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Alt 11.05.2008, 13:01   #28 (permalink)
Katzenschutz
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Weisst Du, Raupenmama - ich werde mich ganz sicher nicht mit Dir im Bereich Geburten und Aufzucht von Babies und "Idealbedingungen für Gebärende" fechten - denn ganz sicher hast Du da mehr Erfahrung als ich.

Ich tue mein Möglichstes, damit KEINE Katzenwelpen zur Welt kommen, denn das Elend ist gross genug bei den Hauskatzen. Somit bin ich weder Experte für den Verlauf von Katzenschwangerschaften noch Rasseexperte noch Experte für Katzenmamas + Junge - denn :

Ich kümmere mich um die Ärmsten der Armen und da ist es ganz schlicht so, dass da andere Massstäbe gelten, gerade bei verwilderten Hauskatzen - teilweise sogar absolut konträre Dinge zu tun sind, leider.

Ein Beispiel - Du wirst Deine Babies 12 oder 14 Wochen minimum bei der Mutter lassen. Wenn eine wirklich scheue Hauskatze draussen ihre Jungen bekommt und man diesen Jungen ein elendes Leben ersparen möchte, MUSS man sie mit 4, max. 5 Wochen von der Mutter trennen und auch dann wird es oft schon schwer, sie zu zähmen, jenachdem, wie scheu die Mutter ist. Da muss man dann leider - damit die Mutter ihnen nicht zuviel Scheu beibringt, die Kleinen separieren - so traurig das ist.

Mit "erwachsen" meinte ich nicht die vollständige Reife, sondern eben die Geschlechtsreife = rein körperliche Fähigkeit, zu zeugen und auch zu gebären. Und diese ist nunmal bei Hauskatzen bei 5-6 Monaten. Und die Ergebnisse bekomme ich ja nun live und in Farbe präsentiert.


Wir lassen oftmals trächtige Katzen kastrieren - dort, wo die Kleinen keinerlei Chance hätten, wo die Grossen schon "zuviel" sind und wenn wir davon ausgehen, dass die Trächtigkeit noch nicht zu weit ist. Dabei kann man sich, gerade bei Katzen, die zum ersten Mal werfen, sehr verschätzen, ich habe schon oft Katzen eingefangen, die absolut rank und schlank waren und dann waren sie leider schon recht weit trächtig. Wohl gemerkt, immer Wildlinge und nicht anfassbare Katzen, die man erst in Vollnarkose überhaupt untersuchen kann.

Wenn wir diese Katzen beim TA in Narkose haben, dann lassen wir sie auch kastrieren. Bei jungen Katzen sind es fast immer 2 oder 3 Babies. Auch bei den Katzen, wo wir erst gerufen werden, wenn schon geworfen wurde und wir dann die Mama natürlich erst fangen, wenn die Lütten soweit selbstständig sind, ist es nicht anders.

Wir hatten erst einmal den Fall (wir kastrieren im Schnitt zwischen 100 und 200 Draussenkatzen pro Jahr), dass eine circa. 7 Monate alte Katze, die trächtig war und die dort ihre Jungen nicht bekommen konnte, nur ein Junges hatte, dieses war viel zu gross - die Katze wäre definitiv bei der Geburt ohne Hilfe jämmerlich gestorben. Das war die einzige Trächtigkeit, die ich ohne jede Traurigkeit habe unterbrechen lassen.

Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte - ich bin in Anbetracht des riesigen Katzenelends, was ich täglich vor Augen habe, kein Gegner von Kastration trotz Trächtigkeit, wo ich es vertreten kann / es keine andere Option gibt. Da wäge ich allerdings ganz klar ab - und bin im Zweifelsfall, so wenig das Manche verstehen mögen, die schreien "oh wie süss, Katzenbabies" (die ich auch liebe und süss finde, keine Frage) immer FÜR DIE MUTTER, wenn die Kleinen noch nicht geboren sind.

Heisst im Klartext, was andere Orgas anders praktizieren :

Wenn ich sehe, eine scheue Katze ist hochträchtig - dann gibt es für mich nur ZWEI Optionen : a) ich lasse sie die Jungen werfen, da wo sie zuhause ist, die Mutter sollte ein Maximum an Ruhe / Versteck haben, auch auf die Gefahr hin, die Jungen überleben das nicht, weil sie Jemand findet oder sie krank sind oder oder - warte mind. 4 Wochen nach der Geburt und wenn ich weiss, wo die Kleinen sind, fange ich dann ERST die Mutter ein und lasse sie kastrieren, nehme gleichzeitig die Jungen weg und sie kommt 1 oder 2 Tage später kastriert zurück und die Jungen sind weg. Ein grosser Schock für die Katze - aber ich sehe darin bei SCHEUEN Katzen, wenn ich auch den Jungen helfen möchte, den einzigen Weg. Oder b) wenn die Umstände mehr als negativ sind und ich denke, die Katze ist noch nicht so weit, dann lasse ich sie kastrieren und setze sie, was für die scheuen Wildlinge das allerbeste ist, so schnell wie möglich wieder raus, sie kann keine Jungen mehr bekommen, die man ihr eh wegnimmt / sterben - und wird dort, wo sie ist, weiterleben.

Die Option, die durchaus praktiziert wird : man fange eine absolut scheue Katze hochschwanger ein und setze sie dann über etliche Wochen fest, nur damit keinesfalls die Babies verloren gehen - ein solch scheues Tier über mindestens 6 Wochen, in denen sie dann unter absolutem Vollstress gebären und die Jungen unter Angst aufziehen muss, um dann aufgeschnitten und ohne ihre Babies wieder rausgesetzt zu werden - DAS ist für mich keine Option.


Allerdings sehe ich absolut nicht, wieso diese - völlig zahme und umsorgte, vermutlich HOCHträchtige Katze nun kastriert werden sollte und die Jungen dann vermutlich euthanasiert, weil lebensfähig ?

Ebensowenig sehe ich, wieso zwangsläufig Probleme entstehen sollten aufgrund des Alters der Katze ? Diese Katze hat gutes Futter, sie wird tierärztlich versorgt, ist drinnen unter Beobachtung und hat 10x bessere Chancen, ihre Jungen gesund und munter aufzuziehen als eine arme Bauernhofkatze, die im gleichen Alter draussen allein ihre Jungen zur Welt bringt und sie noch verstecken muss, damit der Bauer sie nicht plattmacht - und die dann nur Abfälle kriegt...

Und diese gerade beschriebenen verwilderten Streunerkatzen haben gerade zu Abertausenden überall hier ihre Jungen liegen - Erstgeburten mit max. 7 Monaten, ohne TA-Hilfe, ohne Versorgung, ohne gutes Futter - die müssten nach Deiner Ansicht ja dann alle tot sein.

Was defakto nicht so ist, denn dann wäre die Katzenschwemme nicht so riesig, wie sie ist.

Das Allerwichtigste ist (m.M.), dass die Katze gut umsorgt wird jetzt, tierärztlich betreut wird und die Gefahr ist hier doch sehr gering, dass etwas schiefgeht. Und ich halte es - als Jemand, der nichts anderes tut tagtäglich, als Katzen "unters Messer zu bringen" und dies eben (so sehr ich jedes Mal mitleide, auch manchmal mit trächtigen Katzen) für absolut hirnrissig, ein zahmes, drinnen lebendes Kätzchen "auszuräumen" - das würde ich niemals tun. Klar sind auch diese Babies "zuviel" - aber es gibt schon ganz klare Unterschiede für mich. Ich sehe nicht nur die Katzenschwemme und kastriere blind vor mich hin - ich bin gleichzeitig auch Jemand, der Katzen über Alles liebt und Kastration um jeden Preis lehne ich ab.

Ich denke nicht, dass wir Beide auf einen Nenner kommen werden - ich denke, wir Zwei leben nicht nur in anderen Welten, sondern in anderen Galaxien. Aber das ist nicht das Thema hier.
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Liebe Grüsse von Gaby

Kastration ist Katzenschutz !


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