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Nierenerkrankungen Chronische Niereninsuffizienz (CNI), ...

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Alt 14.04.2018, 13:13   #1
Miss Lucy
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Hallo, wir haben letzte Woche Sonntag eine fast 15 Jahre alte Perserdame mit Nierenerkrankung aus dem Tierheim geholt.
Das TH hat ein geriatrisches Blutbild von Oktober 2017 und folgende Empfehlung mitgegeben:

- morgens und abends ein kleines Päckchen Nassfutter, sie haben uns ein paar kleine Tütchen Whiskas mitgegeben, weil sie das wohl mag
- Trockenfutter "Renal" von Royal Canin, wovon sie immer zur Verfügung haben soll
- alle 3 Tage 1 ml "Renes Viscum comp. Planta Vet." entweder spritzen oder ins Maul geben, falls nicht möglich ins Wasser

Heute waren wir das erste Mal bei einer TÄ, allerdings hauptsächlich wegen einer von mir vermuteten Ohrentzündung. Da dies nun eine akute Sache ist (Ohr komplett voll mit Wucherungen, dick und entzündet), was ev. operiert werden muss, hat sie dann kein Blut und Urin abgenommen.

Deswegen habe ich nun erstmal die Blutwerte von Oktober 2017.

Die Hauptaussage der TÄ zum Thema Nieren war dass man außer der Ernährung eigentlich nicht viel anderes machen kann, wir sollen alles so lassen oder ev. von Whiskas Nassfutter noch auf Renal Nassfutter umstellen.

Bezüglich meiner Frage nach einem richtigen Medikament meinte sie es gäbe dafür eigentlich kein wirkliches Medikament.
Da frage ich mich nun ob das so stimmt.
Ich möchte keine homöopathischen Tropfen geben, da ich dies für absoluten Unsinn halte. Da kann ich ihr auch Leitungswasser verabreichen, da ist genauso viel bzw. nichts an Wirkstoff drinnen wie in in D6 oder noch mehr verdünnte C Schüttelungen.
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Alt 14.04.2018, 13:15   #2
Miss Lucy
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Hier Seite 2 vom Blutbild
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Alt 14.04.2018, 15:11   #3
JFA
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Schön, dass ihr die alte Dame zu euch genommen habt

Hat sie denn sonst noch irgendwelche Symptome?

Die Tierärztin hat schon recht, die Nieren selber heilt nichts mehr, man kann im Endeffekt nur versuchen, den Abbau zu verlangsamen und die Begleiterscheinungen so gut wie möglich zu behandeln.

Im Endeffekt gibts dafür mehrere Bausteine. Wichtig bei allen Katzen ist Phosphatkontrolle. Die Phosphatausscheidung ist bei CNI von Anfang an gestört und hohe Phosphatwerte haben eine ganze Latte von unerwünschten Effekten, unter anderem begünstigen sie das Fortschreiten der CNI.
Wenn eine Proteinurie vorliegt, sollte die behandelt werden, wenn Bluthochdruck vorliegt, sollte der ebenfalls behandelt werden. Je nach Symptomen (Erbrechen, Austrocknung, Anämie...) kommen dann noch weitere Maßnahmen dazu.

Neue Blutwerte wären schon wichtig, insbesondere ein rotes Blutbild, das wurde beim letzten Mal ja nicht gemacht.
Außerdem würde ich unbedingt Urin untersuchen lassen, weil der Albuminwert im Oktober schon sehr niedrig war, das spricht dafür, dass sie Eiweiß verliert. Eiweißverlust über den Urin (Proteinurie) ist prognostisch ungünstig, dagegen kann und sollte man aber Medikamente geben.
Wenn Bluthochdruck vorliegt (Blutdruck messen), sollte man dagegen ebenfalls Medikamente geben.
Der Phosphatwert war im letzten Blutbild schon leicht erhöht, da sollte man also auf jeden Fall was tun. Das heißt, es wäre schon sinnvoll, sie auch beim Nassfutter auf Nierendiät umzustellen (die ist stark phosphatreduziert) oder aber, wenn sie die nicht mag, zumindest einen Phosphatbinder zum normalen Nassfutter zu geben.

Hier findest du die Behandlungsempfehlungen der International Renal Interest Society (auf Englisch):
http://www.iris-kidney.com/pdf/002-5...0116-final.pdf
Zum Staging siehe hier: http://www.iris-kidney.com/pdf/3_staging-of-ckd.pdf

Die Seite ist auf Deutsch und auch sehr empfehlenswert:
http://www.felinecrf.info/index.htm

Wegen Perser - PKD ist aber ausgeschlossen? Wurde ein Schall gemacht? (Wobei ich glaube, betroffene Katzen werden nur selten überhaupt so alt...)
JFA ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2018, 17:20   #4
Miss Lucy
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andere Symptome: hm kann ich schwer beurteilen, da es unsere 1. Katze ist...
Sie ist direkt nach Ankunft über Zyperngras und Grünlilie hergefallen, ich könnte sie aber davon abhalten und überzeugen dass sie lieber das Katzengras zu sich nimmt. Das tat sie dann auch ausgiebig mit anschließendem Erbrechen.
Da kam dann das Grünzeug wieder raus.
Ich finde dass sie viel Gras frisst ( allerdings hatte sie 1/2 Jahr im TH auch keins zur Verfügung, ev. hat sie da Nachholbedarf?)
Bisher hat sie jeden Tag 1x erbrochen, wäre das noch im normalen Rahmen?
Auf meine Nachfrage war die Antwort vom TH dass dies normal sei.
Sie erbricht keinen Schaum, nur das Gras und bisschen Magensaft (?).

Ansonsten schläft und döst sie viel, hab aber auch gelesen dass Katzen sehr viel schlafen, insofern fand ich das jetzt im normalen Bereich.

Sie hat keinen Durchfall, geht 1x tgl. Würstchen machen, die meiner Meinung nach so aussehen wie sie sollten....

Danke für deine Antwort schonmal, den einen Link hab ich gestern schon woanders gefunden und durchgestöbert, ist super informativ, allerdings sehr erschlagend wenn man anfängt sich damit zu befassen...

Am Montag wird die ev. Ohr OP besprochen, da kann man dann ev. gleich noch mit Blut abzapfen usw.
Werde mir deine Hinweise dafür notieren, vielen Dank!
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Alt 14.04.2018, 18:25   #5
Miss Lucy
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Uns wurde nur gesagt dass sie nierenkrank ist, ob das nun PKD oder CNI ist weiß ich zur Zeit noch nicht. Ich gehe davon aus dass sie zumindest im TH keinen Ultraschall gemacht haben.
In ihrem Impfpass stehen allerdings Impfungen auch von 2007 und 2008 bei 2 verschiedenen Tierärzten drin, da könnte ich nachfragen ob dort Ultraschall gemacht wurde und irgendwas dort noch an Infos vorhanden ist.
Vielleicht ist die Vorbesitzerin ja dort öfter mal gewesen...
Allerdings ist zwischen 12/2008 und 2/2018 (Tierheim) kein weiterer Eintrag vorhanden.
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Alt 14.04.2018, 20:53   #6
Maiglöckchen
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Hallo,

dass man außer der ERnährung nicht viel machen kann, stimmt nicht so ganz. JFA hatte ja schon das Thema Proteinurie angeschnitten, es wäre wichtig, herauzufinden, ob die bei der kleinen Maus bereits vorliegt. Dann z.B. wären Medikamente wie Semintra oder ein ACE-Hemmer u.U. sinnvoll. Ratsam wäre es auch, bei Gelegenheit mal den Blutdruck messen zu lassen. Katzen mit CNI haben öfter mal einen erhöhten Blutdruck, der gesenkt werden muss, da die Nierenkörperchen durch den Druck noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Da bei Euch Phosphat drüber ist und sinken müsste, wäre Nierendiät in der Tat sinnvoll. Statt des Trockenfutters würde ich aber auch dafür plädieren, sie auf Nierennassfutter umzustellen und das Trockenfutter ganz weglassen. Es gibt mehrere Hersteller von Nierendiäten, da müsstest Du schauen, was ihr am besten schmeckt. Bzw sollte man zumindest die Nierenwerte und Elektrolyte recht bald noch mal checken, wie Phosphat jetzt aussieht.

Harnstoff ist auch recht hoch und wenn sie einmal am Tag erbricht, dann ist ihr vermutlich des öfteren mal latent übel. Auch dagegen kann man was machen, z.B. durch Omep, Famotidin etc.

Renes ist übrigens ein homöopathisches Komplexmittel Da aber viele Halter von nierenkranken Katzen gute Erfahrungen mit SUC oder Renes gemacht haben, würde ich überlegen, die Vorbehalte dagegen über Bord zu werfen und es damit weiter zu versuchen.

Was die Ohr-Operation angeht, würde ich mir da unbebedingt einen Tierarzt bzw. eine Tierklinik suchen, die mit so was viel Erfahrung hat und die ein gescheites Narkosemanagment haben. Dazu gehören bei einer Nierenkatze unbedingt eine Inhalationsnarkose mit Monitor-Überwachung und Infusionen während bzw. nach der OP.
__________________
Lieben Gruß von Hexe, Merlin und Haushälterin Silvia und Sternchen Mephisto für immer im Herzen.

Geändert von Maiglöckchen (14.04.2018 um 20:55 Uhr)
Maiglöckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2018, 08:46   #7
Miss Lucy
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Zitat:
Zitat von Maiglöckchen Beitrag anzeigen
Hallo,

Was die Ohr-Operation angeht, würde ich mir da unbebedingt einen Tierarzt bzw. eine Tierklinik suchen, die mit so was viel Erfahrung hat und die ein gescheites Narkosemanagment haben. Dazu gehören bei einer Nierenkatze unbedingt eine Inhalationsnarkose mit Monitor-Überwachung und Infusionen während bzw. nach der OP.
Danke schonmal für deine Antwort
Wie findet man denn heraus wer damit Erfahrung hat?
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Alt 16.04.2018, 09:57   #8
JFA
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Ein gutes Zeichen ist es auf jeden Fall, wenn auf der Homepage was von Inhalationsnarkose und Monitoring steht bzw. generell der Eindruck entsteht, man würde auf die Anästhesie Wert legen.

Zitat:
Zitat von Miss Lucy Beitrag anzeigen
andere Symptome: hm kann ich schwer beurteilen, da es unsere 1. Katze ist...
"Nierentypische" Symptome sind vor allem viel trinken und viel pinkeln, teilweise auch Erbrechen.

Einmal am Tag Erbrechen ist schon viel. Evtl. geht sie auch so viel ans Gras, weil ihr übel ist (bei meinem Kater ist das ein sicheres Zeichen, dass ihm gerade schlecht ist). Versuch mal, den Napf höher zu stellen (sodass sie sich nicht runterbeugen muss zum Fressen) und öfter kleinere Portionen zu geben, evtl. hilft das schon. Wie Silvia schon geschrieben hat, kann auch der erhöhte Harnstoff schuld sein, da ist Nierendiät normalerweise hilfreich, ansonsten könnte man auch über Medikamente was machen.
JFA ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2018, 17:06   #9
Miss Lucy
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Sie trinkt viel, aber das ist ja auch gut so, wenn ich das richtig verstanden habe...

Mein Freund war nun heute mit ihr bei dem Tierarzt der normalerweise die Tiere vom Tierheim operiert - dieser meinte er würde das Ohr erstmal nicht operieren, sondern erstmal probieren die Entzündung mit Tropfen zu behandeln.
Wir sollen morgens und abends Tropfen rein machen und in 2 Wochen noch mal zur Kontrolle kommen. Wenn die Tropferei nichts bringt reden wir nochmal über eine Ohr OP.
(Die TÄ wo ich am Samstag war meinte direkt das müsse operiert werden, da würde jegliches Tropfen nichts bringen. Hm na toll, 2 unterschiedliche Aussagen innerhalb von 3 Tagen )

Zum Thema Nieren: es wurde mit Mühe und Not Blut abgenommen, sie hat wohl wie auch immer geschafft sich die Nadel selber zu ziehen.
Urin wollte auch er nicht abnehmen, da sie durch das Blut abnehmen schon so gestresst war.
Mir wäre ja lieber gewesen man hätte das dann einfach mal schnell mitgemacht.
Ich war aber nicht dabei, sonst hätte ich drauf bestanden.

Blutergebnisse sind morgen da, werde sie dann hier einstellen.
TA meinte jedenfalls für ihr Alter wäre sie bis auf die Nieren soweit sehr fit und gut genährt. (Ich finde sie ja unter dem ganzen Flusefell ziemlich dünn, hm naja ich weiß es ja nicht)

Werden auf jeden Fall nun auch noch Renal Nassfutter besorgen...

Nachher erstmal ausführlich anhören was der TA denn nun genau gesagt und gemacht hat, bin noch arbeiten, hatte vorhin nur die Kurzversion am Telefon gehört...

Wir wären jedenfalls beide sehr froh wenn sie um die Ohr OP drum rum käme...
Miss Lucy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.04.2018, 18:53   #10
Miss Lucy
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Wir haben momentan noch keine Blutergebnisse, haben mit dem TA telefoniert, er meinte die Werte sind zumindest nicht schlechter geworden.
Das komplette ausgedruckte Blutbild werd ich mir jetzt per Email schicken lassen. Falls das nicht möglich ist bekommen wir sie nächste Woche, wenn wir zur Ohrkontrolle gehen.

Hab gestern Renal Nassfutter bekommen, leider findet sie es garnicht lecker

Hab überlegt Hühnchen zu kaufen, auszukochen und dann immer bisschen von der ausgekochten Brühe unterzurühren (um den Geschmack zu verbessern), macht das Sinn oder ist das eher kontraproduktiv?
Miss Lucy ist offline   Mit Zitat antworten
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