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Eine Katze zieht ein Die Katzenfamilie wird größer. Alles über Zusammenführungen und Co.

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Alt 04.07.2019, 13:23   #1
aggobabbo
Neuling
 
Registriert seit: 2019
Beiträge: 2
Standard Angstabbau bei Kater aus dem Tierheim

Hallo liebes Forum,

ich hätte da mal folgendes Anliegen:

Mein Freund und ich (wir beide haben bereits etliche Jahre mit Katzen zusammengelebt) haben, vor ca. 6 Wochen, einen Kater (EKH) aus dem Tierheim bei uns aufgenommen. Er ist zwischen 7 und 11 Jahren alt, so genau konnte das nicht bestimmt werden. Der Kater (Rocky) wurde „herumirrend“ aufgegriffen, war nicht kastriert, nicht gechippt, aber in einer guten Verfassung. Er war/ist wohlgenährt und sieht sehr gepflegt aus. Es ist nicht klar zu sagen, wo und wie er die letzten Jahre gelebt hat. Ob er als „Wildling“ lebte oder aber (auch) Bezug zu Menschen hatte. Das Katzenklo benutzte er von Beginn an vorbildlich, wenn das irgendwas zu seinem vorherigen Leben aussagen kann....
Bei uns lebt er aktuell als Wohnungskatze. Eine Terrasse steht ihm zur Verfügung, diese scheint ihn jedoch nicht zu interessieren. Auch zeigt er keinerlei Fluchttendenzen. Auch den Außenbereich im Tierheim nutzte er nie.
Schon im Tierheim fiel er durch sein “traurig“ wirkendes Gemüt auf. Tagsüber lag er nur in seiner Box. Die anderen Katzen, mit denen er sich ein Zimmer teilte, schienen ihn nicht zu interessieren. Es fanden hier wohl weder positive noch negative Interaktionen statt. Menschen lässt er nicht an sich ran.
Es macht den Anschein, als empfinde er es als extrem unangenehm angeguckt zu werden. Ich meine jetzt nicht das provozierende Anstarren, das die meisten Katzen/ Hunde reizt oder verunsichert, sondern lediglich das “gesehen werden“ scheint ihm zu missfallen. Er guckt dann immer wieder weg und wirkt dabei fast schon beschämt.
Bei uns ist er tagsüber quasi unsichtbar. Er verzieht sich am liebsten in Ecken zurück, in denen er uns nicht sieht und wir ihn nicht. Die gemütlichen Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten die wir ihm anbieten, sind ihm scheinbar zu “öffentlich“. Wenn ich im Raum bin, bspw. am Schreibtisch arbeite, verlässt er sein Versteck über Stunden nicht. Sobald man jedoch den Raum verlässt wird er neugierig und kommt aus seiner Ecke, frisst, geht auf´s Klo, läuft herum. Um dieses Verhalten beobachten zu können bzw. ihn hier besser einschätzen zu können, haben wir eine Kamera aufgestellt (ich weiß, das klingt ziemlich seltsam). Dort zeigt sich, dass er sich, in Abwesenheit von uns Menschen, relativ selbstbewusst bewegt, die Räume erkundet, aus dem Fenster guckt etc. auch sein Blick ist dann ein anderer. Betritt man dann den Raum, während seinen Erkundungstouren, zieht er sich wieder zurück und/ oder erstarrt zunächst regelrecht. Wenn er sich in meiner Anwesenheit bewegt (was nur spät abends der Fall ist), tut er dies wie in Zeitlupe und fast geräuschlos. Schaue ich ihn dann noch dabei an, erstarrt er förmlich. Wir haben bisher noch keinen einzigen Ton (Miauen oder ähnliches) von ihm gehört.
Das Hervorlocken mit Futter oder generell die Annäherung mit Futter scheint wirkungslos.
Nachts bewegt er sich durch die Wohnung, frisst, liegt auf einem Sessel, macht es sich auf dem Badevorleger bequem und so weiter...dabei wirkt er jedoch nicht wild. Spielsachen lässt er unangetastet, Kratzbaum ebenso, auch anderweitig kratzt er nicht. Katzengräser haben keine Wirkung auf ihn, Trockenfutter hat er deutlich lieber als das Nasse.

Wir sind uns jetzt nicht sicher welche “Strategie“ wir weiterhin verfolgen sollen.
1. “Ignorieren“, mehr Raum geben und hoffen/ warten dass er auf uns zukommt
2. Oder “Konfrontation“ Nähe zu ihm suchen, direkte Ansprachen, die totalen Isolationsverstecke zumachen etc.

Aktuell ist es irgendwie eine Mischung aus Beidem. Perspektivisch fände ich es schon sinnig,wenn Rocky keine Angst mehr vor uns hätte (das ist für ihn ja auch dauerhafter Stress mit uns) und auch hinsichtlich evtl. Arztbesuche etc. sollte er sich auf Menschen, früher oder später, einlassen können. Dass er kein Schoßkater mehr wird ist ja vollkommen in Ordnung...

Auch überlegen wir, ob es nicht doch auch sinnvoll wäre einen weiteren Artgenossen aufzunehmen. Generell stehen wir der Einzelhaltung skeptisch gegenüber und könnten uns vorstellen, dass eine weitere Katze als Vermittler und/ oder Vorbild fungieren könnte. Wäre sie jedoch nur ein weiterer Stressfaktor, würden wir ihm dies natürlich ersparen wollen.
Vielleicht kennt ja einer von euch ein ähnliches Katzen/Katerverhalten und kann die eine oder andere Herangehensweise empfehlen.

Über einen Austausch würde ich mich sehr freuen!
aggobabbo ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 04.07.2019, 13:29   #2
maschari
Erfahrener Benutzer
 
maschari
 
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Alter: 26
Beiträge: 716
Standard

Hallo aggobabbo,

erst einmal Herzlich willkommen. Ich finde es super, dass ihr euch ein Scheuchen aus dem Tierheim ausgesucht habt.
Das klingt auf jeden Fall, als hätte der kleine ne ganze Menge schreckliches durchgemacht, wenn er so eine Angst hat.

Beim lesen musste ich direkt an Taskalis Dairo denken:
Dairo (Fiv+) – wenn Angst die Seele frißt.... *Vem. D-weit

Vielleicht kann man sich da den einen, oder anderen Trick noch abschauen.

Ich würde aus dem Bauch heraus sagen, das Strategie Nr. 1 die richtige ist für den Augenblick. Bloß nicht drängen, damit könntet ihr mehr kaputt machen und ihn vielleicht vollends verängstigen. Auch würde ich mich auf jeden Fall nach einem zweiten, am besten sehr sozialen Kater umschauen, an dem er sich dann ggfs. auch orientieren kann.
Bei so einem speziellen Fall würde ich euch auch auf jeden Fall dazu raten, einen Kater aus einer Pflegestelle zu adoptieren, denn dort kennen die Dosis ihre Katzen ziemlich gut, und wissen, wer am Besten zu euch passen würde.

Ihr könnt hier im Forum ja ein Gesuch aufgeben, ich bin mir sicher, da findet sich der passende Kandidat.

Ich drück euch die Daumen!
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Geändert von maschari (04.07.2019 um 13:56 Uhr) Grund: jetzt funktioniert auch der link
maschari ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2019, 13:33   #3
GroCha
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GroCha
 
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Beiträge: 3.184
Standard

Hallo!

Ich hab auch ein Scheuchen hier.
Wir haben uns hieran http://haustierwir.blogspot.com/2011...eeehr.html?m=1 orientiert

Anfassen kann man unsere Kleine immer noch nicht, aber es wird in Minischritten jeden Tag besser. Unser Fellpobbes is vor 15 Monaten eingezogen
GroCha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2019, 13:46   #4
aggobabbo
Neuling
 
Registriert seit: 2019
Beiträge: 2
Standard

Danke für eure Antworten.
Ja, der "kleine" Dario scheint ähnliche Verhaltensweisen zu zeigen wie Rocky. In welcher Foren-Kategorie gibt man denn die Gesuche auf?

lg
aggobabbo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2019, 13:58   #5
maschari
Erfahrener Benutzer
 
maschari
 
Registriert seit: 2018
Ort: Hannover
Alter: 26
Beiträge: 716
Standard

Zitat:
Zitat von aggobabbo Beitrag anzeigen
Danke für eure Antworten.
Ja, der "kleine" Dario scheint ähnliche Verhaltensweisen zu zeigen wie Rocky. In welcher Foren-Kategorie gibt man denn die Gesuche auf?

lg
Hier schau mal:
https://www.katzen-forum.net/gesuche/

Da kannst du dann auch gleich dir den Steckbrief rauskopieren.
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