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fitnlite0101 07.12.2014 13:29

Dringend Hilfe bei 3er Zusammenführung gesucht!
 
Hallo liebe Community,

ich bin ganz frisch hier, hoffe aber trotzdem, dass sich die ein oder andere Zusammenführungsexpertin bereit erklärt, meine lange Geschichte durchzulesen und mir einen Ratschlag zu geben, wie ich weiter vorgehen kann.

Folgende Ausgangssituation:

Meine zwei weiblichen Erstkatzen Tinker und Bell (beide ca. 3,5 Jahre) lebten bisher sehr harmonisch zusammen. Ihre Zusammenführung damals lief weitestgehend einfach. Damals waren die beiden aber auch noch unter einem Jahr alt. Seit dem lieben Sie sich, kuscheln, schlecken sich gegenseitig ab usw. Wenn man genau hinschaut ist aber Tinker diejenige, die den Ton angibt, vermutlich auch, weil Sie eine von den "hallo, hier bin ich!"-Katzen ist, während Bell gegenüber Fremden z.B. eher skeptisch ist und insgesamt vorsichtiger. Beide stammen aus Notfällen (Tinker- privater Animal Hording Fall in D, Bell aus spanischem Tierschutz). Tinker wurde wohl damals von einer Katze in der PS gemobbt, kam aber mit anderen prima zurecht; Bell lebte vorher in der PS mit Ihren Geschwistern weitestgehend problemlos zusammen.

Nachdem wir vor ca. 1,5 Jahren in ein großes Eigenheim mit viel Platz (den Katzen stehen ca. 200qm zu Verfügung) gezogen sind, wollten wir die Chance ergreifen, einem weiteren Notfellchen ein schönes neues Zuhause zu geben. Wir haben uns dann nach Beratung durch eine Tierschutzorganisation für Finchen entschieden (2,5 Jahre, weiblich). Finchen ist eine Straßenkatze, die wohl noch nie engen Kontakt zu Menschen hatte und dementsprechend reserviert gegenüber Dosenöffnern. Sie zog Ende September bei uns ein. Wir haben ganz im Sinne einer langsamen Zusammenführung eine Gittertür gebaut und Finchen ein eigenes Zimmer im Obergeschoss zur Verfügung gestellt

Es dauerte nicht lange, bis Finchen sich dort unterm Bett hervortraute und sich im Zimmer frei bewegte. Dadurch kam es an der Gittertür auch recht schnell zum Erstkontakt mit unseren beiden vorhandenen Mietzen. Wir haben solange probiert, bis sich beide Parteien weitestgehend ohne Knurren etc. an der Tür gegenüberstehen konnten. Als wir dann das erste Mal die Tür geöffnet haben (ca. 3 Wochen später), kam es jedoch zur Katastrophe: Tinker ist auf Finchen los, dass die Fetzen nur so flogen und Finchen vor Angst urinierte. Bell flüchtete durch das Geschrei, Finchen rettete sich zurück unters Bett in Ihrem Zimmer.

Also alles nochmal zurück auf Null: Finchen separiert bis sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, dann wieder Schritt für Schritt gespielt, Leckerchen verteilt, geschmust (Finchen lässt sich inzwischen zumindest anfassen, wenn Sie mit Futter bestochen wird). Das Ganze haben wir mit Bachblüten begleitet. Dann habe ich angefangen, beim Spielen die Türe zum Zimmer einen Spalt zu öffnen, durch den Finchen in den Flur rauskommen konnte (die anderen aber nicht rein). Das gleiche beim Leckerchen verteilen. Irgendwann waren wir soweit, dass alle beim Leckerchen fressen oder Spielen nah beieinander sitzen konnten – OHNE Gitter dazwischen. Allerdings, sobald Finchen sich ein Stückchen weiter weg im Flur bewegte, machte Tinker direkt hinter ihr her (was ich dann immer direkt unterbunden habe, in dem ich mich in den Weg gestellt habe).

Dann habe ich angefangen, Tinker und Bell nachts mit in Schlafzimmer zu nehmen, sodass Finchen das Haus und auch das Ergeschoss alleine in Ruhe auskundschaften konnte, in der Hoffnung, dass dadurch Gerüche ausgetauscht werden und Sie an Sicherheit gewinnt und Finchen sich dadurch auch in anderen Räumlichkeiten akzeptiert wird, als nur unmittelbar im Bereich vor Ihrem Zimmer. Allerdings blieb es weiter so: Sobald Finchen ein Schritt zu weit aus dem "sicheren" Spiel und Leckerlich-Bereich rausging, machte Tinker direkt hinterher (es kam aber durch mein Einschreiten nie zur Konfrontation). Mein TA meinte dann, es könnte etwas bringen, wenn man einen längeren Reviertausch macht, sodass Tinker und Bell den Rest des Hauses nicht mehr als ihr Revier sehen. Also wurde getauscht: Tinker und Bell ins Gästezimmer, dafür Finchen im Rest des Hauses. Wieder gespielt und Leckerchen verteilt, bis sich alle Parteien wieder problemlos bei der Türe aufhalten konnten. Finchen war auch ständig oben vor der Türe und hat die Nähe der anderen gesucht. Letzte Woche war es dann schon so, dass Bell und Finchen sich Nase an Nase durch die Türe beschnuppert haben. Gegenüber Tinker war Finchen reservierter, aber gegenüber an der Tür sitzen ging auch problemlos.

Daher habe ich gestern beschlossen - nachdem der Reviertausch 3 Wochen lief - wieder einen Versuch zu wagen. Allerdings erst einmal nur vorsichtig mit Bell, damit Finchen im Zweifel nicht direkt zwei Streithähnen ausgesetzt ist und ich Bell für die weniger dominante Katze halte. Als Bell rauskam, ist Finchen auch gleich freundlich auf Sie zu, hat Nase an Nase geschnuppert. Bell hat sie weitestgehend ignoriert und hat sich selbst erstmal im Flur umgeschaut. Finchen ist in der Zwischenzeit runter ins EG. Irgendwann ist Bell dann auch runter und hat Finchen hinter der Couch entdeckt. Plötzlich dicker Schwanz, Knurren, starre Haltung bei Bell, Finchen direkt die Flucht ergriffen und hoch in den Flur im Katzenklo versteckt. Danach immer das gleiche Spiel: Sobald Finchen sich nach unten wagte, Bell hinterher und hat sie nach oben verjagt. Oben allerdings lässt Sie sie da dann auch in Ruhe, es kam bisher auch nicht zu Klopperei. Bell bewegt sich oben hingegen auch nur recht vorsichtig und mit größerem Abstand zu Finchens Rückzugsort – mit gelegentlichem Fauchen und Knurren. Aber nie ein Übergriff. Bell hält auch nicht ständig Wache, sondern verbringt die meiste Zeit unten. Finchen kann oben also auch in Ruhe fressen und aufs Klo gehen. Die Nacht verlief auch ruhig ohne Rauferei. Ich vermute, weil Finchen sich seit gestern nicht mehr nach unten wagt, sondern sich nur noch oben aufhält.

Tja, und ich bin langsam ratlos. Wie kann ich diese Revierstrukturen aufbrechen (der Reviertausch hat offenbar NULL gebracht)? Vorallem: Wenn Bell, die ich ja eigentlich als die „einfachere“ Katze bei der Zusammenführung betrachtet habe, schon so reagiert, wie verhält sich dann Tinker? Irgendwie kann man auch so gar nicht vom Verhalten im sicheren Bereich um die Gittertür herum darauf schließen, wie sie sich „in der freien Wildbahn“ verhalten. Das lässt mich inzwischen echt ein wenig verzweifeln, weil ich nichts habe, woran ich mich orientieren kann , wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Wir probieren nun schon über zwei Monate:( Ich bin natürlich auch berufstätig und daher insbesondere unter der Woche nicht immer zuhause (mein Partner leider momentan bis Mitte März noch auf Dauerlehrgang in einer anderen Stadt), sodass ich das nicht immer alles rund um die Uhr beobachten und eingreifen kann.

Habt ihr einen Rat für mich? Was wäre da jetzt das beste Vorgehen? Wir haben ja jetzt quasi drei Katzen, die alle nebeneinander leben: Bell im EG, Finchen im OG und Tinker im Gästezimmer...Im schlimmsten Fall leben sich Bell und Tinker dadurch auch auseinander (als ich vorhin mit Bell zu Besuch bei Tinker im Zimmer war, hat Tinker Bell zwar problemlos im Zimmer akzeptiert, aber bei näherem Kontakt Bell direkt eine drübergezogen – Bell war allerdings nicht sonderlich beeindruckt davon...aber trotzdem: die beiden lieben sich normalerweise).

Hat das alles überhaupt noch einen Sinn? Ich möchte mich aber noch nicht damit abfinden, dass wir Finchen wieder abgeben müssen:( Wir haben soviel Platz und auch die finanziellen Ressourcen, um Ihr ein Zuhause zu schenken und Sie taut uns Menschen gegenüber jeden Tag etwas mehr auf. Es wäre einfach nur verdammt hart, diese Entscheidung treffen zu müssen...

Das alles nimmt mich inzwischen ziemlich mit und ich merke auch, dass ich immer angespannter werde...

Weiß jemand Rat?
Vielen lieben Dank!!!

tiedsche 07.12.2014 13:58

Mal vorne weg....ihr habt das bisher super gemacht. Besser gehts nicht finde ich:)

Das Problem ist halt, dass die Damen äußerst revierbewußt sind, und du da scheinbar ziemlich sture Exemplare hast:o
Die Situation ist wohl jetzt so, dass die Neue in IHREM Revier inzwischen geduldet wird. Allerdings nur dort. Auch wenn du weiter separierst, wird sich daran nix ändern. Es verfestigt die Strukturen nur.
Der Revierwechsel ist eigentlich eine gute Idee. Insbesondere deshalb, weil die Neue sicherer werden muß. Im neuen Revier muß sie sich cm für cm "erkämpfen".
Das wird sie scheinbar allein nicht schaffen und braucht da deine Unterstützung (was du ja schon tust, indem du zu heftige Konfrontationen unterbindest.

Dieses Szenario hatte ich immer bei meinen Mädelsvergesellschaftungen. Allerdings sind meine nie in die Vollen gegangen - zum Glück.

Was ich jetzt noch versuchen würde:
So wie du es begonnen hast, erstmal nur mit eurer netteren Dame weiterüben.
Wenn das läuft, Nr. 2 dazu nehmen (auch erstmal einzeln). Und die Katzen auch nur zusammenlassen, wenn ihr da seid.
Diese Methode hier hat bei mir immer geholfen (bei vielen anderen auch).
http://haustierwir.blogspot.de/2011/...kte-regel.html
Basis: Die Katzen müssen ihre Namen kennen!
Und da die Neue ein Scheuchen ist und deine Alte wohl ein Sturschädel...mußt du einen Weg finden den Aggressor zwar zu beeindrucken, aber das Scheuchen darf auch nicht in Panik ausbrechen. Da mußt du etwas rumprobieren.
Wichtig ist auch, dass du das Opfer nicht tröstest und sie damit in ihrer Opferrolle bestärkst. Letztendlich muß sie lernen selbst durchzugreifen. Das kann aber dauern, wenns überhaupt klappt.
Euer Verhältnis und ihr Selbstbewußtsein von Finchen könntest du mit "Clickern" stärken in exclusiven Spielzeiten oder anderen Ritualen.

So würde ich vorgehen:)

edit: Vielleicht geben es die Wohnverhältnisse auch her, dass du das Revier der Neuen schrittweise vergrößern kannst- durch Versetzen der Gittertür?
Zur Stärkung der Neuen kannst du auch mal über Zylkene und Bachblüten nachdenken.

tiedsche 07.12.2014 14:30

Hier ist übrigens ein sehr ähnlicher Fall (mit ähnlichen Charakteren - das hat gedauert, aber sie haben es hinbekommen:)
http://www.katzen-forum.net/eine-kat...nfuehrung.html

hazelundpaul 07.12.2014 14:53

Hallo,

ich finde das klasse wie viel Mühe Du Dir gibst!

Wir hatten mal einen ähnlichen Fall - damals noch in einer 2 -Zimmer-Wohnung wohnend.

Unsere 2 Katzen waren noch nicht ganz ein Jahr zusammen und aus der Not einer Freundin heraus, hatten wir noch eine sehr scheue fast gleichaltrige Katze hinzubekommen.

Gelöst hatten wir das über eine Behelfstür (ganz einfach aus einer Tischlerplatte gezimmert), die in der Mitte einen Durchgang hatte, der nur groß genug für die "Neue" war.

Wir ließen die scheue Katze entscheiden, wann und wie häufig sie Kontakt zu den anderen Katzen aufnehmen wollte.

Wir (mein damaliger Freund und ich) hatten uns dann aufgeteilt, jeder mal Arbeits-/Schlafzimmer bzw. Wohnzimmer/ küche, sodass immer eine Bezugsperson da war.

Dadurch das die vorhandenen Katzen Freigänger waren, hatte die kleine Katze immer auch Zeit sich in Ruhe die Wohnung anzugucken.

Trotzdem hatte es gut 4 Monate gedauert, bis wir entschieden, die Behelfstür zu entfernen. Die kleine Katze hatte erst in dem Moment wo sie zu uns wirklich Vertrauen gefasst hatte entschieden, dass sie jetzt die anderen Fellnasen kennenlernen möchte. Vorher ist sie immer sofort durch das Loch geschlüpft, wenn sie die Katzenklappe hörte.

Später, als sie dann mutiger wurde, gab es einiges an Gefauche und Geknurre und auch Hiebe - aber so wie es ihr zu brenzlig wurde, verschwand die Kleine durch das Loch.
Irgendwann dann kam ich nach Hause und fand alle drei im Wohnzimmer schlummernd ... manchmal muss man einfach nur Zeit haben und gerade bei Katzen kann man einfach nichts erzwingen, sondern nur unterstützen, den Rest müssen sie untereinander ausmachen.

Damals (das ganze ist fast 25 Jahre her) gab es noch keinen Feliwaystecker - oder ich kannte ihn nicht; heute würde ich den auf jeden Fall miteinbeziehen und Bachblüten sowieso, aber die hast Du ja schon im Einsatz.

Letztendlich hatten wir das Glück, dass die Katze um einiges kleiner war als die vorhandenen - wenn das bei Dir auch so ist, könnte so eine Behelfstür jetzt die Rettung der Situation sein, zumal ich denke, dass Deine vorhandenen Katzen so am wenigsten eingeschränkt werden würden.

Halt durch!

tiedsche 07.12.2014 15:01

Zitat:

Gelöst hatten wir das über eine Behelfstür (ganz einfach aus einer Tischlerplatte gezimmert), die in der Mitte einen Durchgang hatte, der nur groß genug für die "Neue" war.
Das ist eine super Idee - über sowas hab ich vorhin auch gegrübelt, kam aber zu keiner Lösung:p
Aber das Glück, so unterschiedlich große (erwachsene)Katzen zu haben, ist ja fast ein Sechser im Lotto:o

Margitsina 07.12.2014 15:01

Eigentlich machst du das alles seht gut. :) ich denke, das dauert noch .....
Da ist Geduld gefragt.
Aber sag mal, die Katzen bekommen Freigang? Eine Strassenkatze in ein Haus zu sperren wäre nämlich ein bischen sehr daneben.

hazelundpaul 07.12.2014 15:10

Zitat:

Zitat von tiedsche (Beitrag 4884372)
Das ist eine super Idee - über sowas hab ich vorhin auch gegrübelt, kam aber zu keiner Lösung:p
Aber das Glück, so unterschiedlich große (erwachsene)Katzen zu haben, ist ja fast ein Sechser im Lotto:o

:D ja, wäre die Katze meiner Freundin nicht so zierlich und zart gewesen, hätte wir sie auch nicht aufnehmen können, unsere Wohnung war sehr klein (60m²), hatte aber einen 2.500m² Garten!

fitnlite0101 07.12.2014 15:43

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für die bisherigen Aufmunterungen und Tipps.

Es tut gut zu lesen, dass es nicht absolut ungewöhnlich ist, dass es so läuft wie es läuft:)

Bell hat heute fast den ganzen Tag geschlafen und sich nicht oben blicken lassen. Finchen spielt oben gerade lautstark und kam grad auch mal die Treppe runtergetippelt. Hat sich aber nicht weiter gewagt...

Sollte ich Bell nachts wieder mit zu Tinker ins Zimmer? Habe echt Bedenken, dass die beiden sich am Ende dann auch wieder zusammenraufen müssen, wenn ich Sie jetzt Wochen trenne und Bell das EG zu ihrem eigenen Reich erklärt:verstummt:

Würdet ihr mir raten, auch mal Tinker alleine zu Finchen zu lassen, um zu sehen, wie Sie reagiert?

Beide gleichzeitig finde ich echt heikel, wenn das arme Finchen dann im Wechsel von beiden beobachtet und in Schach gehalten wird...Oder auch das einfach mal testen?

Die 3 Punkte Regel klingt super und ist zumindest bei Bell anwendbar. Tinker kennt zwar Ihren Namen ist aber extrem beratungsresistent :grummel: Na und Finchen ist leider noch nicht so weit, dass Sie Ihren Namen kennt.

Leider lässt es sich auch nicht wirklich einrichten, das Revier von Finchen langsam zu vergrößern, da unser Haus recht offen gestaltet ist und es wenig Möglichkeiten gibt, Gittertüren zu installieren.

@Margitsina: Finchen lebte schon eine ganze Weile auf der spanischen PS (über 1,5 Jahre), wurde als "Teenager" also auf der Straße unter unwirtlichen Umständen aufgelesen. Sie wurde explizit nur ohne Freigang vermittelt und ich gehe davon aus, dass die Tierschutzorga nur im Sinne des Tieres handelt.

tiedsche 07.12.2014 16:15

Zitat:

Sollte ich Bell nachts wieder mit zu Tinker ins Zimmer? Habe echt Bedenken, dass die beiden sich am Ende dann auch wieder zusammenraufen müssen, wenn ich Sie jetzt Wochen trenne und Bell das EG zu ihrem eigenen Reich erklärt
Bell und Tinker würde ich nicht trennen - das ist ein Missverständnis;) Ich würde nur - genauso, wie du es wohl auch siehst - nicht beide gemeinsam auf Finchen los lassen, sondern immer nur eine.

Zitat:

Tinker kennt zwar Ihren Namen ist aber extrem beratungsresistent Na und Finchen ist leider noch nicht so weit, dass Sie Ihren Namen kennt.
Gerade bei Tinker würde ich dann am Namen arbeiten. Sie ist ja der Stänkerer Nr.1. Das geht ganz flott : Name - Reaktion - Leckerli und das , bis es sitzt.
Bei Finchen funktioniert das so auch ganz schnell. Jeden Tag ein paar Trainingseinheiten als Routine (das macht den Katzen auch Spaß)

Zitat:

Würdet ihr mir raten, auch mal Tinker alleine zu Finchen zu lassen, um zu sehen, wie Sie reagiert?
Ich würde mit Bell anfangen.
Mit Tinker nur, wenn du sie unter Kontrolle hast.

Was ich auf jeden Fall vermeiden würde, wären Übergriffe!
Finchen muß sich draußen sicher fühlen, um ihr Revier auszudehnen. Wenn das Erkunden mit Kloppe endet wär das kontraproduktiv.

Zitat:

@Margitsina: Finchen lebte schon eine ganze Weile auf der spanischen PS (über 1,5 Jahre), wurde als "Teenager" also auf der Straße unter unwirtlichen Umständen aufgelesen. Sie wurde explizit nur ohne Freigang vermittelt und ich gehe davon aus, dass die Tierschutzorga nur im Sinne des Tieres handelt.
Meine spanische Strassenkatze würde niemals einen Fuß vor die Tür setzen.
Die Gefahr besteht natürlich, dass Freigang gefordert wird, aber damit kann man sich beschäftigen, wenns akut ist oder wird. Beio mir sind auch nach 2 Jahren keinerlei Anzeichen erkennbar.

abraka 08.12.2014 10:44

Zitat:

Zitat von tiedsche (Beitrag 4884327)
Hier ist übrigens ein sehr ähnlicher Fall (mit ähnlichen Charakteren - das hat gedauert, aber sie haben es hinbekommen:)
http://www.katzen-forum.net/eine-kat...nfuehrung.html

Das war meine Zusammenführung.

Ich kann dir aber nicht viel mehr raten, als du ohnehin machst.

Bei uns war der Knackpunkt, dass sich Marie zuviel gefallen lies. Sie ist einfach zu lieb, um sich zu wehren.
Mit Maries wachsendem Selbstbewusstsein hat sich dann auch die Lage verbessert.

Aber mit gaaaaanz viel Geduld.

Versuch soviel wie möglich positive gemeinsame Erlebnisse zu schaffen. Und schau, dass du sofort irgendwelche negativen Dinge unterbindest. Aber am besten unauffällig. So wie du es eh schon machst: zufällig in den Weg stellen, abdrängen usw.

Begegnungen sollen immer positiv enden.

Ich drück dir die Daumen. Und ich weiß, wieviele Nerven und wieviel Geduld es kostet. Aber es lohnt sich ;)

fitnlite0101 08.12.2014 12:33

@abraka: Ja, ich glaube auch, dass genau DA das Problem liegt. Finchen ist einfach mega sozial und kuscht sofort bei jedem Dominanzgebarden seitens Bell (und Tinker, die das wahrscheinlich noch mehr ausnutzen wird).



Um jede Begegnung positiv zu gestalten, müsste ich die Begegnungen wirklich kontrolliert zulassen, d.h. immer nur zusammenlassen, wenn ich dabei stehe.
Ansonsten kann ich z.B. nicht sehen, wann Finchen z.B. den Mut fasst und die Treppe runterkommt - was momentan unwillkürlich in einer NICHT positiven Begegnung enden würde.

Momentan geht das unter der Woche aber leider nur ein paar Stunden, in denen ich dann Bell aus dem Gästezimmer holen würde (Finchen eher den "Heimvorteil" des großen Hauses lassen, oder?) um mit Ihr und Finchen zu üben.

Mein Plan sieht jetzt so aus, dass ich den Radius, in dem sich Finchen aufhalten darf, ohne verjagt zu werden, versuche zu vergrößern über Spielen und Leckerli (vor allem bei Letzterem ist Finchen total wild und vergisst alle guten Manieren - da können sich sogar die Schnurrhaare berühren ohne das was passiert, weil Bell dann auch so von der Vehemenz Finchens beeindruckt ist:omg: - leider haben unsere Mietzen, die wir ansonsten komplett barfen, dadurch in den letzten Wochen ganz schön zugelegt:wow:)

Wechsle jetzt dann auch aller zwei Tage die Kuscheldecken aller Mietzen gegeneinander aus. Damit das irgendwie zu ner Art "Gruppengeruch" wird. Mir fällt halt auf, das Tinker, seit dem Bell länger draußen bei Finchen war, öfter an Bell riecht und dann mit der Tatze eine überzieht. Nicht so schlimm, dass Bell das irgendwie groß mitnehmen würde. Aber auf jeden Fall was, was sonst nahezu NIE vorkam (außer beim offensichtlichen Raufspielen).

Aber könnte das ständige "Rein - Raus" aus dem Gästezimmer und "Kontakt - Nicht Kontakt" nicht auch zu stressig für alle Mietzen werden? Oder hilft genau die Abwechslung vllt. festgefahrene Revierstrukturen aufzuweichen?

abraka 08.12.2014 12:39

Wir haben Lise ab und zu in die Suite von Marie gelassen. Marie war 3 Monate in der Turmsuite mit Gittertür. Die letzten 4 Wochen durfte Lise ab und zu rein.
Jetzt im Nachhinein muss ich vielleicht sogar sagen, irrtümlich. Weil wir davon ausgegangen sind, dass Lise die friedlichere und sozialere ist. Dabei hat sich Lise als größte Zicke rausgestellt ;)

Und als wir die Türe offen hatten, blieb sie offen.

Kannst du kleine Rituale einführen? Etwas, auf das sich die Katzen verlassen können?
Am besten etwas, was alle drei positiv verbinden und gemeinsam erleben.

Lise ging auch im Sommer mal ordentlich auseinander. Da gabs oft an der Gittertür das leckere Supermarktfutter, Trockenfutter und Leckerlis.
Aber jetzt ist sie wieder schlank. Das hat sich wieder eingependelt.

Außerdem haben viele Katzen jetzt ohnehin Winterspeck. Solange die Katzen nicht richtig moppelig sind, würd ich das jetzt einfach mal durchgehen lassen.

Uns hat bei der Zusammenführung Ina1964 aus dem Forum mit Bachblüten und Globuli geholfen. Schick ihr doch mal eine PN, vielleicht kann sie dir da auch Tipps geben.

tiedsche 08.12.2014 12:56

Zitat:

Aber könnte das ständige "Rein - Raus" aus dem Gästezimmer und "Kontakt - Nicht Kontakt" nicht auch zu stressig für alle Mietzen werden? Oder hilft genau die Abwechslung vllt. festgefahrene Revierstrukturen aufzuweichen?
Die allgemeine Meinung ist: trennen ODER zusammen.
Ich seh das ehrlich gesagt nicht so dogmatisch, sondern orientiere mich an der Situation. Wenn du trennst verfestigt sich die Revieraufteilung. Läßt du offen nimmst du Finchen ihre Schutzzone und die Täter-Opferrollen könnten sich verfestigen. Das ist stressiger, als kontrollierter Wechsel.
Außerdem müßen die positiven Erfahrungen überwiegen und das klappt nur mit kontrolliertem Wechsel.

So einen Zirkus braucht man nicht bei jeder Vergesellschaftung - bei euch scheint es mir die richtige Vorgehensweise.

Zitat:

Mein Plan sieht jetzt so aus, dass ich den Radius, in dem sich Finchen aufhalten darf, ohne verjagt zu werden, versuche zu vergrößern über Spielen und Leckerli (vor allem bei Letzterem ist Finchen total wild und vergisst alle guten Manieren - da können sich sogar die Schnurrhaare berühren ohne das was passiert, weil Bell dann auch so von der Vehemenz Finchens beeindruckt ist - leider haben unsere Mietzen, die wir ansonsten komplett barfen, dadurch in den letzten Wochen ganz schön zugelegt)
Den Plan find ich auch gut
Hier lief es auch so mit der Erweiterung. Und es wurde schrittweise akzeptiert, dass die Neue sich irgendwo aufhalten durfte. Zwar erst missmutig, später dann selbstverständlicher

fitnlite0101 14.12.2014 20:03

Hallo alle zusammen,

nach einer Woche ein kleines Update:

Eure Idee mit dem schrittweisen Erweitern des "Bewegungsspielraum" von Finchen funktioniert super!

Bell und Tinker sind, wenn ich nicht zuhause bin, weiterhin im Gästezimmer separiert und die Türe geht nur auf, wenn wir Üben.

Inzwischen bin ich bei der VG mit Bell soweit gekommen, dass Finchen wenns Frischfleisch-Leckerli gibt (bei Rinderhack wird Sie wild!), sogar bis runter ins Wohnzimmer kommt und Bell das akzeptiert. Allerdings geht Finchen aus Vorsichtsgründen von allein wieder hoch in den ersten Stock, wenn Sie satt ist und traut sich noch nicht so recht, sich länger unten aufzuhalten.

Aber: Wenn Bell rauskommt, kam es nun schon zweimal vor, das Finchen auf Sie zu ist und seitlich Köpfchen gegeben hat nach dem Motto "Musst mich lieb haben!". Bell reagiert darauf nicht sonderlich. Wenn Sie genug hat, wirft Sie Finchen einen "tötlichen" Blick zu und das allein reicht, dass Finchen das Weite sucht. Bell wird aber nie "handgreiflich", selbst wenn Finchen beim Leckerlifüttern sie vor lauter Enthusiasmus fast umrennt.

Gestern habe ich dann den Mut gefasst, auch mal Tinker (ohne Bell) rauszulassen. Nach dem Horror-Zusammentreffen beim ersten Versuch hat mir das Herz bis zum Hals geschlagen sag ich euch...

Aber es hat ganz gut funktioniert:wow: Tinker ist NICHT auf Finchen los, sondern ganz in Ruhe im Flur rumgestapft. Allerdings mit einer Einschränkung: Wenn Finchen beim Leckerligeben oder aus sonstigen Gründen zu nah kommt, zack, kriegt sie direkt eins von Tinker übergezogen!:grummel: Ich hab schon immer versucht, das zu unterbinden, wenn ich gemerkt habe "Oh, gleich hebt sie wieder die Pfote", aber manchmal ging das so schnell. Heute das Gleiche: Finchen zu nah = bähm, eins über die Rübe. :dead:

Finchen ist davon natürlich absolut nicht begeistert und traut sich nach ein paar Mal (verständlicherweise) nicht mehr näher ran. Da hilft sogar das Rinderhack nicht mehr...VOm Runtergehen ins EG ist so natürlich noch nicht zu denken, insbesondere, da die Treppe ja ein "Engpass" ist, wo Finchen nicht genügend Abstand zu Tinker wahren kann.

Wenn Tinker und Bell im Gästezimmer separiert sind, tollt Finchen aber weiterhin fröhlich überall im Haus rum.

Alles in allem bin ich momentan aber wieder optimistisch, dass wir das hinkriegen können, wenn wir nur genügend Geduld haben.

Was mich nur ein wenig besorgt: Weihnachten steht vor der Tür und wir werden 4 Tage nich da sein (auf Familienrundreise...). Eine Bekannte von mir, die selber zwei Katzen hat, wird unsere Fellnase versorgen. Allerdings ist sie noch eher ein Katzenanfänger, sodass ich ihr nicht zumuten möchte, mit den Dreien zu üben. Und über Silvester bekommen wir für ein paar Tage Besuch von zwei Freunden, da wird also auch nicht so viel Üben gehen mit Scheuchen Finchen...Habe Bedenken, dass uns das wieder arg zurückwirft.

tiedsche 14.12.2014 20:24

Da kann man ja nur Beifall klatschen:D
Super macht ihr das- und die Katzen auch. Das werdet ihr sicher hinbekommen;) Dauert halt ein wenig länger

Wenn Tinker ihr nur eine verpaßt, wenn Finchen zu nah ist, braucht ihr nix machen. Finchen wird ganz allein lernen welchen Abstand Tinker einfordert.
Einschreiten ist nur fällig, wenn Finchen grundlos angegriffen oder verjagt wird und sich nicht wehrt.


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