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Katzen Sonstiges Alles was in keine der anderen Kategorien passt

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Alt 01.11.2011, 15:23
  #1
engelsstaub
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Standard Entwicklung auf dem "Heimtiersektor"-Sind unsere Katzen "überversorgt"

Ich hatte sehr interessiert den Thread hier gelesen:

Katzenklo in der DDR -- Fragen an die Ü30

Er hatte mich nachdenklich gemacht und ich hatte folgendes dazu geschrieben:

Ich habe den Thread mit großem Interesse gelesen und er stimmt mich nachdenklich. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass vor allem Hunde- und Katzenhalter großartige Kunden sind und der Markt bietet ja mittlerweile die interessantesten Artikel an.
Ich denke da zB. an Wasser mit Taurin versetzt, all die Diätfuttersorten, Futter für bestimmte Rassen etc. Für Tiere gibt es Ergotherapeuten, Kardiologen, Tierheilpraktiker etc. Solch eine medizinische Versorgung haben manche Menschen nicht.
Manche Katzen werden mit Argusaugen beobachtet, Supplemente grammgenau berechnet, Pippiböller seziert und gezählt...

Ich habe zugegeben auch noch wirklich gesunde Katzen vor Augen, die das zu fressen bekamen, was eben da war (auch Essensreste), die Wohnung stand nicht voll mit Kratzbäumen und Kuschelhöhlen, es gab kein Streu mit Babypuderduft und ich fand das völlig normal und in Ordnung.

Ich schreibe das alles ohne Wertung und frage mich gerade, wie ich diese Entwicklung finde. Sind unsere Tiere wirklich "überversorgt" und "überbehütet" sowie Opfer oder gar Nutznießer eines boomenden, lukrativen Marktes?

Wie steht ihr dazu? Was habt ihr für Gedanken?
__________________
engelsstaub ist offline  
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Alt 01.11.2011, 15:40
  #2
Plum
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Manche Sozialwissenschaftler behaupten, dass dies einer von mehreren Parametern sei, an denen man die Dekadenz einer Gesellschaft festmachen könnte. Dabei geht es nicht darum, ob die Tiere gut versorgt sind, sondern eher um übertriebene und übersteigerte "Tierliebe". Wenn etwa Tiere von Superreichen kein normales Halsband mehr haben sondern eines mit Diamanten besetzt.

Umgekehrt kann man sagen, je besser versorgt und zwar gut versorgt im Rahmen, der den Tieren angepasst ist, um so mehr ist das ein Indikator für den Reichtum einer Gesellschaft.
__________________
LG, Annette und der Plummerich

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei.
Plum ist offline  
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Alt 01.11.2011, 15:52
  #3
Moment-a
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Zitat:
Zitat von engelsstaub Beitrag anzeigen
Ich schreibe das alles ohne Wertung und frage mich gerade, wie ich diese Entwicklung finde. Sind unsere Tiere wirklich "überversorgt" und "überbehütet" sowie Opfer oder gar Nutznießer eines boomenden, lukrativen Marktes?

Der Stellenwert der Tiere hat sich verändert.
Es gibt leider nicht nur Graubereich mit mehr oder weniger intensiver Versorgung, sondern auch die Extreme wie völliges überbehüten, da das Tier ein Kinder- oder Partnerersatz ist oder mangelnde Versorgung, weil der Mensch das Tier zum hirnlosen Wesen degradiert und vor die Tür setzt "Das kommt alleine klar".

Es gibt Katzen, die werden nie tierärztlich versorgt, die haben allenfalls einen trockenen Schlafplatz und evt. Futter, und andere Katzen dürfen nicht scheel gucken und werden sofort zum TA gezerrt.


Wenn der Mensch für sich ein gutes Mittelmaß im Leben gefunden hat, so wird er (hoffentlich) auch ein gutes Mittelmaß für seine Katzen finden und alles abwägen.
__________________
Viele Grüße
Claudia
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Alt 01.11.2011, 15:59
  #4
Plum
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Zitat:
Zitat von Moment-a Beitrag anzeigen
Der Stellenwert der Tiere hat sich verändert.
Jein. Es klafft eine ziemliche Schere zwischen unseren "Haustieren", die werden betüddelt wie niemals zuvor und auf der anderen Seite werden "Nutztiere" so dreckig behandelt wie selten in der Geschichte zuvor. Biotiere mal ausgenommen.
Plum ist offline  
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Alt 01.11.2011, 16:02
  #5
Moment-a
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Zitat:
Zitat von Plum Beitrag anzeigen
Jein. Es klafft eine ziemliche Schere zwischen unseren "Haustieren", die werden betüddelt wie niemals zuvor und auf der anderen Seite werden "Nutztiere" so dreckig behandelt wie selten in der Geschichte zuvor. Biotiere mal ausgenommen.
Ok...bei Kratzbäumen und Katzenstreu mit Babypuderduft bin ich von Haustieren ausgegangen

Solange es XXL-Restaurants gibt und Menschen, die denken, daß zu einem guten Essen ein Mega-Schnitzel gehört, solange werden Nutztiere gequält
Moment-a ist offline  
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Alt 01.11.2011, 16:03
  #6
asrei
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ist doch bei Menschen nicht anders, man vergleiche das Nahrungsangebot vor 50-60 Jahren mit dem Supermarktüberfluss heutzutage. Und Kinder werden ins SPZ, zur Ergo oder zum Heilpraktiker gezerrt, bekommen zig Diagnosen und sind fast alle irgendwie verhaltensauffällig oder müssen extra gefördert werden. Und operiert wird alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist, egal, ob sinnvoll oder nicht, Maximalmedizin eben. Bei Haustieren setzt sich das Ganze einfach nur fort.

Ich versuch übrigens, sowohl bei Kinder als auch bei Katzen und auch bei mir selbst einen Mittelweg zu leben, man muß nicht alles nutzen, was angeboten wird oder was andere für unverzichtbar halten.
__________________
Viele Grüße von asrei mit Katz und Kater
asrei ist offline  
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Alt 01.11.2011, 16:04
  #7
engelsstaub
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Dank euch!

Ich bin eben zwiegespalten und war mal jemand, der mit Argusaugen die Katzen beobachtet hatte. Das war für meine Tiere und auch für mich wenig gut.
Mittlerweile bin ich sicherer und weiß, wann ich aktiv werde, bezüglich einer medizinischen Versorgung. Mit der Fütterung habe ich mich und auch die Katzen wahnsinnig gemacht.
Und ja...ich war mit meinen Tieren auch beim Kardiologen und dankbar um die Möglichkeit.

Die sezierten Pippiböller waren übertrieben. Ich habe aber durchaus gelesen, dass die Menge der Böller gezählt werden. Ich mache das halt nicht.

Mittlerweile habe ich für meine Tiere entschieden, wie sie ernährt werden und wie ich mit ihnen umgehe. Natürlich muss das jede/r für sich selbst entscheiden.
Die Frage bleibt für mich trotzdem, ob die Entwicklung das Maß nicht übersteigt?
Ob früher alles besser war, kann ich nicht beantworten.

Mir geht es auch ein Stück weit um einen "entspannten" Umgang mit den Tieren sowie der Versorgung. Damit meine ich keine Vernachlässigung!!
engelsstaub ist offline  
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Alt 01.11.2011, 16:07
  #8
Plum
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Zitat:
Zitat von Moment-a Beitrag anzeigen
Ok...bei Kratzbäumen und Katzenstreu mit Babypuderduft bin ich von Haustieren ausgegangen
Mein Plummerich wird vernachlässigt, weil er kein Bapypuderduftstreu bekommt
Plum ist offline  
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Alt 01.11.2011, 16:10
  #9
minna e
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Zitat:
Zitat von Plum Beitrag anzeigen
Mein Plummerich wird vernachlässigt, weil er kein Bapypuderduftstreu bekommt
was fällt dir denn ein!
__________________


martina & bunte bande

sechs jahre arbeit im tierheim prägen - man möge mir einige garstigkeiten verzeihen


♥ RAFAELLO ♥ - sein Weg ins Glück?


huhu babies - imo, kleiner muck*, baby, sina, santo - ich knuddel euch

● DAS LEBEN IST KEIN PONYSCHLECKEN! ●
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Alt 01.11.2011, 16:13
  #10
Plum
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Zitat:
Zitat von minna e Beitrag anzeigen
was fällt dir denn ein!
Ich bin ein schlechter Mensch
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Alt 01.11.2011, 16:13
  #11
Moment-a
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Zitat:
Zitat von engelsstaub Beitrag anzeigen
Die Frage bleibt für mich trotzdem, ob die Entwicklung das Maß nicht übersteigt?
In dieser Gesellschaft geht es oft darum, noch mehr, noch teuer und noch besser ausgestattet zu. Es muß das neueste Handy her, der neueste IPod, IPad. Die Fernseher werden flacher, die Kaffeemaschinen größer.

Es geht nicht mehr um die Norm, sondern um die "Superlative" (übertrieben gesagt) bzw. Extreme.

Während weit über die Hälfte der deutschen Bevölkerung stark übergewichtig ist, wird ein Teil der anderen Hälfte noch dünner, da es schicker ist und neue Sporttrends gibt.


"Normalmaß" ist nicht mehr gewünscht, es müssen Extreme her und diese Extreme setzen sich in diesem Forum, in anderen Foren fort.

Es dürfen keine normalen Kratzbäume sein, kein normales Katzenklo, es muß alles neu erfunden werden oder noch teurer sein.

Katzenfutter wird dem Alter der Katzen angepasst, die sich wiederum dem Futter anpassen müssen.


Anstatt das Tempo dieses gesellschaftlichen Hamsterrades aufzunehmen, wäre es besser die Menschen würden wieder entschleunigen und sich Zeit nehmen zu fragen, was sie selbst möchten, was ihnen gut tut und was ein gesundes Mittelmaß ist...für sie selbst und für die Tiere.



Zitat:
Zitat von Plum Beitrag anzeigen
Ich bin ein schlechter Mensch
Nein, dazu schreib ich nix *aufdiefingerhaut*
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Alt 01.11.2011, 16:17
  #12
minna e
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so. ernsthaft.

ich glaube auch hin und wieder, ich fall vom glauben ab, wenn ich sehe, was man für die lieben tierchen so alles kaufen kann.

und ja, ich ahne bereits, was da für eine immense kohle gemacht wird. unfassbar.

und es ist leider leider richtig, das einige menschen bei ihren tieren eine regelrechte affenliebe entwickeln und auf der anderen seite die massentierhaltung boomt.

sicher ist es gut und sinnvoll, wenn man sich in vielerlei bereichen weiter entwickelt, bei futter und zubehör auch versucht, das leben seiner tierchen zu verbessern.

aber es ist wie bei vielen dingen im leben: zuviel ist eben zuviel
minna e ist offline  
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Alt 01.11.2011, 16:19
  #13
Plum
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Zitat:
Zitat von Moment-a Beitrag anzeigen
In dieser Gesellschaft geht es oft darum, noch mehr, noch teuer und noch besser ausgestattet zu. Es muß das neueste Handy her, der neueste IPod, IPad. Die Fernseher werden flacher, die Kaffeemaschinen größer.

Es geht nicht mehr um die Norm, sondern um die "Superlative" (übertrieben gesagt) bzw. Extreme.
Auch das sind Kennzeichen von Dekadenz. (Wobei ich zugeben muss, ich könnte heute nur noch schlecht auf's iphone verzichten )


Zitat:
Nein, dazu schreib ich nix *aufdiefingerhaut*
Das ist auch besser so!!!
Plum ist offline  
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Alt 01.11.2011, 16:21
  #14
minna e
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ich brauch kein iphone. wahrlich nicht.

EDIT: und meine katzen brauchen keinen kb für 400 € oder mehr
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Alt 01.11.2011, 16:24
  #15
Kimber
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Es gibt immer mehr Singles und kinderlose Paare. Tiere nehmen da sicher einen viel höheren Stellenwert ein. Auch bei alten Leuten, die alleine sind.

Der Markt ist gigantisch. Futter wird mehr für den Halter produziert, als für das Tier. Streu mit Duft auch. Halsbänder ebenso. Und Bettchen. Da stecken Milliardengewinne drin. Und es wird immer mehr.
Letztes Jahr bekam ich von ZP einen Adventskalender für Katzen - mein Vater hat sich tot gelacht und meinte, dass sowas schon irgendwie irre ist. Klar. Woanders verhungern Kinder, und hier leben die Katzen und Hunde teilweise wie Könige.

Ich finde es auf der einen Seite sehr gut, dass das Wohlbefinden des Haustieres mehr inden Mittelpunkt rückt. Aber natürlich wird das auch oft übertrieben (Kleidung für Hunde usw.).
Man muss den gesunden Mittelweg finden. Das Tier muss Tier bleiben dürfen.

Klar nutze ich die modernen Diagnostikmöglichkeiten. Ich versuche, gesund zu füttern, aber ich mache daraus nun auch keine Wissenschaft. Manchmal denke ich schon, dass wir uns wegen viel zu vieler Dinge viel zu verrückt machen. Ich hab beispielsweise irgendwo mal einen Beitrag gelesen, in dem jemand fragte, ob es für seine Katze gefährlich wäre, wenn es seine (die des Halters) langen Haare evtl. aufnehmen würde, die dem Halter beim Haare kämmen ausgehen. Da stehen mir selbige dann schon irgendwie zu Berge.

Ich weigere mich, jeden Stuss mitzumachen. Und dabei bin ich sicher schon sehr überängstlich, was meine Tiere angeht. Ich kämme mir die Haare im Bad und staubsauge danach nicht, basta.
Meine Kater haben eine Krankenversicherung. Wenn sie, Gott bewahre, irgendwann mal nicht mehr sein werden, würde ich sie gerne einäschern lassen. Ich achte auf ihre Ernährung genau so, wie auf meine eigene (und ich bin da sehr pingelig).
Das kann man vermenschlichen nennen. Oder den heutigen Möglichkeiten verfallen.

Ging es den Katzen schlechter mit Essensresten? Ich denke schon. Wurden die wirklich alle sooo alt? Ich glaube nein.

Meine Wohnungskatzen sind klar verhätschelter als es mein Freigänger-Sternchen war. Der interessierte sich aber für Kratzbäume auch gar nicht.
Wenn ich mir ansehe, wie viele Dinge in meiner Wohnung für mich sind, und wie viele für die Katzen, muss ich schon schmunzeln. Aber für mich kommt das auch daher, dass Katzen heute eher in der Wohnung gehalten werden, als früher - dadurch ist der Halter "näher dran" und kauft vielleicht auch mehr.

Man muss abwägen, was nur Kommerz ist, und was sinnvoll.
__________________
Viele Grüße von Kimber mit Nikita, Romeo, Kennedy und Jack Sparrow
Kimber ist offline  
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