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| Vorbereitungen Was muss ich beachten bevor eine Katze einzieht |
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| Erfahrener Benutzer Registriert seit: - Ort: Flörsheim
Beiträge: 631
| Gerade bei Anzeigen wie z.B. „Reinrassige Whiskaskatzen ohne Papiere (Stammbäume) “ o.ä., sollte Ihnen klar sein das diese Katzen höchstwahrscheinlich bestenfalls gut gezeichnete Hauskätzchen sein werden und nicht die geringste Ähnlichkeit mit einer reinrassigen Britisch Kurzhaar Katze in der Farbe silvertabby haben werden. Der einzige Grund, diese Tiere als reinrassig anzubieten ist der verlockende höhere Verkaufspreis den viele Katzenfreunde gerne bezahlen in der irrigen Annahme nun doch ein Rassetier zum Schnäppchenpreis ergattert zu haben. Das Elend ist meist dann groß wenn das vermeintliche Rassekatzenkind welches z.B. für 250 Euro angeschafft wurde schlimmstenfalls innerhalb kürzester Zeit krank wird und stirbt. Leider scheint das offenbar heutzutage sehr oft vorzukommen, denn besonders im Internet kann man solche traurigen Geschichten in vielen Haustierforen lesen. Solche Vermehrer - Züchter darf man sie eigentlich nicht nennen - interessieren sich nicht die Bohne für genetische Krankheiten, die Katzen auf den Nachwuchs übertragen und die ohne züchterische Kenntnisse und Stammbaumstudien der Vorfahren niemals ausgemerzt werden können. Stattdessen findet man Geschichten von Liebhabern weißer Katzen, bei denen im Nachhinein plötzlich Taubheit festgestellt wird und die mit permanentem Schreien die Nachbarschaft zum Wahnsinn treiben oder Katzen mit Herz- (HCM) oder Nierenkrankheiten (PKD) die unter starker gesundheitlicher Beeinträchtigung leben müssen und meist viel zu früh qualvoll sterben oder über Jahre medikamentös behandelt werden. Natürlich nicht ohne den Halter vorher durchaus an die Grenzen des finanziell machbaren zu bringen durch die extremen Kosten, die von tierärztlicher Seite auf den Halter zukommen. Nicht unterschätzt werden sollte auch die emotionale Bindung an das Kätzchen wenn man es schlimmstenfalls auf dem letzten Weg begleiten muss obwohl es erst ein paar Monate oder wenige Jahre alt werden durfte. Selbstverständlich gibt es keine absolute, lebenslange Gesundheitsgarantie beim Kauf eines Tieres. Nichtsdestotrotz sollte es für einen Züchter selbstverständlich sein, die bekannten genetischen Erkrankungen von vorneherein möglichst auszuschließen indem man solche gesundheitlich vorbelasteten Zuchttiere nicht als Elterntiere in Betracht zieht. Dies festzustellen ist heutzutage problemlos möglich, indem die Gesundheitstests wie z.B. regelmässigen Herz- oder Nierenultraschall bei Zuchttieren durchgeführt werden. Warum werden Rassekatzenkinder überhaupt ohne Stammbaum angeboten wenn sie doch – wie oft behauptet – nachweislich reinrassige Elterntiere haben? Für den Besitzer einer reinrassigen Katze mit Stammbaum wäre es grundsätzlich kein Problem auch für den Nachwuchs in einem Zuchtverein Stammbäume zu beantragen, die preislich etwa bei 20 Euro pro Tier liegen würden. Voraussetzung ist allerdings, das der Züchter Mitglied in einem Zuchtverein wird (Jahresgebühr etwa 50 Euro) und das nicht nur Mutter sondern auch der Vater der Kitten einen Stammbaum der gleichen Rasse (Ausnahmen wie z.B. erlaubte Verpaarung von Perser x Exotic Shorthair) vorweisen können. Selbstverständlich müssen die Elterntiere auch als Zuchtkatzen gekauft worden sein, denn die Zucht mit Katzen, die als Liebhabertiere gekauft wurden, ist laut Kaufvertrag in der Regel nicht zulässig. Der Züchter der Tiere könnte bei Bekanntwerden eine Schadensersatzforderung vom Käufer einklagen wenn entgegen Vertragsvereinbarung mit den Katzen gezüchtet wird. Meist haben Züchter sehr gute Gründe ihren Katzennachwuchs nicht in die Zucht sondern an Liebhaber abzugeben weil gesundheitliche Aspekte oder auch zu enge Linienzucht eine Gefahr für weiteren Nachwuchs bedeuten könnte oder weil sie vermeiden möchten das die Tiere auf die Dauer zum Wanderpokal mutieren weil sie bei verschiedenen Besitzern in der Zukunft Nachwuchs produzieren sollen. Weiterhin ist ein Züchter an Auflagen, zum Wohl seiner Zuchttiere gebunden und muss sich z.B. daran halten seinen Katzen nicht mehr als 3 Würfe in 2 Jahren zuzumuten. Meist machen das Züchter sowieso nicht, sondern gönnen ihren Mutterkatzen Pausen von mindestens 1 Jahr zwischen den Würfen um ihnen ein Höchstmass an Erholung zu bieten. Da sogenannte „Schwarzzüchter oder Vermehrer“ – die Kitten ohne Stammbäume anbieten – keine Genehmigung zur Zucht mit den gekauften Tieren haben, erzählen sie den Interessenten meist ein Schauermärchen das die sogenannten „Papiere“ eines Kätzchens den Kaufpreis um mehrere hundert Euro in die Höhe treiben würde... Natürlich kontrolliert in solcher Haltung auch Niemand wie oft im Jahr die Mutterkatze Nachwuchs produzieren muss oder wie alt sie ist. Da werden sowohl halbe Kinder als auch Grossmütter zur Zucht verwendet solange sie dazu in der Lage sind Nachwuchs zur Welt zu bringen und sich Abnehmer finden lassen, die gewillt sind für den vermeintlichen Rassekatzennachwuchs einige hundert Euro zu bezahlen. Selbstverständlich gibt es noch immer Interessenten, denen der Sinn eines Stammbaumes nicht einleuchtet, denn sie wollen ja nicht züchten - und stattdessen froh sind das Kätzchen zum vermeintlich günstigen Preis kaufen zu dürfen. Diese Käufer werden natürlich auch nie erfahren das die Option, einen Stammbaum für das Katzenkind zu bekommen, von vorneherein niemals bestanden hätte. Einzig der Stammbaum als Personalausweis des Tieres ist der gültige Nachweis, das die Katze nicht nur optisch einer Rassekatze ähnlich sieht sondern sie auch tatsächlich der bescheinigten Rasse angehört. Nun gibt es aber leider auch die unrühmlichen Ausnahmen sogenannter „seriöser Züchter“, denen es nicht nur um das Wohl der eigenen Tiere geht sondern die ebenfalls die bestmögliche Gewinnoptimierung anpeilen. Wie findet sich nun ein Interessent unter der Vielzahl der Züchter und Katzenkindern zurecht? Am besten ist es immer, sich bereits im Voraus die in Frage kommenden Züchterhaushalte anzusehen solange dort noch kein Nachwuchs vorhanden ist. Denn natürlich ist man als Besucher sofort von putzigen Katzenkindern begeistert und richtet den Focus nicht mehr auf die Haltungsbedingungen und Lebensumstände der Tiere, sondern beschäftigt sich ausschliesslich mit den putzigen Kitten. Optimalerweise erstellt man sich vor dem Besuch eine Checkliste mit Fragen, die man dem Züchter stellen möchte zum Thema Gesundheitsvorsorge, Ernährung, Aufzucht und Pflege sowie Vertragsbedingungen. Dann braucht man sich auch keine Gedanken zu machen in der Aufregung wichtige Fragen, schlichtweg zu vergessen. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, das ein seriöser Züchter Interesse an den eigenen Lebensumständen und des zukünftigen Heims seiner Kitten zeigt. Bestenfalls bringt der Züchter dann das Tier auch persönlich ins neue Heim und spätestens dann wäre es doch eine grosse Überraschung für den Züchter wenn sich das in rosaroten geschilderte Heim mit eingezäuntem Garten als eine 30qm Souterrain-Wohnung entpuppt. Nicht selten wird der Züchter das Katzenkind dann postwendend wieder mit nach Hause nehmen wenn sich herausstellt das die Lebensumstände anders sind als zuvor vom Käufer geschildert. Ehrlichkeit auf beiden Seiten sollte als Grundvoraussetzung unabdingbar sein. Sehr wichtig ist dem Käufer natürlich auch der anstehende Kaufpreis eines Rassekätzchens. Selbstverständlich ist die Frage danach völlig legitim. Allerdings sollte man sich als Interessent darüber im Klaren sein, das mails oder Anrufe mit dem Inhalt: „Hallo, was kostet denn das Tier“ o.ä. auf Züchterseite keine Begeisterungsstürme auslöst sonder oftmals das Gespräch oder die Korrespondenz abrupt endet. Der Züchter würde dann davon ausgehen das sich Interesse am Tier nur auf die Kostenfrage beschränkt und der Interessent sich ansonsten nicht für die Lebensumstände des Kätzchens interessiert. Daher sollten Interessenten möglichst bei der Kontaktaufnahme zum Züchter etwas über sich und die eigene Katzenerfahrung berichten und kurz erläutern warum man sich speziell für diese eine Rasse interessiert. Ein solches Gespräch wird von Züchterseite positiv bewertet und öffnet ihnen eher Tür und Tor für einen Besuch als die alleinige Frage nach „Was haben sie verfügbar und zu welchem Preis...“ Werden Sie also in einen Züchterhaushalt eingeladen, schauen Sie sich gut um und beachten bitte folgendes: Ein hoher Preis für ein Jungtier garantiert selbstverständlich nicht automatisch die Seriösität eines Züchters! Lassen Sie sich ruhig erklären was in den Kosten des Kaufpreises an Gesundheitsvorsorge etc. enthalten ist, sollte der Züchter nicht von alleine darauf zu sprechen kommen. Seien Sie bitte alarmiert, wenn Sie im gesamten Haushalt eines Züchters nur einen einzigen "Verkaufsraum" zu sehen bekommen, in dem eine Auswahl an Jungtieren auf Sie wartet. Bitten Sie um Einsicht darüber wo und wie die Katzenkinder aufwachsen und lassen Sie sich auch jeden Fall das Muttertier und die Unterbringung der Kitten zeigen! Katzenhaltung hinterlässt Spuren. Wenn alles übertrieben gepflegt aussieht, können Sie davon ausgehen, daß die Tiere diesen Raum normalerweise nicht betreten dürfen und höchstwahrscheinlich in einem abgetrennten Bereich oder Raum ohne ständige Zuwendung aufgezogen werden. Solche Jungtiere haben dann oftmals keine Erfahrung mit Haushaltsgeräuschen (Staubsauger, TV, Besucher etc.) und werden sicher beim Umzug keine Gelassenheit an den Tag legen sondern sich stattdessen mehrere Wochen unter ihrem Bett oder Schrank verstecken und u.U. ihr Leben lang scheu und unnahbar bleiben. Natürlich sollte auch das andere Extrem, nämlich unhygienische Zustände im Wohnraum oder verschmutzte und kränklich aussehende Katzen und Kitten ihre Alarmglocken zum schrillen bringen. Die Katzen sollten einen sauberen, neugierigen, fröhlichen und vor allem gepflegten Eindruck machen und sich leicht zum spielen animieren lassen. ... weiter unter Teil 3....
__________________ Viele Grüsse Silke und die Catweazle's Katzen Heilige Birma & Maine Coon Hobbyzucht Geändert von catweazlecat (25.02.2007 um 15:56 Uhr). |
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