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Alt 25.06.2017, 16:15   #1
Lio0202
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Standard Amputation Vorderbein - brauche Ratschläge und Tipps

Hallo ihr Lieben,
ich bin neu hier und auf der Suche nach Erfahrungsberichten und Tipps.

Unserem Kater Lio musste leider vor 2 Tagen das rechte Vorderbeinchen amputiert werden. Er hatte leider einem bösartigen Tumor, welcher innerhalb von 8 Wochen erneut wiedergekommen war, trotz 1. Op im April. Da er zwar schon ein stolzes Katzenalter hat mit 15 Jahren, aber ansonsten top fit war, haben wir dem Rat der Tierärzte vertraut, die uns gesagt haben dass Katzen gut auf 3 Beinchen zurecht kommen und unser Katerchen noch ein paar gesunde Katzenjahre vor sich haben kann.

Die ersten 2 Tage sind echt hart. Er frisst gut, war auch schon auf dem Katzenklo (was etwas schwierig war auf 3 Beinchen) und hüpft auch schon zum Fressnapf und zurück und leider auch auf die Couch ansonsten schläft er aber eigentlich den Rest vom Tag, was mit Sicherheit ganz normal ist, die OP ist ja auch erst 2 Tage her. Wie soll ich eine Katze vom Springen abhalten? Wenn er nur in 1 Zimmer ist, dreht er durch, daher darf er ins Wohnzimmer und auf die Couch seinem Lieblingsplatz, beim runterspringen versuchen wir ihn runter zu heben, was uns aber nicht immer gelingt, da er schon 2-3 Mal von alleine runter gesprungen ist.

Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit älteren Dreibeinchen ? Wird er wieder ein "glücklicher" Kater, zur Zeit versteht er glaub ich die Welt nicht ? Haben eure Dreibeinchen sich schnell an die neue Situation gewöhnen können ? Was sollten wir noch beachten ?

Wir sind leider doch etwas verunsichert, ob wir auch alles richtig machen und zweifeln doch immer noch, ob wir für unseren kleinen Racker die richtige Entscheidung getroffen haben. Aber bei dem aggressiven Tumor blieb uns leider keine andere Wahl, aber es tut schon weh unser Dreibeinchen jetzt so zu sehen.

Ich würde mich sehr über Ratschläge und Erfahrungsberichte freuen, vielen Dank !
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Alt 25.06.2017, 17:01   #2
nicker
ruritanische Hofberichterstattung
 
nicker
 
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Hallo Lio,

herzlich willkommen im Forum!

Über Pfötchen (beinamputiert) konntest du ja schon in dem anderen Thread lesen, aber ich möchte es hier noch einmal wiederholen:

Bitte biete Lio bequeme Abstiegshilfen an, wenn er wieder mobiler wird!

Generell sind die Dreirädchen nach der Amputation vergleichsweise schnell wieder fit und mobil und gewöhnen sich auch erstaunlich gut an das neue, etwas wackligere Leben auf drei Pfoten.
Lio braucht anfänglich vermutlich etwas Unterstützung bei den Dingen, die zweiarmig einfach besser gehen; mir fällt spontan ein das Runterbeugen zum Fressnapf (ich kann aber nicht sagen, ob sowas dauerhaft ist); das ganze Gewicht beim Bücken liegt nun auf dem verbliebenen Arm. Da kann ich mir vorstellen, dass Lio vielleicht lieber aus einem erhöht stehenden Napf fressen mag. Probier es vielleicht einfach mal aus: wenn du einen Blumenübertopf der etwas kleineren Sorte frei hast (oder ansonsten eine höhere Müslischüssel; so 12 cm sollten es schon sein), kannst du ein passendes Kompottschüsselchen oder einen Suppenteller gut dort reinstellen, so dass das Schüsselchen/der Teller auf die gewünschte Höhe von etwas mehr als 10 cm kommt.
Natürlich geht auch ein Stapel Bücher, aber fester steht ein Napf/Schüssel eben im Pott bzw. Müslischüssel .

Gerade in der ersten Zeit ist ein gutes Schmerzmanagement sinnvoll: es soll so viel wehtun, dass katz sich nicht zu viel bewegt, aber nicht so viel, dass katz sich zu wenig bewegt. Klar, das bekommt man nicht sooo gut hin, aber der TA sollte dir da schon Anweisungen gegeben haben.
Meiner Erinnerung nach kam Pfötchen schon ohne Medis zu uns; das war fast direkt nach der OP, und Pfötchen war schon wieder recht gut zu Pfote.
Damals war sie allerdings auch erst ein halbes Jahr alt; bei einem Senior, der eh schon "Rücken hat" oder eben andere leichte Alterserscheinungen (die in dem Alter ja ganz normal sind), stelle ich mir schon ein Mehr an Schmerzmanagement vor.

Es wäre gut, wenn Lio alles, was wichtig ist, ohne großes Klettern/Runterspringen erreichen könnte. Egal ob Lauern, Schlafen, Fressen (Näpfe und Klo sind ja eh normalerweise ebenerdig).... fürs Fenstergucken sollte Lio bequeme Auf- und Abstiegsmöglichkeiten haben: stell einen Stuhl vors Fenster, so dass Lio von dort auf den Heizkörper klettern und dann auf die Fensterbank kommt, und vor den Stuhl vielleicht einen kleinen Hocker (Trittchen), so dass Lio von der Sitzfläche des Stuhls nur die halbe Strecke nach unten hat.
Katzen sind schlau; Lio wird schnell merken, wie er bequem rauf und runter kommt.

Lass Lio auch etwas angeln und pföteln; angeln vielleicht lieber im Liegen, zum Pföteln kann er z. B. ebenfalls im Liegen ein Bällchen schubsen oder ein Stinkekissen mit Arm und Beinen bekämpfen. Auch je nach dem, was er liebt.
Frag den Arzt auch wegen Arthrose und anderen potentiellen Gelenkproblemen, die ältere Semester häufiger haben könnten als die Jungspunde (das ist jetzt unabhängig vom Thema Amputation, aber die Ampu verschlimmert diese Malessen, weil die Gelenke stärker beansprucht werden). Evtl. kann man da vorbeugend oder unterstützend etwas machen (ich denke gerade an solche Zusatzmittel wie Grünlippenmuschelpulver und anderes, was für die Gelenke empfohlen wird).

Die Dreiradhalter mit armamputierten Katzen werden sich sicherlich mit ihren Tipps noch melden.

Alles Gute für Lio!
__________________
LG
tini & das Ori-Konzert

Handicats: sie sind nicht perfekt, aber glücklich!
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Alt 25.06.2017, 22:20   #3
Lio0202
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Hallo Nicker,

erstmal ganz, ganz lieben Dank für deine schnelle Antwort und die lieben Ratschläge.

Wir sind natürlich noch unsicher und freuen uns daher für jeden Tipp den wir bekommen.

Einen erhöhten Napf hat er schon seit seiner 1. OP, da er sich danach durch den dicken Verband nicht richtig vorbeugen konnte.
Den Vorschlag mit der Abstieghilfe werden wir gleich in die Tat umsetzen und morgen gleich anfangen, ihm eine kleine Treppe zur Couch zu bauen und vielleicht auch für´s Bett.

Morgen, 3 Tage nach der Op, schaut die Tierärztin ihn sich an, wir haben eine mobile Tierärztin, daher hat Lio zum Glück nicht den Stress, dass er wieder in seine verhasste Transportbox und in die Tierarztpraxis muss. Wir sind schon gespannt, was die Tierärztin morgen sagt. Ich werde sie dann gleich auch einmal auf ein eventuelles Mittel ansprechen um z.B. Arthrose vorzubeugen, vielen Dank für den Tipp!

Hast du vielleicht auch einen Tipp für ein gutes Nassfutter ? Wir würden ihm gerne ein "gutes" Futter anbieten, er frisst ganz gut zur Zeit, aber leider nur das eher "schlechte" Futter. Da wir aber so kurz nach der Op froh sind, dass er frisst, bekommt er das natürlich, wir würden aber gerne in der nächsten Zeit wieder auf hochwertiges Futter umsteigen. Vielleicht hast du ja noch einen Tipp für uns.

So, nochmal vielen lieben Dank für deine Antwort, es tut gut positive Erfahrungsberichte von anderen Dreirädchen-Besitzern zu hören, das gibt uns Hoffnung das auch unser Lio hoffentlich gut mit seinem Handicap klarkommen wird.

Liebe Grüße auch von Lio, er lässt sich grad ordentlich kraulen und verwöhnen
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Alt 26.06.2017, 11:13   #4
nicker
ruritanische Hofberichterstattung
 
nicker
 
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Danke für die lieben Grüße, und Pfötchen schickt einen Krauler zurück an Lio!

Bei einem älteren Herrn wie Lio ist weniger notwendig, dass er das tollste Futter von allen frisst, denke ich, sondern dass es seiner Situation und Gesundheit angemessen ist. Lio scheint noch recht gesund zu sein für sein Alter; sonst hätte die Ärztin auch nicht die OP durchgeführt, denke ich.

Im Vodergrund sollten alterstypische Malessen wie CNI (Nierenerkrankung) etc. stehen, wenn Lio in dieser Richtung Erkenntnisse zeigt (Blutbild usw.); ansonsten würde ich darauf achten, dass er frisst und auch gern frisst, ohne übergewichtig zu werden. Ich würde daher mein Augenmerk darauf richten, dass es sich um Nassfutter handelt, das keinen Zucker enthält und auch nach Möglichkeit kein Getreide.
In einem Alter, in dem viele Katzen bereits Diät fressen sollten wegen alterstypischer Erkrankungen würde ich Lio daher nicht ohne Not etwas aufzwingen wollen, was er evtl. so gar nicht mag, und dies vor dem Hintergrund, dass eine altersbedingte Erkrankung eventuell doch in absehbarer Zeit auftreten und ein Diätfutter erfordern könnte.
Eine abwechslungsreiche Palette an zucker- und getreidefreien Nafu-Sorten, gern auch von mittelprächtiger Qualität (sofern Lio es mag), würde ich persönlich anstreben.

Das mit dem Gewicht ist insofern wichtig, weil natürlich der verbliebene Arm das volle Gewicht des Oberkörpers der Katze tragen muss und erhebliches Übergewicht daher die im Lauf der Zeit gewissen Gelenkschäden noch forcieren würde. Aber auch hier steht wieder das Lebensalter gegen das Thema Diät beispielsweise, sofern Lio ein mäßiges Übergewicht haben sollte.
Bei einem sehr schlanken Kater sieht es natürlich anders aus: da ist schon gesundheitsbedingt ein bisschen Päppeln nicht verkehrt (denn das Mäkeln, falls doch Diät gefressen werden müsste, ist ja üblicherweise vorprogrammiert ).



Du siehst, bei uns gibt es sozusagen "halbeswegs gesunde Mischkost" , und ich bin froh, dass alle vier so relativ gern das Leonardo fressen und ich auch das Kattovit in einem vertretbaren Umfang bei Nine rein kriege.

Hochwertiges Futter ist eine prima Sache, aber eben nur, wenn katz mitspielt. Und daher solltest du aus meiner Sicht bei Lio keinen Kreuzzug davon machen, wenn es nicht wegen krankheitsbedingter Diät erforderlich wird.

LG
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Alt 28.06.2017, 18:54   #5
Lio0202
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Liebe Nicker,

vielen lieben Dank für deine Nachrichten.

Eine kurze Frage hab ich noch: hatte Pfötchen damals nach der Op auch auf und ab´s ?

Lio war gestern Vormittag recht munter, ist zu unserem Schreck auch schon ein wenig geklettert.

Heute ist heute glaub ich nicht sein Tag. Gefressen hat er eben recht gut, fast sein komplettes Schälchen und Leckerchen mag er auch. Aber er liegt heute schon den ganzen Tag, bis auf die 2 Abstecher zum Fressen, unter dem Stuhl im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer hinter dem Vorhang gleich am Fenster und schläft.

Bisschen Sorgen mach ich mir schon, wir haben ihm eben auch vorsorglich etwas Schmerzmittel gegeben, welches uns die Tierärztin extra da gelassen hat. Heute ist es wohl auch ziemlich schwül warm, vielleicht macht ihm auch die Wärme zu schaffen. Die Naht am Beinchen sieht auf jeden Fall gut aus, ist nicht gerötet.

Wie waren denn deine Erfahrungen mit Pfötchen ?
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Alt 28.06.2017, 20:19   #6
nicker
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Ja, bei Pfötchen gab es auch ups und downs.

Insgesamt - bitte nicht vergessen, sie war gerade sechs Monate alt und ohnehin als Siamkatze ein reiner Irrwisch! - hoppelte sie natürlich stets und ständig durch die Gegend, aber oft wirklich nur in einem vergleichsweise bescheidenen Rahmen. D. h. sie blieb weitestgehend unten, teilweise sogar komplett auf der Erde. Das Klettern traute sie sich gar nicht, sondern kraxelte nur aufs Sofa bzw. die Stühle und die untere Ebene der Kratzmöbel.
Trotz aller Ermunterungen blieb das so, also dass Pfötchen im Vergleich sehr viel auf den unteren Ebenen lebte. Sie hatte einfach nicht genug Traute.

Eigentlich hätte Pfötchen die Gesellschaft für Nine (damals knapp zwei Jahre alt) sein sollen; der Dritte im Bunde war der alte Nickerkater, der aber noch sehr lebhaft und sehr gut zu Pfote war und seinen kleinen Harem in vollen Zügen genoss.
Aber Nine war über Pfötchen - so´n dummer Teenie ^^ - deutlich erhaben und mochte nicht zwingend gruppenstapeln (als hätte einer Gruppensex von ihr verlangt, so guckte sie ).
Nicki war sehr lieb zu Pfötchen, aber er turnte nun auch nicht mehr so über Tische und Bänke, wie Pfötchen das als Vorbild gebraucht hätte, um sich selbst mehr zu trauen.

Insofern war es bei Pfötchen eher die mangelnde Traute, die sie vieles nicht ausprobieren ließ, was sie heute kann. Deshalb war ja mit Mercy später ein anderes kleines Mädchen eingezogen (ein dreiviertel Jahr jünger als Pfötchen) und turnte Pfötchen alles das vor, was diese dann auch können wollte. Pfötchen hatte mit Nicki und Nine einfach nicht genug Anstoß gehabt, sich in ihrem Können auszuprobieren. Mit Mercy kam dieser Anstoß und weckte damit dann auch Pfötchens unbändigen Ehrgeiz und eisernen Willen, die ganzen Hindernisse zu bezwingen.
Pfötchen hat da enorme Fortschritte gemacht, und auch heute fällt es ihr sehr schwer, die ihr naturgemäß gesetzten Grenzen zu akzeptieren. Sie rastet regelmäßig aus, wenn Moody auf der Spüle sitzt und sich einen hökt und sie vergeblich versucht, sich an dem Griff der Tür unter der Spüle einzuhaken, damit sie raufkraxeln und ihn ohrfeigen kann. Dann sitzt sie unten und schreit wie am Spieß, weil sie soooo stinksauer über ihre eigene Bewegungsbeschränkung ist.

Mit Sicherheit wird auch Lio wieder aktiver werden... in seinem persönlichen Rahmen!
Ich weiß nicht, wie er gestrickt ist, also womit man seinen Ehrgeiz wecken kann... Spielzeug in bisher unerreichbarer Entfernung? Leckerliweitwurf?
Vielleicht kann euch ein Physiotherapeut für Tiere da ein paar Tipps geben?
Bei Lio ist alles ja noch ganz frisch, und da tut natürlich vieles auch noch weh.
Und in seinem Alter fällt die Umstellung vielleicht auch weniger leicht als als Jungspund wie Pfötchen damals.

Ihr könntet auch einmal über Bachblüten nachdenken, wenn Lio euch iwie in Richtung depressiv vorkommt.
Katzen ticken nicht so "menschlich" wie wir in dem Sinn, dass sie sich bedauern und mit ihrem Schicksal hadern und am Gestern kleben. Sie adaptieren sich und pusseln weiter, wie sie das Beste aus den gegebenen Umständen machen. Aber gibt es bei alten Tieren eine ähnliche "Sollbruchstelle" wie in bestimmten Situationen bei alten Menschen? (Ich hatte noch nie ein so altes Tier, daher die Frage.)
Also wie bei einem alten Ehepaar, das bisher immer sehr rüstig war und wo dann auf einmal die Frau stirbt und der Witwer dann auf einmal abbaut und gebrechlich wirkt. Sowas. Also: über eine bestimmte Grenze nicht hinaus gehen. Hier in Lios Fall: Grenze in der Beweglichkeit etc.

Ich wünsche euch und Lio weiter alles Gute und dass er schnell wieder auf die Beine kommt!

LG
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Alt 28.06.2017, 22:53   #7
Lio0202
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Lieben Dank für deine Nachricht, hab schon immer Sorge das ich es übertreibe, aber mein kleiner Racker ist ein Teil unserer Familie und im Moment leider nicht er selbst.

Aber vielleicht müssen wir einfach etwas Geduld haben. Ich versuche mir immer zu sagen, die Op ist erst 5 Tage her, gib ihm Zeit, er macht das schon ganz super bisher, da darf er sich auch zurück ziehen.

Lio ist eigentlich ein aufgewecktes Kerlchen, trotz seiner 15 Jahre, er ist eigentlich immer in unserer Nähe und am liebsten ganz, ganz nah zum kuscheln bei uns. Daher ist es jetzt schwer zu sehen, dass er sich zurück zieht und man zweifelt doch an seiner Entscheidung ob man das richtige getan hat.

Die Naht sieht gut aus, wir haben ihm heute trotzdem noch einmal ein Schmerzmittel gegeben, denn das wichtigste ist, dass er keine Schmerzen hat. Er frisst sehr gut, was meist ja ein Zeichen sein soll, das sie keine Schmerzen haben.

Wir lassen ihm jetzt seine Ruhe, vielleicht braucht er einfach Zeit. Abwarten wie es ihm in den nächsten Tagen geht; vielen Dank für deine aufmunternde Worte und den Tipp mit den Bachblüten, werde mich da mal schlau machen.
Lio0202 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.06.2017, 11:22   #8
abraka
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Zur Amputation kann ich gar nichts sagen, aber da bist du ja gerade bei nicker in besten Händen.

Ich kann nur von meiner schwer verunfallten Katze sagen, dass Tiere große Einschnitte zwar super wegstecken - aber es braucht seine Zeit. Es gibt auf und abs, mal gehts mit riesigen Schritten voran, dann ist wieder Stillstand oder nur kleine Schritte.

Wichtig ist, dass man die Katzen nicht zu sehr bemitleidet. Man ist natürlich versucht, aber das bringt nichts.

Viel loben, Bewegungsanreize mit Erfolgserlebnis schaffen (einfaches Fummelbrett z.B. in Form einer Eierschachtel und Leckerli rein - wirft Leo sie um statt zum fummeln und frisst dann, ist das auch ein Erfolgserlebnis) usw.
Selbstvertrauen stärken und Katze machen lassen - und erst eingreifen, wenn es gefährlich ist. Also jetzt natürlich noch oft, weil die Wunde noch frisch ist - später dann ruhig selbst ein "Problem" lösen lassen.

Dann wird das schnell wieder.

Alles Gute für Leo.
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Alt 29.06.2017, 11:30   #9
ninabella
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Guck mal hier, der Thread kann dich bestimmt aufmuntern. Soweit ich weiß gehts dem Einstein nach der OP schon 5 Jahre super. Leider schreibt Snowflake kaum noch.

Brauch ganz ganz dringend eure Meinung, Beinamputation?
__________________
LG Alex mit Mara, Jessie, Taiga & Djeby

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Alt 29.06.2017, 18:37   #10
Lio0202
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Lieben Dank für eure Tipps und aufmunternden Worte!

Wir lassen Lio jetzt seine Ruhe, er hat sich ein ruhiges Plätzchen im Schlafzimmer gesucht, wie eine kleine Höhle und dort liegt er jetzt und sieht völlig entspannt aus.

Heute morgen hat er gut gefressen und ist auch extra für sein Leckerchen (Schleckpaste) aus seiner Höhle rausgekommen, danach aber wieder auf sein Kissen verschwunden. Vielleicht braucht er noch seine Zeit, wir müssen einfach Geduld haben (was leider nicht meine Stärke ist, muss ich gestehen). Das Laufen auf 3 Beinchen klappt zwar ganz gut, strengt ihn glaube ich aber noch sehr an und ist im irgendwie nicht ganz geheuer, daher liegt er am liebsten und hat seine Ruhe.

Die Tierärztin hat uns empfohlen ihm Arnica Globuli 3x am Tag zu geben, da es wohl die Wundheilung anregt und auch schmerzlindern sein soll.

Es ist noch sehr ungewohnt dass er nicht bei uns ist, denn sonst liegt er immer in unserer Nähe. Aber die OP ist morgen erst 1 Woche her, ich denke die Ruhe hat er sich verdient und er schläft sich hoffentlich gesund.

Liebe Abraka,
ich hab mir deine Geschichte von eurer tapferen Lise durchgelesen, hatte oft Tränen in den Augen, toll was ihr geschafft hat. Lise ist wirklich eine kleine Kämpferin. Wir werden Lio noch 1-2 Tage Ruhe gönnen, denn er hat ja doch 2 schwere Op´s innerhalb von 2,5 Monaten hinter sich, aber dann werde ich mal deinen Tipp mit dem Erfolgserlebnis schaffen versuchen umzusetzen um Lio´s Selbstvertrauen wieder zu stärken.

Nochmals lieben Dank, es tut gut eure Berichte und Tipps zu lesen und gibt Hoffnung, dass auch unser kleiner Kämpfer das packt.
Lio0202 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2017, 20:45   #11
SavvySuzie
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Hallo, mach dir keine Sorgen, die Katzen kommen damit super klar. Wir haben einen Dreibein aus dem Tierheim adoptiert, er wurde angeschossen von einem Jäger und von netten Menschen in einer Betonröhre gefunden und zum Tierheim gebracht. Sie haben die Op bezahlt, ein Vorderbein musste komplett amputiert werden, aber nehmen konnten sie ihn nicht, fand ich toll das sie das gemacht haben. Mein Mann hat ihn dann im Internet entdeckt und wir haben ihn zu uns geholt. Er ist jetzt zwei Jahr bei uns, hat ein grosses Aussengehege, weil wir es zu gefährlich finden ihn frei rumlaufen zu lassen und fühlt sich pudelwohl. Ist der Chef von unseren Katzen und kommt super klar mit seiner Behinderung. Mein Mann hat alles im Gehege behindertengerecht gebaut, aber er springt runter und hoch wie die anderen zwei und flitzt wie bekloppt durch die Gegend wenn er seine 5 Minuten hat. Er spielt auch liebend gern mit meiner riesigen Briard Hündin, rollt sich vor ihr auf dem Boden und haut zu wenn sie zu dolle wird, dafür reicht auch eine Vorderpfote😁. Alles Gute!!!
SavvySuzie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2017, 22:56   #12
Lio0202
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Registriert seit: 2017
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Die OP ist heute 8 Tage her und ich muss zugeben, die 1. Woche war hart, am Anfang ging es ihm gut und auf einmal hat er sich zurückgezogen und war plötzlich ziemlich ängstlich.

Seit 1,5 Tagen ist er wieder die meiste Zeit bei uns, zieht sich nicht mehr zurück und geht auch "leider" schon wieder auf kleine Entdeckungstouren.

Wir haben schon eine kleine Treppe für ihn besorgt damit er besser von der Couch runter kommt, wenn ich ihn springen sehe mach ich mir immer Sorgen um sein Vorderbeinchen, damit bloß nichts passiert. Aber wie Katzen nun mal sind, mal benutzt er die Treppe, ein anderes mal springt er so runter

Wir sind noch dabei vieles für ihn umzubauen, mein Mann baut gerade für ihn eine kleine Treppe damit er über darüber besser ins Bett kann, bis jetzt hatten wir ihm eine kleine Kiste hingestellt, die wird bisher aber ignoriert

Für seinen alten Kratzbaum müssen wir uns noch was einfallen lassen, wir hatten bisher einen zweistöckigen, die obere Etage haben wir heute schon abgebaut und an den unteren Teil eine Leiter angebracht. Aber die Leiter ist recht steil, kann er überhaupt auf einem Vorderbeinchen eine Leiter runter ?

Eure Tipps und Nachrichten haben uns schon sehr geholfen und auch Mut gemacht, dass unser Lio das trotz seiner 15 Jahre schafft. Montag werden die Fäden gezogen, genau am Ende der Naht hat er eine kleine Beule, meint ihr das kommt von den Fäden und der zusammen gezogenen Haut ?

Wir hoffen dass es weiter bergauf geht, drückt uns bitte die Daumen
Lio0202 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.08.2017, 09:32   #13
.tamara.
Neuling
 
Registriert seit: 2017
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Hallo Lio0202,

ich habe soeben deinen Beitrag gelesen und wollte mich mal nach eurem Zustand informieren? Hat er sich gut erholt, wie geht es ihm? Was ist mit dem Knubbel an der Naht?

Wir haben leider am Freitag unserer Kleinen die linke Vorderpfote amputieren lassen müssen, weil sie in ein Auto gekommen ist. Sie ist natürlich noch sehr geschwächt und dennoch teilweise putzmunter und auch schon ziemlich gelangweilt... es verheilt alles gut aber ich wollte doch einmal hören, wie es bei euch voran ging, weil es ja doch alles noch ziemlich aktuell ist.

Viele Grüße
.tamara. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.08.2017, 09:52   #14
Mikkaela
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Mikkaela
 
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Hallo,
die Katze (auch schon im vorgeschrittenen Alter) Meier Freundin mußte auch ein Bein lassen wegen Krebs. Die erste Zeit war auch bei ihr hart (ich denke für meine Freundin mehr als für die Katze).

Jetzt ist sie ganz die alte. Sie hat auch überall Aufstiegshilfen, springt aber auch hier und da und sie klatscht mit ihrer einen Pfote auch schon wieder den anderen Fellpopos eine . Freu Dich das der Krebs weg ist und mach Dir nicht zuviel Sorgen
__________________
Meine Fellpopos Teddy, Krümel, Püppi, Flori & Sophie, Emma & Linus, Mini Aussie Buggy und Michaela Grüßen Euch Herzlichst
Mikkaela ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2017, 07:52   #15
.tamara.
Neuling
 
Registriert seit: 2017
Beiträge: 3
Standard

Freut mich zu hören, dass es ihr auch mit der Behinderung gut geht.

Ich frage mich nur wie es mit dem Freigang wird...gestern habe ich erst mal einen Zaun gebaut, damit sie wenigstens ein wenig raus kann und Kräfte sammelt...am Montag kommen die Fäden raus... ich will sie nicht einsperren...aber ein mulmiges Gefühl bleibt dabei :/

ich habe sie damals von der Straße aufgenommen (sehr scheu, bissig,kratzend) und habe sie zur liebsten und verschmusten Katze gemacht die ich je kennengelernt habe...und deswegen denke ich muss ich ihr vertrauen.
.tamara. ist offline   Mit Zitat antworten
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