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Infektionskrankheiten Erkältungen, FIP, FIV, FeLV, ...

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Alt 13.02.2019, 13:38   #1
Taskali
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Standard Denksportaufgabe für Felv-Kenner

Wie ja viele Wissen habe ich gerade eine Katzengruppe bei mir mit Felv-Verdacht, wo ich mich gerade durch die Bank teste.
Beteiligt sind folgende Katzen - alle von einer Futter- bzw. Fangstelle:

1. Opikater Bekir, getigert
2. Jungmama Lycelle schwarz-Einohr
3. Söhnchen schwarz Seymour
4. Marmormädel Hübsch Annelie
5. Marmormädel süß Loni
6. Marmor-Mama Nauka
7. Jungschwarz Unbekannt
8. Jungmarmor unbekannt
9. Kater zahm unbekannt

Die Katzen 1-5 wurden innerhalb kurzer Zeit eingefangen und in einen Kellerraum zum sammeln gesetzt und kamen zeitgleich zu mir. Bekir habe ich separat gesetzt da schlechter Zustand, die Mietzen 2-5 habe ich zusammen in einen Raum gesetzt.
Nr. 6 Mama Nauka kam später nach (ca. 1 1/2 Wochen später) und wurde direkt aus der Falle zu mir gebracht, sie sitzt einzeln. Katzen 7-9 sind noch draußen und noch nicht in die Falle gegangen.

Nun ergibt sich folgendes Bild bezüglich Felv:

1. Schnelltest Bekir schwach positiv, aus demselben Blut von Bekir erfolgter Antigen war positiv. BB zeigt leichte Anämie, PCR (Idexx) wie erwartet positiv. Damit ist der Punkt klar und wir müßen mit leben.

2. Schnelltest von Katzen 2-5 wenige Tage nach Einfangen bei der Kastra war jeweils Felv negativ. Aufgrund des Kontaktes von ca. 2-3 Tagen im Sammelkeller zu Bekir habe ich erneut Blut abnehmen lassen (Stand: 2 Wochen nach Ankunft bei mir und damit nach Trennung von Bekir): erneuter Schnelltest ganz ganz schwach positiv - ich hätte es nicht als positiv angesehen bzw. erkannt, aber man ist ja nun alarmiert... PCR negativ von allen 4 (Labor Idexx)

3. Schnelltest von Mama Nauka bei Kastra wenige Tage nach Einfangen war negativ, PCR aus demselben Blut war positiv! (Labor SynLab)

Wie bewertet ihr diese Konstellation? Wie soll ich weiter vorgehen?
Größtes Problem für mich aktuell: Ein-Ohr-Mama Lycelle ist eigentlich reserviert und soll mit Fivie Pablo zusammen vermittelt werden, die Leute drängeln (obwohl sie vom Verdacht wissen), wollen wissen, wann sie ihre Katzen haben können *seufz... (Ich hasse das, deshalb reserviere ich ungern bevor die Katzen Vermittlungsfertig sind, man steht dann immer so unter Druck und muß alle bei Laune halten, während man selbst versucht alles zu regeln)

Zum Vergleich habe jetzt erstmal noch aus dem 2. Blut von Katzen 2.-5. einen Antigen angefordert - sofern das Blut dafür reicht - um die 2. Schnelltests abzugleichen
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Alt 13.02.2019, 14:05   #2
little-cat
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Ich lass mal diesen Link da
https://www.vin.com/apputil/content/...865431&print=1

auch ein Link von JFA

FIV und FeLV – wie testen? Was sagen die Testergebnisse aus?

und ich wurde die Ein-Ohr Mama Lycelle mit PCR - Provirus Testen, es ist genauer, siehe Link JFA. Je nach dem wie es ausfällt, hast Du ein Schritt erledigt für oder gegen die Vermittlung.

Ergänze:
http://v17.laboklin.ch/pdf/de/fachbe..._2013_feLv.pdf

Es steht auch drin, es gibt 3 Phasen:
1. Persistente Infektion: die Katze hat eine Virämie und ist für andere Katzen infektiös.
2. Transiente (abortive) Infektion: in ca. 60% der Fälle kommt es nur zu einer vorübergehenden Virämie. Das Immunsystem ist in der Lage das Virus komplett zu eliminieren.
3. Latente Infektion: die Katze ist nicht mehr virämisch, aber Provirus hat sich dauerhaft in das Genom integriert und kann unter Streß wieder reaktiviert werden.

bei 2 sollte man nachtesten.
Und ich wurde es tun, nachtesten

Geändert von little-cat (13.02.2019 um 15:11 Uhr)
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Alt 13.02.2019, 15:18   #3
ENM
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Standard Einfach war noch nie dein Ding ...

ach Menno, Taskali, das ist fast Jackpot...

Sicher sein können wir denke ich, dass alle Katzen von dem Ort mindestens mal flüchtigen Kontakt mit dem Virus hatten. Ist absoluter Mist, aber in Deutschland inzwischen sehr häufig....man munkelte in Heiligensee von einer Rate von 80 % zu Beginn des Jahrtausends-

Wenn ich richtig informiert bin..
Gibt es eine Einteilung in 3 Hauptgruppen beim Infektionsverlauf und 1-2 seltene Nebengruppen mit atypischen Verläufen, die ich erstmal ignorieren würde.

Bester Fall
Katze hatte Kontakt und eliminiert das Virus , das wäre eine abortive Infektion.
Katze kann nicht übertragen, ist lebenslang immun, weil sie Antikörper entwickelt hat. Dazu gäbe es auch eine Testung. Serokonversion.

Normalfall - Progressive Infektion
Katze ist infiziert und zeigt im Schnelltest eine Reaktion....dann weiß man klar, dass sie infiziert ist....tückisch ist, dass natürlich auch noch der "Beste Fall" eintreten könnte...und sie das Virus eliminiert ....also steckt man sie dann in eine Leukosetruppe, könnte sie sich dort neu infizieren...
Bei Bekir passt aber das restliche Blutbild, die Leukose ist vermutlich schon in der beginnenden akuten Phase, also für ihn letztlich nicht mehr relevant und zusätzlich ist sein PCR positiv..

Worst Case - Regressive Infektion
Katze ist infiziert, zeigt im Schnelltest keine Reaktion.....und man wähnt sich sicher. Ohne Bekir wären die anderen in die normale Vermittlung gegangen, aber so hast du den PCR Test gemacht.Der PCR zeigt dann aber eine Reaktion...und damit ist der "Beste Fall" die Eliminierung nicht mehr möglich.
Eine so positiv getestete Katze scheidet im Normalfall nicht aus - kann aber jederzeit wieder zum Ausscheider werden. Ist also ein unkontrollierbares Risiko für jede negativ getestete Katzengruppe. Als Ausscheider wäre sie dann im Schnelltest auch noch zusätzlich wieder positiv..


Was nun bei deiner Gruppe
Das Beschissene ist, dass letzlich wenn du ein faules Ei in der Gruppe hast, die Infektionen Ping-Pong spielen können.
Bekir - ist klar, da ändert sich nix mehr
Nauka - PCR positiv, also denke ich regressive Infektion, also letzlich wie Bekir
Das Quartett
tja, hier wird es spannend...solange die im PCR negativ sind würde ich sagen, Schwein gehabt...ist aber einer von denen positiv, fängt die ganze Prozedur von vorne an...
Hilft nur nachtesten und hoffen ....Einzelplätze für jede Katze wären der Wahnsinn , aber der vermutlich einzige Schutz, sollte tatsächlich ein Überträger in der Gruppe sein. Wobei man dann ja wieder Bedenken muss, dass alleine der Virusnachweis ja keinen Ausbruch ausmacht....und die Katze trotz positivem PCR weiterhin kein Überträger sein muss...

Für die noch draußen herumschwirrenden 3 Katzen - ich würde sie nur noch doppelt nachEinzel- Quarantäne getestet dann zu den entsprechenen Gruppen Felv oder nicht Felv zuordnen....sonst hast du immer wieder das Risiko einer Neuinfektion.

Wenn ALLE jetzigen Katzen aus dem Quartett im PCR negativ sind, würde ich auch Lucylle mit Pablo ausziehen lassen....wobei wir ja streng genommen bei ihm nicht wissen, ob da neben FIV noch Felv im Untergrund schlummert - er hatte doch keinen PCR Test oder ?

Das Virus ist fies, erinnert stark an FIP - nur dass wir bei Felv schon genauer testen können und zumindest bei Ausbruch eindeutig sagen können, ja es ist Leukose.
Dein Gedankenkarussel kann ich mir durchaus vorstellen.....dazu noch die "normalen" Pflegis....
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Alt 13.02.2019, 15:18   #4
stö
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Das paper (Interpreting Unexpected Feline Leukemia Virus Test Results ) ist allerdings von 2008 und damals waren PCRs noch kein bezahlbarer Standard und es wurde mehr mit chromatographischen Methoden gearbeitet. Sie selbst führen im letzten Absatz die PCR erst als neue Methode auf....

Ich denke, da sind wir heutzutage doch glücklicherweise schon weiter
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Alt 13.02.2019, 15:22   #5
little-cat
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ich suchte nach jüngeren Publikationen, fand nichts auf die Schnelle, denn am Tierspital ZH (Vetsuisse ZH), wird der Provirus Test für FeLV grundsätzlich durchgeführt.
Nach deren Studien ist es am aussagekräftigsten.

Geändert von little-cat (13.02.2019 um 15:24 Uhr)
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Alt 13.02.2019, 15:37   #6
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https://www.uni-giessen.de/fbz/fb10/...-bei-der-katze

die Seite wieder gefunden. Virologische und serologische Untersuchungen bei der Katze
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Alt 13.02.2019, 17:48   #7
Taskali
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Meine Gedanken sind folgende:
Wäre die Stammtruppe (Mama-Nauka) schon länger positiv, wären es die Jungtiere auch auf jeden Fall, denn dann hätten sie es bereits von Geburt an. Eine solche Truppe hatte ich 2011, die Kleinen waren durchweg positiv und auch die typischen Defekte die bei Infektionen während der Ausbildung des Fötus passieren könne waren bei einigen vorhanden. Alle 4 Jungmietzen (Lucylle ist noch nicht alt, maximal 2, eher jünger) haben aber den negativen PCR. Das heißt Naukas Ansteckung muß nach der Geburt und auch nach der Abnablung der Kitten passiert sein.
Entsprechend gehe ich davon aus, dass der Herd entweder Bekir oder der andere Kater ist. Bei Bekir ist es gut möglich, dass er zu den Katzen gehört hat, die es inaktiv hatten und es nun im Alter wieder rauskam und damit die anderen dann jetzt frisch angesteckt hat - alternativ, dass der andere Kater ein dort ausgesetzter positiver ist, der die Truppe nun angesteckt hat.
Von daher würde ich bei meinen Überlegungen wie ich weiter vorgehe von einer frischen (möglichen) Ansteckung ausgehen.
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Alt 13.02.2019, 18:00   #8
little-cat
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Kann gut sein, aber warum schliesst Du
"3. Schnelltest von Mama Nauka bei Kastra wenige Tage nach Einfangen war negativ, PCR aus demselben Blut war positiv! (Labor SynLab)"
aus.

Nauka kann auch regressiv sein - also latent, siehe Laboklin link.
Bei ihr kann es ausgebrochen sein durch Stress, und ist somit auch eine Quelle

Geändert von little-cat (13.02.2019 um 18:12 Uhr)
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Alt 13.02.2019, 18:13   #9
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Ja, stimmt - regressiv würde auch bei Nauka passen...


Mal laut gedacht: Wenn Nauka regressiv ist - dann wären ihre Kitten die sie in der Zeit bekommt und großzieht ja negativ - aber sie hätte ja entsprechende Antikörper aus der ansteckenden Zeit, welche sie an die Kitten weitergibt. Könnten diese einen Schnelltest verfälschen?
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Alt 13.02.2019, 18:35   #10
little-cat
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Uff, ich versuche gerade mich zu erinnern, ich glaube nicht alle Antikörper in der Mutter werden an die Kitten weitergegeben werden. Ich glaube, kann mich jetzt nicht mehr sicher erinnern - bei FeLV werden diese Antikörper nicht weitergegeben.

PS. ich muss morgen die FeLV impfung bei Tara absagen, ich frag mal im TK nach. Sie hat es mir erklärt - mit nicht alle....

Geändert von little-cat (13.02.2019 um 18:40 Uhr)
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Alt 13.02.2019, 19:54   #11
ENM
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Das Muttertier kann in der regressiven Phase, also Virus nur noch im PCR Test nachweisbar, durchaus gesunde Kitten zur Welt bringen.
Sie ist in dem Stadium ja nicht Überträger. Das Erbgut wird zwar natürlich weitergegeben, aber offenbar ist das Virus nicht immer in den Genen eingebaut. Es zieht sich ja ins Knochenmark zurück.
Somit könnte Nauka regressiv sein, gesunde Kitten zur Welt gebracht haben und jetzt durch den Stress in einen neuen virämischen Schub gelangen, wodurch der Snaptest positiv sein kann...der Test kann aber auch schlicht falsch sein. Es wird von bis zu 10% Fehlerquoten berichtet.


Idexx hat einen Algorythmus zur Diagnostik und ein Diagnostic Update auf der Homepage
da wird einem schon schwindelig..

Letzlich läuft es darauf hinaus, dass man bei negativem Snaptest , aber auch negativem PCR, in einer Gruppe mit bekannten infizierten Tieren alle 6 bis 12 Wochen noch einmal nachtesten sollte und zwar mit Snap und PCR. Es gibt sowohl eine Blindphase, wenn die Infektion noch zu frisch ist und damit weder im PCR noch Snap nachweisbar ist, als auch Überwindungen des Virus noch nach bis zu 9 Monaten....das war mir bisher neu.

Ein echt fieser Zeitgenosse, das Virus...


.
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Alt 13.02.2019, 20:45   #12
little-cat
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danke ENM, jetzt fällt es mir auch wieder ein, es zieht sich ins Knochenmark zurück.

Richtig fiese Viren.
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Alt 15.02.2019, 20:56   #13
Taskali
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Antigen der Vierertruppe aus dem 2. Blut ist von allen 4 negativ - damit sind die hauchzarten Schnelltests als negativ entlarvt.
Sieht also gut aus für die 4
Taskali ist offline   Mit Zitat antworten
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