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Eine Katze zieht ein Die Katzenfamilie wird größer. Alles über Zusammenführungen und Co.

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Alt 08.10.2018, 15:30   #1
toffeefee
Neuling
 
Registriert seit: 2018
Beiträge: 4
Unglücklich Am verzweifeln...

Hey liebe Katzenfans!
Ich brauche dringend Rat... Vor mittlerweile länger als einer Woche habe ich mir 2 Baby Siamkatzen bei einer Privaten Familie deren Katze schwanger war gekauft (Alter ca. 3,5 Monate). Beim Kauf waren sie absolut zutraulich. Seit dem sie im Haus sind sind sie das überhaupt nicht mehr. Sie haben sich anfangs dauerhaft unter dem Sofa versteckt (Worüber ich bereits geschrieben habe) und hatten total Angst, sie haben sich nichtmal mit Futter anlocken lassen. Auf den Rat der Katzen Forum Community habe ich die beiden aus dem großen Wohnzimmer genommen, sie in mein winziges Zimmer mit Futter und Katzenklo und Rückzugshöhle gebracht. Dort habe ich mich nur noch in SLow Motion bewegt und sie in Ruhe gelassen. So kam es dass sie irgendwann erkundigt haben etc.. Seit 4 Tagen dürfen sie von selbst raus aus dem Zimmer und das machen sie auch. Dazu kommt, dass sie nachtaktiv sind und deshalb nachts durchs Haus poltern, scheinbar total aktiv und offen sind und dann tagsüber nichts mit einem zu tun haben wollen. Morgens ist das ein kleines bisschen besser aber dann sind sie wieder komplett ängstlich und erschrocken, mit VIEL Geduld lassen sie sich selten streicheln aber manchmal fauchen sie manchmal legen sie sich beim schlafen ins Bett an die Füße und manchmal zittern sie wenn man nur zu nahe kommt.

Wir sind das von unserem Kater, der uns 19 Jahre lang begleitet hat überhaupt nicht gewohnt und vielleicht auch ein bisschen verwöhnt davon... Mir ist absolut bewusst dass ich nicht erzwingen kann dass die beiden zutraulich sind. Aber irgendwie habe ich auch echt Angst dass wenn sie jetzt nie menschenkontakt haben dass sie nie zutraulich sein werden. Das macht echt traurig und frustriert...

Ist es so falsch sie einfach mal zu sich zu nehmen obwohl sie es nie wirklich wollen?
Wir sind echt am verzweifeln...

Freue mich über jeden Rat!!!
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Alt 08.10.2018, 15:42   #2
OMalley2
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OMalley2
 
Registriert seit: 2017
Ort: Etwa in der Mitte von Bayern
Beiträge: 2.409
Standard

Offenbar hatten sie im vorigen Zuhause nur sehr wenig Menschenkontakt oder wenn, dann nur zu 1 Person? Kann das sein?

Hab Geduld, finde heraus, für welche Leckerchen sie buchstäblich töten würden und auf welches Spielzeug sie reagieren.
Dinge, die Rascheln? Eine Federangel? oder auch nur eine Schnur, die Du laaaangsam über den Boden von ihnen weg ziehst?

Füttern: Sagen wir mal, NUR in Deiner Nähe, aber ohne sie anzufassen. Dann verbinde Sie Dich mit Mampf, das klappt bei den meisten Tieren.

Oder ins Zimmer setzen und ihnen vorlesen. Oder Laptop mitnehmen und Film gucken. Irgendwann wollen sie wissen, was Du da tust, und kommen angeturnt.

Seltsam, ich kenne Siamesen nur als lautstark und super gesellig... aber evt. fehlt mir da repräsentative Erfahrung.

Jedenfalls, nicht verzweifeln, Geduld, Geduld, Geduld. Ist doch toll, dass sie sich schon zu Euch kuscheln, auch wenn sie noch schreckhaft sind.
__________________
Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen.
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Alt 08.10.2018, 16:35   #3
GroCha
Forenprofi
 
Registriert seit: 2017
Ort: Unterfranken
Beiträge: 1.475
Standard

Auch unter Kitten gibt es Mal welche, die längere Zeit für die Eingewöhnung brauchen.
Wirklich lange sind sie ja noch nicht bei Dir.

In diesem Sie sind da Thread hat die Forine gleich drei kleine Scheuchen.
Lies Dir das Mal durch, vll. findest Du da noch Tipps oder fühlst Dich nicht mehr so allein (im Sinne von: Du bist nicht die einzige, die scheuere Kätzchen hat) und hilflos.

Die wichtigsten Dinge, die Du jetzt brauchst sind:
1. Geduld
2. Geduld
und 3. Geduld

Bedräng die Kleinen nicht. Zeig ihnen, dass Du keine Gefahr bist.
Lies ihnen was vor. Wedel langsam mit ner Angel vor Dich hin.

Natürlich ist das als Katzenneuling frustrierend, wenn man doch nur das Beste für die Racker will und sie das nicht gleich verstehen.
Aber wenn Du ihnen jetzt ihre Zeit lässt, wirst Du bald (ist relativ, ich weiß) mit dankbaren, anhänglichen Katzen belohnt.

Du weißt nicht, wie sie ihre ersten Wochen genau verbracht haben. Es klingt, wie schon geschrieben wurde, sehr danach, als hätten sie wenig Menschenkontakt gehabt.

Dass sie nachts aktiv sind, ist schon mal gut. Da fühlen sie sich momentan noch sicherer. Aber sie verstecken sich nicht nur, das ist positiv.
__________________
Charles erobert sein Revier!

Stolze Patin von Felicitas1' Pascha !!!
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Alt 08.10.2018, 18:57   #4
nicker
ruritanische Hofberichterstattung
 
nicker
 
Registriert seit: 2013
Ort: Klein-Sibirien
Beiträge: 11.739
Standard

Mit der Rasse (bzw. Mix) hat das aus meiner Sicht weniger zu tun, sondern eher mit fehlender Sozialisierung der Kitten.

Sie sind natürlich noch sehr neu in deinem Haushalt, toffeefee, aber eigentlich sollten sie sich in dem kleinen Zimmer schon recht sicher gefühlt haben. Also dass sie auch in deiner Anwesenheit aus dem Versteck gekommen wären.

Fressen und trinken (und verdauen usw.) sie denn gut? Dann wäre schon mal eine wichtige Sache in Ordnung, und der Rest kommt mit der Zeit auch.

Geduld sollte hier groß geschrieben werden - und bitte ignoriere die Kleinen, so gut es geht. OMalley hat ja schon sehr gute Tipps gegeben: ins Zimmer setzen und vorlesen (und die Kleinen ignorieren), TV gucken (und die Kleinen ignorieren) etc.
Einfach normal bewegen, normal die Katzenklos sauber machen, fressen hinstellen usw. und die Kurzen einfach nicht weiter beachten. In der kätzischen Welt ist Aufmerksamkeit, besonders Anstarren, unhöflich; es kann auch als drohende Geste gewertet werden, und sowas macht den Kleinchen evtl. Angst. Jemand, der sie höflich ignoriert, wirkt dann weniger bedrohlich, besonders dann, wenn verlässlich immer wieder Futternachschub usw. kommt und der betreffende Mensch sich als langweilig (lesen, fernsehen, Katzen nicht beachten) und damit harmlos herausstellt.

Mit der Zeit werden die Kurzen auch ihren Tagesrhythmus umstellen von der Nacht auf den Tag. Aber wenn sie bisher nur nachtaktiv gewesen sind, spricht das ebenfalls für eine mangelhafte Sozialisierung beim Vermehrer. Sowas gibt es leider immer wieder; auch wenn beim Verkauf tolle Geschichten erzählt werden, wie liebevoll die Kleine aufgezogen worden seien und wie intensiv man sich mit ihnen beschäftigt und sie an den Menschen gewöhnt habe. Naja, erzählen kann man viel, wenn der Tag lang ist.
Es ist möglich, dass die kleine Familie das komplette bisherige Leben der Kleinchen isoliert vom restlichen Haushalt in einem gesonderten Raum verbracht hat; das hängt letztlich vom Einzelfall ab, und da Vermehrer nicht an die Vereinsvorschriften der seriösen Zuchtvereine gebunden sind, können sie ihre Katzen und Kitten halten, wie sie wollen.

Und solange die Kleinen so viel Angst haben, solltest du sie bitte nicht hochnehmen oder gegen ihren Willen streicheln! Bitte lass sie einfach in Ruhe und einfach nur Katze sein. Sie werden im Lauf der Zeit schon auftauen und zutraulicher werden!

Es ist auch möglich, dass ihnen durch Hochnehmen, Zwangsstreicheln usw. früher einmal in ihrem kurzen Leben sehr große Angst gemacht wurde und dass die Kleinen dadurch traumatisiert sind. Dann braucht es lange Zeit und viel Mühe, damit sie das Trauma einigermaßen überwinden. In machen Fällen gelingt das nicht, aber deswegen ist eine Katze nicht weniger liebenswert!

Beispielsweise ist die Katze aus meinen Avatar (eine reinrassige Siamkatze vom modernen Typ; mit Stammbaum) ein Tier, das nie auf den Schoß kommt und - wenn man sie zwangsweise auf den Schoß setzt - um ihr Leben strampelt, um dem Griff zu entkommen und dann wie ein geölter Blitz flüchtet und sich in sicherer Entfernung aufhält, um die Lage zu peilen.
Pfötchen ist eine Katze von einem seriösen Vereinszüchter und ist generell sehr gut sozialisiert (mit anderen Katzen, aber auch auf den Menschen geprägt), aber sie hatte als Kitten einen Unfall, infolgedessen ihr ein Bein amputiert werden musste. Sie musste z. B. in dieser Zeit auch Medikamente nehmen, und ich vermute, dass sie zu diesem Zweck auf den Schoß gesetzt und festgehalten wurde, bis die Tablette drin blieb. Dies hat Pfötchen so traumatisiert, es steckt so tief in ihr drin, dass sie auch in den sechs Jahren, die sie jetzt bei uns wohnt (seit der Amputation), immer noch nicht genug Vertrauen in den Dosinenschoß hat, um sich überhaupt in die Nähe zu bewegen.
Pfötchen lässt ansonsten alles mit sich machen: ich kann sie hochnehmen und tragen, ihr ins Mäulchen gucken, die Augen auswischen, sie überall anfassen; im Bett kriecht sie unter die Bettdecke, um so dicht wie möglich bei mir zu sein mit maximalem Körperkontakt.... aber Schoß? Njet, nimmer!



Bitte habe weiter viel Geduld mit deinen kleinen Siammixen und ignoriere sie einfach! Kitten sind viel zu neugierig, um lange schüchtern zu bleiben (außer sie haben wirklich so ein tief sitzendes Trauma wie Pfötchen), und es wird dir schon noch gelingen, sie aus der Reserve zu locken! Nur: lass ihnen Zeit, lass sie in ihrem eigenen Tempo machen und fass sie insofern nach Möglichkeit nicht an, wenn sie dies nicht wollen.

Du kannst auch einmal in dem Thread von der Userin Taskali lesen (im Tierschutzbereich), wie sie mit Federwedeln ihre Scheuchen zähmt (verwilderte Streunerkatzen); das ist ein sehr gutes Beispiel, wie man mit Geduld und Spucke eine sehr scheue Katze zahm kriegen kann!
Auch bei Taskali ist viel viel Geduld im Spiel und Vertrauen aufbauen.

Und.... bitte kauf nicht wieder beim Vermehrer!
__________________
LG
tini & das Ori-Konzert

Handicats: sie sind nicht perfekt, aber glücklich!
(c) handicapkatzen.info
nicker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2018, 19:30   #5
OMalley2
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Nach meiner Beobachtung einer Bauernhof-Katzensippe kann ich nicker nur bestätigen.
Beim ersten Wurf sperrte die Bäuerin sie quasi ein und ich kam gucken. Die Kerlchen waren so niedlich, dass ich anfing, täglich zu kommen und Futter zu spendieren. Das schwarze Hexle aus dem Wurf war die erste, die ohne viel Miau auf meinem Schoß sitzen blieb. Die 2 Kater folgten. Das zweite Mädchen hängte sich dann eher an die alte Bäuerin und blieb reserviert. Noch jetzt nach 3 Jahren kennen mich die 2 Kater, gehen mir sofort um die Beine, wollen Beachtung, bepfoten mich und der Größere verpasst mir sanfte Zuneigungs-Bisse.
Die folgenden Würfe (ja leider, das Reden zwegs Kastra wurde ignoriert... ) versteckte Frau Katze leider auf dem Heubuden. Resultat: Sie blieben ALLE handscheu und erst über die regelmässige Fütterei bekam die junge Bäuerin Zugang.
Fazit: Wurf 1 wurde mehr oder minder schon als sie noch blind waren, an uns gewöhnt, ans Hochnehmen, Streicheln, Betüddeln, und entwickelte sich entsprechend. Die anderen wurden auch zahm, aber viel später und NUR gegenüber ihren direkten Bezugspersonen.

Viel Menschenkontakt hatten Deine 2 Kerlchen also leider nicht. Das lässt sich aber alles aufholen. Gut, es gibt Kuschler und Pattexkatzen und es gibt Fassmichnichtans. Ich hab von jeder Sorte 1 hier. Aber je mehr Vertrauen sich aufbaut, desto besser klappt das auch mit den Fassmichnichtans. Nur muss man ihre Eigenheiten letztendlich akzeptieren.
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OMalley2 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.10.2018, 11:53   #6
DaniiM
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Registriert seit: 2018
Beiträge: 79
Standard Das wird schon!

Seit heute kann ich dir Mut machen:

Wir haben seit 3,5 Wochen 2 ehemalige Bauernhof-Kater (4 Monate). Ebenfalls extrem scheu (die ersten Tage haben sie hinter der Küche gewohnt...), an Anfassen und Streicheln war bis heute nicht im Ansatz zu denken.

Wir waren froh über jeden Fortschritt. Nach 1 Woche konnte man ein wenig mit ihnen spielen, nach 2 Wochen sind sie von selbst aufs Sofa gehüpft, wenn auch mit gebührend Abstand.

Und heute der Durchbruch, zumindest bei einem Kater: beim Fressen herrichten ist er mir plötzlich um die Beine gestrichen. Da dachte ich: jetzt schau ich mal ob er sich auch Anfassen lässt.
Nicht nur das: er schmiss sich direkt auf den Rücken und lies sich von mir das Bäuchlein kraulen Der hatte einiges nachzuholen, wie es scheint

Mit viel Geduld wird sicher aus dem zweiten Katerchen auch ein Schmusetiger.

Dir also auch viel Geduld - erfreue dich an jedem kleinen Fortschritt! ;-)
DaniiM ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.10.2018, 13:01   #7
OMalley2
Forenprofi
 
OMalley2
 
Registriert seit: 2017
Ort: Etwa in der Mitte von Bayern
Beiträge: 2.409
Standard

... stimmt, wenn sie erstmal checken, dass "Körperkontakt" mit Menschen angenehm sein kann, hast Du gewonnen.
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OMalley2 ist offline   Mit Zitat antworten
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eingewöhnung, scheu schüchtern ängstlich, siamkitten, zutraulichkeit

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