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Alt 11.12.2018, 12:14   #1
der_andy
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Standard Kann man Katzen zu Freunden geben?

Hallo zusammen,

meine Freundin und ich denken derzeit darüber nach, eine Katze zu kaufen. Ich weiß, viele von Euch sind der Meinung, dass man - wenn überhaupt - zwei Katzen kaufen sollte. Wenn wir uns dafür entscheiden, würden wir es aber erstmal bei einer belassen.

Und zwar soll es eine reinrassige BKH und ausschließlich eine Wohnungskatze sein (100m²). Ich habe mir die Kleinen bereits angesehen, sie wirken alle recht ruhig und zutraulich.
Warum BKH? - Meine Freundin ist Lehrerin, an einigen Tagen in der Woche nicht allzu lange von Zuhause weg. Ich arbeite klassisch meine 40 Std., kann aber 1x in der Woche von Zuhause aus arbeiten. Ich habe auf mehreren Internetseiten und in Foren gelesen, dass die BKH eine Katze für Businessmänner wäre, da sie sich nicht daran stört, auch mal allein zu sein.

Wir wohnen in einem 3-Familienhaus (3 separate Wohnungen): oben Eltern, Mitte wir, unten Bruder samt Familie.

Frage: Wenn wir die Katze von Beginn an an die drei Wohnungen gewöhnen würden, ist es dann wahrscheinlich, dass sie sich im ganzen Haus wohlfühlt, falls meine Freundin und ich mal im Urlaub sind?
Und: Falls wir mal alle gleichzeitig weg sein sollten, kann man sie dann auch zu Freunden geben?

Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten.
Viele Grüße
Andy
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Alt 11.12.2018, 12:21   #2
Schnurr13
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Schnurr13
 
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Ihr macht euch um die falsche Sache Gedanken. Ja Katzen können auch mal durch Familie und Freunde betreut werden, aber es müssen egal bei welcher Rasse 2 sein.
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Alt 11.12.2018, 12:41   #3
Catbert
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Catbert
 
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Es ist völlig schnurz, wer von Euch wie lange oder wann Zuhause ist. Eine Wohnungskatze braucht eine weitere Katze, Menschen sind kein Ersatz für Artgenossen.
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Alt 11.12.2018, 12:43   #4
OMalley2
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OMalley2
 
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Sorry, wenns zu "direkt" 'rüberkommt, aber

Warum muss es EIN Kätzchen sein, das dann allein aufwächst und sein Lebtag nicht mehr wissen wird, wie es ist, mit Artgenossen zu kommunizieren?

Nur weil manche Katzen ruhiger (geduldiger? leidensfähiger?) sind als andere, heißt das noch nicht, dass sie keine Bedürfnisse haben, was Gesellschaft und Zuwendung betrifft?
Mein dicker älterer Herr Sam hier ist zwar ruhiger als der andere, aber er sucht grundsätzlich meine Gesellschaft und tut sehr wohl kund, was er möchte. Außerdem hat er sehr wohl auch seine Spielphasen, bei denen er mal meine Mitarbeit einfordert.
Klar, er kann mal gut ein paar Stunden alleine sein, das sicher. Weil er sein Lebtag keinen Kumpel hatte und deswegen auch jetzt keinen großen Humor hat, was das Spielen mit dem Artgenossen betrifft.
Aber ich würde kein Katzenkind zu dieser Art Leben verdammen.

Übrigens, alle jungen Kätzchen machen eine Flegelphase durch. Normalerweise toben sie die mit ihren Geschwisterchen aus, andernfalls wird auch der brave Business-Katzer Eure Hände mit Zähnen und Krallen bearbeiten, als gäbs kein Morgen mehr. Nicht bös, aber einfach kätzischer Spieltrieb. Dazu kann ich nur warnend AUA sagen!

Ihr habt so viel Platz - warum nicht 2?
Oder eine ältere Katze, die das Alleinsein (leider) schon lange gewöhnt ist? Gibts im TH... oder bei Rassekatzen in Not etc. etc, wenns ein bestimmter Look sein muss. Katzenkinder allein sind einfach eine traurige Sache.
(In meinem Avatar siehst Du einen Winzling, der 3 Tage bei uns auf Probe zu Gast war. Auch der erwachsene Kater war ihm keine gute Gesellschaft, sondern machte ihm eher Angst, sie sprachen verschiedene Sprachen. Der arme Zwerg vermisste seine Geschwister, die mit ihm bis dazu gekuschelt und getobt hatten).
__________________
Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen.
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Alt 11.12.2018, 12:47   #5
maschari
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maschari
 
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Zitat:
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Hallo zusammen,


Warum BKH? - Meine Freundin ist Lehrerin, an einigen Tagen in der Woche nicht allzu lange von Zuhause weg. Ich arbeite klassisch meine 40 Std., kann aber 1x in der Woche von Zuhause aus arbeiten. Ich habe auf mehreren Internetseiten und in Foren gelesen, dass die BKH eine Katze für Businessmänner wäre, da sie sich nicht daran stört, auch mal allein zu sein.

Andy
Hallo Andy,

ich weiß nicht, wo du das gelesen hast, kann dich aber eines besseren belehren. Wir haben auch eine Heilige Birma und eine BKH. Suki, unsere Birma, die lt. Rassenbeschreibung niemals allein sein sollen, verzieht sich manchmal für ein paar Stunden um ihre Ruhe zu haben. Nicht so unser BKH-Linux. Sobald er nur das Gefühl hat, allein zu sein (sei es, dass wir alle grade in einem anderen Raum sind) fängt er an nach uns zu rufen und herzerweichend zu miauen.
Er sucht immer die Nähe zu Suki, orientiert sich an ihr, putzt sie und spielt mit ihr.
Sich vorzustellen, dass er allein leben müsste, bricht mir das Herz.




Ihn würde ich niemals im Leben auch nur eine Stunde allein lassen. (Außer natürlich mit unserer Katze, das geht für ihn in Ordnung).

Wenn ich mir vorstelle, dass ihr wissentlich einer kleinen Katze das antun wollt, wird mir ganz schlecht. Wenn ihr unbedingt nur eine Katze haben möchtet, tut euch allen einen Gefallen und nehmt eine Katze aus dem Tierschutz aus, die von Menschen zu einem Einzelgänger gemacht worden ist.

Es gibt auch Rassekatzen im Tierschutz, wenn es unbedingt eine BKH sein muss. Aber was ich bis jetzt so gelernt habe, aus Erfahrung mit meinen eigenen beiden und mit Katzen von anderen ist, dass diese ganzen Rassebeschreibungen eher eine "guideline" ist.
Hier geht es eher um die Optik. BKH sollen auch total ruhig sein, Linux flitzt durch die Wohnung wie ein kleiner Stier und den Kratzbaum hoch und runter, als hätte er noch nie sein Rassenprofil gelesen ...

So, noch ein Schlusswort: Ein verantwortungsvoller Züchter gibt seine Kitten sowieso niemals in Einzelhaltung, und zwei Katzen sind viel schöner und auch weithaus weniger aufwändig als eine Katze.
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Viele Grüße auch von Linux und Suki

https://www.instagram.com/linuxandsuki/

Linux und Suki
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Die Neugier ist die mächtigste Antriebskraft im Universum, weil sie die beiden größten Bremskräfte im Universum überwinden kann: Die Vernunft und die Angst. - die Stadt der träumenden Bücher

Geändert von maschari (11.12.2018 um 12:59 Uhr)
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Alt 11.12.2018, 12:56   #6
Miyamieze
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Miyamieze
 
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Also wenn ihr wirklich plant eine kleine Katze alleine zu nehmen, werdet ihr hier wohl auf Granit beißen. Das musste auch ich schmerzlich erfahren.

Meine ist zum Glück nun nicht mehr alleine, auch wenn es mit der 3 Jährigen nicht immer ganz einfach ist.

@maschari: Das Bild ist ja zum anbeißen
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Tapsige Grüße von Franzi mit Tammy Schaf und Miya maus <3

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Alt 11.12.2018, 13:07   #7
maschari
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maschari
 
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Ja, das stimmt, hier wirst du auf Granit stoßen aus dem einfachen Grund, dass die Menschen sich hier sehr für Katzen engagieren.
Wir wissen seit mehreren Jahren nun schon, dass Katzen keine Einzelgänger sind und einen Artgenossen brauchen. Vor allem, wenn sie dann auch nur in der Wohnung gehalten werden.
Leider dringt dieses Wissen nur langsam durch, da viele Menschen sich einfach nicht richtig informieren, bevor sie sich ein Haustier zulegen. Und dann gibt es natürlich die, die sich informieren und wider besseren Wissens es doch falsch machen. Das geht gar nicht!

Ich meine, es würde doch auch keiner auf die Idee kommen, sich nur einen unzertrennlichen Vogel zu kaufen, oder?

Ich war am Anfang auch unerfahren, und hab mich informiert, ob es "wirklich" zwei Katzen sein müssen. Eine wirkt soviel praktischer und günstiger, und einfacher weniger überfordernd. So zumindest mein Gedankengang.

Gott sei Dank habe ich dann trotzdem mich für zwei entschieden, nachdem ich mich ein wenig informiert hatte und ich bereue es wirklich keine Sekunde. Vor allem plagt mich nicht dieses schlechte Gewissen auf der Arbeit, ein Tier stundenlang alleine zuhause einzusperren, ohne Gesellschaft.

Und günstiger ist es jetzt auch, ich kann das Futter in etwas größeren Dosen kaufen, die Katzen gehen mir nicht an die Wände oder Möbel und haben vor allem die Möglichkeit, sozialen Kontakt zu Artgenossen zu pflegen.

Stell dir vor, du würdest in einem Haus voller Elefanten leben, ohne jemals wieder einen Menschen zu sehen. Das wäre auch nicht besonders angenehm, oder? Auch wenn die Elefanten nett sind und dich füttern, deine Sprache sprechen sie nicht.

Zitat:
Zitat von Miyamieze Beitrag anzeigen
@maschari: Das Bild ist ja zum anbeißen
Danke
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Viele Grüße auch von Linux und Suki

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Alt 11.12.2018, 13:20   #8
Lirumlarum
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Lirumlarum
 
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Wie schon von all den Anderen geschrieben gilt für Katzenkinder: entweder minimum Zwei oder eben Keines.
Ein Katzenkind allein in Wohnungshaltung ist mal sehr offen und ehrlich gesagt: Tierquälerei!
(sorry, wenn das nun sehr hart rüberkommt..aber das Katzenkind verstümmelt in seinem tierischen Verhalten und wird davon psychische Schäden davontragen..ihr macht das Tier also krank, bei vollen Bewusstsein, dass ein Katzenkind nicht ohne Artgenossen sein soll..)

Leben denn in eurem Haus bei anderen Familienmitgliedern weitere Katzen?
Je nach Alter dieser Katzen, wäre dann eine Haltung von nur einem Katzenkind unter Umständen möglich, wenn die Katzen unabhängig gemeinsam im Haus rumstromern können.

Zur Frage, ob ihr die Katzen im Urlaub zu Freunden geben könnt. Sage ich mal diplomatisch: JEIN
Besser wäre es, die besagten Freunde versorgen die Katzen bei euch zuhause in der Wohnung. Das erspart den leidigen Umzugsstress.
Wenn ihr davon aber so gar nicht abzubringen seit, dann wäre ich dafür, eure Katzen den Urlaubsplatz in Ruhe kennen lernen zu lassen ..da kann man dann gleich auch super Transportboxtraining machen.

Also die Freunde erstmal zu euch kommen lassen, einige male, damit man sich schon mal kennt.
Danach die Katzen mal einpacken und mit zu den Freunden nehmen, für einen gemeinsamen Nachmittag und sie dann wieder mit heimnehmen.
Das Ganze gerne regelmäßig machen.
So lernen sie zum einen das die olle Transportbox nicht nur Tierarzt bedeutet, sondern auch mal ein super spannender Ausflug sein kann und zum anderen, dass sie von diesem Platz auch immer wieder heim kommen und dort nichts Fremdes oder gar böse Gefahren lauern.
Wenn dann der Fall kommt, dass sie mal für einige Tage zu euren Freunden müssen, tun sie sie ich damit nicht mehr so schwer und haben weniger Stress und Angst...
__________________
Liebe Grüße,
Lirumlarum & The Pumpkins


"Wo das Chaos auf die Ordnung trifft, gewinnt meist das Chaos, weil es besser organisiert ist" *Terry Pratchett

Geändert von Lirumlarum (11.12.2018 um 13:24 Uhr)
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Alt 11.12.2018, 13:27   #9
A (nett)
Himbeertoni
 
A (nett)
 
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Zitat:
Zitat von der_andy Beitrag anzeigen
Wenn wir uns dafür entscheiden, würden wir es aber erstmal bei einer belassen.
Armes Tier...zum Sozialkrüppel verurteilt.

Wie würdest Du es denn finden, wenn man dich das ganze Leben iwo einsperren würde ohne Möglichkeit der Interaktion mit Artgenossen?

Oder sind schon wieder irgendwo Ferien???
__________________
A (nett), Frohnatur Nepomuk *12.10.12, Labori Bini (Korbinian) *14.07.14, KasiHasi *05_2015 und für immer im Herzen Sternchen Cocsi*30.03.1997 + 06.06.2012 und Pümi *04.06.1997 + 17.04.2015, Hummi *12.02.2010 + 19.01.17

Aufgemerkt: Gefahr von wechselnden Avatarbildern
Schade, dass man manchen Leuten nicht auf s Profil kotzen kann!

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Alt 11.12.2018, 13:38   #10
BFLKiel
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Es haben hier ja schon viele was zum Thema Einzelhaltung gesagt. Und ich kann es nur unterschreiben.
Als Beispiel mal meine Luna. Als ich sie aus dem Tierheim holte hab ich sie erstmal separiert, damit sie ankommen kann, bevor sie die "Großen" kennenlernen durfte. Sie hat gute 48 Stunden nichts gefressen, nicht mal einen Hauch. Und kaum war sie soweit, dass sie die Anderen kennenlernen durfte, war das Fressen kein Problem mehr.
Katzen sind keine Einzelgänger und kein Mensch kann ihnen den besten Freund ersetzen. Sie brauchen dringend gerade als Kitten Artgenossen. Alles andere ist absolut verantwortungslos.
2 Katzen sind übrigens auch nicht mehr Aufwand als eine. Eher weniger. Sie beschäftigen sich miteinander und nehmen die Wohnung nicht aus Langeweile auseinander. Sie kuscheln. Sie putzen sich gegenseitig. Und das alles ohne dass sie ihren Menschen ignorieren. Ich hab derzeit 3. Und alle 3 suchen dennoch auch die Nähe zu mir und fordern ihre Kuscheleinelheiten aus.

Und bzgl. dem Thema BKH seien ruhig und entspannt... Sowas kann man meiner Erfahrung nach NIE an der Rasse festmachen. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter.
__________________
Es grüßt Annie mit Omi Bonny, Jungspund Frida und Nesthäkchen Luna
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Alt 11.12.2018, 13:47   #11
Lirumlarum
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Lirumlarum
 
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Wenn es daran liegt, das bei dem Züchter evtl. kein zweites Kitten mehr frei ist oder zwei Kitten vom Züchter euch zu teuer sind, dann schaut einfach in Tierheimen/Tierschutzorgas in eurer Umgebung und holt von dort ein zweites Katzenkind dazu.
(Da dürften sich derzeit eh unzählige Katzenkinder stapeln, weil die Herbstwürfe gerade durch sind...)

Bezüglich Charakter und Verhalten solltet ihr schauen, dass das zweite Kitten in etwa gleich alt ist und das gleiche Geschlecht hat.
Katzen und Kater spielen unterschiedlich und in manchen Fällen gibt es hier dann Probleme.
In sofern entweder zwei Kater oder eben zwei Mädchen im selben Alter wäre perfekt.
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Liebe Grüße,
Lirumlarum & The Pumpkins


"Wo das Chaos auf die Ordnung trifft, gewinnt meist das Chaos, weil es besser organisiert ist" *Terry Pratchett
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Alt 11.12.2018, 14:45   #12
nicker
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Wenn ihr unbedingt eine Katze mit einer bestimmten Optik haben möchtet, kauft sie bitte ausschließlich beim Vereinszüchter; das bedeutet, dass die gekaufte Katze einen eigenen Stammbaum hat. Einen Stammbaum, der genau für eure Katze ausgestellt wurde, also dass nicht nur die Elterntiere einen Stammbaum haben!

Der Stammbaum ist nicht nur deswegen wichtig, weil er die Reinrassigkeit und die Ahnen der Katze belegt, sondern vor allem, weil die Vereinszugehörigkeit des Züchters die Gewähr dafür bietet, dass die Kitten aus einer sorgfältig durchdachten und geplanten Verpaarung der entsprechend untersuchten und getesteten Elterntiere stammen und dass die Katzen - nicht nur die Elterntiere, sondern auch der Wurf und die übrigen Katzen des Vereinszüchters - entsprechend den Vorschriften des Vereins gehalten, versorgt und ärztlich untersucht werden.

Bei Britisch Kurzhaar gibt es beispielsweise immer noch Zuchtlinien, in denen die potentiell tödliche Erbkrankheit HCM nicht ausgemerzt worden ist. Ein seriöser Vereinszüchter wird mit Katzen aus diesen Linien keinesfalls züchten, aber entsprechend der Vorgaben des Zuchtvereins werden auf jeden Fall auch die Zuchttiere regelmäßig untersucht, ob die Krankheit bei ihnen vorhanden ist, damit mit diesen Tieren dann eben nicht gezüchtet und die Krankheit weitervererbt wird.

Katzen, die ohne Stammbaum als "reinrassige BKH" angepriesen werden und die im Zweifel auch einen geringeren Kaufpreis als Stammbaumkatzen haben, sind durchweg Vermehrerkatzen. Der Vermehrer unterliegt, da er ohne Verein "züchtet", eben nicht den Regularien des Zuchtvereins und wird natürlich genau diese aufwändigen Vorsorgeuntersuchungen und Tests der Zuchtkatzen nicht durchführen, weil dies ihm den Gewinn aus dem Verkauf der Jungtiere erheblich schmälern würde.
Oder anders ausgedrückt: ein Vereinszüchter wird kaum je einen Gewinn machen aus dem Verkauf seiner Kitten, weil die Kaufpreiszahlungen im Zweifel stets geringer sind als die Aufwendungen für die Elterntiere und die Kitten. Eine sehr große Position dabei sind die gesundheitlichen Kosten, aber auch die Kosten für hochwertiges Futter für das Mütterchen und die Kleinen.

Der Vermehrer dagegen produziert neue Katzen besonders mit dem Motiv der Gewinnerzielung und wird an genau diesen Dingen sparen. Er hat auch kein Interesse daran, irgendwelche Erbkrankheiten zu vermeiden, weil ihm die Zukunft seiner Kitten schlicht egal ist. Dem Vermehrer ist ja auch das Wohlergehen seines Mütterchens egal, denn die Kätzin wird meist sofort wieder gedeckt, wenn die Kleinen des letzten Wurfs aus dem Haus (verkauft) sind, und der Verkauf der Kleinen erfolgt in vielen Fällen genau dann, wenn die Kosten fürs Futter arg steigen (weil die Kleinen viel fressen) und die Kosten für die Impfungen etc. zeitlich anstehen.

Das Qualitätsprodukt "Rassekatze" bekommt man daher mit gutem Grund ausschließlich beim seriösen Vereinszüchter, und es kostet auch mit gutem Grund einen nicht unerheblichen Kaufpreis - meist ab ca. 600 Euro aufwärts.
Bedenkt man aber, dass ein Vermehrerkätzchen häufig auch schon um die 350 bis 400 Euro kostet (ohne Impfungen, oft viel zu früh vom Mütterchen getrennt und daher mit der Gefahr, verhaltensauffällig zu werden), macht sich der Preisunterschied nicht mehr so stark bemerkbar. Wohl aber der Unterschied in der Qualität zwischen dem Original (Rassekatze mit Stammbaum) und der Fälschung (Vermehrerkatze ohne Papiere, lookalike).

Wenn ihr also zwingend eine Britisch Kurzhaar haben wollt, kauft die beiden Kitten bitte beim seriösen Vereinszüchter und plant für den Kaufpreis eine vierstellige Summe ein.
Ansonsten seht euch vorzugsweise im Tierschutz um; dort gibt es leider rund ums Jahr Kitten in allen Größen, Farben und Formen *seufz*. Dies ist eine Folge der allgemeinen Katzenschwemme in Deutschland, da sich die Streunerkatzen leider überwiegend unkastriert durch die Gegend bewegen und unkontrolliert vermehren.
Rassekatzenzucht als Grund für die Produktion von Katzen in Menschenhand hat ihren Sinn darin, die Vielfältigkeit und die Qualität der Rassen zu erhalten und zu verbessern.

Vermehrerei als Grund für die Produktion von Katzen in Menschenhand hat demgegenüber keinerlei Sinn und gehört unterbunden bzw. zumindest nicht noch dadurch gefördert, dass man dem Vermehrer ein Kitten abkauft!
Vermehrer ist übrigens jeder, der Kater und Katze miteinander verpaart mit dem Ziel, einen Wurf Kitten zu erhalten. Oder wer einen Wurf in Kauf nimmt, indem er seine Katze bzw. seinen Kater unkastriert hält und dem Tier Freigang gewährt.
__________________
LG
tini & das Ori-Konzert

Handicats: sie sind nicht perfekt, aber glücklich!
(c) handicapkatzen.info
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Alt 11.12.2018, 15:09   #13
Akiri
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Also dass BLH/BKH "Businessmännerkatzen" sein sollen, weil sie gern allein sein wollen...Meiner würde mir bei andauernder Abwesenheit was husten und im schlimmsten Fall in die Ecke pieseln oder Kaka machen, weil er verunsichert ist. Jede normal veranlagte, nicht traumatisierte und gut sozialisierte Katze möchte nicht lange ohne Sozialpartner oder menschliche Bezugsperson sein- zurückziehen und aus der Ferne beobachten heißt nicht gleich absolut allein sein wollen.
Bei soviel Platz wären doch zwei ideal. Und wenn unbedingt Rasse- dann bitte von einem verantwortungsvollen Züchter oder aus dem Heim.
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Alt 11.12.2018, 15:22   #14
Faulaffenschaf
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Hallo zusammen,

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Geändert von Faulaffenschaf (11.12.2018 um 15:24 Uhr)
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Alt 11.12.2018, 15:29   #15
Akiri
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Zitat:
Zitat von Akiri Beitrag anzeigen
Also dass BLH/BKH "Businessmännerkatzen" sein sollen, weil sie gern allein sein wollen...Meiner würde mir bei andauernder Abwesenheit was husten und im schlimmsten Fall in die Ecke pieseln oder Kaka machen, weil er verunsichert ist.
Edit:Ich korrigiere mich - er würde natürlich nicht in die Ecken pieseln. Sondern ins Bett, aufs Sofa, die Handtücher, Teppich, Klamotten, Schlüpfer...also alles, was nach mir riecht, um sich zu beruhigen. Und er würde den Appetit verlieren, es gibt Katzen, die verweigern komplett das Essen, wenn sie einsam sind. Andere überfressen sich aus Langeweile. Von spontanen Kratz- und Beißanfällen bzw. Frustangriffen sage ich mal nichts...gestörtes Verhalten ist oft das Risiko von Einzelkarten, die auch noch lange alleine in der Wohnung hocken müssen. Überlegt euch wirklich, ob ihr so etwas nicht lieber vermeiden wollt. Für Katzen ist Einsamkeit in der Regel genauso Stress wie für Menschen.
__________________
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