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Infektionskrankheiten Erkältungen, FIP, FIV, FeLV, ...


Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen
Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.

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Alt 04.08.2018, 23:33   #1
Mucka24
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Standard chron. Katzenschnupfen, Antibiogramm und PCR liegt vor

Liebe Forenmitglieder,

dies ist mein erster Post und ich möchte mich erstmal für dieses tolle Forum und bei den Mitgliedern bedanken, da ich für viele Fälle allein durch Lesen der Beiträge gesundheitliche Probleme in Zusammenarbeit mit meinem Tierarzt erfolgreich lösen konnte. Nun habe ich jedoch ein ernstes Problem und Fragen. Ich fasse kurz die Thematik zusammen und am Ende habe ich die Fragen, die ich bereits an Bayer gesendet habe, als Kopie eingefügt da ich von einer freien Mitarbeiterin von Bayer bereits einmal kompetent und ausführlich beraten wurde.

Es geht um unseren 9 Jahre alten Kater Spot (siehe Foto am Ende, EKH+BKH, Wohnungskatze mit abgesichertem Balkon und zweitem Kater als Gesellschaft, Waisenkind aus Lettland, hat schon einiges hinter sich, u.a. Struviten, extreme Form der Kinnakkne.

Vor zwei Jahren ist er im Winter in die gefüllte Badewanne gefallen und hat sich danach in einer unzugänglichen Ecke versteckt, sodass es nicht möglich war in abzutrocknen. 7 Tage später fing er an zu nießen und es entwickelte sich ein hartnäckiger Schnupfen, der nach Therapie immer wiederkehrte.

Gleich folgt der aktuelle Status, als Kopie der Anfrage an Bayer, indem alle derzeit relevanten Infos und Fragen zu finden sind. Ich hoffe jemand aus dem Forum kann weiterhelfen, ich habe einen ähnlichen Fall hier im Forum gefunden, der allerdings leider nicht abgeschlossen wurde: PSEUDONOMAS: hat ihn jemand besiegt ?

Anwendung von Veraflox bei chron. Katzenschnupfen, Ergebnisse von Antibiogramm und PCR vorhanden

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einigen Wochen (20.06.2018) erhielt ich über dieses Kontaktformular einen Rückruf von Frau Dr. "Name aus Datenschutzgründen entfernt", bezüglich Fragen zur Anwendung von Veraflox (Pradofloxaxin) zur Behandlung eines Katers mit chronischem Katzenschnupfen.

Die Symptome sind derzeit: Nasenausfluss, flüssig bis schleimig klar mit weißen "Wölkchen", schleimiger Rachen, Atem- und Schluckgeräusche, belegte Stimme. Ansonsten vital, keine Anorexie sondern starker Appetit, aber deutliches Unbehagen durch die Atemprobleme gerade bei der derzeitigen Hitze.

Ich habe inzwischen eine umfangreiche Analyse veranlasst mit folgendem Ergebnis (Nasen und Rachentupferprobe unter Vollnarkose, jeweils eine für Antibiogramm und PCR):

Starke Besiedlung von Pseudomonas Aeruginosa
Sensibel auf folgende gebräuchlige Antibiotika: Pradofloxaxin (und andere Fluoroquinolone), sowie sehr gute Sensibilität auf Gentamicin

Ansonsten nur sensibel auf unübliche Reserveantibiotika die am Ende der Liste auftauchen....

PCR: Calici, FHV, Chlamydien, Mykoplasmen: negativ
Mykose: Negativ
(Anm. zur Info, die Kosten der Untersuchung betrugen insgesamt mit Vollnarkose und Materialien 259 €)

Vorgeschlagene Therapie: Pradofloxaxin über 4-6 Wochen und Gentamicin Augentropfen, begleitet durch Prednisolongabe (nicht täglich um eine Gewöhnung zu vermeiden, ich bat den Veterinär Prednisolon zu Injizieren während der Probenahme, weil er durch die Hitzewelle kaum noch Luft bekam, was in einer fast vollständigen Linderung der Atemprobleme für 3 Tage führte...). Vor einem Jahr wurde bereits Pradofloxaxin gegeben, allerdings nur 10 Tage. Er war während der Therapie für ein paar Tage absolut symptomfrei.


Ist diese Therapie empfehlenswert und haben Sie evtl. noch einen Rat? Ist es z.B. empfehlenswert das Immunsystem zum Ende der Therapie anzuregen (Zylexis?) und eine Neubesiedlung mit Darmbakterien (Bactisel?) einzuleiten, um einer evtl. Neubesiedlung mit pathogenen Keimen entgegenzuwirken bis sich das Immunsystem wieder stabilisiert hat?

Ich plane darüber hinaus während der Behandlung die Keime in der Wohnung mittels Dampfreiniger und ozongenierender UV Lampe (natürlich in Abwesenheit höherer Lebewesen) möglichst zu reduzieren. Dazu Inhalationen mit NACL über einen medizinischen Vernebler.

Im Herbst wenn die Temperaturen angenehmer sind, plane ich die Veterinärmedizinische Fakultät der Uni Leipzig aufuzusuchen, um weiteren Ursachen oder durch die Infektion hervorgerufene Veränderungen auf den Grund zu gehen (Polyp, Tumpor etc.), unabhängig davon ob die Antibiose erfolgreich ist oder nicht.

Ich bedanke mich im Voraus für eine Rückmeldung und die Geduld für das Lesen des langen Textes.

Mit freundlichen Grüßen

https://drive.google.com/open?id=1CW...fLa9AW1d8jMzUR

Ich werde dieses Thema bis zum Erfolg oder Misserfolg aktualisieren, da verwaiste Themen ohne abschließendes Ergebnis niemandem wirklich helfen. Ich möchte damit allerdings niemanden zu nahe treten, da ich durchaus Verständnis dafür habe, dass man nach einem schlimmen Ausgang nicht die Motivation und Kraft aufbringt, das Ergebnis im Forum mitzuteilen.

Geändert von Mucka24 (05.08.2018 um 00:45 Uhr)
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Alt 05.08.2018, 00:46   #2
FrauFreitag
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Hallo und herzlich willkommen

Verstehe ich das richtig - die Symptome bestehen seit zwei Jahren?
Was wurde zwischendurch und wie behandelt, war die Katze jemals symptomfrei?

Betreffs der jetzigen Symptome: Hustet sie auch? Wie hört sich die Lunge an bei der Atmung, gibt es Flankenatmung?

Was wurde bisher an Diagnostik gemacht die ganze Zeit über und vor allem in letzter Zeit? Nur der Abstrich? Der erfolgte in der Nase UND im Rachen? Stellst Du das genaue Antibiogramm bitte mal ein?
Wieso wurde die Katze eigentlich in Narkose gelegt? Ist ja eigentlich nicht notwendig, wenn sie händelbar ist.

Was ich hier schon gleich anmerken kann:
Dein Tierarzt hat NICHT auf alle möglichen Primärerreger bakterieller Natur getestet. Nach dem, was Du schreibst, wurde vermutlich nur ein sogenanntes kleines Atemwegsprofil gemacht, das lediglich Mykoplasmen, Chlamydien, Herpes und Calici umfasst - da fehlen Erreger auf bakterieller Seite, die in den felinen Atemwegen alleine krankheitsauslösend sein können.

Und: Ihr habt hier was vergessen. Entweder der Erreger wurde wegen des eingeschränkten Tests nicht umfasst UND/ODER es sitzt in den unteren Atemwegen noch etwas anderes.

Der Pseudomonas Aeruginosa ist ein SEKUNDÄRERREGER. Was heißt das? Er ist alleine nicht krankheitsauslösend. Da muss jemand oder etwas den Weg geebnet haben, was meist noch da ist - wenn wir mal Sonderfälle ausnehmen (Polypen, Aspergillose, was weiß ich ...), dann sind das im Normalfall eben Bakterien. Aber ANDERE. Welche, die bekanntermaßen Erkrankungen in den Atemwegen bei Katzen auslösen können. Der PA kann es nicht - er ist ein Opportunist.

Wenn man sich darauf einschießt, den zu behandeln, wird das nicht nur schwierig (er ist hartnäckig, geht aber eben oft auch mit, wenn die Hauptursache geht), sondern es kann einfach auch sehr oft komplett daneben gehen (weil man sich im auslösenden Erreger schlichtweg vertan hat). War z.B. bei Heirico hier im Forum so und auch bei meiner Katze, siehe Posting Nr. 16 hier.
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Alt 05.08.2018, 00:56   #3
FrauFreitag
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Und die Gentamicin-Kiste verstehe ich nicht.

Das ist Hilflosigkeit des Tierarztes. Er möchte mit allem draufballern, was geht, weil er weiß, dass der PA ein "Arsch" ist. Er ist hartnäckig, eklig, bildet ganz schnell Resistenzen durch Mutation, hat ohnehin schon jede Menge natürliche Resistenzen, bildet Giftstoffe usw..

Die Frage sollte aber hier sein: Kann er die Symptome überhaupt an der Stelle auslösen, gilt er als PRIMÄRERREGER? Und das tut er eben nicht.

Ergo muss man sich fragen: Gibt es da noch was, dass ich übersehen habe? Die Möglichkeit ist groß, weil der Abstrich unzureichend war. Dann - sind vielleicht schon die unteren Atemwege betroffen? Auch hier eine gute Möglichkeit, die Krankheit geht schon lange, die Symptome sind vielfältig. Die Flora der oberen Atemwege kann im Vergleich zu den unteren eine andere sein - siehe oben, mein Link mit unserer Leidensgeschichte. Oder: Gibt es vielleicht eine schlechte Ausgangslage, eine Verformung oder Verwachsung, Wucherung in den Atemwegen, die einen ständigen Sekretstau, verschattete Plätze etc. Vorschub leisten könnte, damit sich dort der PA ansiedeln konnte? Nochmal - er lebt überall draußen in der Natur. Wen springt er an? Beispielsweise Mukoviszidose-Kranke. Warum? Weil deren Lungen verschattet und verschleimt sind. Er kommt nicht, wenn nicht vorher ein für ihn "fruchtbarer" Boden bereitet wurde durch eine andere Infektion oder besondere Umstände (andere Krankheit, physische Besonderheiten).

Das scheint Deinem Arzt hier nicht klar zu sein. Er möchte jetzt Augentropfen geben, Gentamicin. Ich verstehe, warum - Gentamicin ist neuro-, nephro- und ototoxisch, es ist ein Reserve-Antibiotikum, das massiv Schaden anrichten kann - außer eben das Bakterium angreifen. Deshalb möchte er es "zart" über das Auge versuchen, weil Genta lokal bzw. topisch bei Katzen gegeben werden kann.

ABER: Für den seltenen Fall, dass der PA wirklich nur noch alleine als solcher da sitzt und nicht ein anderer Keim noch vorhanden ist etc. - mit dieser Methode wirst Du ihm nicht beikommen. Über das Auge wird ein Teil resorbiert, der in den Körper gelangt. Der wird nicht ausreichend sein, um gegen den PA zu wirken, aber er wird ausreichen, dessen unglaubliche Fähigkeit zu triggern, Resistenzen zu bilden.

Ich kann es Dir selbst sagen - der PA meiner Katze ist innerhalb von vier Wochen mutiert und hatte, ich meine, nur noch zwei drei Wirkstoffe, die überhaupt noch sensibel oder wenigstens intermediär waren. Da waren am Anfang noch deutlich mehr.

ICH würde mir hier das Gentamicin aufheben. Und zwar für den Fall, dass man es WIRKLICH braucht. Und dann müsste man es inhalieren und/oder wirklich spritzen (in Kenntnis der Risiken).
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Alt 05.08.2018, 01:21   #4
Mucka24
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Hallo Frau Freitag,

vielen Dank für die Antwort zu so später Stunde . Ich muss jetzt leider etwas ausholen. Zuerst zu Deinen Fragen:
-kein Husten
-ich vergaß das Antibiogramm zu fotografieren, bekomme es aber nächste Woche wenn das Pradofloxaxin da ist mit. Es entspricht aber genau dem Antibiogramm aus diesem Post: PSEUDONOMAS: hat ihn jemand besiegt ? Spot wurde behandelt, mit den typischen Fehlern die hier im Forum immer wieder auftauchen. Erst mit Convenia und Zylexis Kur, was zum weitgehenden , aber nicht komplettem Einstellen der Symptome für eine gewisse Zeit führe. Dann kam es heftig wieder, mit grünem Schleim und rückwärtigem Nießen (weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll, aber ich hatte dabei Angst, dass er beim Fressen erstickt). Dann wurde mit Clavaseptin behandelt, was während der Therapie zu einem Rückgang der Symptome führte, dann aber wieder umso heftiger begannen. Ich bat dann den Tierarzt um ein Antibiogramm, er meinte aber dass dieses seiner Erfahrung nach keine Aussagekraft besitzt (Fremdkeime). Wir probierten dann die Therapie mit Veraflox (allerdings nur für 10 Tage). Während der Therapie und einiger Zeit danach war er komplett Symptomfrei. Dann begann dünnflüsssiger Nasenausfluss und ich suchte einen anderen Tierarzt in der Nähe auf, der auch Rhinoskopien durchführt. Dieser meinte, dass dass Veraflox noch wirkt und ich wiederkommen soll, wenn der eitrige Ausfluss wieder beginnt. Das kam erstmal nicht, dafür wurde es an einem Tag extrem kritisch mit plötzlichen Atemproblemen, worauf ich meinen Haustierarzt in meiner Stadt aufsuchte, der ihm Clavaseptin verordnete, was innerhalb kurzer Zeit die Symptome beseitigte. Ich hatte bereits einen Termin an der Uni Leipzig jetzt Anfang Juli, den ich aber in Rücksprache und auf Anraten der Uni auf den Herbst verschob, da das derzeitige extreme Wetter evtl. kontraproduktiv für die Heilung eines ggf. nötigen Eingriffst ist. Da die Symtpome sich derzeitig bei dem heißen Wetter verschlechterten habe ich mich entschieden vor Ort und nach Rücksprache mit Laboklin und der Uni Leipzig, welche beide eine Infektion mit Chlamydien oder Mykoplasmen aufgrund der derzeitigen Symptome (klarer Ausfluss mit weißen "Wölkchen") im verdacht hatten (und diese die kurze Therapie mit Veraflox überstanden haben). Deshalb wurde mir empfohlen ein Antibiogramm, sowie zusätzlich eine PCR auf Chlamydien und Mykoplasmen ( da diese nur intrazellulär vorkommen), sowie auf FHV FCV und Pilze zu machen. Da empfohlen wurde, für die PCR auf Mykoplasmen den Rachenabschnitt von Schleim zu befreien und "beherzt" zu tupfern, entschied sich mein Tierarzt die Probenahme unter Vollnarkose zu machen. Der Tierarzt meinte auch, dass trotz der PCR dennoch Chlamydien und Mykoplasmen postiv sein könnten, und deshalb das Pradofloxaxin aufgrund der therapeutischen Breite und guten Verträglichkeit das Mittel der Wahl sei. Er erwähnte auch, dass die Pseudomonas sich wohl während der Zeit der Krankheit und Therapie als Sekundärerreger eingenistet haben und jetzt als einzige übrig sind und nun Probleme verursachen

Ich habe übrigens den Eindruck, dass sich die Praxis erst durch die Novelle der TÄHAV und damit verbundenen Fortbildungen besser mit dieser Art von Infektionen auskennt.

Welche spezifischen Tests auf bestimmte Erreger fehlen Deiner Meinung nach?

Ergänzung: Der Unfall mit der Badewanne ist im November 2016 passiert, die Symptome begannen also vor etwas über 1,5 Jahren. Zwischendurch war er während und/oder nach Therapie wie oben erwähnt zeitweise symptomfrei bzw. hatte nur geringe Symptome. Eine stetige Verschlechterung ist nicht erkennbar, lediglich das Wiederkehren, was laut Laboklin und Bayer am falschen Antibiotikum oder einer zu kurzen Behandlungsdauer liegen kann. Natürlich können Polypen oder ein Tumor verantwortlich sein (Tumor führt laut Uni Leipzig aber zu einer stetigen erkennbaren Verschlimmerung der Symptome). Deshalb auch die geplante bildgebende Diagnostik in Leipzig (auch wenn die jetzige Therapie erstmal erfolgreich sein sollte)

Geändert von Mucka24 (05.08.2018 um 01:41 Uhr)
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Alt 05.08.2018, 01:40   #5
FrauFreitag
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Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Ich bat dann den Tierarzt um ein Antibiogramm, er meinte aber dass dieses seiner Erfahrung nach keine Aussagekraft besitzt (Fremdkeime). Wir probierten dann die Therapie mit Veraflox (allerdings nur für 10 Tage). Während der Therapie und einiger Zeit danach war er komplett Symptomfrei. Dann begann dünnflüsssiger Nasenausfluss und ich suchte einen anderen Tierarzt in der Nähe auf, der auch Rhinoskopien durchführt. Dieser meinte, dass dass Veraflox noch wirkt und ich wiederkommen soll, wenn der eitrige Ausfluss wieder beginnt. [...]

Ich hatte bereits einen Termin an der Uni Leipzig jetzt Anfang Juli, den ich aber in Rücksprache und auf Anraten der Uni auf den Herbst verschob,[...] Deshalb wurde mir empfohlen ein Antibiogramm, sowie zusätzlich eine PCR auf Chlamydien und Mykoplasmen ( da diese nur intrazellulär vorkommen), sowie auf FHV FCV und Pilze zu machen. [...]
Der Tierarzt meinte auch, dass trotz der PCR dennoch Chlamydien und Mykoplasmen postiv sein könnten, und deshalb das Pradofloxaxin aufgrund der therapeutischen Breite und guten Verträglichkeit das Mittel der Wahl sei. Er erwähnte auch, dass die Pseudomonas sich wohl während der Zeit der Krankheit und Therapie als Sekundärerreger eingenistet haben und jetzt als einzige übrig sind und nun Probleme verursachen
[...]
Welche spezifischen Tests auf bestimmte Erreger fehlen Deiner Meinung nach?
Zuerst zum letzten Satz: Wenn man testet, testet man auf ALLES. Hier wurde nur auf vier Erreger, ganz spezifisch auf diese vier hin, getestet - die genannten. Zum Katzenschnupfenkomplex, zu dem alle felinen Atemwegskrankheiten infektiöser Natur gehören, gehören aber noch mehr Primärerreger auf bakterieller Seite: mindestens noch Bordetellen, ferner auch Pasteurellen (auch wenn deren Status als Primärerreger noch ein wenig diskutiert wird) - das wurde einfach nicht getestet bei Euch, wenn, wie Du schreibst, auf der Seite mit der Erregerbestimmung steht: Mykoplasmen, Chlamydien, Herpes und Calici.

Auf der anderen Seite - wo haben sie dann den PA her?
Wieso waren die vier spezifisch gelistet? Hat man vielleicht beide Abstriche unterschiedlich getestet?
Nützt nichts - frag die Abstrichergebnisse an, damit man sich das hier anschauen kann, was wirklich gemacht wurde.
Ich frage so dezidiert nach, weil man hier im Forum schon so einiges diesbezüglich erlebt hat ...

Im Übrigen:
Abstrich = Methode, salopp für das Ganze verwendet, das eben eine Erregerbestimmung ist
PCR = Testverfahren, Polymerase Kettenreaktion.
Antibiogramm = Test: Bakterium, vorher gefundenes, wird angezüchtet und daran werden Antibiotika getestet und dann in drei Gruppen eingeteilt - sensibel, intermediär und resistent

Zwecks des Veraflox, das "nachwirkt" - Bullshit. Es ist kein Depot, es muss täglich gegeben werden. Mag sein, dass es im Abbau zwei Tage braucht, dann ist es aber unter der Wirkkonzentration. Zu dem Arzt, der Dich damals nach Hause geschickt hat mit der Ansage, Du sollst wiederkommen, wenn es schlimmer wird, zu dem würde ich NIE WIEDER GEHEN. Das ist sowas von grober Unfug und beruht auf einer totalen Unkenntnis hinsichtlich Antibiose.

Das mit dem Abstrich oben, dass der nichts nützt wegen Fremdkeimen - das ist ebenfalls Bullshit, mit Verlaub. Das Vorhandensein von Bakterien an einer bestimmten Stelle sagt nichts über deren Pathogenität aus. Das muss der Tierarzt wissen: Welche Erreger sind an dieser Stelle normal, welche können Krankheiten auslösen, welche lösen an dieser Stelle immer Krankheiten aus? Abstrich helfen nur weiter, wenn der Tierarzt kompetent ist. Sind wohl leider die wenigsten.

Das mit den Mykoplasmen und den Chlamydien - nu ja ... im Normalfall - nein. Mich würde eher interessieren - untere Atemwege, wirklich keine Probleme?

Pradofloxacin ist schon ok, damit kann man es versuchen, es umfasst auch so gut wie alle Erreger bakterieller Natur, die eine solche Kiste auslösen. Das Gentamicin - ICH würde mich hier verweigern, ehrlich bzw. das durchsprechen ... Warum? Weil Ihr nicht wisst, ob der PA überhaupt diese Symptomatik auslöst oder nicht. Und weil, sollte der PA wirklich übrig geblieben sein von etwas anderem und jetzt toben, Ihr vielleicht irgendwann noch ein AB braucht, das wirkt, ein systemisches - bei der kleinen Menge, die über die Augen im Körper landet, kannst Du davon ausgehen, dass der PA innerhalb von vier Wochen resistent ist gegen Genta - und im Normalfall dann auch gleich gegen weitere Stoffe aus derselben Wirkstoffgruppe, eventuell gegen die ganze.

Geändert von FrauFreitag (05.08.2018 um 01:43 Uhr)
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Alt 05.08.2018, 02:11   #6
Mucka24
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Danke für die Hinweise und ich habe kein Problem wenn Du deutlich wirst, da ich mich nicht angegriffen fühle sondern es wohl eher auf die verbreitete Inkompetenz der Tierärzte in diesem Bereich zielt. Ich bin kein Veterinär sondern ein besorgter Katzenhalter, der hier im Forum Hilfe sucht, weil ich Skepsis gegenüber den Tierärzten habe. Ich werde gleich Montag den Bericht aus der Praxis holen und ihn hochladen. Die Lunge wurde abgehört und es wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Bis auf die geschwollenen und triefenden Nasengänge, Geräusche beim Schlucken (wie wenn man eine Mandelentzündung hat), leicht geschwollene Lymphknoten und leichtem Augenausfluss aus einem Auge (durchsichtig aber etwas zäh, Auge hat sonst keine Auffälligkeiten) hat die allgemeine Untersuchung keine Auffälligkeiten ergeben. Zähne sind auch Augenscheinlich in Ordnung.

Der dringende Verdacht auf Polypen besteht natürlich, ich vergaß zu erwähnen, dass er bereits als Jungkatze beim Schlafen und Schnurren Schnarchgeräusche von sich gegeben hat. Wenn da bereits Polypen vorhanden waren, können sich diese ja durch die Infektion vergrößert haben. Und nun als Keimfänger dienen. Wie gesagt, wurde mir aber von einem Eingriff bei diesen Temperaturen abgeraten (wie auch eine Zahn OP bei mir wegen des Wetters verschoben wurde, weil der Zahnarzt meinte, das Wetter schreit nur nach Komplikationen)
Mucka24 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.08.2018, 12:03   #7
FrauFreitag
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Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Danke für die Hinweise und ich habe kein Problem wenn Du deutlich wirst, da ich mich nicht angegriffen fühle sondern es wohl eher auf die verbreitete Inkompetenz der Tierärzte in diesem Bereich zielt.
Ich bin kein Veterinär sondern ein besorgter Katzenhalter, der hier im Forum Hilfe sucht, weil ich Skepsis gegenüber den Tierärzten habe.
Genau so ist es auch gemeint. Mir stehen da einfach nur die Haare zu Berge bei dem, was ich mitunter lese. Ich bin auch nur Halter - dass ich ein paar Sachen mehr weiß bzw. mir angelesen und dann dementsprechend mit diversen Hum- und VetMeds durchdiskutiert habe, war aus der Not geboren, siehe hier, Posting Nr. 16.

Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Ich werde gleich Montag den Bericht aus der Praxis holen und ihn hochladen. Die Lunge wurde abgehört und es wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Bis auf die geschwollenen und triefenden Nasengänge, Geräusche beim Schlucken (wie wenn man eine Mandelentzündung hat), leicht geschwollene Lymphknoten und leichtem Augenausfluss aus einem Auge (durchsichtig aber etwas zäh, Auge hat sonst keine Auffälligkeiten) hat die allgemeine Untersuchung keine Auffälligkeiten ergeben. Zähne sind auch Augenscheinlich in Ordnung.

Der dringende Verdacht auf Polypen besteht natürlich, ich vergaß zu erwähnen, dass er bereits als Jungkatze beim Schlafen und Schnurren Schnarchgeräusche von sich gegeben hat. Wenn da bereits Polypen vorhanden waren, können sich diese ja durch die Infektion vergrößert haben. Und nun als Keimfänger dienen. Wie gesagt, wurde mir aber von einem Eingriff bei diesen Temperaturen abgeraten (wie auch eine Zahn OP bei mir wegen des Wetters verschoben wurde, weil der Zahnarzt meinte, das Wetter schreit nur nach Komplikationen)
Das mit dem Verschieben kann ich verstehen.
Dann warten wir mal auf die Befunde.

Polypen oder ähnliches könnten schon dazu beitragen, dass sich eine Besiedlung mit einem derartigen Keim wie dem PA ergeben kann - KÖNNTE ich mir vorstellen auf Basis dessen, was ich darüber weiß.
FrauFreitag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.08.2018, 21:37   #8
Mucka24
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Hallo,

den Befund habe ich inzwischen, hier als Link, da die Datei zu groß ist. Ich werde später ein komprimiertes Bild hochladen, damit es lange im Thread zu sehen ist.

https://drive.google.com/open?id=1-u...thZocko-BjQRlA

Jetzt ist auch klar, warum der TA auf das Gentamycin kam, weil es als einziges Standard AB Sensibel markiert ist. Da Intermediär nicht bedeutet, dass es nicht wirkt, sondern halt nicht ideal, denke ich dass ich die Therapie über 6 Wochen mit Veraflox durchführen werde. Das Gentamycin werde ich jetzt nicht verabreichen und evtl. für einen späteren Bedarf zur Inhalation aufheben, damit es jetzt nicht zu Resistenzen kommt und eine evtl. später notwendige systemische Gabe möglich ist (unter klinischen Bedingungen mit häufigen Infusionen um das Risiko der Nebenwirkungen zu senken).

Es ist ja Durchaus möglich, das trotz Test, dennoch Mykoplasmen oder Chlamydien intrazellular vorhanden sind. Und auch der Pseudomonas kann die damalige Behandlung mit Veraflox überlebt haben und sich als dann dominierender Keim ausgebreitet und sich jetzt mit seiner Fähigkeit, Biofilme zu bilden manifestiert hat. (Ich selbst hatte nach einer Antibiose für eine starke Nebenhölenentzündung auch eine hartnäckige Pseudomonas Infektion).

Zusätzlich zur Antibiose folgendes:
Inhalationen mit NACL isotonisch und abwechselnd hyperton, um den Sekretfluss durch den osmotischen Druck zu forcieren und so Biofilme aufzubrechen.

Prednisolon, aber taktisch, und zwar erst wenn sich nach 5-7 Tagen eine sichtbare Besserung unter der Antibiose zeigt. Gabe alle 2 Tage für ca. 10 - 14 Tage. Damit das Gewebe in den Nebenhölen abschwillt, der Abtransport von Sekret erleichtert wird und die Inhalationen auch in der Tiefe ankommen. Evtl auch Bisolvon?

Eine Tierärztin empfahl zusätzlich Prevantil (Zellschutz, Makrophagen anregend (u.a. Beta Glucane)

Zum Thema Pseudomonen und Biofilmen habe ich recherchiert und bin über aktuelle Studien und Berichte über Entwicklung eines syntetischen Wirkstoffes auf die Grundlagen dieses Wirksoffes gestoßen. Senfölglykoside! Und es gibt tatsächlich ein Präparat mit diesen, es heisst Angocin Anti-Infekt N (wurde auch hier im Forum schon erwähnt). Es enthält 3 Glycoside, die aus Extrakten der Kapuzinerkresse und der Meerettichwurzel gewonnen werden. Ich bin gerade dabei die Studien (auch international) dazu auszuwerten, aber bis jetzt klingt der Einsatz vielversprechend, besonders da die Wirkstoffe die Wirkung einer Antibiose signifikant verbessern können, da die Kommunikation unter den Bakterien gestört wird (ja die kommunizieren tatsächlich...) und ihnen damit die Fähigkeit nimmt wirksame Biofilme aufzubauen sowie vorhandene Biofilme werden besser abgebaut. Ich muss weiter recherchieren,vor allem bezüglich der Dosis und Verträglichkeit, da der Wirkstoff den Magen reizen kann und bei Nierenschäden nicht angewendet werden soll. Ansonsten sind die Wirkstoffe (natürlich dosisabhängig) nicht toxisch für Katzen.

Ich will das jetzt intensiv angehen und nicht lockerlassen. Wenn die Behandlung keinen Erfolg bringt lasse ich eine Lavage machen und wenn es wirklich die Pseudomonaden sind, die sich festgesetzt und für die jetzigen Symptome verantwortlich sind, lasse ich in der Klinik neben der Abklärung organischer Ursachen unter klinischen Bedingungen eine Therapie mit Gentamicin oder besser Amikazin durchführen. Da wird dann kein weg dran vorbei führen.

Geändert von Mucka24 (08.08.2018 um 11:32 Uhr)
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Alt 09.08.2018, 08:04   #9
FrauFreitag
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Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Jetzt ist auch klar, warum der TA auf das Gentamycin kam, weil es als einziges Standard AB Sensibel markiert ist.
Da Intermediär nicht bedeutet, dass es nicht wirkt, sondern halt nicht ideal, denke ich dass ich die Therapie über 6 Wochen mit Veraflox durchführen werde. Das Gentamycin werde ich jetzt nicht verabreichen und evtl. für einen späteren Bedarf zur Inhalation aufheben, damit es jetzt nicht zu Resistenzen kommt und eine evtl. später notwendige systemische Gabe möglich ist (unter klinischen Bedingungen mit häufigen Infusionen um das Risiko der Nebenwirkungen zu senken).
Das Antibiogramm ist PA-typisch. Ich hatte mir genau das schon gedacht - dass lediglich eine winzige Anzahl an ABs sensibel sind und Genta eben da dazugehört. Es sind alles intensivmedizinische Antibiotika, die da übrig geblieben sind - Tobra- und Amikacin sind Aminoglykoside, von den beiden Leitsubstanzen hat der Arzt das Genta abgeleitet, das auch ein AG ist. Die anderen beiden ABs sind Carbapeneme.

Ich würde das auch so machen wie Du - nicht eine ganze Wirkstoffgruppe "verballern" mit Augentropfen. Was da im System aka Körper ankommt, liegt unterhalber der Wirkkonzentration, ziemlich sicher. Damit triggert Ihr den PA nur und er ist wirklich rasend schnell mit Mutationen bzw. Resistenzbildungen, ich weiß das selbst aus Erfahrung.

Dennoch - bitte nicht aus den Augen verlieren, er ist ein ganz klassischer Opportunist, ich bin mir fast sicher, dass er NICHT der Auslöser Eurer Probleme ist, da muss noch was anderes sein.

Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Es ist ja Durchaus möglich, das trotz Test, dennoch Mykoplasmen oder Chlamydien intrazellular vorhanden sind. Und auch der Pseudomonas kann die damalige Behandlung mit Veraflox überlebt haben und sich als dann dominierender Keim ausgebreitet und sich jetzt mit seiner Fähigkeit, Biofilme zu bilden manifestiert hat. (Ich selbst hatte nach einer Antibiose für eine starke Nebenhölenentzündung auch eine hartnäckige Pseudomonas Infektion).

Zusätzlich zur Antibiose folgendes:
Inhalationen mit NACL isotonisch und abwechselnd hyperton, um den Sekretfluss durch den osmotischen Druck zu forcieren und so Biofilme aufzubrechen.

Prednisolon, aber taktisch, und zwar erst wenn sich nach 5-7 Tagen eine sichtbare Besserung unter der Antibiose zeigt. Gabe alle 2 Tage für ca. 10 - 14 Tage. Damit das Gewebe in den Nebenhölen abschwillt, der Abtransport von Sekret erleichtert wird und die Inhalationen auch in der Tiefe ankommen. Evtl auch Bisolvon?

Eine Tierärztin empfahl zusätzlich Prevantil (Zellschutz, Makrophagen anregend (u.a. Beta Glucane)

Zum Thema Pseudomonen und Biofilmen habe ich recherchiert und bin über aktuelle Studien und Berichte über Entwicklung eines syntetischen Wirkstoffes auf die Grundlagen dieses Wirksoffes gestoßen. Senfölglykoside! Und es gibt tatsächlich ein Präparat mit diesen, es heisst Angocin Anti-Infekt N (wurde auch hier im Forum schon erwähnt). Es enthält 3 Glycoside, die aus Extrakten der Kapuzinerkresse und der Meerettichwurzel gewonnen werden. Ich bin gerade dabei die Studien (auch international) dazu auszuwerten, aber bis jetzt klingt der Einsatz vielversprechend, besonders da die Wirkstoffe die Wirkung einer Antibiose signifikant verbessern können, da die Kommunikation unter den Bakterien gestört wird (ja die kommunizieren tatsächlich...) und ihnen damit die Fähigkeit nimmt wirksame Biofilme aufzubauen sowie vorhandene Biofilme werden besser abgebaut. Ich muss weiter recherchieren,vor allem bezüglich der Dosis und Verträglichkeit, da der Wirkstoff den Magen reizen kann und bei Nierenschäden nicht angewendet werden soll. Ansonsten sind die Wirkstoffe (natürlich dosisabhängig) nicht toxisch für Katzen.

Ich will das jetzt intensiv angehen und nicht lockerlassen. Wenn die Behandlung keinen Erfolg bringt lasse ich eine Lavage machen und wenn es wirklich die Pseudomonaden sind, die sich festgesetzt und für die jetzigen Symptome verantwortlich sind, lasse ich in der Klinik neben der Abklärung organischer Ursachen unter klinischen Bedingungen eine Therapie mit Gentamicin oder besser Amikazin durchführen. Da wird dann kein weg dran vorbei führen.
Ich befürchte, Ihr werdet nicht weit kommen mit dem Pradofloxacin, was den PA angeht - aber probier es.

BEVOR ich allerdings in die Klinik gehe an Deiner Stelle zwecks Behandlung mit intensivmedizinischen ABs, würde ich wirklich nochmals zwei andere AB ausprobieren - und zwar Doxycyclin und Amoxicillin mit Clavulansäure, das nur vorne weg.

Warum? Weil ich denke, da sitzt noch etwas anderes. Wie gestern per PN geschrieben - bitte ruf nochmals an. Ich verstehe die Abstrichergebnisse nicht. Für mich sieht das so aus, als ob ZWEI Abstriche genommen wurden, einer aus der Nase, der auf alles getestet wurde, und ein zweiter aus dem Rachen, bei dem nur das sogenannte kleine Atemwegsprofil gemacht wurde (Mykoplasmen, Chlamydien, Herpes- und Caliciviren). Wenn das so wäre, sind hier Bordetellen und ferner Pasteurellen "durch's Netz" gefallen.

Sowohl Doxy als auch Amoxi sind schmaler als Pradofloxacin. Hier gibt es einige Fälle, wo Prado in vivo nicht gewirkt hat, ein schmaleres AB aber eben schon - gegen "normale" Primärerreger feliner Atemwegskrankheiten. Bei meiner Katze hat Prado beispielsweise NICHT gegen Mykoplasmen gewirkt, Doxy dann schon. In vivo ist ungleich in vitro, eine garantierte Wirksamkeit hat man nicht, selbst bei einem in vitro als sensibel getesteten AB. Das vergessen viele. Und bevor ich das Risiko von oben genannten AB auf mich nehmen würde, würde ich lieber "scheinbar sinnlos" nochmals mit zwei sehr gängigen ABs draufschießen und schauen.

In meinem Fall beispielsweise wurde Zoras Infektion unter laufender Dauerantibiose schlimmer. Sie hat ja dann lebenslang AB bekommen, weil die Lunge so verschattet war, dass mit AB die Infektion nur noch räumlich zu begrenzen war, nicht aber zu eliminieren. Sie bekam Doxy, das lief ewig gut (gegen die Mykoplasmen, den PA tangierte das nicht, der war aber trotzdem vorhanden genauso wie die Mykos), dann auf einmal nicht mehr. Ich habe viel mit München gesprochen, die haben dann Genta als Inhalation empfohlen. Selbst das war mir damals zu ... unsicher. Ich hätte es dann vermutlich spritzen lassen, wobei ich das in Deinem Fall wieder anders sehe, weil Eurer Problem eben in der Nase sitzt und nicht in der Lunge. Ich habe gefragt, ob es nicht sein kann, dass die Mykoplasmen das Doxy nicht mehr "mögen" - unwahrscheinlich. Mykoplasmen bilden eigentlich keine oder nur sehr schwer Resistenzen, man hat da nicht dran geglaubt. Ich habe dann auf eigene Faust Azithromycin gegeben - parallel zum Doxy. Das war nicht logisch, aber - siehe da, Probleme weg. Zora hat bis an ihr Lebensende Doxy und Azithromyin bekommen - never change a running system Und ich habe sie NICHT wegen dieser Erkrankung einschläfern lassen müssen.

Ansonsten bin ich natürlich was PA-Forschung angeht seit fünf Jahren draußen, circa, weil ich mich seit Zoras Tod nicht mehr damit auseinandergesetzt habe.

Was ich allerdings noch weiß im Hinblick auf Menschen, man müsste hier mal recherchieren, inwiefern das eventuell für Tiere eine Option wäre: Georgien. Phagen. Da Du ja fix im Recherchieren und Lesen bist --> schau mal hier:
https://www.biospektrum.de/blatt/d_bs_pdf&_id=999453
https://www.aerztezeitung.de/medizin...eg-misere.html
https://www.aerztezeitung.de/medizin...ssen-gern.html
http://www.faz.net/aktuell/feuilleto...-15014341.html
https://www.dsmz.de/de/start/aktuell...infoseite.html

Eine uralte Kiste - und soo wahnsinnig teuer kann es EIGENTLICH auch nicht sein, denke/hoffe ich.

Allerdings - siehe oben. Das würde ich zuerst machen. Und - ich würde auch nochmals in Erwägung ziehen, nachdem ich die Antibiose durch habe, gesetzt den Fall, ALLES würde nichts bringen, ob man nach einem Polypen oder ähnlichem schauen könnte.

Lies auch mal sicherheitshalber nach - Aspergillose. Selten, aber möglich. Da sollte man aber Wucherungen oder ähnliches finden, soweit ich das weiß. Das wäre halt auch ein guter "Boden" für den PA.
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Alt 09.08.2018, 13:39   #10
Mucka24
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Hallo FrauFreitag,

vielen Dank für die Hinweise. Ich werde im Labor noch anrufen.

Nur kurz einige Anmerkungen, weil das in dem langen Test wohl unterging:

Als er die Superinfektion hatte, wurde bereits Pradofloxaxin gegeben, nachdem Clavaseptin (Amoxixilin mit Cl.-Säure) nur eine Minderung der Symptome gebracht hatte. Allerdings lief die Therapie nur 10 Tage (so stand es in der Packungsbeilage...). Während der Behandlung und eine kurze Zeit danach, war er absolut Symptomfrei. Allerdings kam es danach zu einem Rezidiv, allerdings viel geringer als zuvor. Was laut Bayer (bzw. Veterinärinnen die frei für Bayer arbeiteten) auf eine zu kurze Behandlungszeit deutet, und natürlich auch auf einen anderen Hauptverursacher als die PA. Eine Gabe über 6 Wochen wäre angeraten und sollte keine Komplikationen geben (die genannte TÄ hat gerade eine Antibiose über 72 Tage begleitet, Erfolgreich und ohne Komplikationen) Obwohl die PA sich natürlich auch nach der Prado Antibiose ausgebreitet und manifestiert haben können. Deshalb warte ich auch unbedingt mit der Prednisolon Gabe, bis sich zeigt, dass die Antibiose nach spätestens 7 Tagen eine Besserung bringt.


Zitat:
BEVOR ich allerdings in die Klinik gehe an Deiner Stelle zwecks Behandlung mit intensivmedizinischen ABs, würde ich wirklich nochmals zwei andere AB ausprobieren - und zwar Doxycyclin und Amoxicillin mit Clavulansäure, das nur vorne weg.
Kann der Tierarzt das Doxyzcyclin auch ohne Antibiogramm herausgeben?
Zur klinischen Antibiose: Das würde ich beim Scheitern der jetzigen Therapie (Pradofloxaxin wurde hervorragend vertragen) in Kombination eines Komplettchecks machen, Lavage (Nase und Bronchien zur mikriobiol. Analyse), Rhinoskopie bzw. Bildgebende Diagnostik je nach Empfehlung der Tierklinik in Leipzig (welche da wohl das beste Know How haben, allerdings sehr ausgelastet sind, durch Behandlung von Qualzuchten mit ihren ja ach so niedlichen kurzen Nasen...). Und wenn dann herauskommt, dass der PA bekämpft werden muss und nur eines der oben genannten Mittel wirkt, dann würde ich eine klinische Antibiose bevorzugen, da durch mehrmalige Injektionen das Risiko von Komplikationen gesenkt wird da geringere Dosen injiziert werden.

Schöner wäre es natürlich dass einfach Polypen entfernt werden können oder eine Therapie mit Doxycyclin dann zum Erfolg führt. Auf Pilze wurde allerdings getestet, aber das würde in der Klinik auch wiederholt werden.

Habe einen zusätzlichen Nebenjob angenommen, damit die Kosten die dann auf mich zukommen locker gestemmt werden können. Wenn es jetzt doch klappt, wäre es natürlich besser.

Die Phagentherapie ist mir nicht unbekannt und wahnsinnig interessant. Wieder viel Lesestoff und zur Therapie ist wohl eine Reise notwendig. Was mich natürlich kein Hinderungsgrund ist.

Geändert von Mucka24 (09.08.2018 um 13:44 Uhr)
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Alt 10.08.2018, 12:52   #11
FrauFreitag
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Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Hallo FrauFreitag,
vielen Dank für die Hinweise. Ich werde im Labor noch anrufen.
Nur kurz einige Anmerkungen, weil das in dem langen Test wohl unterging:
Als er die Superinfektion hatte, wurde bereits Pradofloxaxin gegeben, nachdem Clavaseptin (Amoxixilin mit Cl.-Säure) nur eine Minderung der Symptome gebracht hatte. Allerdings lief die Therapie nur 10 Tage (so stand es in der Packungsbeilage...). Während der Behandlung und eine kurze Zeit danach, war er absolut Symptomfrei. Allerdings kam es danach zu einem Rezidiv, allerdings viel geringer als zuvor. Was laut Bayer (bzw. Veterinärinnen die frei für Bayer arbeiteten) auf eine zu kurze Behandlungszeit deutet, und natürlich auch auf einen anderen Hauptverursacher als die PA. Eine Gabe über 6 Wochen wäre angeraten und sollte keine Komplikationen geben (die genannte TÄ hat gerade eine Antibiose über 72 Tage begleitet, Erfolgreich und ohne Komplikationen) Obwohl die PA sich natürlich auch nach der Prado Antibiose ausgebreitet und manifestiert haben können. Deshalb warte ich auch unbedingt mit der Prednisolon Gabe, bis sich zeigt, dass die Antibiose nach spätestens 7 Tagen eine Besserung bringt.
ICH persönlich bin da komplett raus mit Cortison bei Atemwegsinfektionen, es sei denn, es handelt sich um einen akut lebensbedrohlichen Notfall. Im Falle eines PA würde ich mir vorher die Hand abhacken - aber gut, das ist meine Überzeugung, die auf meinen Erfahrungen mit Zora basiert. Mir wäre das Risiko zu groß, zu hoch.

Was ich tun würde: versuchen, den Schleim anderweitig zu lösen. Inhalieren mit Vernebler und isotonischer Kochsalzlösung. Dann hatte ich mit Zora vorsichtig versucht, mit speziellen höherprozentigen Kochsalzlösungen zu Inhalieren - ABER: Zora hatte den PA in der Lunge. UND: das Problem - sie hatte zusätzlich Asthma, das durch die vergurkte Atemwegsinfektion und die daraus resultierende Lungenentzündung sehr viel schlimmer wurde. Das heißt - es war alles scheiße, weil sich viele Behandlungen gegenseitig "bissen". Aber, auf was ich raus wollte, ich habe den Versuch eingestellt.

Diese höherprozentigen Kochsalzlösungen sind bei Mukoviszidose-Kranken verbreitet - zum Schleimlösen, Schleimabstransport. Überhaupt würde ich mal in diese Richtung recherchieren: Mukoviszidose-Kranke haben häufig Probleme mit dem PA. Nebenbei bemerkt, hier wird oft Tobramycin eingesetzt, hatte ich auch in Erwägung gezogen mit Zora. Und - wenn Du recherchierst, wirst Du mich vermutlich auch in ein paar Foren finden von damals Das Problem war eben - viele Sachen zum Schleimlösen kamen für Zora aufgrund des dann hochgradig vorhandenen felinen Asthmas nicht in Frage.

Man müsste halt mal schauen und erwägen, ob es einige Präparate gibt, die auch für Nase/obere Atemwege Sinn ergeben.
Das Präparat, das ich mit Zora versucht hatte, war dieses hier - es löst halt Husten aus, kann und soll Husten auslösen: https://www.pari.com/de-de/news/deta...mukoviszidose/
Darauf bin ich noch beim Googeln gestoßen - keine Ahnung, ob das auch zwecks der oberen Atemwege helfen könnte UND ob es für Katzen geeignet ist, ich "werfe" es Dir einfach mal hin:
https://www.deutsche-apotheker-zeitu...lungenfunktion

Ansonsten würde ich es mit den klassischen Schleimlösern versuchen. Eine 100% nachgewiesene Wirksamkeit gibt es nicht, weder bei Mensch noch bei Katze, soweit ich weiß, potentielle gravierende Nebenwirkungen sind mir bei systemischer Gabe nicht bekannt (kann man immer noch mal gegenchecken bei Vetpharm und Pubmed):
http://www.vetpharm.uzh.ch/wir/00000061/6911__F.htm
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader....2438_03.htm?wi

Zwecks des Pradofloxacins: Ich finde es krass, dass SO KURZ behandelt wurde. Wie schon erwähnt - Prof. Hartmann setzt in ihrem Standardwerk, das ich schon verlinkt hatte, für jeden einzelnen bakteriellen Primärerreger des felinen Katzenschnupfenkomplexes drei Wochen als Minimum an. Das deckt sich alles mit den zig Fällen wir, wo die Ärzte drei Tage, fünf Tage, zehn Tage Antibiose geben - und innerhalb von spätestens vier, sechs Wochen ein Rezidiv da ist, so wie bei Euch. Ich blicke es einfach nicht, warum die Tierärzte jedes Mal mit so kurzen Antibiosen rangehen. Eine feline Atemwegskrankheit ist eben zwar nicht selten, ganz im Gegenteil, aber eben nicht der Normalfall hinsichtlich der Durchschnittsdauer der Antibiose. Es steht überall in der Literatur so, man sieht es ständig ... aber gut, man kann natürlich auch so argumentieren wie meine erste Ärztin damals bei Zora bei dem ersten von viel zu vielen Rezidiven, bis es dann richtig lebensbedrohlich wurde: "Hey, hat ja super gewirkt, machen wir gleich nochmal." Ein Rezidiv "verwechseln" mit einer guten Wirksamkeit - manchmal fasse ich es kaum mehr ...

Es KANN so sein, wie die Bayers schreiben. Es kann aber auch schlicht nicht das komplett richtige AB gewesen sein "damals", und es kann sich jetzt die Flora verändert haben. Es kann aber auch einfach so sein, dass Prado damals gegen den Primärerreger zwar in vitro hätte wirken sollen, in vitro aber nicht oder nicht ausreichend gewirkt hat. Oder eben es hat gewirkt gegen den Primärerreger, aber es war nicht lang genug --> die Hypothese von Bayer.

ABER: der Primärerreger wird nicht der PA gewesen sein, weil Opportunist ergo Sekundärerreger. Und - er war damals noch nicht da, sonst wäre er längst gegen Fluorchinolone resistent. Resistenzbildung gegen Fluorchinolone ist recht einfach, da der PA ohnehin ein Meister in diesem Fach ist ...

Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Kann der Tierarzt das Doxyzcyclin auch ohne Antibiogramm herausgeben?
Zur klinischen Antibiose: [...] Leipzig [...]
Die Phagentherapie ist mir nicht unbekannt und wahnsinnig interessant. Wieder viel Lesestoff und zur Therapie ist wohl eine Reise notwendig. Was mich natürlich kein Hinderungsgrund ist.
Yep, kann er - eigentlich. Es ist kein AB, das unter die neue Verordnung fällt hinsichtlich der vorgeschriebenen Antibiogramme vor Behandlung.
Aufpassen - Doxy kann zu einer Ösophagitis führen, immer gut "nachspülen" mit Wasser oder Leckerli oder ... und besser ein Monohydrat-Präparat wählen, sind wohl verträglicher bzw. seltener an der Entstehung einer solchen Speiseröhrenentzündung beteiligt siehe Seite 14 --> https://edoc.ub.uni-muenchen.de/1144..._Stephanie.pdf

Leipzig ist von dem, was ich weiß, top, Oechtering ist sehr nachgefragt wegen der Nasenkorrekturen. Barbarossa hat hier im Forum Erfahrungen mit Leipzig und Oechtering, nachdem ihre mittlerweile leider verstorbene Katze damals eine "Asthma-Diagnose" hatte, gleichzeitig Verwachsungen hatte und ich ihr Leipzig empfohlen hatte sowie das Asthma in Frage stellte. Es war eine Aspergillose. Du kannst sie sicher mal anschreiben zwecks Erfahrungen mit Leipzig.

Ansonsten: Ich wollte das einfach mal schon hinschreiben mit den Phagen, weil ich es im Hinterkopf hatte. Ich finde das auch wichtig zwecks Humanmedizin, Umfeld usw. - die Ärzte sind oft genug derart überfordert mit Problemkeimen. Mein Onkel ist vor einigen Monaten gestorben - ich hätte mir gewünscht, ich hätte das im Krankenhaus früher mitbekommen. Routinekiste, Bandscheibe, nach der OP ging es ihm wohl sehr schnell sterbenselend, man hat ihn erst nicht ernstgenommen, dann mal geschaut, noch nicht mal die Kinder wussten genau, WAS für eine Bakterieninfektion er jetzt hatte. Zwei Wochen später - Organversagen, tot. Ich wünsche mir, dass mir so etwas nicht passiert bzw. in meinem nahen Umfeld, Menschen wie Tiere. Weil ich hier sofort "eingreifen" würde, ich habe einfach das Gefühl, dass man weder richtig blickt, was die Anzeichen der Infektion sein könnten noch dann richtig weiß, wie man behandeln soll bzw. zu lange mit dem Antibiogramm rummacht, dann danach halt dasteht, wenn das AB nicht wirkt und ... Ich erinnere mich auch noch an einen Fall, ich meine es war auch hier im Forum?, mit einer PA-Besiedlung der Haut, wo die Wunde mittlerweile so groß und krass war, dass die Ärzte die Katze einschläfern wollten. Mit Medihoney hat die Halterin es dann in den Griff bekommen. Das kennen bis heute eigentlich keine Tierärzte, auch in der Humanmedizin wissen wenige Ärzte Bescheid. Und das obgleich es durchaus schon wissenschaftlich erwiesen ist, dass Manukahonig ziemlich beachtliche antibakterielle Wirkeigenschaften besitzt, die selbst bei einigen Problemkeimen, unter anderem eben PA als auch der ebenfalls gefürchtete Staphylococcus aureus, anschlagen.

Egal. Ich glaube nicht, dass ein Georgienbesuch hier notwendig ist. Denn erstens glaube ich ja eh noch an einen anderen Auslöser und zweitens kann man das sicher auch mittels Probenversand o.ä. machen, wenn wirklich nötig.
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Alt 10.08.2018, 13:34   #12
Mucka24
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Hallo Frau Freitag,

danke noch mal und mein Mitgefühl für Deinen Verlust. Und ich finde es toll dass Du nicht müde wirst, hier im Forum Deine Erfahrungen zu teilen.

Zu den Bakteriophagen habe ich bereits meine Fühler zu Kontakten in Polen, Lettland und Russland ausgestreckt, in Teilen Osteuropas bekommt man diese ja rezeptfrei in der Apotheke... Wie krass der "Eiserne Vorhang" immer noch nachwirkt, aber ich denke da hat die Profitgier der westlichen Pharmaindustrie auch aktiv die Forschung hierzulande blockiert und kann sie jetzt aufgrund der massiven MRSA Problematik nicht mehr verhindern....

Ich werde auf jeden Fall berichten wie es weiter geht. Spot verträgt übrigens die Inhalation mit Hypertoner Kochsalzlösung und hält seine Nase aktiv an den Vernebler (er sitzt dabei in seiner abgedeckten Box). Es lindert die Symptome sehr gut, allerdings wird das nur ab und zu gemacht, da es den Schleimhäuten Wasser entzieht, sonst isotonische Konzentration. Aber gerade dieser Wasserfluss ist es, der Biofilme aufbrechen kann. Es gibt auch ein Neues Human Schnupfenspray von Emsa (Sinusitis Forte) für Nebenhölenentzündung, was genau auf diesem Effekt beruht (allerdings mit Glykol).

Ich brauche erst einmal eine Pause vom Recherchieren und werde zum Ende der nächsten Woche berichten ob die Behandlung anschlägt oder nicht. Das Angocin werde ich begleitend probieren, ich habe auch eine Dosisempfehlung für Katzen erhalten. Bei Auftreten von Nebenwirkungen wie Übelkeit breche ich das aber sofort ab.

Zitat:
Mit Medihoney hat die Halterin es dann in den Griff bekommen. Das kennen bis heute eigentlich keine Tierärzte, auch in der Humanmedizin wissen wenige Ärzte Bescheid
Medihoney hatte ich für Spot in der Zeit seiner Kinnakkne vom TA erhalten, super Zeugs. Da ist mein TA dann doch auf Zack. Es gibt hier in Göttingen einfach zu wenig Erfahrung mit Katzenschnupfen, auch die hiesige Uniterklinik kennt sich damit nicht aus. Die Praxis war aber immer bereit auf meine Vorschläge zu hören, da sie gesehen haben dass meine Recherchen immer fundiert waren. Und jetzt nach der TÄHAV-Novelle habe ich den Eindruck dass die gesamte Praxis Fortbildungskurse gemacht hat, da alle Tierärzte bis zur Sprechstundenkraft auf einmal viel informierter wirken.


Beste Grüße und ein schönes Wochenende

Geändert von Mucka24 (10.08.2018 um 13:44 Uhr)
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Alt 13.08.2018, 21:20   #13
FrauFreitag
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Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Hallo Frau Freitag,
danke noch mal und mein Mitgefühl für Deinen Verlust. Und ich finde es toll dass Du nicht müde wirst, hier im Forum Deine Erfahrungen zu teilen.
Ach ja - wenn es jemandem hilft als Denkanstoß. Und eben die Lernkurve verkürzen kann. Reicht ja auch schon, wenn man kritisch nachhakt, wenn etwas nicht lege artis läuft und der Tierarzt dann abblockt, da weiß man ja dann auch schon, dass man besser woanders hingeht. Für meine Zora war es halt leider zu spät.

Schau mal, wenn Du magst, das ist ein Inhaliervideo von uns
https://www.youtube.com/watch?v=isPVD4WQWJM

Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Zu den Bakteriophagen habe ich bereits meine Fühler zu Kontakten in Polen, Lettland und Russland ausgestreckt, in Teilen Osteuropas bekommt man diese ja rezeptfrei in der Apotheke... Wie krass der "Eiserne Vorhang" immer noch nachwirkt, aber ich denke da hat die Profitgier der westlichen Pharmaindustrie auch aktiv die Forschung hierzulande blockiert und kann sie jetzt aufgrund der massiven MRSA Problematik nicht mehr verhindern....
Das ist überhaupt krass. Ich habe mich neulich mit meiner besten Freundin, HumMed-Internistin mit großer eigener Praxis, darüber unterhalten. Sie kannte die Phagen-Kiste noch bzw. hat nebulös noch etwas dazu im Kopf gehabt, aber zwecks Georgien wusste sie das auch nicht. Hat sich das gleich mal durchgelesen usw.. Klar - dort kam "unsere" Antibiose in der breiten Form nie an. Und dann hat man eben mit Phagen weitergemacht. Könnte sich jetzt als Vorteil erweisen, weil die nicht so verbraucht sind. Aber schon krass, dass hier in Deutschland (und vermutlich in anderen Erstweltländern auch) das komplett versäumt wurde, daran weiter zu forschen, weil man die Phagen dank der Antibiose komplett hat hintenüber kippen lassen.

Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Ich werde auf jeden Fall berichten wie es weiter geht. [...]
Ich brauche erst einmal eine Pause vom Recherchieren und werde zum Ende der nächsten Woche berichten ob die Behandlung anschlägt oder nicht. [...]
Es gibt hier in Göttingen einfach zu wenig Erfahrung mit Katzenschnupfen, auch die hiesige Uniterklinik kennt sich damit nicht aus. Die Praxis war aber immer bereit auf meine Vorschläge zu hören, da sie gesehen haben dass meine Recherchen immer fundiert waren. Und jetzt nach der TÄHAV-Novelle habe ich den Eindruck dass die gesamte Praxis Fortbildungskurse gemacht hat, da alle Tierärzte bis zur Sprechstundenkraft auf einmal viel informierter wirken.
Berichte bitte weiter!
Und alles Gute erst einmal!
Das mit der Pause verstehe ich
... das mit der Unkenntnis hinsichtlich des KaSchnu nicht Es gibt SO viele Katzen, der KaSchnu ist SO häufig, alles andere als eine Tropenkrankheit. Und eigentlich ist das Gebiet einigermaßen überschaubar. Ich blicke es nicht, immer wieder - NICHT.
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Alt 20.08.2018, 12:08   #14
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Hallo Frau Freitag,

ich hatte gerade endlich ein ausführliches Telefonat mit der Oberäztin der HNO Abteilung der Uni Leipzig. Das Pradofloxaxin zeigt eine leichte Besserung aber mir wurde alles genau erklärt. Es vernichtet halt viele Sekundärkeime und hat als "Nebenwirkung" eine Minderung des Sekretflusses. Deshalb das Pradofloxaxin jetzt noch eine Woche (14 Tage in Summe) und dann umschwenken auf Doxycyclin, 5mg/KG für 21 Tage. Das Doxycyclin wirkt nicht nur gegen die schwer erkennbaren intrazellulären Keime besser, es wirkt sogar gegen bisher nicht erforschte quasi unbekannte Keime die vermutlich an dem Komplex beteiligt sind und hat dazu eine immunmodulierende sowie eine regenerative Wirkung auf die Schleimhaut. Das wusste ich bisher auch noch nicht. Deshalb das Mittel der Wahl (wie Du ja so häufig schreibst). Mit diesen Informationen und Verweis auf die Oberärztin wird meine Praxis bestimmt die Antibiose anpassen.

Bezüglich der Zusammensetzung ob nun als Monohydrat oder etwas anderes meinte sie, dass es aus den klinischen Erfahrungen keinen Unterschied macht. In Leipzig wird das Humanpräparat von Ratiopharm verwendet und geteilt. Es ist nur wichtig darauf zu achten, dass direkt danach gegessen wird und am besten die Tablette in einen Snack "einwickeln".

Ein baldiger Besuch in Leipzig ist dennoch angebracht.
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Alt 20.08.2018, 12:47   #15
FrauFreitag
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Zitat:
Zitat von Mucka24 Beitrag anzeigen
Hallo Frau Freitag,

ich hatte gerade endlich ein ausführliches Telefonat mit der Oberäztin der HNO Abteilung der Uni Leipzig. Das Pradofloxaxin zeigt eine leichte Besserung aber mir wurde alles genau erklärt. Es vernichtet halt viele Sekundärkeime und hat als "Nebenwirkung" eine Minderung des Sekretflusses. Deshalb das Pradofloxaxin jetzt noch eine Woche (14 Tage in Summe) und dann umschwenken auf Doxycyclin, 5mg/KG für 21 Tage. Das Doxycyclin wirkt nicht nur gegen die schwer erkennbaren intrazellulären Keime besser, es wirkt sogar gegen bisher nicht erforschte quasi unbekannte Keime die vermutlich an dem Komplex beteiligt sind und hat dazu eine immunmodulierende sowie eine regenerative Wirkung auf die Schleimhaut. Das wusste ich bisher auch noch nicht. Deshalb das Mittel der Wahl (wie Du ja so häufig schreibst). Mit diesen Informationen und Verweis auf die Oberärztin wird meine Praxis bestimmt die Antibiose anpassen.

Bezüglich der Zusammensetzung ob nun als Monohydrat oder etwas anderes meinte sie, dass es aus den klinischen Erfahrungen keinen Unterschied macht. In Leipzig wird das Humanpräparat von Ratiopharm verwendet und geteilt. Es ist nur wichtig darauf zu achten, dass direkt danach gegessen wird und am besten die Tablette in einen Snack "einwickeln".

Ein baldiger Besuch in Leipzig ist dennoch angebracht.
Oooh, das wusste ich noch nicht. Danke für das Teilen der Info bezüglich Doxy!

Was die Gefahren der Speiseröhrenreizung angeht - ich hatte damit auch nie Probleme, weil ich eben darum wusste und genau darauf geachtet habe. Ansonsten kenne ich diesbezüglich nur die geteilte bzw. verlinkte Doktorarbeit aus München - ich habe deshalb, seitdem ich diese entdeckt habe, eben immer Monohydrat gegeben, macht ja ohnehin ansonsten keinen Unterschied.

Wie geht es denn sonst, wie ist der Zustand?
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