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Notfellchen Plauderecke Geschichten aus dem Tierschutz-Bereich

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Alt 10.08.2018, 09:54   #12621
Taskali
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Ich hab auch die Erfahrung gemacht, wer sich einmal an das "Abenteuer" Wildchenzähmung gewagt hat ist danach infiziert und würde es immer wieder tun. Aber den Mut muß man eben erstmal haben...
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Alt 10.08.2018, 10:27   #12622
Kittieeee
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Ja, Mut gehört definitiv dazu. Vor allem der Mut sich das fauchspuckende Miez im Zweifel schnell zu packen und die Tabletten in die Schnute zu geben um ein unnötiges langes und stressiges hin und her für beide zu vermeiden. Und sich das zu trauen auch mit der Risiko, dass sich das Miez freimachen und zubeißen oder kratzen könnte.

Und das Händchen dazu hat auch nicht jeder. Man muss ja schon schauen, dass man sich die Katzensprache zu Nutze macht etc. und das können viele nicht. Oder diese Entscheidung zu treffen welche Einfangmethode ist für dieses Miez in dieser Situation die beste - auch das erfordert einfach ein gewisses Händchen für die Materie "Wildchen".
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Alt 10.08.2018, 11:11   #12623
AllyHH
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Zitat:
Zitat von Kittieeee Beitrag anzeigen
Ja, Mut gehört definitiv dazu. Vor allem der Mut sich das fauchspuckende Miez im Zweifel schnell zu packen und die Tabletten in die Schnute zu geben um ein unnötiges langes und stressiges hin und her für beide zu vermeiden. Und sich das zu trauen auch mit der Risiko, dass sich das Miez freimachen und zubeißen oder kratzen könnte.

Und das Händchen dazu hat auch nicht jeder. Man muss ja schon schauen, dass man sich die Katzensprache zu Nutze macht etc. und das können viele nicht. Oder diese Entscheidung zu treffen welche Einfangmethode ist für dieses Miez in dieser Situation die beste - auch das erfordert einfach ein gewisses Händchen für die Materie "Wildchen".
Das stimmt, aber das merkt man ja erst, wenn man es probiert hat. Uns hat ja z.B. Emilia gezeigt, dass eine kranke und trotzdem extrem wehrhafte Katze eine Nummer zu groß für uns ist. Als wir sie endlich in der Transportbox hatten, saßen wir heulend daneben. Das hätte ich echt nicht alle paar Wochen machen mögen.

Im Grunde ist jedes Wildchen / Scheuchen eine Wundertüte, das sehen wir ja auch an Nelly (aka Jule). Einerseits ist sie neugierig und verspielt, dann aber wieder mega ängstlich bei jeder klitzekleinen Veränderung. Gerade macht sie wieder ganz tolle Fortschritte, so dass wir weiterhin optimistisch sind, dass es noch klappt mit der VG. Aber eine weitere Scheumietz würde uns derzeit echt überfordern.

Aber wie schon geschrieben wurde, auch bei besten Voraussetzungen kann man nicht davon ausgehen, eine Schmusekatze zu bekommen. Jede Katze hat nunmal ihren eigenen Kopf, und das ist es doch, was wir so lieben an ihnen, oder? Bonnie und Lucy sind Wurfgeschwister, waren nie getrennt, im Tierheim geboren und von dort nach 9 Monaten direkt zu uns. Trotzdem sind sie vom Charakter total unterschiedlich. Lucy ist ein Schmusemonster, und Bonnie streicht ab und zu um die Beine und will kurz mal gekrault werden (meistens, wenn ich zur Arbeit muss), aber das war es dann auch...
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LG Ally
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Alt 10.08.2018, 11:55   #12624
Kittieeee
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Kittieeee
 
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Gut, ich kenne jetzt eure räumliche Situation und auch die Situation an sich nicht, wie es war als ihr sie einfangen wolltet.
Ich denke das wichtigste ist immer, dass man selbst möglichst ruhig bleibt und auf keinen Fall hektisch wird und ich weiß natürlich aus eigener Erfahrung, dass das leichter gesagt als getan ist. Ich habe immer mega Herzklopfen, wenn ich Zori in den Kennel locke und den Moment abwarte bis sie weit genug drin ist m die Tür schnell zuzumachen. Aber ich weiß auch, dass ich keine Chance habe sie auch nur in die Nähe zu kriegen, wenn ich auch nur den hauch des Anschein erwecke, dass irgendwas faul ist.

Wir haben halt auch das Glück, dass wir einen Raum komplett ohne Versteckmöglichkeiten haben - das Schlafzimmer - da stehen nur das große Bett, unter das sie nicht mehr können, da dicht gemacht, und zwei Nachttische, das wars. Da steht sowieso immer ein Kennel drin als Liegeplatz und wenn wir wen eintüten müssen legen wir vorher noch ein großes Handtuch aufs Bett, locken sie mit der Spielangel rein, schließen die Tür, stellen den Kennel aufs Bett und "treiben" sie mit dem Handtuch vor uns her bis sie dann schließlich selbst in den Kennel gehen - die haben inzwischen kapiert, das sie da dann in Ruhe gelassen werden und gehen daher ziemlich direkt in den Kennel. Aber klar, das Angstjaulen der beiden ist dann schon herzzerreißend und lässt uns auch nicht kalt, auch wenn wir wissen, dass es für beide Parteien die stressfreiste Lösung ist.

Aber ich glaube wir sprengen hier gerade etwas den Thread
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Alt 10.08.2018, 12:28   #12625
AllyHH
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Emilia war ja nur 8 Wochen bei uns und hatte plötzlich starke neurologische Ausfälle. Wir waren somit absolut unvorbereitet, wussten aber, dass es ihr sehr schlecht geht und wir sie unbedingt zum TA bringen mussten. Obwohl sie kaum noch laufen konnte, ist sie geflüchtet und hat sich in der Kratztonne versteckt und sich dort festgekrallt. Wie wir es nachher geschafft haben, weiß ich gar nicht mehr. Aber es musste leider sein, und wir konnten sie dann ja nur noch erlösen lassen.
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Alt 10.08.2018, 12:33   #12626
Willi2014
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Ich möchte mich gerne nochmal auf den Satz beziehen von Miriquidius, dass nur Streuner ein richtiges Zuhause schätzen können. Mein Joschi hat ja auch mit zwei Kumpels auf der Straße gelebt, aufmerksame Menschen haben das längere Zeit beobachtet und dann das Tierheim informiert. Scheu war er nicht (das TH vermutete, dass er mal ein Zuhause hatte und ausgesetzt wurde), aber hatte vor so vielen Dingen Angst. Und zu sehen, wie er immer mehr auftaute, die Ängste weniger wurden, wie er es genossen hat, sich auf der Couch so richtig auszustrecken, einen immer vollen Napf zu haben, Spielzeug, das war soooo schön. Als Vergleich dazu haben wir Willi, den wir von Freunden übernommen haben und nie was Schlechtes erlebt hat, immer bemuttert und betüddelt wurde und genug Futter hatte. Man merkt ihm an, dass das alles eine Selbstverständlichkeit ist, er hat auch keine Angst vor irgendwas.
Ich kann mir anhand meiner Geschichte im Kleinen vorstellen, wie es ist, wenn eine richtige Scheumiez dann anfängt aufzutauen - schön .
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Alt 10.08.2018, 13:04   #12627
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Zitat:
Zitat von Kittieeee Beitrag anzeigen
die haben inzwischen kapiert, das sie da dann in Ruhe gelassen werden und gehen daher ziemlich direkt in den Kennel. Aber klar, das Angstjaulen der beiden ist dann schon herzzerreißend und lässt uns auch nicht kalt, auch wenn wir wissen, dass es für beide Parteien die stressfreiste Lösung ist.
Genau DAS ist der Punkt beim händling von Scheumietzen. Man muß sich da für den Moment emotionell rausziehen und es einfach durchziehen. Die Katzen spüren, dass man es ernst meint und geben dann nach. Sie wissen ganz genau, was man von ihnen will - und machen es dann. Und je öfter man es auf die Art tut, desto schneller machen sie, was man von ihnen will. Ich hab ja gerade wieder Raumtausch gemacht - das hieß 6 Scheumietzen in die Box um sie jeweils in einen anderen Raum zu setzen. Ich hab pro Katze keine 5 Minuten gebraucht. Das ist reine Übungssache - aber widerspricht halt allem, was man selbst tun möchte mit der Katze. Scheumietzen sind für einen selbst oftmals eine Lektion in Sachen eigener Emotionen - und das macht es für viele so schwer.
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Alt 10.08.2018, 13:49   #12628
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Ich habe jetzt gelesen, was ihr erfahrenen Katzenhalter so zu Scheumietzen geschrieben habt, und ein wenig über meine Erfahrungen nachgedacht.

Kalt erwischt hat mich Kimba vor einem Jahr. Alt, groß etwas ungepflegt, kratzig und bissig vor Angst, immer allein gewesen, aus Messi/Alk Haushalt. Der taute plötzlich auf, lies sich in stundenlangen Streichelsitzungen die Angst wegstreicheln und mutierte innerhalb von 8 Tagen zum Kuschel-Teddy (BKH) Aber nur bei mir! Andere werden weggefaucht.

Seitdem habe ich immer einen Teddy im Bett.

Dylan war dann eine ganz andere Hausnummer an Scheuchen. Er kam letzten Oktober. Ein Paket Angst auf 4 Pfoten, sehr krank dazu. Da waren die ersten Wochen und Monate recht hart, mit vielen schlaflosen Nächten. Dann kaum merklich dreht sich das. Er verlor viele Ängste und nach ca. 6 Monaten war er symptomfrei.

Niemand, der ihn hier so übern Tag wuseln, pennen und spielen sähe, würde ihn für problematisch halten. Er wirkt wie eine normale Katze. Allerdings mit einer Einschränkung: Niemand kann das sehen, denn beim Nahen eines anderen Menschen verschwindet er auf dem Küchenschrank und ist unsichtbar, bis der Mensch wieder geht. Streicheln kann ich ihn auch nicht. Und als Scheuchen empfinde ich ihn auch nicht. Jetzt hat er die Fenster entdeckt, klettert in Flur und Waschraum herum - und ich beginne mich darauf zu freuen, wenn er raus kann.

Wenn ich die Zeit Revue passieren lasse, dann kann ich nicht sagen, dass es mir besonders schwer fiel. Ich vermisse es auch nicht, dass ich Dylan nicht streicheln kann. Ich liebe ihn trotzdem, genauso wie Kimba. Und ich liebe es, ihn hier so angstfrei und immer gut gelaunt zu erleben.

Das nächste "Scheuchen" naht, und ich wünsche mir sehr, dass sie das Leben bei mir genießen kann, wie Kimba und Dylan das tun.
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salutem • aetas felidae
Demian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.08.2018, 13:55   #12629
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Zitat:
Zitat von Mary 86 Beitrag anzeigen
Demian und Miri, das freut mich und ich wünsche der süßen Maus eine schnelle eingewöhnung.
Jetzt hätte ich dich beinahe überlesen. Du spieltest bei Dylan ja eine wichtige Rolle! Shame on me!

Vielen Dank!
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salutem • aetas felidae

Geändert von Demian (10.08.2018 um 14:01 Uhr)
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Alt 10.08.2018, 14:10   #12630
Taskali
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Demian: Und diese Einstellung braucht man, um sich auf ein Scheumietz einzulassen - alles kann, aber nichts muß und man selbst ist nur Beobachter, der (bezüglich der Katze) nur reagiert, aber nicht selbst agiert bzw. nur, wenn es nötig ist.
Ich habe in meiner eigenen Truppe einige ehemalige Scheumietzen, die jetzt aber keine mehr sind - und aber auch ein halbwildchen, die ist sogar zahm - in ihrem Sinne: Tara - die schwarze Kleine aus meinem Avatar. Ich kann sie streicheln, sie schnurrt und tretelt dann auch - aber sie ist wie Marek ein eigenständiges Wesen, dass den Menschen als sinnvoll und nützlich ansieht und eben zu mir Vertrauen hat - ihn aber nicht braucht. Sie liebt ihr halbwildes Leben und im Sommer kostet es mich teilweise viel Kraft zu akzeptieren, dass sie sich teilweise tagelang nicht blicken läßt. Sie hört auf kein Rufen, akzeptiert keine Forderung an sie, würde niemals in Bett oder auf die Couch zum kuscheln kommen. Sie lebt ihr Leben komplett eigenständig - und ich kann nichts weiter tun als es zu akzeptieren und auf unsere Bindung zu vertrauen. Ich liebe es sie zu beobachten - sie zu sehen, wie sie hier drinnen dann zum kleinen Kätzchen mutiert - weil sie mir vertraut, ausgelassen mit der Spielangel rumhüpft und sich albern rumrollt - und dann aufsteht, raus geht und in einem stolzen Trab den Weg entlang nach hinten ins Feld läuft - wie ein Panther - geschmeidig und kraftvoll und unbeugsam. Einfach nur wunderschön. Aber diese Wesen kann man nicht besitzen - man kann sie lieben, aber mehr auch nicht. Tara ist aber da noch ein anderes Kaliber als die "normale" Scheumietz, da sie eben unabhängig sein will. Die meisten Scheumietzen wollen gar nicht unabhängig sein, sie brauchen aber den Freiraum um sich entfalten zu können und ihre Angst verlieren zu können. Katzen wie Tara haben keine Angst - sie wollen nur nichts anderes. Und da sind wie wieder bei Marek - Tara und Marek sind charakterlich wie tatsächlich verwandt - es sind beides Hennigsdorfer Stahlwerkskatzen, nur dass Tara schon ein paar Jahre älter ist (sie ist jetzt 8). Aber vom Charakter her sind sie beide gleich - stolze eigenständige Wesen, die zwar bereit sind sich auf den Menschen einzulassen und zu vertrauen, aber deshalb trotzdem diesem nicht gehören - sie gehören nur sich selbst. Aber da schweife ich jetzt ab...
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