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Nierenerkrankungen Chronische Niereninsuffizienz (CNI), ...

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Alt 11.09.2012, 21:22   #1
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Standard Chronische Niereninsuff.Definition,Diagnose und Therapie

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Chronische Niereninsuffizienz


Abb.: Nieren
Das Wort Insuffizienz ist abgeleitet vom lateinischen Begriff "sufficiens" - hinreichend oder genügend. Dementsprechend bedeutet Niereninsuffizienz im weitesten Sinne, dass die Nieren ihre Funktion nicht beziehungsweise nicht mehr in ausreichendem Maße erfüllen.

Bei der chronischen Niereninsuffizienz schreitet der Leistungsverlust über Jahre hinweg langsam fort. Die Funktionseinschränkungen sind irreversibel, also auch bei optimaler Behandlung nicht mehr rückgängig zu machen. Das Endstadium dieser Form der Nierenschwäche ist ein Nierenversagen.

Da die chronische Niereninsuffizienz oft Folgeerscheinung anderer chronischer Leiden ist - vor allem von Bluthochdruck und Diabetes - sind überwiegend ältere Menschen davon betroffen. Exakte Statistiken zur Häufigkeit lassen sich kaum finden. Das hängt zum einen damit zusammen, dass die Erkrankung lange Zeit keine Beschwerden verursacht und deshalb meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Zum anderen lässt die Nierenfunktion mit zunehmendem Alter natürlicherweise nach, was die Abgrenzung zwischen gesund und nierenkrank erschwert.

Fest steht aber, dass die Zahl der Patienten mit chronischer Nierenschwäche seit Jahren massiv zunimmt. Dies gilt für Österreich genauso wie für andere westliche Industrienationen.



Welche Ursachen hat die Erkrankung?

Eine chronische Niereninsuffizienz kann verschiedenste Ursachen haben. Die häufigste ist die Zuckerkrankheit. Beim Diabetes schädigt der ständig erhöhte Blutzuckerspiegel auf lange Sicht die Kapillargefäße in den Glomeruli, das sind die kleinsten Filtereinheiten der Nieren. Das daraus resultierende Krankheitsbild heißt diabetischen Nephropathie und geht ohne Behandlung in eine chronische Niereninsuffizienz über.

Auch ein hoher Blutdruck (Hypertonie) verursacht Schäden an Nierenkörperchen, Nierengefäßen und Nierengewebe und kann so zu einer chronischen Niereninsuffizienz führen. Hinzu kommt, dass bei nachlassender Nierenfunktion verstärkt blutdrucksteigernde Botenstoffe gebildet werden. Nierenschwäche und Bluthochdruck bedingen und verstärken sich also gegenseitig.

Ebenfalls ein häufiger Auslöser für Niereninsuffizienz sind chronische Glomerulo-Nephritiden, also Entzündungen der Nierenkörperchen. Zu den weiteren möglichen Ursachen gehören chronische Nieren- und Nierenbeckenentzündungen, Systemerkrankungen wie beispielsweise der Lupus erythematodes sowie Zystennieren. Bei dieser angeborenen Fehlbildung schränken zahlreiche flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) die Funktion des Organs ein.

Auch die dauerhafte Einnahme großer Mengen bestimmter Schmerzmittel kann eine chronische Niereninsuffizienz bedingen. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe anderer möglicher Ursachen, die aber vergleichsweise selten sind.



Wie äußert sich eine chronische Niereninsuffizienz?

Die Nieren erfüllen in unserem Organismus mannigfaltige Funktionen. Eine der wichtigsten besteht darin, bestimmte Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Körper zu entfernen. Diese so genannten harnpflichtigen Substanzen - die bekanntesten sind Kreatinin und Harnstoff - werden in den Nieren aus dem Blut herausgefiltert und mit dem Urin ausgeschieden.

Zentrale Bedeutung besitzen die Nieren auch bei der Regulation des Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säure-Base-Haushalts sowie der Kontrolle des Blutdrucks. Darüber hinaus stellen sie einen Botenstoff her, der die Bildung von roten Blutkörperchen anregt - das Erythropoetin (EPO), welches im Zusammenhang mit Dopingvergehen in den letzten Jahren unrühmliche Bekanntheit erlangte. Auch der Knochenstoffwechsel wird von den Nieren beeinflusst.

Angesichts dieser Vielfalt an Aufgaben überrascht es kaum, dass eine chronische Niereninsuffizienz sich auch auf andere Organsysteme auswirkt und letztlich den gesamten Organismus betrifft. Allerdings können Funktionseinschränkungen der Nieren lange kompensiert werden. Das heißt, die Erkrankung wird erst dann symptomatisch, wenn die Schädigung der Nieren bereits relativ weit fortgeschritten ist.

Je nach Stadium der Erkrankung unterscheidet man verschiedene Symptome:

Im Frühstadium ist die Nierenschwäche eine reine Labordiagnose, die Betroffenen haben keinerlei Beschwerden. Mitunter fällt auf, dass der Urin sehr hell ist und beim Wasserlassen schäumt. Letzteres wird durch eine verstärkte Ausscheidung von Eiweiß mit dem Harn bedingt, im Fachjargon Proteinurie genannt.

Im Stadium der kompensierten Retention ist der Kreatininspiegel im Blut zwar bereits erhöht, noch können die Nieren ihre Aufgaben aber in ausreichendem Maß erfüllen. Wenn überhaupt, leiden die Patienten nur unter unspezifischen Symptomen wie rascher Ermüdbarkeit, verminderter Leistungsfähigkeit oder erhöhtem Blutdruck.

Schreitet der Funktionsverlust der Nieren weiter fort, nehmen die Beschwerden massiv zu. Typisch für dieses Stadium der dekompensierten Retention sind Appetitverlust, Übelkeit, morgendliches Erbrechen, Juckreiz, Muskelkrämpfe und Knochenschmerzen. Auch auf das Nervensystem kann sich die als Urämie bezeichnete Vergiftung mit harnpflichtigen Substanzen auswirken - in Form von Sensibilitätsstörungen und Konzentrationsschwächen bis hin zur Verwirrtheit.

Weiterhin leidet das Immunsystem, was sich in einer erhöhten Infektanfälligkeit manifestiert. Die ebenfalls häufig vorkommende Abgeschlagenheit und das Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit sind oft Folge eines Mangels an roten Blutkörperchen. Ausgelöst wird diese Anämie, weil die Nieren nicht mehr genug Erythropoetin produzieren. Das Hormon stimuliert wie bereits erwähnt die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark. Da auch die Ausscheidung von Flüssigkeit beeinträchtigt ist, kommt es zu Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), der Lunge und/oder im Herzbeutel.

Endpunkt der Erkrankung ist die terminale Niereninsuffizienz. Um in diesem Stadium das Leben des Patienten zu retten, muss schnellstmöglich eine künstliche Blutwäsche (Dialyse) durchgeführt werden. Da sich die Schäden an den Nieren wie gesagt nicht mehr rückgängig machen lassen, sind Menschen mit einer terminalen Niereninsuffizienz dauerhaft auf die Dialyse angewiesen. Einzige Alternative ist eine Nierentransplantation.


Wie wird die Krankheit diagnostiziert?

Eine Niereninsuffizienz zu erkennen, ihre Ursachen dingfest zu machen, das Stadium der Erkrankung zu bestimmen und zu klären, welche Folgeerscheinungen bereits eingetreten sind, erfordert eine umfangreiche Diagnostik. Am Anfang steht dabei stets das Anamnesegespräch, in dem sich der Arzt nach dem Allgemeinzustand seines Patienten und etwaigen Vorerkrankungen erkundigt. Daran an schließt sich eine ausführliche körperliche Untersuchung.

Besteht der Verdacht auf eine chronische Niereninsuffizienz, folgen Analysen von Blut und Urin:

Zur ersten Orientierung dient der Kreatininspiegel im Blut. Dieser Wert steigt allerdings erst dann an, wenn die Nierenfunktion auf unter 50 Prozent abgefallen ist.

Die sogenannte Kreatinin-Clearance - sie kann im Blut wie auch im Urin gemessen werden - weist hingegen bereits auf beginnende Nierenschäden hin. Die Kreatinin-Clearance gibt Auskunft darüber, wie schnell das Abbauprodukt Kreatinin über die Nieren ausgeschieden wird.

Zur Routinediagnostik gehört auch die Bestimmung der Glomerulären Filtrationsrate. Sie gibt an, wie viel Blut die Nieren in einem bestimmten Zeitraum reinigen können und wird in der Regel in der Einheit ml/min angegeben.

Ein weiteres Indiz für eine Nierenschwäche ist die verstärkte Ausscheidung von Eiweiß mit dem Urin. Teststreifen erlauben dem Arzt eine schnelle Einschätzung, aussagekräftiger ist aber die Bestimmung der Eiweißmenge im 24-Stunden-Sammelurin.
Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen und Computertomografie liefern nicht nur Hinweise auf eine Niereninsuffizienz, sondern auch auf mögliche Auslöser. Um die Ursachen zu klären, kann zudem eine Nierenbiopsie erforderlich sein. Dabei wird mit einer dünnen Nadel eine Gewebeprobe aus dem Organ entnommen und im Labor untersucht.



Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Da die Organschäden bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz nicht mehr rückgängig zu machen sind, hat die Therapie zwei Ziele: Einerseits, ein weiteres Fortschreiten zu verhindern oder zumindest zu verzögern, andererseits, die Auswirkungen und Folgeerkrankungen der Nierenschwäche so gering wie möglich zu halten. Liegt der Nierenschwäche eine andere Erkrankung zu Grunde, also beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes oder eine Glomerulo-Nephritis, muss diese entweder ganz beseitigt oder, falls das nicht geht, optimal therapiert werden. Damit steht und fällt der Erfolg der Behandlung.

Hinzu kommt je nach Beschwerdebild die symptomatische Therapie. Patienten mit einer Anämie erhalten Medikamente, die die Bildung von roten Blutkörperchen anregen. Störungen des Knochenstoffwechsels lassen sich durch die Gabe von Vitamin D oder Hormonen normalisieren. Lipidsenkende Medikamente wirken Herz-/Kreislauferkrankungen entgegen. Auch die richtige Ernährung spielt bei chronisch niereninsuffizienten Patienten eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Durch eine konsequente Therapie lassen sich Folgeerscheinungen der Nierenschwäche an Herz, Blutgefäßsystem und Knochen zwar weitgehend vermeiden. Dennoch schreitet die Erkrankung in vielen Fällen weiter fort und mündet nach mehr oder weniger langer Zeit in eine terminale Niereninsuffizienz. Dann wird entweder eine regelmäßige Dialyse oder eine Nierentransplantation notwendig.



Übernommen aus einer Publikation aus der Humanmed.die die Grundzüge der Enstehung,Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigt.Dies kann man bei Katzen 1:1 übertragen.
Hier wird auch noch mal auf die Wichtigkeit der Blutdruckmed.eingegangen.
NIERENSCHWÄCHE UND BLUTHOCHDRUCK BEDINGEN SICH GEGENSEITEIG,siehe weiter oben.
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ELIA ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2012, 22:41   #2
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Allgemein
Die chronische Niereninsuffizienz tritt bei Katzen häufiger als bei Hunden auf. Diese Erkrankung wird vor allem bei älteren Tieren mit zunehmender Frequenz vom Tierarzt diagnostiziert.

Die genaue Krankheitsursache kann in den meisten Fällen nicht ermittelt werden. Mögliche Ursachen sind jedoch bakterielle Infektionen oder bakterielle Giftstoffe (Toxine ), die zu Nierenschäden führen, z.B.die Velotoxine, die von einem besonderen Stamm der Darmbakterien ausgeschieden werden. Dieser Bakterienstamm ist als E. Coli O157 H7 bekannt und kann bei einem starken Befall beim Menschen mit einer Sterberate von 20 % glänzen. Auch ähnlich wirkende Gilftstoffe, wie Haushaltsgifte und Pflanzengifte, können vor allem bei Katzen zu schweren Nierenschäden führen.




Faktoren, die chronische Nierenerkrankungen begünstigen können
Alter:
Bei Katzen und Hunden ab dem 10. Lebensjahr verdoppelt sich das Risiko. Zum einen ist das Abwehrsystem bei diesen Tieren nicht mehr so wachsam, zum anderen werden die Gewebe schlaffer, so dass Infektionen in den Harnwegen aufsteigen können.

Rasse:
Nierenversagen nach chronischen Nierenerkrankungen ist nach akuten Nierenerkrankungen möglich durch die vorangegangene Schädigung des Nierengewebes durch Zellgifte der Erreger . Einige Rasse sind besonders prädestiniert für eine chronische Nierenerkrankung. Hierzu zählen unter anderem Langhaarkatzen, wie Maine Coon und Perser, die zur PKD (polycystic kidney disease ) neigen, aber auch Rassen wie Abessinier, Siam, Russisch Blau und Burmakatzen sind anfälliger für chronische Nierenerkrankungen. Auch bei Hunden existieren Rasseprädispositionen für Nierenerkrankungen, z.B. Cockerspaniel, Boxer, Pudel, Lhasa Apsos, Samojeden und Dobermann-Pinscher.

Umweltfaktoren:
Einige verbreitete Chemikalien wie phenolhaltige Desinfektionsmittel, > Frostschutzmittel, schwermetallhaltige Schutzlacke und Farben die Blei-, Cadmium- oder Titan-Salze enthalten können Nierenschäden verursachen, ebenso wie einige Medikamente und Arzneistoffe bei zu hoher Dosierung oder falscher Anwendung.

Krankheiten :
Vorausgegangene Infektionen der Harnwege können das Auftreten von chronischen Nierenerkrankungen begünstigen, besonders wenn diese nicht ausreichend behandelt und kontrolliert wurden. Auch chronische Krankheiten, die das Abwehrsystem schwächen, wie > Katzen-AIDS, chronischer > Katzenschnupfen oder Zahnstein mit Zahnfleischtaschenentzündungen können zu chronischen Nierenleiden beitragen.

Ernährungsfaktoren:
Die sorgfältige Auswahl der Futtermittel und Kontrolle des Eiweiß- und Phosphorgehaltes in der Nahrung können das Fortschreiten der Nierenschädigung bei eingeschränkter Nierenfunktion aufhalten oder zumindest verlangsamen.



Symptome
Symptome, bei denen Sie ihren Tierarzt sofort aufsuchen sollten:

vermehrte Flüssigkeitsaufnahme
erhöhter, häufiger Harnabsatz
Appetitmangel und/oder Erbrechen
Mundgeruch
Lustlosigkeit
Gewichtsverlust
Durchfall
schlechter Zustand von Fell und Haut
Für weitere Infos schauen Sie bitte in unser Kapitel der Nierenerkrankungen.



Nierenfunktion
Die Funktion der Nieren ist lebenswichtig! Eine Fehlfunktion wird im Allgemeinen erst bemerkt, wenn etwa 70 % der Nierenfunktion ausfallen.




Die Filter- und harnkonzentrierende Funktion der Nieren lässt allmählich im Alter der Tiere nach. Häufiger Harnabsatz und vermehrtes Trinken sind die üblichen Anzeichen . Darüber hinaus sammeln sich Abfallprodukte im Blutkreislauf, führen zu Mundgeruch und den bereits aufgeführten klinischen Symptomen, was sich als Anzeichen der chronischen Niereninsuffizienz deutlich darstellt.



Diagnose
Die Diagnose kann nur Ihr Tierarzt stellen. Blutiger Harn ist jedoch sehr verdächtig für eine Infektion der Harnwege, aus der sich eine akute Nierenerkrankung entwickeln kann.

Druckschmerz beim Abtasten der Nieren
Blutuntersuchung, Blutbild, Harnstoff, Kreatinin, Eiweiß, Albumin, Kalzium, Phosphor,
Na+, K+, Cl- und andere.
Urinuntersuchung, Harnstatus
Keimisolierung und Resistenzprüfung
Röntgenuntersuchung, Veränderungen in Größe, Form und Dichte. Kontrast z.B. Ausscheidungsurografie.
Ultraschalluntersuchung , Veränderung in Größe, und Form, Echogenität (Schalldichte), Schicht und Gewebeveränderungen, Veränderungen im Blutfluss und Strömungsverhalten.
Biopsie , Gewebeproben-Aufarbeitung durch einen Histopathologen und Mikrobiologen
nach oben

Fütterung
Fütterung bei chronischer Niereninsuffizienz

Welche Anforderungen sind an die Ernährung bei chronischer Niereninsuffizienz zu stellen?

Verminderung des Eiweißgehaltes im Futter jedoch ohne dass eine Unterversorgung des Körpers mit Eiweiß auftritt, so dass es zu keinem Abbau der Muskelatur kommt oder zur Schwächung des Abwehrsystems
ein niedriger Gehalt an Phosphor (viel Phosphor ist beispielsweise in Frischfleisch und Knochen enthalten) hilft dem Fortschreiten der Niereninsuffizienz Einhalt zu gewähren
Erhaltungsfutter für adulte Katzen enthalten immer zu viel Phosphor (Kienzle et al., 1998).

Zusatzstoffe (spezielle Rohfasern und/oder Wirkstoffe aus Schalen- und Krustentieren) die Giftstoffe im Darm binden können und dadurch bei der Entgiftung des Blutes die Nieren entlasten
Zusätze von Puffersalzen, die einer Übersäuerung des Blutes entgegenwirken
ein ausgeglichener Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sowie Vitamine A-C-E tragen erheblich als Bremse der Niereninsuffizienz bei
obwohl es sich um ein Diätfutter handelt, sollte es dem Patienten möglichst gut schmecken


Folgende Homöopathika werden z. Zt. in der Veterinärmedizin eingesetzt:

SUC von Heel – ist ein Komplexmittel in Ampullen und enthält Solidago, Ubichinon und Coenzyme.
Bei 80% aller Katzen im Anfangsstadium einer CNI erreicht man mit der SUC-Therapie gute Erfolge. Das homöopathische Komplexmittel wird subkutan gespritzt und unterstützt die verbleibende Nierenfunktion, verbessert den Appetit und das subjektive Wohlbefinden der Katzen.

Solidago = Goldrutenkraut wirkt harntreibend, krampflösend und entzündungshemmend bei Harnwegsinfektionen
Ubichinon = Coenzym Q10, Wirkfaktor des intermediären Stoffwechsels, entgiftungsfäördernd und abwehrsteigernd

Renes Viscum von PlantaVet – ist ebenfalls ein homöopathisches Komplexmittel in Ampullen und wird zur Anregung der Regenerationskräfte in der Niere bei akuten und chronischen Ausscheidungsstörungen, z.B. unterstützend bei Niereninsuffizienz, eingesetzt.

Lespedeza capitata – Buschklee
Das Kraut, Lespedeza herba, senkt den Reststickstoff im Blut. Auch andere harnpflichtige Substanzen werden vermehrt ausgeschieden. Es wird angewendet bei akuten und chronischen Niereninsuffizienzen, Nephrosklerose und bei toxischen Nierenschädigungen.
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Geändert von ELIA (11.09.2012 um 23:48 Uhr)
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Alt 11.09.2012, 23:32   #3
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Phosphor

Im Gegensatz zur Proteindebatte gibt es keine gegensätzlichen Meinungen über die Notwendigkeit, den Phosphatspiegel von CNI-Katzen zu kontrollieren. Hohe Phosphatwerte sind sehr schädlich für die Gesundheit und können den Krankheitsverlauf beschleunigen. Der Grund ist, dass zuviel Phosphat ein Ungleichgewicht von Phosphat und Calcium im Körper verursacht, das wiederum irgendwann Probleme mit einem Hormon auslöst, genannt Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon oder PTH), und das führt zu einer Sekundären Nebenschilddrüsenüberfunktion. In einer Studie des Royal Veterinary College (Barber PJ, Rawlings JM, Markwell PJ, Elliott J. 1999, Effect of dietary phosphate restriction on renal secondary hyperparathyroidism in the cat Journal of Small Animal Practice 40 pp62-70), entwickelten 84% der Katzen das Problem. Deshalb ist es sehr wichtig, darüber Bescheid zu wissen. Ich glaube, Thomas hätte länger gelebt, wenn wir uns mehr Mühe gegeben hätten, seinen Phosphatspiegel unter Kontrolle zu bringen - in einer Studie, Survival of cats with naturally occurring chronic renal failure: effect of dietary management (2000) Elliott J, Rawlings JM, Markwell PJ, Barber PJ Journal of Small Animal Practice 41(6) pp235-242, wurde festgestellt, dass die Katzen, die eine phosphatreduzierte Diät aßen oder Futter mit zusätzlichem Phosphatbinder, mehr als doppelt so lange lebten als die, die das nicht bekamen.



Um das Risiko einer Sekundären Nebenschilddrüsenüberfunktion zu verringern, sollten Sie Ihrer CNI-Katze eine phosphatarme Diät füttern. Die Diätfutter sind phosphatarm, aber wenn Ihre Katze sich weigert, Diätfutter zu essen, beachten Sie bitte die Futtertabellen (Nassfutter und Trockenfutter). Laut Dr Scott Brown in Management of feline chronic renal failure (1998) Waltham Focus 8 (3), benötigt eine CNI-Katze Futter mit einem niedrigen Phosphatgehalt, idealerweise unter 0,5 %. Es ist jedoch ebenfalls wichtig, dass Ihre Katze futtert. Aus diesem Grund kann es notwendig sein, dass Sie Ihre Ambitionen in diesem Punkt, zumindest am Anfang, etwas runterschrauben und mit einem Futter beginnen, das beispielsweise unter 1 % Phosphatwert liegt. Aber das wichtigste Ziel ist es, dass Sie Ihrer Katze Futter geben, das so wenig Phosphat wie nur möglich enthält. Sie können auch Phosphatbinder einsetzen (siehe Behandlungsmöglichkeiten), wenn Ihr Tierarzt damit einverstanden ist, aber eine reduzierte Diät ist normalerweise ein besserer Start, da Phosphatbinder nicht zu 100% wirksam sind.
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Alt 12.09.2012, 09:36   #4
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Das optimale Management von Nierenerkrankungen beginnt mit einer genauen Bewertung und Einteilung in verschiedene Stadien.



Behandlung im Frühstadium:
In frühen Stadien, in denen keine oder nur leichte Symptome zu verzeichnen sind, stehen „nierenprotektive Maßnahmen“ im Vordergrund, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen:

Reduktion der Phosphataufnahme – z.B. durch eine Nierendiät oder Zugabe von Phosphatbindern zum normalen Futter (mehr Informationen unter Behandlung im Spätstadium)
Regelmäßige Kontrolle von Plasmaphosphat, Proteinurie – das sogenannten Monitoring



Behandlung im Spätstadium:
In späteren Stadien richten sich die Maßnahmen nach dem Ausmaß der Symptomatik jeden einzelnen Tieres. Hier hilft die Erstellung einer Prioritätenliste für eine systematische Abarbeitung der Probleme.

Akute Verschlechterungen einer CNI können akute Lebensgefahr durch starke Dehydratation, Elektrolytverschiebungen, schwere Anämie oder Herzarrhythmien bedeuten. Ein akutes Nierenversagen kann sich sozusagen auf die eigentliche CNI aufstocken – „acut on chronic“.


Diese akuten Zustände müssen zuerst durch eine Infusionstherapie oder ggf. durch eine Bluttransfusion in den Griff bekommen werden. Hierbei können gleichzeitig Imbalanzen im Elektrolythaushalt ausgeglichen werden (z.B. Hypo- oder Hyperkaliämie).
Bei anhaltendem Erbrechen kann bis zur Stabilisierung des Patienten Metoclopramid (0,2-0,3 mg/kg 2-3 x tgl.) eingesetzt werden.Nicht für die Katze, aber für den Hund zugelassen ist das Antiemetikum Maropitant. Katzen kann es in der Dosis 0,5 mg/kg 1 x tgl. verabreicht werden.
Erhöhter Blutdruck (> 180 mmHg, klinische Symptome wie Retinopathien) kann durch die Verabreichung von Amlodipin (0,25 mg/kg 1 x tgl.) oder ACE- Hemmer (z.B. Ramipril 0,125-0,25 mg/kg 1 x tgl., Benazepril 0,25-0,5 mg/kg 1 x tgl.) kontrolliert werden.
Wichtig hierbei ist die Kontrolle der Nierenwerte, da diese nach der initialen antihypertensiven Therapie ansteigen können.
Der klassische Einsatz für ACE – Hemmer ist die Herzinsuffizienz. Da sie blutdrucksenkend wirken, vermindern sie die Proteinurie und verzögern somit das Fortschreiten der CNI. Bei der Anwendung von ACE – Hemmern kann es zum Anstieg von Kreatinin im Blut kommen. Dies muss durch regelmäßige Blutkontrollen überprüft werden.

Eine mäßige Stoffwechselübersäuerung des Organismus (Azidose) normalisiert sich meist durch die Verabreichung einer Nierendiät. Haben sich die Werte nach 2-4 Wochen nicht normalisiert, empfiehlt sich die Gabe von Natriumbikarbonat als „Puffer“. Das Pulver kann über das Trinkwasser verabreicht werden. Bis zur Erreichung stabiler Blutwerte sind Blutuntersuchungen in Abständen von 2-4 Wochen erforderlich.
Ein herabgesetzter Blutkaliumspiegel (abgesehen vom akuten Zustand) wird ebenfalls in den meisten Fällen durch die Verabreichung einer speziellen Nierendiät normalisiert, denn die meisten Diäten sind entsprechend mit Kalium angereichert. Ansonsten kann Kaliumglukonat über das Futter verabreicht werden.
Zur Prophylaxe gastrointestinaler Blutungen können H2-Rezeptorblocker wir z.B. Ranitidin (0,5 mg/kg 2 x tgl.) oder auch Omeprazol (0,7 -1,0 mg 1 x tgl.) eingesetzt werden. Beide Medikamente sind nicht für die Katze zugelassen.
Zur Behandlung einer vorliegenden Anämie (Hämatokrit < 0,20-0,25 l/l) ist die Substitution von Eisen (50 mg/Katze 1 x tgl.) und der Einsatz von rekombinanten Human-Erythropoetin (rHuEPO) möglich.
Letzteres wird eher in Ausnahmefällen bei Tieren eingesetzt, da es sehr teuer ist und bei 30% der behandelten Tiere zu Unverträglichkeitsreaktionen führt. Felines EPO ist kommerziell nicht erhältlich.
Bluttransfusionen können bei stark geschwächten Patienten zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens führen.
Um den Verlust wasserlöslicher Vitamine über die Niere auszugleichen, empfiehlt sich die regelmäßige Verabreichung von Vitamin B und E. Vitamin B wirkt häufig auch appetitstimulierend. Vitamin E hat die Wirkung eines „Zellschutzvitamins“


Was können Katzenbesitzer tun:
Bei der Behandlung einer nierenkranken Katze können die Katzenbesitzer sehr viel selber helfen! Mal abgesehen von der bekannten Heilungsförderung durch liebevolle Betreuung, müssen Sie Ihre Kunden auf folgende Punkte hinweisen.


1. Katzen müssen viel Trinken!


Besonders wichtig bei Tieren mit CNI ist die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit. Die Unfähigkeit der Niere den Urin zu konzentrieren verursacht bekanntermaßen Polyurie. Wird dieser Flüssigkeitsverlust nicht durch die Trinkwasseraufnahme ausgeglichen, kommt es zur Dehydrierung, ein Zustand, der schnell lebensbedrohlich wird. Spätestens dann kommt der Patient wieder zu Ihnen an den Tropf.



Frisches Trinkwasser sollte für die Patienten immer verfügbar sein.
Verabreichen Sie eher Feucht- als Trockenfutter.
Fügen Sie dem Futter noch zusätzliches Wasser hinzu.
Bei geschwächten Tieren ist es sinnvoll, mehrere Näpfe aufzustellen.
Sie können den Geschmack durch Hinzufügen von Hühnerbrühe attraktiver machen.
Das Aufstellen von Trinkwasserbrunnen kann die Aufnahmemenge erhöhen, da viele Tiere fließendes Wasser bevorzugen.
Gerade bei Katzen kann die Aufnahme von genügend Flüssigkeit problematisch sein. Hier gelingt es vielen Tierbesitzern nach entsprechender Anleitung in der Praxis, diese als subkutane Infusion zu geben.





2. Nierendiät = Futterumstellung!
Essenzieller Bestandteil des langfristigen Managements einer CNI ist die Umstellung des Futters auf fertige Nierendiäten.

Diese weisen folgende Merkmale auf:

Reduzierter Phosphorgehalt – die verminderte Aufnahme von Phosphor hilft die fortlaufende Schädigung der Niere zu verlangsamen und einen renalen sekundären Hyperparathyreoidismus zu begrenzen.
Reduzierter Natriumgehalt – zur Minderung der systemischen Hypertension und weiteren Schädigung der Nieren.
Zusatz von Omega-3- Fettsäuren – die erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren hilft eine glomeruläre Hypertension zu verringern.
Reduzierter Proteingehalt – zur Reduzierung der Retention von toxischen stickstoffhaltigen Stoffwechselprodukten und zur Verbesserung der klinischen Symptome.*
Erhöhter Fasergehalt – ein erhöhter Anteil an löslichen Fasern hilft überschüssigen Stickstoff über den Darm auszuscheiden.
Erhöhter Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen


*Die Reduktion des Proteingehaltes der Nahrung ist umstritten, denn die Proteinreduktion kann zwar den Anfall von toxischen Abbauprodukten aus dem Stickstoffwechsel einschränken, hat aber nach neueren Erkenntnissen keinen schützenden Effekt auf das funktionelle Nierengewebe. Über die Proteinreduktion in frühen Stadien der CNI gibt es widersprüchlichen Angaben, eine eindeutige Empfehlung kann hierfür nicht gegeben werden (7, 10).

Eine Proteinrestriktion bedeutet, dass die Eiweißquellen in der normalen Katzennahrung (Fleisch und tierisches Gewebe) vermindert werden. Diese Proteinreduktion kann zu Akzeptanzproblemen führen, da die Proteine gleichzeitig Geschmacksträger sind.
In einer klinischen Studie von Elliott et al. (11) konnten 34% der Katzen nicht auf Nierendiät umgestellt werden. Bei Platinga et al. (12) waren es sogar 54%. Bei einer CNI ist es jedoch lebensnotwendig, dass die Katze genügend Energie zu sich nimmt.

Tipps zur besseren Akzeptanz einer Nierendiät:


Die Futterumstellung sollte möglichst nicht während eines Klinikaufenthaltes sondern zu Hause erfolgen, damit das Tier das Futter nicht direkt mit einer unangenehmen Erfahrung in Verbindung bringt.
Aus dem gleichen Grund auch keine Tabletten unter das Futter mischen.
Das Anwärmen des Futters erhöht die Akzeptanz. Angewärmtes Futter riecht intensiver und wirkt dadurch appetitanregend.
Häufig mehrere kleine Mahlzeiten verabreichen.
Das Futter immer schrittweise umstellen durch Mischen des alten und neuen Futters.
Eventuell anfangs aus der Hand füttern.
Den Geschmack durch Hinzufügen kleiner Mengen Fleisch- oder Fischfonds oder Hühnerbrühe verbessern.





Verweigerung der Nahrung kann bei Tieren, besonders bei Katzen, mit Niereninsuffizienz schnell lebensbedrohlich werden. Wird Nahrung nicht selbständig aufgenommen, kann man versuchen, sie zu pürieren (oder spezielle Sondennahrung verwenden) und das Tier mit Hilfe einer Spritze zu füttern.

CNI – Patienten müssen fressen! Wenn sie keine Nierendiät fressen, sollten sie die Nahrung bekommen, die sie überhaupt akzeptieren. Bei schwer kranken Tieren gilt: „Ungesunde“ Nahrung (gekochter Schinken, Leberwurst, Fleischwurst) ist besser als gar nichts fressen
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ELIA ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2012, 17:58   #5
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Ich pinne dein Thread mal oben fest.
Danke das du dir soviel Mühe gegeben hast.
Finia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2014, 17:43   #6
Neuling
 
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Hallo

Für mich ist das Thema gerade sehr neu - vorgestern erhielt ich die Diagnose "erhöhte Nierenwerte" für meinen 3-jährigen Birma-Kater.

Morgen wird noch ein Ultraschall der Nieren gemacht.

Ich bin sehr froh über die ausführlichen Informationen, danke.
tina01 ist offline   Mit Zitat antworten
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