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Alt 10.12.2017, 23:53   #21
FrauFreitag
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ach, was mir noch einfällt: schon mal mit trifluridin versucht? gibt es nur noch im ausland, dürfte über eine auslandsapo kein problem sein.
ich habe jetzt ewig gesucht und finde zwar noch eine ganz gute überblicksschrift, aber nicht "den beweis" dazu - ich hatte es schon mehrfach hier geschrieben und logischerweise auch einmal schwarz auf weiß gelesen: trifluridin hat wohl ganciclovir und aciclovir "übertrumpft" bei katzen hinsichtlich der lokalen behandlung. ich würde das mal noch versuchen.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4930706/
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Alt 13.12.2017, 21:56   #22
Espanoles
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Hallo Frau Freitag,

velen Dank für die Infos. Unser Finn hat tatsächlich nicht einfach eine Herpeskeratitis sondern eine eosinophile Keratitits, also eine Immunreaktion, die tatsächlich nur mit Immunsuppressiva in Schach gehalten werden kann. Das ist perfide, weil sich die Therapien krass widersprechen. Daher war es bisher nicht möglich ohne Kortison auszukommen. Die Keratitis erblühte sofort. Seit knapp zwei Wochen erhält Finn nun Interferon Augentropfen wie beschrieben. Den Erfolg können wir selbst kaum fassen. Bereits nach 2 Tagen sahen seine Augen so gut aus wie seit langem nicht. Wir sind überglücklich und hoffen so sehr, dass dieser Zustand auch dann anhält, wenn wir die Dosis verringern, bzw. ganz aufhören mit den Interferontropfen. Mit dem Verschwinden des Herpes verringern wir auch nach und nach die Kortisongaben. Denn wenn das Auge nicht mehr gegen den Herpes kämpfen muss, müsste auch die übertriebene Reaktion aufhören. So hoffen wir. Unsere Tierärztin, die Ophtalmologin ist und uns bisher sehr gut begleitet hat, hat nichts falsch gemacht. Sie hatte keine andere Wahl. Ihre Entscheidung, Kortison systemisch zu verabreichen resultierte aus Erfahrungen, die sie mit anderen vierbeingen Patienten gemacht hatte. Sie erklärte uns, dass es sogar vorkam, dass Herpes infolge einer lokalen Kortisonbehandlung im Auge auftrat, der bei den Tieren sicherlich latent vorhanden, davor aber nie ausgebrochen war. Die Immunsuppression direkt im Auge hatte dazu geführt. Bei einer systemischen Gabe sei die Gefahr deutlich geringer. Jetzt ist sie selbst sehr überrascht und froh über diese unglaublich positive Wirkung des Interferon. Übrigens sind die Augentropfen nicht so teuer wie das immer behauptet wird. Famvir ist wesentlich teurer, was sicher für viele Katzenbesitzer eine nicht unwichtige Rolle spielt.
Mit diesem Beitrag möchte ich all denen Mut machen, die eine Katze mit Herpes in den Augen haben.
Ich vergaß zu erwähnen, dass Finn inzwischen kein Virgan mehr erhält, alos lediglich Interferontropfen und ca. 1,5 mg Prednisolon täglich, Tendenz fallend.

Geändert von Espanoles (13.12.2017 um 22:01 Uhr)
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Alt 15.12.2017, 08:52   #23
FrauFreitag
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oh, das freut mich sehr zu lesen, dass es besser wird!

genau solch eine keratitis meinte ich - eine eosinophile. das ist besonders doof, weil sie meist als folge einer herpeskeratitis entsteht und sich, genau wie du schreibst, die behandlungen EIGENTLICH widersprechen, aber beide sein müssen: cortison für das erzürnte immunsystem, das überschießend reagiert. was aber gleichzeitig doof ist für die herpesviren, die eben auch mit einem virostatikum angegangen werden müssen, das andererseits aber wiederum auf das immunsystem und dessen antwort angewiesen ist.

ich schreibe das mit dem ophthalmologen dazu, weil eben doch ganz viele fälle vorkommen, wo normale ärzte bei einer konjunktivitis oder einer keratitis cortison oder cortisonhaltige präparate geben und das in so gut wie jedem anderen fall außer besagter eosinophiler keratitis kontraindiziert ist (und in der folge die erkrankung oft erst noch anheizt).

alles gute euch weiterhin!
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Alt 15.12.2017, 16:05   #24
Espanoles
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Das ist leider zu wahr. Die meisten Tierärzte haben nur wenig Ahnung und geben irgendeine Salbe mit, nach dem Motto: sie wird schon helfen. So erging es uns zunächst auch, als wir mit Finn bei unserem "Haustierarzt" waren. Immerhin war er so fair uns beim zweiten Besuch zur Fachtierärztin zu schicken. Daher hatten wir bald die richtige Diagnose und auch Therapie. Der Link, den du geschickt hast ist sehr interessant, zumindest das, was ich ohne wissenschaftliche Kenntnisse verstehen kann. Es ist schade, dass es zu Interferon noch nicht wirklich viele Erkenntnisse gibt. Ich habe viel gelesen, aber nicht wirklich viel erfahren.
Die eosinophile Keratitis scheint sich ebenfalls zurückzuziehen. Der grau-tranzparente Belag in Finns rechtem Auge wird immer kleiner. entsprechend werde ich in der nächsten Zeit das Kortison ausschleichen. Am morgen gibt es nur noch 3x täglich Interferontropfen. Hoffentlich geht weiterhin alles gut, dann wird Weihnachten richtig schön. Das wünsche ich übrigens allen, die meinen Beitrag lesen.
Ich werde irgendwann berichten wie es weiterging mit Finn.
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Alt 15.12.2017, 17:17   #25
FrauFreitag
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ach, man macht das nicht nur bei katzen oder generell tieren so ...

mein vater hatte mal eine bindehautentzündung und jammerte über wochen. da er eher der typ hypochonder ist und wehleidig waren wir alle ein wenig genervt, allerdings hatte ich ihn auch nicht in natura gesehen. meine mutter war latent genervt, ich mal wieder zu hause, sage, dass das doch nicht angehen kann, eine bindehautentzündung, die sich über wochen zieht. ein blick auf's auge - herpeskeratitis. sieht man ja mit bloßem auge, überall bläschen. medikamente gecheckt - antibiotikum mit cortison, lokal, immer wieder gerne. ich wusste natürlich von meiner katze, was sache ist - habe ihn zum arzt geschickt und unter protest die salbe entsorgt. er traut sich immer nicht zu widersprechen, hat dann aber vor ort darauf hingewiesen und nach einem virostatikum verlangt ohne cortison. der arzt war superzögerlich, nein, nein, brauchen wir nicht, bis er auf die bläschen hingewiesen hat, meinte, das sei doch herpes usw.. reaktion des arztes - ja, genau, wollte ich auch gerade sagen, hat ihm dann ziemlich exakt das von mir vorgeschlagene präparat aufgeschrieben. mein vater war aber VORHER schon zwei mal dort, auch mit den bläschen, und hat zwei mal mit bläschen im auge noch ein ab-cortison-gemisch verschrieben bekommen. ich kann es manchmal wirklich kaum fassen ... cortison ist sowas von klar kontraindiziert bei einem "normalen" virusbefall (exklusive der seltenen sonderfälle, klar), erst recht, wenn kein virostatikum zum einsatz kommt. und bei den meisten bindehautentzündungen ergibt cortison eben gar keinen sinn. es sei denn, man möchte einer ganz normalen bindehautentzündung, von der man den erreger nicht kennt, für den fall eines herpesschubs die chance geben, zu einer fetten keratitis zu werden und sich über monate zu ziehen, evtl. auch mit nur schwer reversiblen folgeschäden.

Geändert von FrauFreitag (15.12.2017 um 17:19 Uhr)
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Alt 16.12.2017, 12:36   #26
Espanoles
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Das ist nicht zu fassen, weil dein Vater ja sicher beim Augenarzt war. Unsere TÄ ist zwar aufs Auge spezialisiert, behandelt aber auch andere Krankheiten bei Tieren, d.h. sie wird nicht ständig mit Herpesaugen konfrontiert. Sie hat den Herpes aber sofort erkannt. Das müsste man von einem Augenarzt für Menschen doch mindestens erwarten können, er behandelt ja schließlich nur Augenkrankheiten. Hoffentlich ist das Auge deines Vaters wieder völlig in Ordnung.
Weißt du etwas über Optimmune? Das wäre womöglich eine Alternative fürs Kortison, das ich leider nicht völlig absetzen kann. Unter einer bestimmten Tagesdosis, erscheint schnell der graue Schleier der EK wieder. Da stellt sich bei mir Panik ein.
Nach Weihnachten wollen wir evtl. mit Optimmune anfangen, um endgültig vom Kortison wegzukommen. Allerdings enthält es Vaseline und Wollwachs, für empfindliche Augen ncht unbedingt so toll. Doch ein Versuch wäre es vielleicht wert, da es eben lokal angewendet wird.
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Alt 16.12.2017, 17:50   #27
FrauFreitag
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papas auge ist wieder tiptop. und natürlich war es ein augenarzt, bei dem er war ... ohne worte, wirklich.

mit optimmune habe ich leider überhaupt keine erfahrungen. vetpharm liest sich nicht schlecht:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader....1?inhalt_c.htm

du hast recht, was den grauschleier angeht - den gilt es tunlichst zu vermeiden.
ansonsten kann ich leider nicht weiterhelfen, sorry
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Alt 19.12.2017, 15:06   #28
Espanoles
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Danke für den Link,
das liest sich wirklich nicht schlecht. Nach Weihnachten wollen wir damit beginnen. Anscheinend dauert es einige Zeit, bis das Auge auf den Wirkstoff reagiert, d.h. wir werden gleichzeitig noch Kortison verabreichen müssen. Diese EK ist teuflisch. sie hat bereits eine Narbe im rechten Auge zur Nase hin hinterlassen. Von dort aus breitet sich auch der graue Schleier immer wieder aus sowie ich die wohl erforderliche Dosis Kortison unterschreite. Das ist immer wieder frustig. Ansonsten geht es umserem Finnchen aber richtig gut, also geht es uns auch gut. Schön, dass das Auge deines Papas wieder ganz gesund ist, trotz des Augenarztes.....
Frohe Weihnachten und nochmal danke für die Tipps
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Alt 09.02.2018, 12:07   #29
Espanoles
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Heute will ich mich mal wieder melden. Seit etwas 4 Wochen geben wir ins rechte Auge 2mal täglich Optimmune, seit etwas 2 Wochen auch ins linke. Der graue Schleier ist vollständig verschwunden, allerdings sind die Augen gelegentlich etwas rot gerändert, was ihm aber nichts auszumachen scheint,d.h.es scheint weder zu jucken noch zu schmerzen. Ziel ist das Ausschleichen von Kortison. Wir sind bei 70 mg einer Tablette Prednisolon, das entspricht knapp 3 mg Kortion täglich. Seit gestern Abend aber sabbert unser Finn und zwar wie ein Wasserfall. Heute Nachmittag also wieder Tierarztbesuch. Ob das Sabbern im Zusammenhang mit den Augen steht, wissen wir natürlich nicht, sind aber sehr beunruhigt. Er ist ansonsten fit, frisst, spielt und putzt sich auch.
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Alt 13.02.2018, 09:27   #30
Espanoles
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Unser Finn hatte eine Speicheldrüsenentzündung. Diese musste mit Penicillin behandelt werden, jetzt sind die Erscheinungen wieder weg. Er hat keine besonders gute Abwehr, doch er hat seine Menschen, die ihm helfen. Was die Augen anbetrifft, sind wir anscheinend auf einem guten Weg.
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