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Alt 14.11.2019, 13:19
  #1
LottaKarotta
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Beiträge: 35
Standard Schmerzen bei Katzen - Alternativen zu Metacam

Hallo zusammen,

aus traurigem Anlass brauche ich eure Hilfe: Unser kleiner 2-jähriger Kater ist leider sehr krank. IBD und chronische Pankreatitis begleiten und nun schon ein Jahr und waren mit konsequenter Ausschlussdiät eigentlich gut im Griff. Seit dem Frühjahr ging es dann wieder abwärts, schlapp und nicht mehr gespielt, Muskelabbau an der Wirbelsäule, Schulter und Hinterbeine, "Röchelanfälle" und dann auch noch Zittern am ganzen Körper teilweise über Stunden. Im Blutbild sind alle Muskelwerte extrem erhöht, das ganze sieht nach einer schnell voranschreitenden Myopathie aus. Wir haben nach Absprache mit unserem Tierarzt noch ein Herzultraschall beim Spezialisten gemacht, da ist alles ok. Weitere Nachforschungen welche Myopathie es ist, werden wir nicht machen. Alles was man behandeln könnte, hätte man im Blutbild gesehen. Und dann ersparen wir im Narkose, MRT, Biopsie und Lumbalpunktion lieber und machen ihm die letzte Zeit so angenehm wie möglich....

Momentan bekommt der kleine Kerl durchgehend Metacam (und dazu Pantoprazol). Ohne wird das Zittern sofort schlechter, er kommt die Treppe nicht mehr rauf und es stellen sich die Haare entlang der Wirbelsäule auf. Also eindeutig Schmerzen.

Aber schon nach 10 Tagen macht sich jetzt der Magen bemerkbar (1x übergeben, Röcheln nach Trinken etc) und auch das Zittern fängt wieder an und die Haare stellen sich auf. Sonst schläft er viel, saust aber die Treppe rauf und runter, springt noch auf die Küchenarbeitsplatte. Mir fällt es deshalb ganz schwer einzuschätzen wie stark die Schmerzen sind.

Würde mich einfach etwas über Input freuen. Gibt es gute Veröffentlichungen zu Schmerzen bei Katzen? Für Pferde gibt es da extra so eine Schmerzskala, die sind ja auch extrem gut im Schmerzen verbergen. Und gäbe es stärkere Alternativen zu Metacam, die weniger auf den Magen schlagen? Tierarzt steht nächste Woche wieder an und zum Glück ist unser Tierarzt sehr offen für jedes Mitdenken. Und hättet ihr sonst noch Ideen, wie man ihm die letzten Wochen angenehm und schmerzfrei gestalten kann?
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Alt 14.11.2019, 13:30
  #2
LottaKarotta
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Registriert seit: 2017
Beiträge: 35
Standard

Ah, noch zur Ergänzung. Zusätzliche zu Metacam und Pantoprazol bekommt er hochdosiert B12 und hat vom Tierarzt Anabolika (um den Muskelabbau evtl etwas zu verlangsamen) und Delvosteron gespritzt bekommen. Damit frisst er jetzt zumindest besser als je zuvor.

Und er inhaliert 1-2x täglich mit vernebelter Sole in seiner Kiste. Da bettelt er von sich aus, wenn er das wieder machen möchte. Seitdem hat sich die Atmung auch deutlich verbessert! Die Röchelanfälle sind weg und auch die schnelle, flache Atmung hat sich verbessert.

Cortison verschlechtert die Situation, das deckt sich mit Myopathien bei Menschen.
LottaKarotta ist offline  
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Alt 14.11.2019, 17:47
  #3
Max Hase
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Beiträge: 241
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Sorry, habe Dein zweites Post am Handy nicht gesehen.
Bliebe dann eventuell Onsior als selektiver Cox2-Hemmer. Schlägt weniger auf den Magen, ist aber auch nicht so wirksam. Novamin ist nicht ohne Nebenwirkungen (Herz?, bin da gerade nicht sicher), geht aber wohl bei Katzen.

Und die Coanalgetika wie Gabapentin, Carbamazepin, Pregabalin, Amitryptilin. Zumindest vor drei oder vier Jahren ging da bei Katzen noch nicht viel, Gabapentin geht beim Hund, Carbamazepin geht beim Pferd.

Bei Muskelkrämpfen sollen wohl Luminaletten (Phenobarbital) gehen, müssen aber täglich gegeben werden. Die Königin bekam deswegen von mir Diazepam, 0,5 mg zwei- bis dreimal pro Woche. Funktionierte gut bei uns.

Opioide und Opiate habe ich vergessen.
Bei Pankreatitis und chronischen Lungenerkrankungen mit Atemnot genauso einsetzbar wie bei schweren Schmerzen.
Molly sollte bei ihrer Pankreatitis Tilidin, besser noch ein Opiat (Oxycodon oder Buprenorphin) bekommen. Opiate wollte der Doktor aber nicht verschreiben (offlabel oder fehlende BTM-Rezepte ), hat sie aber empfohlen.

Das wäre so der Gang durch alle gängigen Schmerzmittel.


Inhalierknast machen wir hier auch regelmäßig und freiwillig.



_________________________


Wie wäre es mit dem "bösen" Kortison?

Ich habe eine 17jährige Katze mit multiplen Atrhrosen hier.
Seit etwa fünf Jahren bekommt sie Onsior, das reichte letztes Jahr von der Wirkung nicht mehr.
Im Frühjahr bekam sie dann Metacam, war etwas besser, aber aus dem gelegentlichen Spucken wurde trotz Magenschutz ein regelmäßiges Erbrechen mit immer mehr Blut.

Ich habe mich erst nicht rangetraut, aber die Alternative wäre die letzte Spritze gewesen. A er ich hatte Prednisolon für den Kater im Schrank, und nach Rücksprache mit meiner Tierärztin bekam sie (4 kg) je drei Tage 10 - 7,5 - 5 mg. Dann haben wir mit 2,5 mg am Tag weiter gemacht, 5 mg jeden 2. Tag ging bei ihr nicht.
Ich habe noch mal versucht, zum Metacam zurück zu kehren, ist aber keine drei Tage gut gegangen.
So läuft es ganz gut, Magenschutz bekommt sie nur jeden zweiten Tag. We Ob er traue ich mich bei ihrer Vorgeschichte nicht.


Kortison hat eine gut Wirkung auf (Knochen- /Gelenk-)Schmerzen, chronische Lungenerkrankungen und Darmentzündungen wie die IBD.
Spätschäden musst Du bei der Vorgeschichte Deines Katers ebensowenig befürchten wie ich bei meiner alten Miez.
Akut macht Kortison wenig Nebenwirkungen und wird von Katzen meist gut vertragen.
Und schlimmer als Metacam kann es für die Pankreatitis auch nicht sein.

Geändert von Max Hase (14.11.2019 um 18:14 Uhr)
Max Hase ist offline  
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Alt 14.11.2019, 19:13
  #4
Jag
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So aus der Hüfte geschossen, würde ich wie Max Hase aktuell wenn überhaupt auch eher zu einem Corticosteroid als zu Metacam/NSAR tendieren.

Wie verschlechtert das Kortison denn die Situation....??


Hier eine Schmerz-Skala für Katzen:
"Glasgow Feline Composite Measure Pain Scale"

Geändert von Jag (14.11.2019 um 20:08 Uhr)
Jag ist offline  
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Alt 14.11.2019, 21:27
  #5
LottaKarotta
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Registriert seit: 2017
Beiträge: 35
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Cortison ist leider wirklich keine Option. Er hatte eine "Testspritze" für 2-4 Tage Wirkung bekommen, damit waren die Röchelanfälle dann auch sofort weg. Damals noch Verdacht auf Asthma. Daher hat er dann auch eine Depot-Spritze für 14 Tage bekommen und darunter wurde es richtig schlecht: Extrem schlapp, nicht mehr gefressen und kurz darauf fingen das Zittern an.

Coritson wird auch bei HCM nicht gegeben, weil es die Myothatie verstärkt. Und ich habe mich etwas in Myopathien bei Menschen eingelesen, weil es zu Katzen wenig zu lesen gibt. Auch dort gibt es viele Formen, die sich unter Cortison verschlechtern.

Onisor kommt dann leider auch nicht in Frage, wir brauchen eher was stärkeres als Metacam

Aber vielen Dank für die Pain Scale, genau so etwas habe ich gesucht. Da er keine akute Wunde hat, passen ein paar Fragen nicht. Aber damit hat er jetzt gerade bei einer 9 von 15 Punkten. Normal wäre bei 20 Punkten das Interventionslevel bei 5.... Das heißt mein Eindruck ist richtig und er hat auch mit Metacam noch deutliche Schmerzen. Wir werden das jetzt bis nächste Woche jeden Tag aufschreiben, damit der Tierarzt dann nächste Woche drauf gucken kann.
LottaKarotta ist offline  
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Alt 15.11.2019, 07:44
  #6
Jag
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 2019
Beiträge: 100
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Wenn Metacam augenscheinlich nicht wirkt, würde ich es absetzen. Ebenso ggf. den PPI.....

Cortison kann eine Myopathie negativ beeinflussen (m.W.n. eher unter Langzeitmedikation), übrigens wie Steroide auch...........muss aber nicht.
Evtl. würde ich nochmal einen Versuch wagen. Allerdings nicht als Depotspritze.
Möglicherweise waren Zittern und Co. nur zufällig mit dem Cortison präsent und keine Nebenwirkung.

Bei abdominalen Schmerzen wäre Buprenorphin eine Option.

Geändert von Jag (15.11.2019 um 07:47 Uhr)
Jag ist offline  
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Alt 15.11.2019, 08:02
  #7
Max Hase
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 2012
Beiträge: 241
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Wäre auch meine Idee, Predni 2,5 bis 5 mg als Pille.
Und kombinieren mit Opioid oder Opiat.
Alternativ Novamin probieren und dann gerne in Kombination mit Buprenorphin oderTilidin, wenn der Doktor ans BTM nicht ran will.

Die Kombination zentral- und peripherwirksamer Schmerzmittel schafft bessere Wirksamkeit bei oft geringerer Dosierung und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen. Muss man oft etwas tüfteln, geht aber gut.
Max Hase ist offline  
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