 2009 diagnostiziert und schon recht ausgeprägt.
Für eine normale Zahnsanierung würde unsere Tierärztin das Risiko ungern eingehen!
Dafür sehen die Zähne und das Zahnfleisch oberflächlich betrachtet gut aus. Ich weiß, dass für eine eventuelle FORL Diagnose dental geröntgt werden muss!

Aber wie kann diese eventuelle Zahn oder Maulgeschichte mit dem ursprünglichen Erbrechen zusammen hängen?
Reizung des Rachens? Dadurch auch Reizung der Zähne?

Nichts genaues weiß man nicht!

consti 17.08.2017 08:56

Also bis Dienstag würde ich auf keinen Fall warten. Für mich hört sich das sehr bedrohlich an. Da finde ich weitere 5 Tage nicht in Ordnung.

Und da er eine Riskopatient ist (HCM) wäre meiner Ansicht nach eine Tierklinik sicher die bessere Alternative.
Dort sind in der Regel eben doch eine bessere Diagnose/Versorgung/Überwachung möglich.

Was sicher noch empfehlenswert wäre, ist ein Ultraschall vom Darm. Ein eventueller Verschluss ist auf dem Röntgenbild wohl nicht immer sichtbar.

Ich wünsche eure alten Zausel jedenfalls von herzen alles Gute und drücke ihm ganz feste die Daumen.

Nachtrag: Wurde die Bauchspeicheldrüse untersucht? und Zuckerwerte gecheckt?

Lehmann 17.08.2017 08:59

Wenn das Erbrochene nach Kot riecht, bzw. Kot ist, könnte es sein, dass deine Katze einen Darmverschluss hat. Der muss nicht immer komplett sein, aber für mich wäre das ein Alarmsignal zumindest mal ganz dringend einen US zu machen. Du schriebst, dass im Röntgenbild der Darm etwas verändert aussah, da kann vieles hinter stecken. Starke bakterielle Infektion mit entzündeter Darmschleimhaut, Veränderungen an den Darmlymphknoten, oder Anschoppungen aufgrund einer Einengung oder eines ( Teil-) Verschlusses.

Ich glaube, du kannst deinem Kater eine Sedierung nicht ersparen und solltest schnell eine relativ komplexe Diagnostik anleiern lassen. Wenn du in eine Klinik fährst, musst du ihn ja nicht dortlassen. Man kann ihn sedieren, die notwendigen Untersuchungen machen und dann geht er wieder mit zurück nach Hause und wird gegebenfalls von deiner Haus TA behandelt.
Ich würde ihn packen und ambulant in der Klinik checken lassen. dann hast du alles in einem Abwasch und vor allen Dingen zeitnah.

edit: Consti war schneller ...

nicker 17.08.2017 09:02

Ihr solltet bitte auch die Bauchspeicheldrüse im Blick haben. Die lässt sich in den bildgebenden Verfahren leider nicht soooo gut darstellen, aber sie kann durchaus betroffen sein, wenn es um den Verdauungstrakt geht.
Im normalen (auch im großen) BB sind die BSD-Werte eher nicht enthalten. Wichtig wäre da v. a. der fPLi, der aus dem Blut nüchtern genommen werden muss.

Kann eine Magenschleimhautentzündung vorliegen? Erkennt man an einer verdickten Magenwand, wenn das Geschehen schon verfestigter ist. Röntgen.
Gegen eine Gastritis kann man Säureblocker (Tagamet etc.) sc. spritzen; so hatten wir es sintemalen bei meiner wandelnden Krankenstation, Frau Nine, gemacht.

Und stell doch mal das BB ein, damit man sieht, was alles untersucht wurde und welche Werte es sind (auch wenn sie im Referenzbereich sind). Das hilft den Experten vllt. schon weiter.

Ich drücke euch die Daumen für den Kleinen; es ist so sehr nervenaufreibend, wenn das Katz nicht fressen will oder kann! Wir haben bei uns dieses ständige Auf und Ab mit Nine, die ja seit bald 2 Jahren auf der palliativen Schiene lebt *seufz*.

LG

Jessi aus der katzenstube 17.08.2017 09:45

Danke für eure Antworten!

Also, das Erbrechen mit Kotduft liegt ja nun schon fast 4 Wochen zurück.
Einen Verschluss können wir ausschließen, er macht alle 1 bis 2 Tage sein Würstchen. Auch ohne Durchfall.

Extra Blutbild Fremdlabor: (schlecht lesbar deshalb nicht anhängbar)
Die Bauchspeicheldrüsenwerte waren ok. Feline Spezifische Pankreaslipase (Serum Spec fPl) wurde noch extra getestet: Referenz <= 3,5 und er lag bei 1,9!

T4 war auch ok, Lipämie Index negativ, Hämolyse Index negativ

Das andere Blutbild

https://up.picr.de/30103415tr.jpg


Zum Thema Tierklinik: ich möchte ihn ungern in die Klinik geben auch wenn wir ihn danach wieder mitnehmen. Er bekommt zur Zeit von mir Futter und ist nicht dehydriert.
Mit der einen Klinik haben wir schlechte Erfahrungen und mit der anderen auch keine richtig guten. Sollte sich sein Zustand rapide verschlechtern, würden wir aber auch nachts dahin fahren.
Gestern Abend ist er sogar im Schweinsgalopp durch die Wohnung gerast. Wenn er nur fressen würde, würde er oft normal erscheinen.

Magenschleimhautentzündung hatten wir auch schon auf dem Schirm. Ich sollte Maloxaan geben, das fand er aber total widerlich. So gab ich Ulmenrinde und später Heilerde.
Aber sein Fressen änderte sich nicht. Bei einer Endoskopie könnte man sich auch auch die Speiseröhre anschauen ob hier Reizungen sind.

Emeline4 17.08.2017 13:18

Eure ganze Leidensgeschichte erinnert mich an meinen Hannibal, es war alles untersucht, nichts war besonders auffällig, nur gefressen hat er nicht. Hätte ich ihn nicht zeitweise gefüttert, wäre er verhungert. Besser wurde es mit Cortison, was wir uns alle nicht so richtig erklären konnten. Aber er hat wenigstens gefressen.

Erklärt hat es sich erst Monate später als er Atemnot bekam. Er hatte eine Wucherung tief hinten am Kehlkopf, was ihm wohl schon lange Zeit vorher Probleme gemacht hat. Wegen seiner CNI wollten wir auch eine Sedierung nur im Notfall machen, dann haben wir bereut, dass wir so lange gewartet haben.

Alles Gute für den Kleinen, ich würde auch reinschauen lassen, eine Endoskopie ist ja nur ein kleiner Eingriff mit einer leichten -sedierung.

Regine 17.08.2017 13:48

Hallo Jessi,

frag doch mal in der Praxis St. Franziskus in Lünen nach. Dort sitzt Till Erben, er ist Kardiologe und sehr gut bei US und Diagnostik. Vielleicht bekommst du dort noch diese Woche einen Termin.
Ich weiß leider nicht, ob die ein dentales Röntgen anbieten, kann man ja erfragen vorher.
Ansonsten TK Kaiserberg, da hast du alle Spezialisten zusammen. Die legen auch HCM Patienten in Narkose. Du musst ihn ja nicht da lassen.

Ich drücke fest die Daumen für euch!


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