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Alt 02.09.2018, 13:27   #1
Leyla11
Neuling
 
Registriert seit: 2018
Beiträge: 1
Beitrag Verhalten nach Amputation des Hinterbeines

Hallo zusammen,
am 16.08.2018 mussten wir unserem Kater Garfield aufgrund eines Spindelzellsarkoms das linke Hinterbein ab Kniegelenk amputieren lassen.

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen andere mit ihren Dreibeinchen gemacht haben. Momentan ist es so, dass er sich, ausser einmal täglich zur Katzentoilette, nicht bewegt. Er liegt auf der Couch, unter dem Esszimmertisch oder unter dem Bett. Wenn ich ihn von dort „abpflücke“ um ihn zum laufen zu animieren, fängt er an zu meckern, bewegt sich zu einem seiner Ablageplätze und dann liegt er da, bis ich mich irgendwann erdreiste ihn wieder von dort wegzuholen.

Er frisst und trinkt, hat mittlerweile 300g von seinen 500g Gewichtsverlust vor OP wieder zugenommen. Schmerzmittel bekommt er (in Absprache mit der TÄ) weiterhin, zudem geben wir ihm dreimal täglich Traumeel.
Bachblüten benutze ich, da er mit der Situation teilweise echt überfordert zu sein scheint- äussert sich so, dass er das fehlende Beinchen ab und an versucht hochzustrecken, dabei fast das Gleichgewicht verliert und sich dann anscheinend über sich selbst ärgert. Dazu habe ich einen Feliway Stecker in Gebrauch.

Zudem bekommt er natürlich extra viele Schmuseeinheiten ❤️.

Ist es normal, dass er sich nach dieser Zeit noch nicht bewegen möchte? Bekommt er es mit der Zeit hin sich mit dem fehlenden Beinchen „abzufinden“?

Ich freue mich über Erfahrungsberichte und Hinweise, um dem Kerlchen die Umstellung so angenehm wie möglich zu gestalten.

VG, Leyla
Leyla11 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 04.09.2018, 10:35   #2
Lehmann
Erfahrener Benutzer
 
Lehmann
 
Registriert seit: 2016
Beiträge: 969
Standard

Zu Dreirädchen kann ich persönlich nichts sagen, aber wenn du über die Suchfunktion Beinamputation eingibst, findest du einige Themen dazu, z.B. diesen:

Amputation Vorderbein - brauche Ratschläge und Tipps

Gute Besserung für deine Katze.
__________________
Liebe Grüsse Elke



Seelenkater Lehmann
Lehmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2018, 15:06   #3
Lio0202
Benutzer
 
Registriert seit: 2017
Ort: Hamburg
Beiträge: 52
Standard

Hallo Leyla,

wir haben seit ca. 1 Jahr ein Dreibeinchen Zuhause und sind heilfroh, dass wir uns damals dazu entschieden haben die Amputation machen zu lassen.

Unser Kater Lio hatte auch einen Tumor, bei Lio aber am rechten Vorderbeinchen. Die ersten Wochen nach der Amputation waren nicht nur für ihn, sondern auch für uns, echt hart. Am Anfang hat er viel gelegen oder sich unter einem Stuhl im Schlafzimmer versteckt. Wenn er dann mal aufgestanden ist, musste er schon nach kurzer Zeit Pause machen und hat sich dann auch z.B. mitten im Flur „fallen lassen“ und hat dort erstmal neu Kraft gesammelt. Dazu muss ich aber sagen, dass unser Katerchen schon ein Katzen-Senior ist und bei der Amputation schon 15 Jahre alt war.

2 Wochen nach der OP ging es ihm erstaunlicherweise schon wieder recht gut, er war schon „fast“ der Alte. Es hat aber doch einige Wochen gedauert, bis er auch längere Strecken hüpfen konnte, da es doch recht anstrengend ist für die verbliebenen Beinchen/Gelenke. Jetzt 1 Jahr später ist seine Muskulatur deutlich ausgeprägter und das linke Vorderbein ist ganz schön muskulös geworden.

Durch unsere Tierärztin, aber auch durch Tipps hier im Forum, haben wir Zuhause einiges für ihn umgestellt bzw. umgebaut:

- die Fress- bzw. Trinknäpfe haben wir extra höher gestellt (Vorderbein
amputierte Katzen können sich nicht gut vorbeugen)
- vor der Couch haben wir eine kleine Katzen-Treppe stehen (gibt es z.B. bei Zooplus, etc.), die Treppe wurde von Beginn an direkt genutzt, egal ob hoch oder runter (bei Hinterbein amputierten Katzen ist glaube ich das hoch springen schwieriger, vielleicht würde ihm auch eine Treppe das hochklettern erleichtern)
- vors Bett haben wir eine kleine „Stufe“ gestellt, damit er besser ins Bett rein- und rauskommt
- vor den Fensterbänken steht jeweils ein Hocker zum Hoch- und Runterklettern
- und den Kratzbaum haben wir umgebaut bzw. verkleinert und auch mit Leitern versehen, da er trotz fehlendem Vorderbeinchen trotzdem immer überall hoch geklettert ist und man ihn dann retten musste, da er nicht mehr runter kam.

Auf Empfehlung unserer Tierärztin geben wir unserem Kater 1x täglich 1 Tablette Zeel ad us vet. (Zeel ist ein homöopathisches Produkt, das verwendet werden kann, um die Gelenke zu unterstützen. Zeel unterstützt die Knochen und Gelenke, zur Förderung der Muskeln, Sehnen und Bänder). Ich hab das Gefühl, dass ihm die Tablette wirklich gut tut.

Lio hat sich zum Glück recht schnell umgestellt und kommt jetzt auch sehr gut auch mit 3 Beinchen zurecht. Natürlich gibt es ein paar Kleinigkeiten die ihn auch jetzt noch stören, manchmal sieht man wie er versucht das rechte Beinchen zu bewegen, dann bewegt er das Gelenk mehrmals und man sieht richtig, wie ihm auf einmal klar wird, dass da ja kein Beinchen mehr ist. Das zu sehen tut mir auch heute noch weh , aber er sucht sich dann einfach eine andere Lösung wie z.B. d klappt das Buddeln auf dem Katzenklo nicht immer so gut, da hat er aber lustigerweise recht schnell eine Lösung gefunden. Nach dem Katzenklobesuch stellt er sich in die Badezimmertür und brüllt solange bis Frauchen kommt und für ihn das buddeln übernimmt . Danach ist er zufrieden und hüpft weiter. Oder wenn er sein Gesichtchen putzen möchte, was natürlich schwierig ist mit nur 1 Vorderbeinchen, dann stupst er meinen Mann an, die Hand wird abgeschleckt und dann wird sich an der Hand das Gesicht gerieben und sich so geputzt. Natürlich liegt er auch recht viel und schläft, aber mit seinen 16 Jahren darf er das natürlich auch. Zwischendurch hat er aber auch seine 5 Minuten und flitzt durch die Wohnung .

Ich denke mal dein Garfield braucht einfach noch ein wenig Zeit sich an die neue Situation zu gewöhnen und um Kraft zu tanken. Das Laufen auf 3 Beinchen ist bestimmt auch noch ziemlich anstrengend, wird aber bestimmt besser sobald er Muskulatur aufbaut, daher würde ich ihn zwischendurch weiterhin zum Laufen animieren. Extra viele Schmuseeinheiten sind natürlich nie verkehrt

Ich wünsch euch alles Gute mit eurem Garfield, mach dir nicht allzu viele Sorgen, Katzen sind wirklich erstaunlich und bald wird sein Handicap kaum noch auffallen und es wird ihm wieder richtig gut gehn!

Entschuldige den langen Text, ich bin „leider“ eine ziemlich stolze Katzen-Mutti , die einfach begeistert ist, wie erstaunlich und bemerkenswert Katzen mit einem Handicap klar kommen. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

Liebe Grüße

Geändert von Lio0202 (05.09.2018 um 15:11 Uhr)
Lio0202 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2018, 20:13   #4
Lehmann
Erfahrener Benutzer
 
Lehmann
 
Registriert seit: 2016
Beiträge: 969
Standard

Kannst auch stolz sein. Hört sich ja alles prima an- das Personal spurt.
__________________
Liebe Grüsse Elke



Seelenkater Lehmann
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