Aggressives Verhalten gegenüber anderen Katzen Revierälteste Katze:
Katzen sind revierbezogene Tiere, die ihr Revier mit ihnen allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen! Haben Sie sich entschieden eine Zweitkatze aufzunehmen und Ihre bereits vorhandene Katze reagiert ungehalten und aggressiv auf den neuen Mitbewohner? Kein Wunder! Die Erstkatze hat die älteren Rechte und beansprucht Heim sowie Menschen für sich.
Was also tun, wenn Ihre Katze aggressiv auf den "Neuen" reagiert? Zunächst einmal müssen Sie der revierältesten Katze sehr deutlich zeigen, dass Sie keineswegs vernachlässigt wird. Geben Sie ihr zuerst das Futter, streicheln Sie sie bevorzugt, zeigen Sie ihr, dass sie die Nummer eins ist und bleibt. Klingt hart? ist es in der Durchführung sicherlich, aber sie handeln nicht entgegen der natürlichen Verhaltensweise der Katzen. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass Sie den Neuzugang links liegen lassen. Er kommt auch an die Reihe: NACH der Erstkatze. Das gestaltet sich bei Kitten schwierig. Doch meist genießen Kitten den Babybonus bei älteren Katzen. Mit viel Glück wird sie sich um das Kleine kümmern.
Ansonsten gilt es das Zusammenleben der Erstkatze und der Zweitkatze zu beobachten. Lautstarke Auseinandersetzungen können passieren. Selbst wenn die Haare fliegen, das Geschrei und Gefauche groß ist: Lassen sie die Katzen den "Disput" austragen. Einmischen sollte man sich, wenn es zu Verletzungen kommt, sich die Zweitkatze extrem zurückzieht. Bedienen Sie sich der Katzensprache: Sie werden vor Angriff schon sehen, dass es zu einer lautstarken Auseinandersetzung kommen wird. Ermahnen Sie mit einem strengen "NEIN" (bitte nicht schreien). Stuppsen Sie mit dem Finger leicht auf das Nasennäschen, fauchen sie auch ruhig, heben Sie den Finger (erhobene Tatze) und zeigen Sie so, dass die Art der Auseinandersetzung nicht erwünscht ist. Sie sind die "Oberkatze" und das akzeptieren Ihre Tiere auch, wenn sie bestimmt, liebevoll und KONSEQUENT sind. Aggressionen gegenüber artenfremden Tieren:
Greift Ihre Katze beispielsweise Ihren oder einen Hund von Ihrem Besuch an, kann das folgende Gründe haben (vorausgesetzt, dass Hund und Katze nicht schon länger problemlos zusammenleben oder die Katze Hunde bereits intensiv kennt): Ein Hund kommuniziert anders, als eine Katze. Ein Hund hebt die Pfote zur Begrüßung, weil er es so gelernt hat und/oder möchte so zum spielen auffordern. Für die Katze sieht das ganz anders aus: Sie sieht eine erhobene Tatze, die sie bedrohen will. Ein Hund bellt. Das sehr laut. Katzen mögen in der Regel keine lauten Geräusche. Ihre Katze kann sich erschrecken oder irritiert sein. Ein Hund in Spiellaune springt fordernd um die Katze herum. Diese fühlt sich dadurch eventuell bedrängt oder in die Ecke gedrängt.
Was macht die Katze? Aus Angst und Unsicherheit geht sie auf Abwehr. Im schlimmsten Falle attackiert sie den Hund. Tarzan hatte eine Hündin aus folgenden Grund angegriffen: Eindringen in das Revier und erhobene Pfote. Tarzan sah sich und sein Zuhause bedroht und "ging auf die Hündin los". Die Hündin reagierte zum Glück sehr gut. Sie schaute Tarzan nicht an und warf sich auf den Boden. Somit ging Tarzan als "erfolgreicher Revierverteidiger" aus dieser Situation heraus.
Was tun? Da helfen nur behutsame Annäherungen. In meinem Falle konnte ich Tarzan ein Geschirr mit Leine umlegen und so kontrolliertere Begegnungen wagen. Die Hündin blieb ebenfalls angeleint. Ich habe Duft von der Hündin (Handtuch o.ä. an der Hündin gerieben) mit nachhause gebracht und einfach das Tuch offen liegengelassen. So war zumindest der Duft nicht mehr allzu fremd.
Bei direkten Begegnungen habe ich folgendes getan: Tarzan auf dem Arm gehalten (er mag es zum Glück sehr) und die Hündin wurde von der Besitzerin ebenfalls auf dem Arm gehalten. Beide konnten sich vorsichtig annähern und waren im Schutze der Vertrauensperson. Das endete erfreulicherweise im freundlichen schnuppern und Tarzan wagte sogar einen freundschaftlichen Nasenstüber. Tarzan wurde sehr viel gelobt, wenn er an der Hündin vorbeiging, ohne sie anzustarren oder anzufauchen.
Mittlerweile stört er sich nicht weiter an dem Hundebesuch und bei einem weiteren Hund in unserem Hause, reagierte er gleich viel gelassener.
Ein weiteres Kapitel sind die Beutetiere. Wenn Katzen auf Meerschweinchen, "Hausmäuse", Kaninchen treffen, kann der Jagdinstinkt durchbrechen. Manche Katze ist mit dem Hamster aufgewachsen, hat ihm geschmust....und plötzlich greift die Katze den Hamster an. Es gibt niemals eine Garantie, dass eine Katze Tiere, die in ihr Beuteschema passen, nicht so irgendwann angreifen. Wenn Sie solche Tiere zusätzlich zur Katze beherbergen möchten, sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass die Katze in unbeaufsichtigten Momenten nicht an die Tiere herankommt. Z.B. durch Terrarienhaltung der "Beutetiere". Der Deckel sollte von Katzen nie bewegt werden können. Denken Sie nicht: "Meine Katze ist mit dem Hamster aufgewachsen...da passiert schon nichts." Es kann immer zu einem üblen "Zwischenfall" kommen. Sollte das passieren: Beherrschen Sie sich bitte...auch wenn es schwer fällt. Ihre Katze hat jene Instinkte und dafür dürfen Sie sie nicht bestrafen! Für Sie grundlose Aggressionen aus heiteren Himmel?
Ich möchte hier anmerken, dass nicht jedes aggressive Verhalten psychischer Natur ist. Greift Ihre Katze ohne erkennbare Begründungen Tier und Mensch an, darf auch der Verdacht auf ein körperliches Leiden nicht ausgeschlossen werden. Schmerzen lassen das Tier "rasend" werden, im schlimmsten Falle liegt vielleicht sogar ein Hirntumor vor. Ich bin eher eine Anhängerin davon, mit dem Tier zum Tierarzt zu fahren, BEVOR ich überlege, was es noch für Gründe gibt.
Erst durch Ausschluß von Krankheiten kann überlegt werden, was die Gründe für aggressives Verhalten ist und wie ich weiter vorgehe. Seien Sie dem Tier bitte nicht böse. Ein Tier ist niemals grundlos "böse" und beißt/kratzt wild um sich.
Hierbei handelt es sich um angelesenes Wissen und teilweise um Erfahrungen! Dies ist unbedingt zu berücksichtigen!
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