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Infektionskrankheiten Erkältungen, FIP, FIV, FeLV, ...

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen
Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Alt 24.08.2018, 19:44
  #1
chimeire
Neuling
 
Registriert seit: 2016
Beiträge: 4
Standard Katzenschnupfen Ping-Pong?

Hallo ihr Lieben,

Ich habe bereits viel hier im Forum nachgelesen, brauche jetzt aber doch einen konkreten Rat.
Folgende Situation.
Ich besitze 2 Thaikatzen, beide 2 Jahre alt und mit aktivem Impfschutz. Mein Mann (eingene Wohnung, sind noch nicht zusammengezogen) hat eine ältere Katze die länger nicht mehr geimpft ist und hat sich vor kurzem 2 recht junge Kätzchen aus ganz verschiedenen Würfen geholt. Also. Bei mir 2 Katzen, bei ihm 3, macht zusammen 5.
Der kleine neue Kater (Ares) ist eine kleine Büchse der Pandora. Er kam halb unrein, mit Flöhen und mit chronisch fließender Nase und Niesen zu uns. Flöhe sind weg, unreinheit so naja, aber das Niesen ist geblieben.
Ich bin für 2 Monate mit beiden Katzen zu meinem Mann gezogen, also waren wir 2 Menschen und 5 Katzen in einer sehr großen Wohnung.
Dann ist Donna (die ältere Katze meines Mannes, 10 Jahre) krank geworden. Sie hat Katzenschnupfen mit Atemnot und zugeschwollenen Augen bekommen. Beim Tierarzt hat sie erst ein Breitbandantibiotikum gekriegt, dann ein spezifischeres (ich weiß leider nicht welches), das hat dann auch geholfen und Donna war in Quarantäne bis sie symptomfrei war. Der kleine Kater ist gemeinsam mit Donna zum Tierartzt gekommen. Abhorchen ging nicht, weil er nicht aufhören wollte zu schnurren. Er hat einen Totimpfstoff bekommen (Pocken), um das Immunsystem anzuregen, sonst keine Behandlung. Das kleine Katzenmädchen (die 2. neue Katze bei meinem Mann) ist gesund geblieben, Donna ist inzwischen auch wieder fit und gesund.
Ich bin inzwischen mit den beiden Katzenkindern und meinem älteren Kater wieder in meiner Wohnung (kann das Katzengetausche gerne erklären, darum geht es jetzt aber nicht). Also 3 Katzen bei mir, 2 Katzen bei meinem Mann.
Jetzt ist mein Kater (gegen Katzenschnupfen geimpft) krank geworden. Heiserkeit, Gewichtsverlust, Husten mit klarem und schleimigen Auswurf, ein klein bisschen apathisch und abgeschlagen, keine Probleme mit Augen oder Bindehäuten. Mit dem war ich gesten beim TA, wo er ein Antibiotikum bekommen hat, auf das er gut zu reagieren scheint.
Heute ist auch meine weibliche Katze, die seit 2 Wochen nicht mit dem Kater und den Katzenbabys zusammen ist, heiser geworden (die jetzt nicht bei mir, sondern bei meinem Mann ist).
Ich fasse zusammen: 5 Katzen.
- 1 alte Katze (Donna), 10 Jahre, kein aktueller Impfschutz, hatte Katzenschnupfen mit ernsten Symptomen. Hat gut auf das zweite Antibiotikum ragiert.
- 2 geimpfte, 2 Jährige ThaiSiamesen, einer seit 3 Tagen mit Erkältungssymptomen und ohne Bindehautprobleme (Nero), der gut auf die Antibiotika anspricht, die andere (Banshee) mit beginnenden Symptomen. Die beiden sind seit 2 Wochen getrennt.
- 1 Babykater (Ares, jetzt 4,5 Monate), der von Anfang an eine triefende Nase hatte und geniest hat, sonst aber quiekvidel und lebendig ist (vermutlich der kleine Seuchenherd ). Noch ungeimpft, weil krank. Er hat eine immunaufbaukur mit toten Pockenviren bekommen, sonst aber keine Behandlung.
- 1 Babykätzchen (Kali, jetzt 4,5 Monate), die kerngesund und quietschlebendig ist. Es wurde uns abgeraten sie zu impfen, weil sie dann durch die Impfung krank werden könnte. (Immunsystem wird ja beim impfen geschwächt weil eine Krankheitsreaktion simuliert wird und das könnte dazu führen, dass die Erklätung dann bei ihr kommt)

Mein Problem ist jetzt, dass alle beiden Tierärzte meine Fragen nicht beantwortet haben. Der eine weil bis dahin nur 1e Katze richtig krank war, und der andere Tierarzt hat sich selber zu gerne reden gehört und mich nicht zu Wort kommen lassen. Außerdem ist das ja viel drum rum, was bei den TÄ auch für ungeduld gesorgt hat Ich wäre sehr froh wenn ich hier Hinweise bekommen könnte, um zu wissen wie ich weiter vorgehen soll.

1. Sind Katzen immun gegen Katzenschnupfen wenn sie sich einmal davon erholt haben? Oder kann es sein, dass sie sich immerwieder gegenseitig anstecken wenn ich nicht alle 5 gleichzeitig behandle (falls es was bakterielles ist)
2. Ist es möglich den Erreger zu identifizieren? was kostet das? macht das Sinn?
3. Die beiden kleinen Katzen... Impfen oder warten?
4. Das Antibiotikum wirkt bei beiden großen kranken Katzen. Soll ich darauf pochen, dass der kleine Kater auch mit Antibiotikum behandelt wird? Er hat sehr milde Symptome, die chronisch wirken. Aber ist es nicht unverantwortlich nichts dagegen zu unternehmen?
5. Kann ich davon ausgehen, dass es einer der bakteriellen Erreger sein müsste? weil beide älteren geimpften Katzen trotz längerer Trennung unabhängig krank geworden sind (die impfung ist ja nur gegen Herpes und Calici-Viren, nicht aber gegen die 3 Bakterienerreger)
und 2. die Antibiotika gut anschlagen? und drittens das erste Antibiotika bei Donna nicht so gut angeschlagen hat, was ja eigentlich so sein sollte, wenn das Antibiotikum nur Begleiterkrankungen bekämpft?
6. Kann ich Chlamydien ausschließen, weil mein Kater keine Augen- und Bindehautprobleme bekommen hat?
7. Ich habe zeitgleich zu meinem Kater eine leichte Atemwegsinfektion (nur verschleimt, sonst nichts) bekommen. D.h. ich könnte ihn auch mit einer harmlosen Erkältung angesteckt haben. Aber die andere Katze habe ich seit mehreren Tagen nicht gesehen und bei der ging es erst heute los. Außerdem sind oder waren damit 4 von 5 Katzen am rumschnupfen, über einen Zeitraum von 2 Monaten. Das wäre schon ziemlicher zufall, oder?
8. Da mein Kater intensiv Köpfchen gegen mein Köpfchen gibt (teilweise so heftig, dass er mir seine Sabber in den Mund schmiert), sollte ich wegen der zeitgleichen Atemwegsproblematik bei mir davon ausgehen, dass es Bordetella-Bakterien sind und ein Antibiotikum eine gute Idee wäre?

Ich weiß. Viele sehr spezifische Fragen. Darum auch der Extra-Thread. Ich will halt einfach nicht, dass sich die 5 immerwieder gegenseitig anstecken und der Kleine irgendwann wirklich chronische Probleme kriegt. Mein Verdacht ist nämlich dass alle immerwieder krank werden, wenn ich ihn nicht behandeln lasse, obwohl er ja eigentlich ganz gesund scheint.

Danke schonmal für die Geduld <3
Ich bin für jeden Hinweis und Denkanstoß sehr dankbar.

Ps: Ich hab den TA natürlich nicht mit all den Fragen überschüttet. Aber der hat mir nicht mal auf die Frage geantwortet, ob es wahrscheinlich ist, dass sie sich danach alle wieder aneinander anstecken und ob ich mit dem kleinen Babykater zum Tierarzt kommen soll.
chimeire ist offline  
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Alt 24.08.2018, 19:58
  #2
GroCha
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Standard

Fachlich kann ich Dir da leider so gar nicht helfen. Aber einen Link hab ich für Dich, der vll. helfen kann:
FAQ - Atemwegsinfektionen, Erkältungen, Katzenschnupfen &amp; Co.

Ich weiß, es bringt jetzt gar nichts mehr, aber ich muss es dennoch los werden: was zum Geier hat denn Deinen Mann geritten ein krankes Kitten zu einer nicht geimpften Katze zu setzen?
Das ist jetzt aber ganz schön dolle Lehrgeld, das Ihr (und die kranken Katzen!) für diesen Fehler bezahlen müsst
GroCha ist offline  
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Alt 24.08.2018, 20:26
  #3
chimeire
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Standard

Tja. Hilft jetzt leider nichts mehr.
Und die Symptome beim kranken Kätzchen sind wirklich sehr mild und ihm beim besichtigen einfach nicht aufgefallen.

Psankefür den Link

Geändert von chimeire (24.08.2018 um 20:36 Uhr)
chimeire ist offline  
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Alt 03.09.2018, 13:41
  #4
FrauFreitag
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Standard

Zitat:
Zitat von chimeire Beitrag anzeigen
- 1 alte Katze (Donna), 10 Jahre, kein aktueller Impfschutz, hatte Katzenschnupfen mit ernsten Symptomen. Hat gut auf das zweite Antibiotikum ragiert.
- 2 geimpfte, 2 Jährige ThaiSiamesen, einer seit 3 Tagen mit Erkältungssymptomen und ohne Bindehautprobleme (Nero), der gut auf die Antibiotika anspricht, die andere (Banshee) mit beginnenden Symptomen. Die beiden sind seit 2 Wochen getrennt.
- 1 Babykater (Ares, jetzt 4,5 Monate), der von Anfang an eine triefende Nase hatte und geniest hat, sonst aber quiekvidel und lebendig ist (vermutlich der kleine Seuchenherd ). Noch ungeimpft, weil krank. Er hat eine immunaufbaukur mit toten Pockenviren bekommen, sonst aber keine Behandlung.
- 1 Babykätzchen (Kali, jetzt 4,5 Monate), die kerngesund und quietschlebendig ist. Es wurde uns abgeraten sie zu impfen, weil sie dann durch die Impfung krank werden könnte. (Immunsystem wird ja beim impfen geschwächt weil eine Krankheitsreaktion simuliert wird und das könnte dazu führen, dass die Erklätung dann bei ihr kommt)

[...]

1. Sind Katzen immun gegen Katzenschnupfen wenn sie sich einmal davon erholt haben? Oder kann es sein, dass sie sich immerwieder gegenseitig anstecken wenn ich nicht alle 5 gleichzeitig behandle (falls es was bakterielles ist)
2. Ist es möglich den Erreger zu identifizieren? was kostet das? macht das Sinn?
3. Die beiden kleinen Katzen... Impfen oder warten?
4. Das Antibiotikum wirkt bei beiden großen kranken Katzen. Soll ich darauf pochen, dass der kleine Kater auch mit Antibiotikum behandelt wird? Er hat sehr milde Symptome, die chronisch wirken. Aber ist es nicht unverantwortlich nichts dagegen zu unternehmen?
5. Kann ich davon ausgehen, dass es einer der bakteriellen Erreger sein müsste? weil beide älteren geimpften Katzen trotz längerer Trennung unabhängig krank geworden sind (die impfung ist ja nur gegen Herpes und Calici-Viren, nicht aber gegen die 3 Bakterienerreger)
und 2. die Antibiotika gut anschlagen? und drittens das erste Antibiotika bei Donna nicht so gut angeschlagen hat, was ja eigentlich so sein sollte, wenn das Antibiotikum nur Begleiterkrankungen bekämpft?
6. Kann ich Chlamydien ausschließen, weil mein Kater keine Augen- und Bindehautprobleme bekommen hat?
7. Ich habe zeitgleich zu meinem Kater eine leichte Atemwegsinfektion (nur verschleimt, sonst nichts) bekommen. D.h. ich könnte ihn auch mit einer harmlosen Erkältung angesteckt haben. Aber die andere Katze habe ich seit mehreren Tagen nicht gesehen und bei der ging es erst heute los. Außerdem sind oder waren damit 4 von 5 Katzen am rumschnupfen, über einen Zeitraum von 2 Monaten. Das wäre schon ziemlicher zufall, oder?
8. Da mein Kater intensiv Köpfchen gegen mein Köpfchen gibt (teilweise so heftig, dass er mir seine Sabber in den Mund schmiert), sollte ich wegen der zeitgleichen Atemwegsproblematik bei mir davon ausgehen, dass es Bordetella-Bakterien sind und ein Antibiotikum eine gute Idee wäre?
Mit Totimpfstoff/Pocken meinst Du wohl Feliserin? Wurde das nach Schema gegeben? --> http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader....K?inhalt_c.htm

Zwecks Impfen generell - kauf Dir bitte mal das Buch: https://www.amazon.de/Katzen-impfen-.../dp/3981125983
Das ist zum grundlegenden Verständnis gut.
Ansonsten: Core-Impfungen, ergo die Impfungen, die man haben sollte, sind Katzenschnupfen und Katzenseuche, bei Freigängern KANN man sich Tollwut überlegen (allerdings ist diese in Deutschland seit Jahren nicht mehr aufgetreten). Was die Katzenschnupfenimpfung angeht: Diese zielt NUR auf Herpes- und Caliciviren, verhindert auch nicht die Ansteckung mit denselben und/oder den Ausbruch der Krankheit, sie mildert lediglich die Symptome.
Will sagen: Geimpfte Katzen können sehr wohl ebenfalls erkranken.

Zu Deinen Fragen:

1.) Nö, nix Immunität. Der Katzenschnupfenkomplex ist ein Krankheitskomplex, der sich aus unterschiedlichen Bakterien und Viren als Primärerreger zusammensetzt und unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen kann. Zwecks der Viren - siehe oben. Zwecks der Bakterien: Gegen diese impft man nicht, weil das Risiko-Nutzen-Verhältnis ungünstig ist, weil es zu viele unterschiedliche Stämme gibt. Ergo in Summe: Keine Immunität, nein.

2.) Kann man, klar. Mit einem Augenabstrich, einem Rachenabstrich, wenn die Erkrankung in den unteren Atemwegen ist mit einer Lungenspülung. Sinnvoll? Kommt drauf an. Bei Bindehautentzündungen, Augenkisten generell - meines Erachtens nach eher nein. Warum? Weil dafür nicht viele Erreger in Frage kommen. Ich zitiere mich mal aus einem anderen Thread:

Zitat:
Zitat von FrauFreitag Beitrag anzeigen
ich war mit zora wirklich bei zig augentierzärzten. und ich habe damals darüber mit ärzten an der uniklinik münchen gesprochen, hatte auch diesbezüglich kontakt mit einer ärztin der uniklinik wien. das standardvorgehen war IMMER das gleiche - und wich/weicht komplett ab von dem, was die "normalen" tierärzte so tun.

Zum Thema Bindehautentzündung steht vieles im FAQ:
FAQ - Atemwegsinfektionen, Erkältungen, Katzenschnupfen &amp; Co.

Im FAQ steht einiges dazu, hier kann ich auch noch etwas verlinken:
https://www.idexx.eu/globalassets/do...s-part1_de.pdf

Bindehautentzündungen werden bei Katzen meistens von Herpesviren, Mykoplasmen UND/ODER (!) Chlamydien ausgelöst. Unterscheiden kann man das auf den ersten Blick und mit bloßem Auge NICHT. Klar, wenn der Ausfluss ne Farbe hat, dann sind Bakterien da oder vielmehr beteiligt. Heißt aber nicht, dass deshalb keine Herpesviren vorhanden sind.

Deshalb geben Ophthalmologen, wenn man keine Erregerbestimmung macht, in der Regel BEIDES - ein lokales AB und ein lokales Virostatikum. Vielleicht sind es beide Erreger - dann top. Vielleicht sind es Herpesviren - dann sollte man eh zusätzlich antibiotisch abdecken, um eine Sekundärinfektion zu vermeiden. Und im Falle von nur Bakterien gibt man das Virostatikum eben umsonst. Das ist der pragmatische Weg. Herpesviren am Auge lassen sich leider NICHT durch bloßes Draufschauen ausschließen, wie viele Tierärzte gerne mal meinen - wenn man Herpes am Auge sieht, dann hat er sich schon von einer Konjunktivitis zu einer Keratitis fortentwickelt.

Was aber dennoch von vielen "normalen" Tierärzten gegeben wird und NUR in ganz speziellen Fällen korrekt ist (z.B. bei einer eosinophilen Keratitis), die aber bitte alle vom Facharzt diagnostiziert werden sollten, sind Salben, die auf AB-Cortison-Gemischen basieren. Das ist, sieht man mal von jenen speziellen Sonderfällen ab, IMMER FALSCH und absolut kontraindiziert, siehe auch:
http://www.svk-asmpa.ch/katze/augen/augen3.htm
"Fazit: Viren und Bakterien sind die Hauptursache für Bindehautentzündungen bei der Katze. Der Einsatz von kortisonhaltigen Augenpräparaten ist daher bei den meisten Bindehautentzündungen falsch. Der Krankheitsverlauf kann dadurch sogar verschlimmert werden."

Cortison erkennt man in Augensalben an der Silbe "Dexa" (Dexamethason) oder auch "Corti", ansonsten gerne mal "Predni(solon)".
FrauFreitag ist offline  
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Alt 03.09.2018, 13:43
  #5
FrauFreitag
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Standard

Was Abstriche generell angeht ein weiteres Eigenzitat aus diesem Thread:

Zitat:
Zitat von FrauFreitag Beitrag anzeigen
In meinem letzten Posting steht schon etwas hinsichtlich der Augen dazu. Ich habe noch KEINEN Augenfachtierarzt erlebt, der SOFORT einen Abstrich gemacht hat. Warum? Es kommen in 99,9% der Fälle, siehe FAQ/Quellen, nur drei Erreger in Frage - Herpesviren, Mykoplasmen, Chlamydien. Diese können gemischt oder einzeln auftreten.

Im Falle von Herpesviren gibt man ohnehin zusätzlich zum lokalen Virostatikum (z.B. Acic-Ophtal) ein lokales Antibiotikum (das BEIDE Bakterien abdeckt! z.B. Gent-Ophtal, Oxytetracyclin), um Sekundärinfektionen zu vermeiden, einer der seltenen Fälle einer präventiven Antibiose.
Im Falle einer gemischten Infektion braucht es ohnehin beides.
Im Falle einer rein bakteriellen Infektion hat man das Virostatikum, das lokale, umsonst gegeben. Das ist meines Wissens nach nur ein Verlust für den Geldbeutel (17 Euro).
Und, bitte nicht vergessen: Bis die Abstrichergebnisse da sind, dauert es - man muss ohnehin initial behandeln im Akutfall und dann ALLES berücksichtigen, um Folgeschäden zu vermeiden. Ergo kann man sich den Abstrich auch erst einmal schenken, in den allermeisten Fällen ist eine Bindehautentzündung mit diesen Präparaten innerhalb von wenigen Tagen Geschichte (allerdings sollte man die Präparate, um ein Rezidiv zu vermeiden, noch längere Zeit, mindestens eine Woche, über das Abklingen hinaus geben).

Hinsichtlich Atemwegskrankheiten: Hier sind es eine überschaubare Anzahl an Erreger, die überhaupt solche auslösen können, das hatte ich schon geschrieben. Ein sorgfältig und kompetent ausgewähltes Antibiotikum (! - Convenia ist das NICHT!) hat hier gute Chancen, die Erkrankung in den Griff zu bekommen - wenn es von vorne herein dazu geeignet ist, so gut wie alle in Frage kommenden Primärerreger (= Krankheitsauslöser) abzudecken.

Das können einige Antibiotika in der Theorie - Doxycyclin, Azithromycin, Pradofloxacin sind hier für gewöhnlich in der engeren Auswahl (bitte aufpassen - das ist eine allgemeine Angabe, bei Kitten gelten "andere Regeln"). Diverse Tierärzte nehmen auch gerne Amoxicillin mit Clavulansäure, weil es (im Gegensatz zu z.B. Doxy) bakterizid wirkt (abtötend - und nicht nur wachstumshemmend, bakteriostatisch), allerdings wirkt das eben NICHT gegen Mykoplasmen.

Mit einer, vielleicht zwei verschiedenen Antibiosen sollte eigentlich auch jede feline Atemwegserkrankung Geschichte sein - vorausgesetzt, die Antibiose wird korrekt durchgeführt (keine Einnahmefehler, bei Erbrechen/Durchfall anderer Wirkstoff, korrekte Dosierung/keine Unterdosierung, ausreichende Dauer).

In der Humanmedizin macht man doch auch nicht bei jeder Erkrankung einen Abstrich?! Wenn ich Angina habe, was ich sehr oft habe, sollte der Arzt WISSEN, dass es Streptokokken sind. Diesbezüglich gibt es Antibioserichtlinien, die bei derlei Streptokokken ein AB der 1. Wahl, der 2. und der 3. vorschlagen.

Gut, hinsichtlich der neuen Antibioseverordnungen in der Vetmed werden jetzt eh diverse Tierärzte ständig nach Abstrichen verlangen, um bestimmte Antibiotika zu verordnen. Das ist teilweise erfreulich, ich sehe hier aber große Fehlerquellen - resultierend aus meinen eigenen leidigen Erfahrungen. Warum?

Weil viele Tierärzte herzergreifend unwissend zu sein scheinen. Da wird bei einer felinen Atemwegserkrankung der oberen Atemwege davon ausgegangen, dass bei gleichzeitigem Befall der Augen die Flora gleich ist in Augen und Rachen und nur ein Abstrich von den Augen genommen. Es wird bei einer Erkrankung der unteren Atemwege nur ein Abstrich in den oberen genommen oder in der Luftröhre. Ich habe das selbst mit meiner oben genannten Katze erlebt - die Flora ist nicht zwingend die gleiche, leider - siehe hier, Posting Nr. 16.

Oder: Es liegt ein Abstrichergebnis vor. Zwei Bakterien werden gefunden, Mykoplasmen und irgendwelche Kokken. Mykoplasmen werden nicht im Antibiogramm erfasst, dass die weitere Antibiosemarschrichtung vorgeben soll (weil Mykoplasmen-Antibiogramme nur in Speziallaboren machbar sind, weil sie Zellwandlose sind und sich nicht so einfach anzüchten lassen). Der Tierarzt sieht das Antibiogramm, die Kokken sind sensibel auf Amoxicillin, er gibt Amoxicillin. Hier auch schon passiert. Was ist der Fehler? Grundlagen-Anfänger-Fehler: Das Vorhandensein von einem Erreger sagt nichts über dessen Pathogenität aus, also die Fähigkeit, eine bestimmte Erkrankung auszulösen. Das muss "ortsbezogen" vom Tierarzt entschieden werden. Nun - vielen Tierärzten ist das mit den Mykoplasmen z.B. nicht klar, dass die dann nicht im Antibiogramm erscheinen. Und vielen Tierärzten ist erschreckenderweise auch nicht bekannt, welche Erreger in den Atemwegen der Katze Primärerreger sind (Krankheitsauslöser), welche Sekundärerreger sind (Mit-Party-Feierer, ergo Bakterien, die sich auf eine bestehende Kiste draufsetzen) und welche "normal" dort vorkommen können. Zum Teil ist das auch wieder symptom- und ortsbezogen. In diesem besagten Beispiel ist es sehr sicher, dass die Katze weiter Probleme hat/hätte. Warum? Weil Amoxicillin zwar gegen Kokken wirkt, die aber in diesem Fall sehr sicher Sekundärerreger sind, nicht aber gegen Mykoplasmen, die sehr sicher die Auslöser sind.

In obigem Link lässt sich auch so eine Kiste nachlesen - meine Katze wäre fast eingeschläfert worden, weil der Klinikchef seine Antibiose auf einen zwar auf den ersten Blick furchteinflößenden Keim ausgerichtet hat (Pseudomonas), der aber, und das hätte er WISSEN MÜSSEN, IMMER (!) Sekundärerreger ist - und die Antibiose hat die ebenfalls vorhandenen Mykoplasmen NICHT abgedeckt (die der Chefe nicht gefunden hatte, weil er der Ansicht war, dass ein Abstrich aus der Luftröhre dieselbe Flora abbildet wie in den unteren Atemwegen, was ebenfalls ein fetter Fehler war).

Ich sehe die Abstrichkiste mitunter kritisch. Warum? Weil sie fehleranfällig ist und definitiv von der Kompetenz der Ärzte abhängt. Mein Vertrauen in jene ist mittlerweile stark gesunken, das gebe ich zu. Warum noch? Weil ich es z.B. bei einer Erkrankung der unteren Atemwege (und oftmals lässt sich das nicht so genau verifizieren, ob jetzt nur die oberen betroffen sind oder auch schon die unteren - ein Röntgenbild bildet das nur ab, wenn es schon weiter gediehen ist) erfordern würde, dass man zwingend eine Lavage macht. Das verursacht einerseits ordentliche Kosten und birgt immer ein Risiko (hier gleich ein doppeltes, Lavage an und für sich bei der Katze, die in der Lunge ein Problem hat - klar, sonst bräuchte sie keine, dennoch - sowie Narkose). Ich würde mich in so einem Fall IMMER zuerst auf eine kompetent (!) ausgewählte Antibiose "stürzen" - ich meine, im Idealfall (!) basiert diese auf der Erfahrung und Forschung von zig Jahrzehnten und Tausenden Fällen, es ist ja nicht so, dass das alles "vom Himmel gefallen" ist, das Wissen um feline Atemwegskrankheiten.
FrauFreitag ist offline  
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Alt 03.09.2018, 13:55
  #6
FrauFreitag
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3.) Was das Impfen angeht - gute Frage. Der kleine mit der Symptomatik - den würde ich auf keinen Fall impfen JETZT, kranke Tiere impft man nicht. Die andere Mupfe - wo sitzt sie mit wem zusammen? DANACH müsst Ihr in jedem Fall impfen, das sollte klar sein.

4.) Ja, es ist unverantwortlich, dass die kleine Katze nicht behandelt wird. Und chronisch ist hier auch nichts im Sinne von "geht nicht mehr weg" - chronisch ist es in dem Sinne, weil es schon (viel zu) lange dauert. Und er nicht behandelt wurde/wird. Feliserin alleine (ich nehme an, das war es) ist ja "nur" ein Immunpusher, aber kein baterienabtötendes oder virenhemmendes Präparat, das reicht nicht.
Was für Medikamente bekommen die Tiere, wer was in welcher Dosierung und wie schwer sind die entsprechenden Katzen?

5.) Die Impfungen sind, siehe letzte Postings, kein Argument dafür, dass es keine Viren sind und/oder keine Viren beteiligt sind. ABER: Weder Calici noch Herpes verursachen Husten, Schnupfen. Herpes kann für Binde-/Hornhautentzündungen verantwortlich sein, auslösend oder mitauslösend. Herpes und Calici können im Rachen, ergo obere Atemwege, toben - das sieht man normalerweise, weil dort Rötungen, Läsionen, Bläschen vorhanden sind. Das kann sich auch ausweiten auf die Bereiche rund um das Maul, Calici kann Limping Kitten auslösen, da kann es noch zu weiteren Symptomen kommen. Husten und Schnupfen allerdings kommen von Bakterien und mitnichten "nur" Begleiterkrankungen - die Erreger sind vollwertige Primärerreger aus dem Katzenschnupfenkomplex und können ganz alleine fette Atemwegsinfektionen auslösen, die sich ungehindert auch gerne auf die unteren Atemwege (Lungenentzündung) ausdehnen oder auf die Ohren (Mittelohrentzündung).

6.) Nö. Chlamydien können auch "nur" in den Atemwegen toben. Das ist alles immer ein fettes Missverständnis, auch seitens der Ärzte. Eine Katze muss z.B. keine Infektion an den Augen haben oder Fieber, um einen Katzenschnupfen zu haben. Es ist ein Krankheitskomplex mit unterschiedlichen Primärerregern, die einzeln oder gemischt auftreten können, unterschiedliche Sekundärerreger mit sich bringen können (Mit-Party-Feierer, die sich auf die bestehenden Infektionen setzen), somit vollkommen unterschiedliche Krankheitsbilder auslösen können.

7. + 8.) Nur wenige der in Frage kommenden Primärerreger aus dem Katzenschnupfenkomplex sind Zoonosen. Dann fragt sich immer noch: Wie einfach geht eine Ansteckung in welche Richtung? Nicht einfach, kann ich Dir jetzt schon sagen, die Literatur ist da ein wenig indifferent, dennoch. Und zudem: Bei Menschen werden Atemwegserkrankungen meist von ganz anderen Erregern ausgelöst. Verwirf den Gedanken.
FrauFreitag ist offline  
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ansteckung, antibiotika, immun, katzenschnupfen

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