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Herzerkrankungen HCM, Herzinsuffizienz, ...

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen
Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Alt 02.06.2017, 09:55
  #76
kleines.püppchen
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kleines.püppchen
 
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Darf ich mal fragen was euch alle dazu gebracht hat, die Katze auf ein Herzleiden untersuchen zu lassen? Vor allem die, bei denen es in einem recht frühen Stadium festgestelt wurde?

Emma wird dieses Jahr 6 und das ist langsam ein Alter wo man wachsamer wird finde ich, da können dann langsam die ersten Zipperlein kommen. Ich möchte sie dann auch nächstes Jahr mal komplett durchchecken lassen mit Blutbild usw.

Sie ist Wohnungskatze also hat sie sicher ein ruhigeres Leben als ein Freigänger, aber wenn wir mal eine neue Angel oder so haben, und sie sehr wild damit spielt, also wie eine irre dem Ding immer im Kreis hinterherrennt, dann kommt sie schon nach einer Weile an ihre Grenzen und pumpt ganz schön, als sie klein war hat sie dann auch manchmal gehechelt, wenn es sehr wild wurde
Ich weiß, dass das ein Zeichen für eine Herzerkrankung sein kann aber wäre es auch denkbar dass sie halt einfach keine Kondition hat? Ich meine, jeder stößt doch irgendwann an seine Grenzen, das wird bei einer Katze ja nicht anders sein.
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Alt 02.06.2017, 13:21
  #77
Kuro
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Bei mir war Hecheln der Auslöser.
Shiyuu war 10,5 Monate alt. Also noch richtig jung. Und plötzlich hechelte sie beim Spielen. Ein paar Atemzüge, in denen sie still saß, danach jagte sie wieder los.
Naja, die Diagnose war eine HCM. Und ohne Weiteres wäre sie nicht aufgefallen. Ich bin halt mit dem Symptom in die Tierklinik (die liegt um die Ecke) und sie wurde lange abgehört, doch ohne meine Schilderungen wäre sie als unauffällig durchgegangen. Die Ärztin sagte, sie sei sich nicht sicher (ob sie etwas hört), sie würde gern ihre Kollegin draufschauen lassen, diese ist Kardiologin. Statt Shiyuu ihr direkt vorzustellen, wurden erstmal Herz und Lunge geröngt. Da zeigte sich das Herz leicht vergrößert. Und da das noch keine Diagnose ergibt, gab es idealerweise im Anschluss gleich den Herzschall (es war schon abends, das Wartezimmer leer und die Kardiologin hatte noch zwei Stunden Schicht vor sich, normalerweise hätte ich bis zu einem Termin warten müssen).
Das ist jetzt gute fünf Jahre her.
Und ich plädiere immer dafür, bei Hecheln abklären zu lassen.
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Alt 02.06.2017, 14:38
  #78
jasmine
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Bei meinem Kater Eddie wurde schon sehr früh die HCM festgestellt mit ca 1 1/2 Jahren.

Bei der jährlichen Untersuchung hörte meine TÄ eine Herzgeräusch und meinte man sollte sicherheitshalber ein Ultraschall machen, weil Sie schon eine angeborene HCM im Verdacht hatte. Der Ultraschall bestätigte das dann auch.
Seitdem bekommt er seine Herztablette.
Jedes Jahr gehe ich zum Ultraschall und lass schauen, wie weit die Verdickung fortgeschritten ist. Sie schreitet voran, aber sehr langsam so dass ich hoffentlich noch viele schöne Jahre mit Ihm teilen kann.

Mein Eddie ist jetzt 12 Jahre alt und hat bis jetzt ein ganz normales Katerleben, das einzige was er nicht so mag, sind große und schnelle Wetteränderung, da ist er etwas Wetterfühlung, an solchen Tag ist er etwas ruhiger als sonst.
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Alt 03.06.2017, 10:16
  #79
Jessi aus der katzenstube
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Jessi aus der katzenstube
 
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Unser Barney starb im Jahre 2004. Da war er 5 Jahre als. Er war ein Karthäuser Mix Kater. Wir waren Katzenanfänger seit 1998.
Er hatte von klein auf oft Maulatmung und war beim Spielen schnell müde. Wir haben die Vets (mehrere) immer drauf aufmerksam gemacht
aber beim Check und Abhören war immer alles top. Niemand klärte uns darüber auf, dass eigentlich das Herz geschallt werden müsse
und man beim Abhören bei der Katze öfter mal auch HCM nicht hören kann. So konnte die Krankheit schön voranschreiten.
Bis Barney Anfälle entwickelte. Als erstes rannte er einfach vor den Schrank. Er torkelte. Das konnten wir uns nicht erklären.
Dann bekam er die Anfälle regelmäßig und ich dokumentierte diese in einem Anfalltagebuch.
Er bekam dann immer einen verträumten Blick, schaute in die Ferne und fiel langsam um. Auch im liegen. Dabei wirkte er entspannt aber weg getreten.
Wir dachten an Epilepsie oder so. In der Klinik dann hörte beim Abhören ein neuer Vet etwas am Herzen und schlug erste Mal ein Schall vor.
Ergebnis: weit fortgeschrittene HCM. Er bekam Beta Blocker, Entwässerung aber es wurde nicht besser. Eine Woche nach der Diagnose starb er.


Bei unserem Chucky war es so: wir waren ja eigentlich nur seine Pflegestelle und suchten für ihn ein neues Zuhauses. Er ist vorher schon mehrere Hände
durchlaufen und wurde immer wieder abgegeben. Als er zu uns kam war er 2! Bei der Abgabe wurde er als "Kroppzeug" bezeichnet und es wurde gesagt
"einige Geschwister sind beim Spielen einfach umgefallen und waren tot"! Da schrillten bei mir alle Alarmglocken, auch weil Chuck ein Brite ist.
Anzeichen hatte er keine. Kein Hecheln, keine schnelle Ermüdung, nix. Und doch zeigte der Schall was wir befürchtet hatten.
Das ist wie ich ja schon geschrieben habe 8 Jahre her, Chuck wird diesen Monat 10 Jahre und bis heute hat er kein Symptom der HCM gezeigt und es geht ihm richtig gut!

Jessi aus der katzenstube ist offline  
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Alt 02.06.2018, 13:14
  #80
krissi007
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krissi007
 
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Hier muss ich auch nochmal schreiben, wir haben bereits das dritte Jahr nach dem Lungenödem durch und es ist alles in Ordnung, Chester geht es prächtig

Klar Tablettchen müssen weiterhin sein, aber vom HCM sieht man ihm nichts an und an Endstadium denken wir schon lange nicht mehr.

Also, Kopf hoch....es kann auch gut gehen
krissi007 ist offline  
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Alt 02.06.2018, 15:43
  #81
Catma
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Zitat:
Zitat von krissi007 Beitrag anzeigen
Hier muss ich auch nochmal schreiben, wir haben bereits das dritte Jahr nach dem Lungenödem durch und es ist alles in Ordnung, Chester geht es prächtig

Klar Tablettchen müssen weiterhin sein, aber vom HCM sieht man ihm nichts an und an Endstadium denken wir schon lange nicht mehr.

Also, Kopf hoch....es kann auch gut gehen
Dann drücke ich mal die Daumen, dass es noch viele Jahre so bleibt

Wenn dein Chester HCM im Anfangsstadium hat, kann das Ödem vor 3 Jahren auch völlig unabhängig davon entstanden sein, wie bei Carlos das 1. Mal durch einen Infekt.
HCM wird meist entweder erst im Endstadium entdeckt, wenn sich bereits Symptome zeigen und sich schon Wasser angesammelt hat - aber auch oft "zufällig" wenn es Katzi schlecht geht und im Zuge der Diagnosefindung mal sicherheitshalber geschallt wird - Wenn dann HCM im Anfangsstadium diagnostiziert wird, heißt das aber nicht gleich, dass das Ödem vom Herzen ausgelöst wurde.

HCM kann jahrelang gutgehen. Bei manchen so lange, bis sie ohnehin an Altersschwäche oder anderen Krankheiten sterben. HCM ist sicher für die meisten eine Schockdiagnose, das war es für mich auch, aber es muss wirklich nicht schlimm sein.
Meine TÄ meinte mal, dass das Herz eins der am besten zu behandelnden Organe sei und dass man mit Medis viel machen kann, vor allem wenn etwas im Anfangsstadium entdeckt wird.
Zitat:
Zitat von krissi007 Beitrag anzeigen
.......eure Katzen/euch bekannte Katzen nach der Diagnose HCM?
Fast 4 Jahre. Muss dazu sagen, dass Carlos, als HCM diagnostiziert wurde, bereits 12 Jahre alt war. Es wurde recht zufällig entdeckt. Wie sich später herausstellte, hatte er "nur" einen Infekt, aber da er Wasser in den Lungen hatte, sollte ich sicherheitshalber sein Herz schallen lassen. Carlos ging es sichtlich schlecht, er bekam kaum Luft und da war die Diagnose HCM schlimm für mich - aber der Kardiologe meinte, HCM sei derart schwach ausgeprägt, im Anfangsstadium, dass die Wasseransammlung eigentlich nicht vom Herzen kommen könnte... Im Nachhinein hieß es, die Symptome wurden wohl eher von einem Infekt ausgelöst, also Wasseransammlung muss nicht gleich Endstadium bedeuten. Ihm gings schnell wieder besser, aber er bekam seitdem regelmäßig ein Medi fürs Herz.
Regelmäßig gings zum Kontrollschall um zu schauen, ob das Medi angepasst werden sollte, aber jedesmal waren die Werte nahezu unverändert.
Ihm gings immer gut. Keine Atemnot, spielen und herumflitzen war wie immer. Im Sommer war er deutlich schlapper, aber den anderen Katern ging es bei heißem Wetter nicht anders. Also von HCM hat er wahrscheinlich gar nichts mitbekommen.
Er hatte aber diverse andere gesundheitliche Baustellen - Arthrose, CNI, beides wurde mit den Jahren etwas schlimmer, dann Pankreas...

Dann ging es ihm Anfang diesen Jahres plötzlich viel schlechter. Wasseransammlungen kamen diesmal eindeutig vom Herzen. Die Werte waren angestiegen, die Klappe schloss erheblich schlechter. Er hat dann schnell abgebaut, was aber auch insgesamt am Alter und den anderen Baustellen lag. Letztendlich aber hat dann sein Herz versagt, bzw trotz erfolgreicher Punktion und stark erhöhter Medikamente floss immer wieder Flüssigkeit nach, weil die Klappe letztendlich doch nicht nachkam. Wir haben ihn dann erlöst.

Aber auch Wasseransammlung im HCM-Endstadium, die eindeutig vom Herzen kommt, bedeutet nicht gleich das Todesurteil. Ich will es nicht verniedlichen. Endstadium ist nunmal leider Endstadium und dann kann es schnell gehen. Aber auch Katzen im HCM-Endstadium können, auch wenn sich mal Wasser ansammelt, noch gut leben, wenn die Krise gut abgefangen und nachhaltig entwässert werden kann.
So jedenfalls habe ich es verstanden und so haben wir es versucht. Selbst bei Carlos hieß es nach der erfolgreichen Punktion Anfang dieses Jahres, vielleicht hat er noch ein paar schöne Jahre... Es hat nicht geklappt, weil seine Herzklappe letztendlich doch zu schlecht geschlossen und sich immer wieder Wasser angesammelt hat. Es gibt aber Fälle, da punktiert man (oder versucht es mit Entwässerungsmedis), erhöht die dauerhafte Medikation oder gibt zusätzlich Medis und dann kann die Katze trotz allem noch gut damit leben.

Geändert von Catma (04.06.2018 um 13:41 Uhr)
 
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Alt 02.06.2018, 23:47
  #82
Thyria
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Dann hüpfe ich hier auch noch rein und möchte gerne feststellen, dass mein Joe trotz HCM seinen 18. Geburtstag im Januar erlebt hat!

Joe lebt nun also seit ganzen 9 Jahren mit der Diagnose und es geht ihm relativ gut. Auch bei dem warmen Wetter ... wobei er inzwischen 4 Medikamte bekommt.

Aber, ich habe den Eindruck, er ist stabil.
Anfang des Jahres waren wir beim Schall, da haben sich seine Werte minimal verschlechtert und der Ta sagte, bei Joes Alter wäre das nichts beunruhigendes sondern relativ normal, da man die HCM nicht dauerhaft aufhalten kann ...
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Alt 03.06.2018, 08:23
  #83
Roma
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Schön, so viel Hoffnung machende Fälle!

Auch von Arthus gibt es gutes zu berichten. Wir leben jetzt ein Jahr mit HCM und die letzte Kontrolle war im April. Perfekte Blutwerte, wasserfreie Lunge, ein sehr gut arbeitendes Herz, die Verdickung des Herzmuskels ist nur minimal vorangeschritten. Die Tierärztin war begeistert von seinem Anblick und hat das auch in ihren Bericht geschrieben.

Arthus bekommt drei verschiedene Medikamente dreimal am Tag und ich konnte mir anfangs überhaupt nicht vorstellen, wie das so laufen soll. Aber logistisch haben wir das inzwischen voll in den Alltag integriert und es geht ihm bestens. Er jagt, er spielt, er rennt und klettert, er ist einfach in einem - ich zitiere aus dem tierärztlichen Bericht - "hervorragenden Zustand". So darf das hier noch viele Jahre weiter gehen.
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Alt 28.07.2018, 10:15
  #84
ranmalein
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Meiner hat im März 2017 "eher Monate als Jahre" als Prognose bekommen.
HCM im fortgeschrittenen Stadium, Wasser in der Lunge (Auslöser war ein Tierarztbesuch wegen einer Kleinigkeit) mit sehr schneller Atmung über mehrere Tage hin (trotz Entwässerung). Ich erinnere mich nicht genau, aber teilweise war die Atmung bei über 100 Atemzügen/Minute!
Die ganze Zeit hat man ihm aber nichts angemerkt, er war gut drauf, hat gespielt, gefressen, etc. Zäher Bursche

Er war damals 11 Jahre alt, ich hab zusammen mit meiner Haustierärztin entschieden dass weitere Besuche beim Kardiologen nicht sinnvoll sind - der Stress vom Tierarztbesuch hat damals das Wasser in der Lunge verursacht, weitere Besuche könnten die Krankheit schneller voranschreiten lassen oder ihn sogar umbringen. Die Ärztin meinte, bei dem Stadium kann eine Kardiologen-Untersuchung auch nicht viel mehr rausholen. Mir ist es lieber der Rest seines Lebens ist möglich stressfrei, wenn dann auch vielleicht ein paar Monate kürzer.

Tja, und jetzt fast 1,5 Jahre später geht's ihm eigentlich ganz gut. Wir haben immer wieder kleinere Probleme (Atmung wird wieder schneller, Kaliummangel, Nierenwerte leicht erhöht durch Entwässerung) aber kriegen es immer wieder in den Griff.
Nach der Diagnose war ich eigentlich sicher dass er das Jahr nicht überstehen wird, so hat die Kardiologin auch geredet damals. Meine Haustierärztin kennt aber Katzen mit ähnlich schlimmen Diagnosen, eine sogar die zusätzlich eine Thrombose hatte, und die haben 5+ Jahre überlebt.

Meiner kriegt: 1xtgl Fortekor 2,5mg, 1xtgl 1/4 Plavix, 15mg Libeo (wollen wir jetzt von 1xtgl auf alle zwei Tage reduzieren), Amodip 1/2 1xtgl, ab jetzt auch Kalium-Substitution.


Meiner Meinung nach ist das wichtigste bei so einer niederschmetternden Diagnose (nach guter Medi-Einstellung) dass die Katze möglichst wenig Stress hat und ihr Leben noch gut genießen kann. Mir haben ein paar Leute zugeredet, ich solle nochmal zur Kardiologin, das wäre so wichtig. Wozu aber? Mir ist lieber er hat ein paar Monate weniger Zeit, die dafür aber ohne Angst und Stress verbracht. Meine Haustierärztin kommt fürs Blutabnehmen und Blutdruck messen nachhause. Ich weiß nicht ob er heut noch leben würde wenn ich nochmal zur Kardiologin gegangen wäre, glaub aber nicht dass es irgendwas an seiner Lebensqualität oder der verbleibenden Zeit positiv bewirkt hätte. Ich hätte gerne gewusst ob sich die Krankheit irgendwie verbessert hatte, ich glaube man macht sowas oft auch einfach für sich selbst, weniger fürs Tier.

Wissen kann mans vorher allerdings natürlich nicht, also muss man schon auch "mutig" sein und sich mal gegen das ganze Ärztegerenne entscheiden. Ich hatte schon angst dass ich ihm damit sein eh schon verkürztes Leben noch weiter verkürze, aber momentan scheint es so als wäre es die richtige Entscheidung gewesen
Es stimmt sicher, die meisten Tiere werden mit fortgeschrittener HCM + Wasser in der Lunge keine gute Prognose haben, egal was man tut. Aber die Hoffnung aufgeben darf man auch nicht
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Alt 02.11.2018, 16:56
  #85
Gwenifere
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Gwenifere
 
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Die Hoffnung darf man nie aufgeben!
Ich finde es toll, so viele positive Berichte zu lesen, auch wenn es bei uns anders war.

Februar 2017 wurde bei einem zertifizierten Kardiologen HCM festgestellt, nach einem Zufallsbefund Herzgeraeusche bei einer Kontrolluntersuchung.

Danach regelmaessige Kontrolluntersuchungen, aber es wurde schnelle klar, dass wir mit den Medis immer weiter mussten, dh Kontrolle dann alle 3 Monate.
Bari hat supertoll mitgemacht, ich habe jeglichen Stress vermieden, meine Arbeitszeiten geaendert um eine regelmaessige Tablettengabe sicher zu stellen, und doch.... am 24.10.18 als Notfall in die Klinik: Lungenoedem. Entwaesserungsspritze, alle 6 h Dimazon, am naechsten Morgen schien alles wieder top zu sein. Dimazon dann erhoeht. Mittwoch 31-10 musste ich sie gehen lassen, die Lunge war wieder voll, Atemfrequenz viel zu hoch.

Bari wurde 10 Jahre alt

Aber das verrueckte: bis zu dem 24.10. war sie topfit, kein Baum zu hoch, springen tanzen alles, keener haette vermutet, dass sie HCM hat...
Und auch in der letzten Woche...

aber ja, jeder Fall ist anders

Nachtrag: auf die Eingangsfrage zurueck kommend: 1 Jahr, 8 Monate und 29 Tage

Geändert von Gwenifere (05.11.2018 um 08:24 Uhr)
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Alt 25.07.2019, 16:45
  #86
ranmalein
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Ich schreibe jetzt ca. 1 Jahr nach meinem letzten Bericht. Mein Kater ist gestern leider gestorben.

Er hat damit knapp 2,5 Jahre mit der HCM im Endstadium und schlechter Prognose (paar Monate) gelebt, und das sehr gut! Er wäre im Herbst 14 geworden.

Er war sehr stabil für die meiste Zeit, hin und wieder musste an der Medikation etwas rumgeschraubt werden (fast nur die Entwässerung), es schien ihm dabei aber immer gut zu gehen.

Seine Medis:
morgens: 1 Fortekor, 1/4 Plavix
abends: 1/2 Amodip
alle zwei Tage 2x 1/2 Libeo
zu jedem Futter ein Löffel Kalium

Vor ein paar Wochen fing es dann an, ich hatte das Gefühl irgendwie hat sich was verändert, er war sehr aufgedreht, ständig hungrig und wirkte etwas weniger entspannt als früher. Dann vor ca. 2 Wochen kam ich von einem 6-Tage Urlaub zurück (meine Mutter hat ihn in der Zeit gut versorgt) und seine Atmung war sehr schlecht, er pumpte stark und hatte sogar den Mund zeitweise offen. Ich hab sofort die Entwässerung wieder verdoppelt und es ging ihm schnell besser. Die TÄ kam dann per Hausbesuch ihm Blut abnehmen, abgesehen von stark erhöhten Bauchspeicheldrüsenwert war es nicht so dramatisch (Leber und Niere waren glaube ich leicht erhöht, aber schon länger).

Es ging dann die letzten zwei Tage wieder bergab, nachdem wir die Entwässerung langsam reduziert hatten. Der Bauch wurde dick (er füllte sich mit Flüssigkeit) und die Atmung war wieder schlechter. Mit Rücksprache der TÄ hab ich dann Lasix gespritzt, es wurde aber nicht besser. Er baute stattdessen immer mehr ab und wurde dann immer ruhiger, erschöpfter und verwirrt. Er pinkelte und kackte zbsp. ins Badezimmer, was er so nie machte. Ich habe mich also schweren Herzens entschieden dass es Zeit wird ihn zu erlösen, dies geschah dann gestern gegen Mitternacht. Er war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr ganz "er selbst", ich glaub er hat nicht mehr ganz mitgekriegt was um ihn herum passiert.

Es war wirklich nicht schön aber besser als die Horrorszenarien die ich mir immer wieder ausgemalt habe. Ich vermisse ihn sehr, die Wohnung ist jetzt leer und einsam

Ich hoffe meine Erfahrungen können anderen etwas Mut machen, HCM muss kein schnelles Todesurteil sein. Meiner Meinung nach ist es wichtig der Katze ein möglichst stressfreies, gutes Leben zu ermöglichen, alles andere ist zweitrangig. So war ich zbsp nie zu irgendwelchen Folgeuntersuchungen beim Kardiologen, hab die TÄ immer als Hausbesuch kommen lassen weil ihn die Arztbesuche zu sehr stressten.
Auch meine TÄ meinte, bei dem niederschmetternden Befund wird ein weiterer US nichts bringen. Also bitte gut überlegen ob man weitere US für sich oder die Katze macht!

Ich bin einfach sehr sehr traurig und wünschte er wäre noch hier
ranmalein ist offline  
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Alt 29.07.2019, 10:44
  #87
Thyria
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Das tut mir sehr leid.
Fühl dich gedrückt.

Kurzes Update zu Joe:
Die heißen Tage merke ich ihm inzwischen an. Im November 2018 ging es Joe auch deutlich schlechter, er knickte hinten beim Laufen mit den Hinterbeinen weg. Nach dem Herzschall erhöhten wir die Dosis des Dimazon auf 3x tgl. 1 Tabl. (10mg) Dimazon. Das ist viel - aber Joe geht es damit besser und diese Beschwerden wie das Wegknicken der Hinterbeine zeigt Joe nicht mehr. Joe springt auch noch - so 1m Höhenunterschiede schafft er problemlos in beide Richtungen.

Der behandelne Kardiologe in der TK Asterlagen (damals war es noch eine TK) erklärte, dass Joe inzwischen HCM im Endstadium hat und gab ihm noch 3-9 Monate.
Inzwischen ist der 8 Monat quasi rum.

Ende Mai mußten wir Joe sogar noch mal in Narkose legen, da er sich einen Canini abgebrochen hatte - und so lassen ging ja schlecht, einschläfern deswegen war ja auch definitiv keine Option, also blieb nur die Option der OP.
Joe hat die Narkose und die OP mega gut vertragen. Er bekam vorher Entwässerungsmedikamente.
Seit der OP ist er deutlich fitter und aktiver.

Inzwischen habe ich allerdings mit Bakari einen 2. Kater, der an HCM leidet.
Allerdings hat Bakari eine Sonderform - sie nennt sich HOCM, Bakari ist inzwischen 8 Jahre alt und er bekommt 2x tgl. 1/4 Tabl. Athenolol.
Bei ihm war es so, dass er so Zahnop sollte und da er leicht erhöhte Nierenwerte beim letzten BB davor hatte, machte ich vor der OP wieder ein BB.
Beim Abhören stellte meine TÄ dann komische Herzgeräusche fest, bei der Voruntersuchung bestätigte der Zahnspezialist (ohne vorherige Kenntnis der Herzgeräusche diese) die Geräusche und so ließ ich bei Bakari vor der eigentlichen Zahnop noch mal einen Herzschall durchführen.

Bakari hatte schon vor 2 Jahre mal einen Herzschall gehabt, wo alles ok war.
Dieses Mal dann leider nicht, wie gesagt, es wurde HOCM gefunden.
Interessant finde ich, dass sich das bei Bakari anscheinend auch entwickelt hat - denn vor 2 Jahren war ja alles ok.

Bakari wurde dann auch an den Zähnen operiert, er hatte leider deutlich mehr Probleme mit der Narkose und den Nachwirkungen zu kämpfen - allerdings hat er leider auch wirklich schlechte Nierenwerte. Und bei ihm war es wirklich sehr schwierig - für die Nieren bekam er vor, während und nach der OP Infusionen - aber, das darf man ja auch gerade wegen seiner Herzgeschichte nur in Maßen dosieren, gleichzeitig bekam er auch Entwässerung.
Auch die Wahl des Schmerzmittels war eine Katastrophe - da fühlte ich mich auch von sämtlichen TÄ schlecht beraten und schlecht unterstützt.
Metacam, etc. sollte er aufgrund seiner Nierenproblematik nicht bekommen, Traumeel hilft zu wenig (es wurden alle Backenzähne entfernt) und Buprenovet wäre für die Nieren zwar am besten gewesen, aber aufgrund der HOCM nicht gefahrlos anwendbar. Das war wirklich ein Dilemma.

Ich hoffe sehr, dass Bakari auch eine gute und lange Zeit mit den Medikamenten hat.
Thyria ist offline  
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Alt 31.07.2019, 23:03
  #88
ranmalein
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danke deinen beiden wünsche ich ein gutes,

was ich gerne noch hinzufügen möchte:
Anfangs haben wir mit Furosemid entwässert (viel stärker als Lasix), was zwar gut funktioniert hatte aber plötzlich waren seine Nierenwerte erhöht. Wir haben dann auf Libeo umgestellt und die Nierenwerte haben sich wieder normalisiert.

Gerade weil du geschrieben hast wie schwierig ein Nierenleiden bei einer Herzerkrankung ist finde ich diese Info sehr wichtig. Mir haben die erhöhten Nierenwerte nämlich natürlich angst gemacht, aber meine Ärztin hat zum Glück richtig reagiert und den Zusammenhang zwischen den neuen Medis und den Werten gesehen (und wir hatten Vergleichswerte von früher, die haben ja nicht alle).
Also wenn jemand mit Furosemid entwässert: Bitte Nierenwerte gut im Auge behalten und wenn nötig und möglich es mit Libeo (o.ä.) versuchen. Furosemid war vor 2,5 Jahren auch, soweit ich mich erinnere, eigentlich für Hunde zugelassen, nicht für Katzen - scheinbar mit gutem Grund.

Diese Krankheit ist wirklich fies und auch eine große Herausforderung für uns Besitzer. Mein Kater hat 3x am Tag Medis gebraucht, was für mich nur mit Futterautomat möglich war (den PetSafe kann ich da sehr empfehlen), ich habe mich in meiner Freiheit oft sehr eingeschränkt gefühlt, bin nur ungern in Urlaub gefahren und von den ganzen Kosten ganz zu schweigen (ich weiß es gar nicht genau aber mit Futter, Katzenstreu, Medis und Arztbesuchen bin ich sicher über 200€ im Monat gekommen - die Medis alleine waren knapp 100€).
Trotz allem hab ichs aber für ihn gerne gemacht und bin froh dass meine ganzen Mühen nicht umsonst waren - sie haben ihm fast 2,5 gute Jahre geschenkt.
ranmalein ist offline  
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Alt 05.09.2019, 10:09
  #89
Thyria
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Leider musste ich Bakari zuerst Anfang August in eine Tierklinik für eine Woche stationär gegen die hohen Nierenwerte behandeln lassen , was mit der HOCM einem Drahtseilakt gleichkam.

Bakari erholte sich auch gut und alles war bis zum Wochenende soweit gut. Leider waren die Nierenprobleme schon zu weit fortgeschritten, daher mußte ich meinen armen Schatz mit multiplen Organversagen in der Nacht von Sonntag auf Montag erlösen lassen.

Bei Bakari waren also die Nieren eigentlich das größere Problem, wobei die Nierenproblematik durch die Herzerkrankung auch nicht gut behandelt werden konnten.

Hier ist Bakaris Abschiedsthread, wobei da eigentlich auch nichts Neues drinsteht ....

Auf Wiedersehen, Bakari!

Wir sind alle nur unglaublich tieftraurig und seine Kumpels vermissen ihn total und ich natürlich auch.
Thyria ist offline  
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