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Brickparachute 26.04.2014 09:37

Scheue Miezchen
 
Ich hoffe, ich bin hier richtig mit meiner Frage.

Nachdem mein geliebter alter Kater mit 20 Jahren von uns gegangen ist , somit die letzte unserer Katzen gestorben ist und ein Leben ohne Katze aber absolut kein Leben ist, hatte ich vor, zwei aneinander gewöhnte, ältere Katzen vom lokalen Katzenhaus zu nehmen. Denn die Theorie war, daß junge Katzen eher einen Platz bekommen und die armen, alten dann dort ihre verbleibenden Tage fristen müssen, nur weil sie keiner will. Ich hätte sie gerne gewollt!!

Nun hatten die aber zwei "Sorgenkinder" da, die ihnen besonders am Herzen lagen. Es handelt sich um zwei ca. 1-jährige Katzen (Kater/Katze), nicht Geschwister, die sich als Kätzchen dort im Asyl zusammen geschlossen haben und extrem aufeinander fixiert sind. :pink-heart:

Der Kater ist langhaarig und da manche Leute nicht meiner Meinung sind, daß ALLE Katzen, ohne Ausnahme SCHÖN sind, sondern die doch gewisse Typen bevorzugen, hätten sie ihn allein schon längst an den Mann gebracht. Rein von der Optik her. Aber die zwei können eben nur zusammen vergeben werden, alles andere wäre gemein und die Kätzin ist eine süße, kleinwüchsige schwarz-weiße Hauskatze, die wieder keiner wollte, weil sie "zu gewöhnlich" sei. :hmm::grummel:

Und nun der Grund, warum sie Sorgenkinder sind. sie sind beide EXTREM scheu. Die Kätzin stammt aus einem Wurf von Kätzchen, die in einem Karton in einen Container beim Baumarkt geworfen wurden und Gott sei Dank noch rechtzeitig gerettet worden sind, bevor einer - ohne erst zu gucken - seinen Gammel auf sie draufgeschmissen hat. :grr::grummel: Und der Langhaarkater wurde als Kätzchen kurz vorm Verhungern am Straßenrand liegend gefunden und aufgepäppelt. Da haben sich dann eben diese zwei Süßen zusammen geschlossen.

Sie sind kastriert/sterilisiert und gesund und einfach nur wunderschön und süß und ich bin so glücklich,daß ich sie haben durfte! Allerdings hatte ich noch nie solche scheuen Tiere. Habt Ihr da Erfahrung? Es sind Wohnungskatzen übrigens. Man hat mir gesagt, daß es Wochen, womöglich auch Monate dauern kann. Wir haben alle Zeit der Welt, aber falls es gute Tips gibt, würde ich sie gerne beherzigen.

In der Nacht, wenn das Licht aus ist und alles ruhig wird, höre ich sie tapsen. Tagsüber kommen sie nicht aus ihrem Versteck. Gefressen haben sie noch nicht viel, aber alle Kistchen schon brav benützt. Allein DARÜBER hab ich mich schon gefreut wie ein Schneekönig!!! :pink-heart:

Danke im Voraus für Eure Gedanken.

Lenny+Danny 26.04.2014 09:45

Hallo ,

ich denke, das Zauberwort hier heisst Geduld :)

Schön, das du zwei Tierheim-Katzen ein zuhause gegeben hast.

Hier kannst du mal schauen, da ist sehr gut beschrieben,
wie man am besten mit scheuen Katzen umgeht :

http://haustierwir.blogspot.de/2011/...nd-seeehr.html

Brickparachute 26.04.2014 09:47

Oh, das ging aber schnell! Vielen Dank, ich lese mal sofort nach!!

Alison 26.04.2014 09:52

Auf jeden Fall solltest du nichts erzwingen.
Der erste Schritt wäre ja, dass sie irgendwann langsam aus ihren Verstecken kommen, das kann sicherlich dauern bei so ängstlichen Miezen.

Führ erstmal deinen Alltag ganz normal weiter. Auf keinen Fall bedrängen oder ständig in die Verstecke gucken. Lass sie das in ihrem Tempo machen.
Sehr hilfreich kann es sein, wenn du dich im gleichen Raum aufhältst und mit ruhiger Stimme redest. Setz dich doch jeden Tag mal in den Raum und lies etwas vor. Das mag seltsam klingen, aber so lernen sie deine Stimme kennen und merken, dass keine Gefahr von dir ausgeht.
Wenn sie mal rauskommen geh nicht auf die Katzen zu, die ersten "freien" Momente würd ich sie erstmal "ignorieren", dass sie nicht gleich wieder verschreckt sind.
Sie müssen erstmal merken, dass von dir keine Gefahr ausgeht, bevor ihr eine Bindung aufbauen könnt. Da die zwei armen sehr ängstlich sind kann ein "auf die Katze zugehen" oder "zu früh Hand hinstrecken" ihnen schon Angst machen.

Brickparachute 26.04.2014 09:57

Auf jeden Fall, das verstehe ich sehr gut. Ich habe nun den Beitrag gelesen zu dem Thema und das macht alles Sinn. Bin ich froh, das gelesen zu haben und natürlich auch Deinen Beitrag, danke! ich bin ein sehr geduldiger Mensch und bin guter Hoffnung, daß das klappen wird!


Zitat:

Zitat von Alison (Beitrag 4498339)
Auf jeden Fall solltest du nichts erzwingen.
Der erste Schritt wäre ja, dass sie irgendwann langsam aus ihren Verstecken kommen, das kann sicherlich dauern bei so ängstlichen Miezen.

Führ erstmal deinen Alltag ganz normal weiter. Auf keinen Fall bedrängen oder ständig in die Verstecke gucken. Lass sie das in ihrem Tempo machen.
Sehr hilfreich kann es sein, wenn du dich im gleichen Raum aufhältst und mit ruhiger Stimme redest. Setz dich doch jeden Tag mal in den Raum und lies etwas vor. Das mag seltsam klingen, aber so lernen sie deine Stimme kennen und merken, dass keine Gefahr von dir ausgeht.
Wenn sie mal rauskommen geh nicht auf die Katzen zu, die ersten "freien" Momente würd ich sie erstmal "ignorieren", dass sie nicht gleich wieder verschreckt sind.
Sie müssen erstmal merken, dass von dir keine Gefahr ausgeht, bevor ihr eine Bindung aufbauen könnt. Da die zwei armen sehr ängstlich sind kann ein "auf die Katze zugehen" oder "zu früh Hand hinstrecken" ihnen schon Angst machen.


Blubdidup 26.04.2014 10:52

Zitat:

Zitat von Brickparachute (Beitrag 4498316)
Man hat mir gesagt, daß es Wochen, womöglich auch Monate dauern kann. Wir haben alle Zeit der Welt, aber falls es gute Tips gibt, würde ich sie gerne beherzigen.

Das wichtigste wurde ja schon genannt...
Lass die beiden in Ruhe ihre neue Umgebung kennenlernen und sich an alles (inkl. dir) gewöhnen.

Meistens dauert das auftauen bei so scheuen Katzen - die ja schon Menschen gewöhnt sind - nicht so lange. Dafür wird man aber mittelfristig sehr belohnt, weil diese oftmals genau "den Dosi" suchen auf den sie sich verlassen können und dies dann auch zeigen.

Zum Beginn würde ich schauen, dass du soviel Zeit und Aktivitäten wie möglich in dem Raum des Verstecks verbringst. Dadurch akzeptieren sie dich etwas schneller und werden auch ganz gern neugieriger was du dort machst.

Von deinen ehemaligen Katzen wirst du sicher noch Spielzeug etc rumfliegen haben... Das würde ich auch in dem Raum deponieren und Intelligenzspielzeug (an dem ja auch dein Geruch ist) schonmal mit Leckerlies versorgen. Wenn sie diese in der Nacht lösen, baut das - ohne das du etwas tust - eine Bindung auf und zudem siehst du das - wenn auch nur Kleinigkeiten - etwas gefressen wurde.

Brickparachute 26.04.2014 11:28

Oh,das macht alles Sinn, ich werde mir die allergrößte Mühe geben, vielen Dank für die Hilfe! Ich bin ja schon glücklich,daß ich sie habe, ich könnte den ganzen Tag nur grinsen!

Ich krame gleich mal, was noch alles so an Spielzeug da ist.

Zitat:

Zitat von Blubdidup (Beitrag 4498416)
Das wichtigste wurde ja schon genannt...
Lass die beiden in Ruhe ihre neue Umgebung kennenlernen und sich an alles (inkl. dir) gewöhnen.

Meistens dauert das auftauen bei so scheuen Katzen - die ja schon Menschen gewöhnt sind - nicht so lange. Dafür wird man aber mittelfristig sehr belohnt, weil diese oftmals genau "den Dosi" suchen auf den sie sich verlassen können und dies dann auch zeigen.

Zum Beginn würde ich schauen, dass du soviel Zeit und Aktivitäten wie möglich in dem Raum des Verstecks verbringst. Dadurch akzeptieren sie dich etwas schneller und werden auch ganz gern neugieriger was du dort machst.

Von deinen ehemaligen Katzen wirst du sicher noch Spielzeug etc rumfliegen haben... Das würde ich auch in dem Raum deponieren und Intelligenzspielzeug (an dem ja auch dein Geruch ist) schonmal mit Leckerlies versorgen. Wenn sie diese in der Nacht lösen, baut das - ohne das du etwas tust - eine Bindung auf und zudem siehst du das - wenn auch nur Kleinigkeiten - etwas gefressen wurde.


AnnaAn 26.04.2014 12:30

Geduld und viiiiiieeel Zeit … das sind die Zaubermittel neben gutem Futter :p


Ich habe hier auch ne ganz scheue, die ich die ersten 10 Monate noch nicht einmal mit der Fingerspitze berühren konnte. Jetzt besteht sie auf die tägliche Dosis Bauchkrauler und Ohrenzupfen …….. Aber es war ein langer und geduldiger Weg. Dafür freut man sich über die Minifortschritte ungemein. Routine war dabei unglaublich wichtig - das beruhigt. Also einfach tägliche Rituale einführen.

Brickparachute 26.04.2014 13:11

Ach, wie schööön.. das freut mich so zu lesen! Apropos "gutes Futter", meine zwei Häschen fressen ja noch nix, kommen aus ihrem Versteck nicht raus. Egal wie verführerisch man es auch nahe hinstellt.

Die sind bestimmt schon total hungrig, :wow:aber sie wollen noch nicht drangehen. Vermutlich dann in der Nacht, wenn alles finster und leise ist. (Laut ist es auch am Tag bei uns nicht, aber Geräusche gibt es ja trotzdem.)

Soll ich es mit Fisch versuchen? Das hat bei meinen Katzen immer als außergewöhnliches Sonntagsfutter gezählt. Allerdings läuft man auch Gefahr,sie dann gleich voll zu verwöhnen und normales Futter ist dann nix mehr gut. :yeah: Würdet Ihr das tun, einfach um sie zum Fressen zu animieren,oder lieber weiter mit normalem GUTEN Katzenfutter versuchen,weil sie ja einfach hungrig werden müssen, früher oder später.

Zitat:

Zitat von AnnaAn (Beitrag 4498533)
Geduld und viiiiiieeel Zeit … das sind die Zaubermittel neben gutem Futter :p


Ich habe hier auch ne ganz scheue, die ich die ersten 10 Monate noch nicht einmal mit der Fingerspitze berühren konnte. Jetzt besteht sie auf die tägliche Dosis Bauchkrauler und Ohrenzupfen …….. Aber es war ein langer und geduldiger Weg. Dafür freut man sich über die Minifortschritte ungemein. Routine war dabei unglaublich wichtig - das beruhigt. Also einfach tägliche Rituale einführen.


Brickparachute 26.04.2014 13:14

Ich habe jetzt den Raum so hergerichtet, wie in dem Link beschrieben. Ich weiß wo sie sind, habe aber nicht gekuckt oder was. Nur vor mich hingesäuselt, wenn ich drin war. Alles was sie brauchen, ist da, in verschiedenen Ecken. Jetzt wollen wir mal sehen. Ich lasse sie einfach machen und stelle mich auf längere Wartezeit ein. Es macht ja nichts, Hauptsache sie sind da. Natürlich freue ich mich tierisch drauf, sie irgendwann mal, später, wenn es von ihnen ausgeht, sie zu verwöhnen und liebzuhaben. Aber alles zu seiner Zeit.


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